Vereinbarung zur Freigabe von Informationen nach Ende der Beschäftigung

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FreiVereinbarung zur Freigabe von Informationen nach Ende der Beschäftigung

Auf einen Blick

Was es ist
Eine Vereinbarung zur Freigabe von Informationen nach Ende der Beschäftigung ist ein rechtliches Dokument, das Mitarbeiter und Arbeitgeber unterzeichnen, wenn ein Arbeitsverhältnis endet. Sie legt fest, welche Informationen, Unterlagen und Daten der Mitarbeiter nach Austritt freigeben oder zurückgeben muss. Die Vorlage ist als Word-Dokument verfügbar und kann direkt heruntergeladen und individuell angepasst werden.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen dieses Dokument beim Austritt eines Mitarbeiters — unabhängig davon, ob dieser gekündigt, pensioniert oder freiwillig geht. Es schützt Ihr Unternehmen vor unbefugter Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen, Kundendaten und vertraulichen Informationen. Besonders relevant bei Mitarbeitern mit Zugang zu sensiblen Daten oder Kundenlisten.
Was enthalten ist
Das Dokument enthält die Parteienangaben (Mitarbeiter und Unternehmen), das Effektivdatum der Vereinbarung und einen Bedingungen-Abschnitt, der regelt, welche Informationen freigegeben werden müssen, unter welchen Umständen und welche Konsequenzen bei Nichtbeachtung entstehen. Es dient als rechtliche Dokumentation des Übergabeprozesses.

Was ist eine Vorlage „Vereinbarung zur Freigabe von Informationen nach Ende der Beschäftigung"?

Eine Vereinbarung zur Freigabe von Informationen nach Ende der Beschäftigung ist ein rechtliches Dokument, das Arbeitgeber und Arbeitnehmer beim Austritt unterzeichnen. Es legt fest, welche Informationen, Unterlagen und Datenträger der Mitarbeiter zurückgeben muss, welche Daten gelöscht werden müssen und welche Geheimhaltungsverpflichtungen auch nach dem Austritt gelten. Die Vorlage ist als Word-Dokument verfügbar, sofort einsatzbereit und kann individuell an Ihre Situation angepasst werden. Sie enthält alle notwendigen Klauseln — von der Definition vertraulicher Informationen bis zur Schadensersatzregelung.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Ohne eine Freigabevereinbarung besteht erhebliches Risiko: Der ausscheidende Mitarbeiter könnte Kundenlisten mitnehmen, Geschäftsgeheimnisse an Konkurrenten weitergeben oder interne Unterlagen behalten. Das kostet Unternehmen oft Tausende Euro oder sogar Marktanteile. Eine unterzeichnete Vereinbarung schützt Sie rechtlich, dokumentiert klar, was zurückzugeben ist, und gibt dem Mitarbeiter Klarheit über seine Verpflichtungen. Sie ist besonders wichtig in Branchen mit sensiblen Daten — IT, Finanzwesen, Vertrieb — und bei Mitarbeitern mit Zugang zu Kundenangaben oder Geschäftsstrategien. Die Vorlage spart Ihnen Rechtskosten und schafft einen professionellen, dokumentierten Abgang — das wahrt Beziehungen und schützt Ihre Daten.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Standard für Mitarbeiter ohne Zugang zu kritischen DatenVereinbarung mit allgemeinen Informationsfreigaben
Umfassendere Bestimmungen für Führungskräfte mit ZugriffenVereinbarung für leitende Mitarbeiter
Verstärkte Klauseln für technische oder strategische PositionenVereinbarung mit Geheimhaltungsverpflichtung
Zusätzliche Haftungsbestimmungen bei unbefugter OffenlegungVereinbarung mit Schadenersatzklausel
Angepasste Bestimmungen für nicht-festangestellte MitarbeiterVereinbarung für Vertragsarbeiter und Freie
Regelungen für Übergabefrist und Einarbeitung NachfolgerVereinbarung mit Übergangsbestimmungen

Häufige Fehler vermeiden

❌ Zu allgemeine Definition von vertraulichen Informationen

Warum es wichtig ist: Gerichte können die Klausel später für zu unbestimmt befinden und das Dokument ganz oder teilweise für ungültig erklären.

Fix: Nennen Sie konkrete Kategorien wie Kundenlisten, Preiskalkulationen, technische Spezifikationen oder Geschäftsstrategien.

❌ Fehlende Übergabe- und Rückgabecheckliste

Warum es wichtig ist: Nach Austritt ist unklar, ob der Mitarbeiter wirklich alles zurückgegeben hat — schwer zu beweisen später.

Fix: Erstellen Sie eine detaillierte Checkliste mit Unterschrift beider Parteien.

❌ Unbegrenzte Geheimhaltungsdauer

Warum es wichtig ist: In Deutschland gelten zeitlich unbegrenzte Versprechen oft als nicht durchsetzbar, besonders wenn sie über echte Geschäftsgeheimnisse hinausgehen.

Fix: Setzen Sie realistische Fristen wie 2–5 Jahre oder begrenzen Sie auf echte Geschäftsgeheimnisse, für die längere Fristen zulässig sind.

❌ Keine Anwendung des geltenden Rechts

Warum es wichtig ist: Fehlt die Angabe des anwendbaren Rechts, entsteht später Streit über Auslegung und Gültigkeit.

Fix: Geben Sie an, dass die Vereinbarung nach deutschem (oder österreichischem/Schweizer) Recht ausgelegt wird.

❌ Unterschrift ohne rechtliche Beratung bei sensiblen Positionen

Warum es wichtig ist: Besonders bei Führungskräften oder Positionen mit Kundenzu Zugang können zu strenge Klauseln später ungültig sein.

Fix: Bei kritischen Rollen einen Arbeitsrechtler zur Überprüfung hinzuziehen.

❌ Keine Kopie für den Mitarbeiter

Warum es wichtig ist: Spätere Streitigkeiten über Inhalt und Umfang der Verpflichtungen entstehen leichter ohne beidseitige schriftliche Dokumentation.

Fix: Drucken Sie zwei Exemplare und geben Sie dem Mitarbeiter ein unterzeichnetes Original zum Mitnehmen.

Die 9 wichtigsten Klauseln, erklärt

Geltungsbereich und Definition vertraulicher Informationen

In einfacher Sprache: Legt fest, welche Daten, Unterlagen und Informationen als vertraulich gelten und von der Freigabepflicht umfasst werden.

Beispielformulierung
Vertrauliche Informationen sind alle Geschäftsgeheimnisse, Kundenlisten, technische Unterlagen, Finanzinformationen, Marketingstrategien und sonstige Daten, die nicht öffentlich bekannt sind und dem Unternehmen wirtschaftlichen Wert darstellen, insbesondere [SPEZIFISCHE KATEGORIEN].

Häufiger Fehler: Zu vag formuliert — ohne konkrete Beispiele, die später zu Streit über den Umfang führen.

Rückgabeverpflichtung

In einfacher Sprache: Regelt, dass der Mitarbeiter alle Unterlagen, Schlüssel, Zugangsdaten, Geräte und Datenträger vollständig zurückgeben muss.

Beispielformulierung
Der Mitarbeiter verpflichtet sich, alle Unterlagen, Datenträger, Schlüssel, Zugangscodes, Laptops, Mobilgeräte und sonstige Eigentum des Unternehmens auf Verlangen vollständig und in gutem Zustand zurückzugeben bis zum [DATUM].

Häufiger Fehler: Keine Frist oder Bestätigung — später unklar, ob alle Gegenstände tatsächlich zurückgegeben wurden.

Datenvernichtung und Löschung

In einfacher Sprache: Bestimmt, dass der Mitarbeiter private Kopien vertraulicher Daten löschen und vernichten muss.

Beispielformulierung
Der Mitarbeiter erklärt, dass er oder sie alle privaten Kopien, digitalen Sicherungen und Ausdrucke vertraulicher Informationen vernichtet hat oder vernichten wird und dies schriftlich bestätigt.

Häufiger Fehler: Fehlende Kontrollmechanismen — Arbeitgeber hat keine Möglichkeit, Vernichtung zu überprüfen.

Geheimhaltungspflicht nach Austritt

In einfacher Sprache: Verlängert die Geheimhaltungsverpflichtung des Mitarbeiters über das Enddatum hinaus.

Beispielformulierung
Die Verpflichtung zur Geheimhaltung vertraulicher Informationen bleibt auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses gültig und gilt zeitlich unbegrenzt beziehungsweise für einen Zeitraum von [ANZAHL JAHRE] Jahren.

Häufiger Fehler: Unbegrenzte Dauer — in manchen Rechtsordnungen nicht durchsetzbar. Besser: zeitlich begrenzte oder durch Geschäftszweck begrenzte Dauer.

Nicht-Solizitation und Kundensperre

In einfacher Sprache: Untersagt dem Mitarbeiter nach Austritt, Kunden abzuwerben oder mit Geschäftspartnern des Unternehmens Geschäfte zu machen.

Beispielformulierung
Der Mitarbeiter erklärt sich einverstanden, dass er oder sie für einen Zeitraum von [ANZAHL MONATE/JAHRE] nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht direkt oder indirekt mit Kunden des Unternehmens in geschäftlicher Beziehung treten wird, insbesondere nicht zum Zweck, sie zu einem anderen Unternehmen zu bringen.

Häufiger Fehler: Zu breit oder zeitlich unbegrenzt — Gerichte halten diese Klauseln häufig für unwirksam.

Bestätigung des Verständnisses und der Zustimmung

In einfacher Sprache: Der Mitarbeiter bestätigt, dass er die Vereinbarung verstanden hat und freiwillig unterzeichnet.

Beispielformulierung
Der Mitarbeiter bestätigt hiermit, dass er oder sie diese Vereinbarung gelesen und verstanden hat, alle Fragen beantwortend geklärt wurden und er oder sie diese Vereinbarung freiwillig und ohne Druck unterzeichnet.

Häufiger Fehler: Fehlende Unterschrift oder Unterschrift ohne Datum — Vereinbarung ist später schwer durchzusetzen.

Schadensersatz und Sanktionen

In einfacher Sprache: Legt fest, welche Konsequenzen bei Verstoß drohen — etwa Schadensersatz oder einstweilige Verfügung.

Beispielformulierung
Bei Verstoß gegen diese Vereinbarung wird das Unternehmen berechtigt, Schadensersatz in Höhe von [BETRAG] oder den tatsächlich entstandenen Schaden geltend zu machen sowie eine einstweilige Verfügung einzuleiten.

Häufiger Fehler: Pauschalierte Strafzahlungen, die zu Unklarheiten und Anfechtungsrisiken führen.

Salvatorische Klausel

In einfacher Sprache: Regelt, dass die Vereinbarung auch dann gültig bleibt, wenn einzelne Klauseln für ungültig befunden werden.

Beispielformulierung
Sollte eine Bestimmung dieser Vereinbarung für ungültig oder nicht durchsetzbar befunden werden, bleibt die Vereinbarung im Übrigen gültig, und die ungültige Bestimmung wird durch eine gültige Bestimmung ersetzt, die dem Sinn und Zweck der ursprünglichen Bestimmung entspricht.

Häufiger Fehler: Fehlende Salvatorische Klausel — eine ungültige Bestimmung kann die gesamte Vereinbarung infrage stellen.

Anwendbares Recht und Gerichtsstand

In einfacher Sprache: Bestimmt, nach welchem Recht die Vereinbarung ausgelegt wird und welche Gerichte zuständig sind.

Beispielformulierung
Diese Vereinbarung unterliegt den Gesetzen des [BUNDESLAND/STAAT] und wird nach [LANDESGESETZE] ausgelegt. Die Parteien erklären sich einverstanden, dass alle Streitigkeiten vor den [ZUSTÄNDIGER GERICHTSHOF] beigelegt werden.

Häufiger Fehler: Keine Wahl des anwendbaren Rechts — später Unklarheit über Auslegung und Durchsetzbarkeit.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Parteienangaben eintragen

    Füllen Sie den Namen, die Adresse und die genaue Bezeichnung des Unternehmens ein. Tragen Sie auch vollständigen Namen und Adresse des Mitarbeiters ein. Verwenden Sie die gleichen Angaben wie im Arbeitsvertrag.

    💡 Kopieren Sie die Angaben direkt aus dem Arbeitsvertrag — Konsistenz vermeidet spätere Streitpunkte.

  2. 2

    Effektivdatum und Kündigungsdatum festlegen

    Geben Sie das Datum ein, ab dem die Vereinbarung gültig wird. Dies ist in der Regel das Enddatum der Beschäftigung oder ein vereinbartes Austrittsdatum.

    💡 Nutzen Sie das letzte Arbeitstag als Effektivdatum — das ist die klarste Regelung.

  3. 3

    Vertrauliche Informationen definieren

    Listen Sie konkrete Kategorien auf, die als vertraulich gelten — z. B. Kundenlisten, Geschäftsstrategien, Preislisten, technische Daten. Seien Sie so spezifisch wie möglich.

    💡 Je konkreter Ihre Auflistung, desto besser kann ein Gericht die Vereinbarung durchsetzen.

  4. 4

    Rückgabepflicht und Fristen definieren

    Bestimmen Sie, welche Gegenstände, Unterlagen und Datenträger zurückgegeben werden müssen und bis zu welchem Datum. Nennen Sie verantwortliche Kontaktpersonen.

    💡 Erstellen Sie eine Checkliste — Schlüssel, Laptop, Handy, Zugangscodes, USB-Sticks, Unterlagen.

  5. 5

    Geheimhaltungsdauer festlegen

    Entscheiden Sie, wie lange die Geheimhaltungsverpflichtung nach Austritt gelten soll. Typisch sind 2–5 Jahre oder unbegrenzt für echte Geschäftsgeheimnisse.

    💡 Prüfen Sie die Gültigkeitsdauer mit einem Anwalt — zu lange Fristen können für ungültig befunden werden.

  6. 6

    Nicht-Solizitation und Wettbewerbsklauseln anpassen

    Passen Sie Zeitraum und geografischen Geltungsbereich an — z. B. 12 Monate, nur bestimmte Kundengruppen, nur regionales Gebiet.

    💡 Zu breite Klauseln werden von Gerichten oft gekürzt — be begrenzt lieber zu genau.

  7. 7

    Unterschriften und Datum eintragen

    Drucken Sie das Dokument aus, unterschreiben Sie persönlich und lassen Sie den Mitarbeiter unterzeichnen. Beide sollten das Exemplar mit Datum unterzeichnen.

    💡 Nutzen Sie zwei Exemplare — je eines für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Vereinbarung zur Freigabe von Informationen rechtlich bindend?

Ja, wenn beide Seiten freiwillig und informiert unterzeichnen. In Deutschland müssen die Klauseln allerdings zumutbar und nicht übermäßig restriktiv sein. Besonders restriktive Klauseln, etwa unbegrenzte Konkurrenzverbote oder übermäßig lange Geheimhaltungsfristen, können von Gerichten für ungültig befunden werden. Konsultieren Sie einen Arbeitsrechtler, wenn Sie in besonders sensiblen Branchen tätig sind.

Muss der Mitarbeiter der Vereinbarung zustimmen?

Der Mitarbeiter muss nicht in jedem Fall zustimmen, aber das Unternehmen kann die Zustimmung zur Bedingung machen — etwa als Voraussetzung für ein Abfindungsangebot. Das muss aber fair und nicht unter Druck geschehen. In kritischen Fällen kann ein Arbeitsrechtler helfen, eine freiwillige Zustimmung rechtlich sicherzustellen.

Was passiert, wenn der Mitarbeiter gegen die Vereinbarung verstößt?

Das Unternehmen kann Schadensersatz fordern — soweit ein Schaden nachgewiesen werden kann — oder eine einstweilige Verfügung einleiten, um die Offenlegung zu stoppen. Das Maß des Schadensersatzes muss aber realistisch und nachweisbar sein. Pauschalsummen, die nicht dem tatsächlichen Schaden entsprechen, können für ungültig befunden werden.

Wie lange sollte die Geheimhaltungspflicht nach Austritt gelten?

Das hängt von der Art der Informationen ab. Echte Geschäftsgeheimnisse können zeitlich unbegrenzt geschützt werden. Betriebliche Daten oder Kundenlisten sollten auf 2–5 Jahre beschränkt werden — längere Zeiträume gelten oft als nicht zumutbar. Prüfen Sie mit einem Anwalt, was in Ihrer Branche üblich und durchsetzbar ist.

Darf ich eine Standard-Checkliste für die Übergabe verwenden?

Ja, absolut — eine Checkliste mit allen Schlüsseln, Geräten, Unterlagen und Zugangsdaten zu erstellen ist sogar empfohlen. Das dokumentiert klar, was zurückgegeben wurde. Unterschreiben Sie die Checkliste mit dem Mitarbeiter und bewahren Sie eine Kopie auf.

Kann ich diese Vereinbarung retroaktiv beim Austritt unterschreiben?

Das ist möglich, aber weniger sauber. Besser ist es, die Vereinbarung bereits beim Eintritt oder zumindest Wochen vor dem Austritt zu unterzeichnen — das zeigt, dass es freiwillig geschah. Liegt der Austritt unmittelbar bevor, müssen Sie beim Unterzeichnen klarmachen, dass der Mitarbeiter die Vereinbarung versteht und freiwillig zustimmt, nicht unter Druck.

Gilt diese Vereinbarung auch für Kündigung durch den Arbeitgeber?

Ja, die Vereinbarung gilt unabhängig davon, wer die Kündigung initiiert. Sie sollte aber fair formuliert sein, damit sie auch bei Kündigung durch den Arbeitgeber Bestand hat. Besonders restriktive Klauseln müssen verhältnismäßig sein.

Muss ein Anwalt die Vereinbarung überprüfen?

Bei Verwendung dieser Vorlage ist eine anwaltliche Überprüfung nicht zwingend, aber empfohlen — besonders bei Unternehmen mit sensiblen Daten, Geschäftsgeheimnissen oder Führungskräften. Ein Arbeitsrechtler kann die Vorlage an Ihre Branche und Rechtsordnung anpassen und sicherstellen, dass die Klauseln durchsetzbar sind.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Arbeitsvertrag

Ein Arbeitsvertrag regelt die grundlegenden Bedingungen der Anstellung (Gehalt, Aufgaben, Arbeitszeit), während die Freigabevereinbarung spezifisch den Austritt und die Behandlung von Daten danach regelt. Sie können beide Dokumente kombinieren oder die Freigabevereinbarung separat unterschreiben. Für Datenschutz und Geheimnisse ist ein separates Dokument klarer.

vs Geheimhaltungsvereinbarung (NDA)

Eine Geheimhaltungsvereinbarung schützt Informationen während der Beschäftigung, während die Freigabevereinbarung spezifisch beim Austritt wirkt. NDAs sind oft breiter und gelten zeitlich unbegrenzt. Die Freigabevereinbarung konzentriert sich auf Rückgabe, Löschung und nachgelagerte Pflichten. Beide können sich ergänzen.

vs Konkurrenzverbot

Ein Konkurrenzverbot verbietet dem Mitarbeiter, bei Konkurrenzunternehmen zu arbeiten oder eigene konkurrierende Geschäfte zu gründen. Die Freigabevereinbarung kann Nicht-Solizitations-Klauseln enthalten, die Kundenabwerbung untersagen, geht aber nicht so weit wie ein reines Konkurrenzverbot. Beide schützen unterschiedliche Interessen.

vs Abfindungsvertrag

Ein Abfindungsvertrag regelt Zahlungen beim Austritt und oft auch gegenseitige Rechtsfriedensklauseln. Die Freigabevereinbarung konzentriert sich auf Datenschutz und Geheimhaltung. Sie können beide unterschreiben — der Abfindungsvertrag als separate Vereinbarung über finanzielle Ansprüche, die Freigabevereinbarung zur Daten- und Informationssicherheit.

Branchenspezifische Hinweise

IT und Software-Entwicklung

Schutz vor unbefugter Weitergabe von Quellcode, technischen Architektur und Geschäftslogik ist kritisch — erfordert detaillierte Definition von technischen Geheimnissen.

Finanzdienstleistungen

Kundendaten, Kontoinformationen und Anlagestrategie gelten als besonders schutzbedürftig — erfordert Geheimhaltung nach Austritt.

Vertrieb und Kundenmanagement

Kundenlisten und Kontaktdaten sind oft die wertvollsten Vermögenswerte — erfordert klare Nicht-Solizitations-Klauseln.

Fertigung und Handwerk

Herstellungsprozesse, Materialispezialisierungen und Lieferantenkontakte sind schutzwürdig — erfordert detaillierte Informationsdefinition.

Consulting und Dienstleistungen

Mandantendaten und Beratungsstrategien gelten als vertraulich — erfordert strenge Geheimhaltung und Nicht-Solizitation.

Pharmazie und Biotechnologie

Forschungsergebnisse und Produktentwicklungsdaten sind hochsensibel — erfordert umfassende Geheimhaltung mit wissenschaftlichen Fristen.

Hinweise zur Rechtsprechung

Im deutschen Recht wird Geheimhaltung streng an die Notwendigkeit gebunden — übermäßig lange oder breite Klauseln können ungültig sein. Die Vorlage folgt deutschem BGB und Arbeitsrecht. Konsultieren Sie einen Anwalt, wenn Sie über die Standardklauseln hinausgehen.

Österreichisches Arbeitsrecht ist dem deutschen ähnlich, aber Geheimhaltungsklauseln werden restriktiv ausgelegt. Besonders Nicht-Solizitations-Fristen über 12 Monate gelten oft als nicht zumutbar. Anpassungen durch Wiener Anwalt empfohlen.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenKMU mit Standard-Mitarbeitern ohne Zugang zu kritischen Kundendaten oder Geschäftsgeheimnissen; einfache Positionen mit geringem Informationsrisiko.Kostenlos — nur Word-Download und Ausfüllen30–45 Minuten zum Ausfüllen und Unterschreiben
Vorlage + RechtsprüfungUnternehmen mit vertraulichen Daten oder mehreren Mitarbeitern mit Zugang zu Geschäfsgeheimnissen; Sie wollen Rechtssicherheit ohne vollständige Neudraft.150–300 Euro — anwaltliche Überprüfung und Anpassung1–2 Arbeitstage Wartezeit plus 1–2 Stunden Überarbeitungszeit
MaßgeschneidertGroße Unternehmen oder Branchen mit strengen Datenschutzanforderungen (IT, Pharmazie, Finanzwesen); kritische Führungspositionen mit Konkurrenzschutz.500–1500 Euro — vollständige Neudraft durch Arbeitsrechtler3–7 Arbeitstage

Glossar

Informationsfreigabe
Der Prozess, bei dem ein Mitarbeiter beim Austritt Unterlagen, Daten und Informationen an den Arbeitgeber zurückgibt oder deren Vernichtung bestätigt.
Vertrauliche Informationen
Geschäftsgeheimnisse, Kundendaten, technische Unterlagen und sonstige Daten, deren Offenlegung dem Unternehmen Schaden zufügt.
Geheimhaltungsverpflichtung
Die Verpflichtung des Mitarbeiters, vertrauliche Informationen auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht weiterzugeben.
Aussortierungspflicht
Die rechtliche Verpflichtung, alle Unterlagen und Daten des Unternehmens nach Austritt zu identifizieren und zurückzugeben.
Effektivdatum
Das Datum, ab dem die Vereinbarung wirksam wird — in der Regel der erste Tag oder letzte Tag der Beschäftigung.
Übergabedokumentation
Schriftliche Bestätigung, dass alle Unterlagen, Schlüssel, Zugangsdaten und Geräte vollständig übergeben oder vernichtet wurden.
Sanktionen
Rechtsfolgen bei Verstoß gegen die Vereinbarung, etwa Schadensersatzforderungen oder einstweilige Verfügung.
Nachgelagerte Verpflichtung
Regelungen, die über das Enddatum der Beschäftigung hinaus gelten, z. B. dauerhafte Geheimhaltungspflicht.

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