Entwicklungs und Verlagsvertrag

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FreiEntwicklungs  und Verlagsvertrag

Auf einen Blick

Was es ist
Ein Entwicklungs- und Verlagsvertrag regelt die Zusammenarbeit zwischen einem Softwareentwickler und einem Herausgeber. Der Vertrag definiert Finanzierungsmodalitäten, Liefergegenstände, Zeitpläne und Eigentumsrechte am fertigen Produkt. Diese kostenlose Word-Vorlage enthält alle wesentlichen Klauseln für professionelle Verträge im deutschsprachigen Raum.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen diesen Vertrag, wenn Sie ein Softwareprodukt oder Multimedia-Titel entwickeln lassen und ein Unternehmen die Finanzierung sowie Vermarktung übernehmen soll. Der Vertrag schützt beide Seiten vor Missverständnissen bezüglich Kosten, Lieferterminen, Zusatzprodukte und Rechtewahrung.
Was enthalten ist
Der Vertrag enthält Definitionen zentraler Begriffe wie Vorschüsse, Liefergegenstände und Nettoumsatz, regelt die Finanzierung in Raten nach Lieferakzeptanz, definiert Qualitätssicherungsprozesse, behandelt Eigentumsrechte und Lizenzgewährung und klärt die Rechte des Herausgebers an Änderungen und abgeleiteten Werken.

Was ist eine Vorlage Entwicklungs- und Verlagsvertrag?

Ein Entwicklungs- und Verlagsvertrag regelt die Zusammenarbeit zwischen einem Softwareentwickler oder Multimedia-Produzenten und einem Herausgeber oder Publisher, der die Entwicklung finanziert und das fertige Produkt vermarktet und vertreibt. Der Vertrag definiert klare Abgrenzungen: wer was entwickelt, wer zahlt, wann und wie die Übergabe stattfindet, und — das ist entscheidend — wer die Rechte am fertigen Produkt hält. Diese kostenlose Word-Vorlage enthält alle wesentlichen Klauseln, ist leicht editierbar, und kann direkt für professionelle Projekte im deutschsprachigen Raum verwendet werden. Sie können das Dokument online im Word-Editor bearbeiten oder als PDF exportieren und ausdrucken.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Ohne klare schriftliche Vereinbarung entstehen schnell Missverständnisse und Konflikte: Der Entwickler glaubt, er hält Rechte am Produkt; der Herausgeber denkt, ihm gehört alles. Der eine erwartet eine komplette App mit allen Features, der andere liefert nur eine Basis-Version. Einer zahlt die Gesamtsumme am Anfang, der andere leistet die Arbeit, erhält aber kein Geld. Ein Entwicklungs- und Verlagsvertrag schützt beide Parteien durch verbindliche Definitionen: konkrete Liefergegenstände, messbarer Lieferplan mit Meilensteinen, klare Zahlungsraten gebunden an Akzeptanzkriterien, und — zentral — eine Regelung der Eigentumsrechte. So weiß der Herausgeber, dass er später das Produkt vermarkten, portieren und lizenzieren kann, ohne Konflikte mit dem Entwickler zu riskieren. Und der Entwickler erhält verlässliche Zahlungen und weiß genau, was er liefern muss. Bei Projekten, die mehrere Monate oder Jahre dauern und hohe Kosten verursachen, ist dieser Vertrag unverzichtbar.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Entwicklung eines vollständigen Softwareprodukts mit VorabfinanzierungStandardversion: Komplettes Produkt
Projekt mit optionalen Add-ons, die später hinzugefügt werden könnenMit Zusatzprodukten-Option
Auszahlung in mehreren Tranchen je nach Meilenstein-ErreichungGestaffelte Vorschüsse
Zusammenarbeit mit Partnern aus verschiedenen LändernInternational (mit Gerichtsstand)
Schnellere Verhandlung bei kleineren Projekten und etablierten PartnernKurzform: Wesentliche Punkte nur
Herausgeber erhält exklusive Rechte für bestimmte Regionen oder KanäleMit Exklusivität und Nutzungsrechten

Häufige Fehler vermeiden

❌ Unklare oder fehlende Liefergegenstände und -pläne

Warum es wichtig ist: Der Entwickler und Herausgeber haben unterschiedliche Erwartungen, was am Ende übergeben werden soll, was zu Verzögerungen und Konflikten führt.

Fix: Definieren Sie konkrete, messbare Liefergegenstände (z.B. Quellcode, Dokumentation, Installationsprogramm) mit Akzeptanzkriterien in Anhang B.

❌ Keine klare Regelung von Zusatzkosten und Änderungswünschen

Warum es wichtig ist: Der Herausgeber fordert ständig Änderungen oder Zusatzfeatures an, ohne festzuhalten, dass diese zusätzliche Kosten verursachen und den Plan verzögern.

Fix: Etablieren Sie einen Change-Request-Prozess, bei dem Zusatzfunktionen nur nach schriftlicher Vereinbarung einer Kostenschätzung und Lieferverzögerung akzeptiert werden.

❌ Unklar, wer die Rechte am fertigen Produkt hält

Warum es wichtig ist: Nach Fertigstellung entstehen Streitigkeiten darüber, wer das Produkt verkaufen, lizenzieren oder portieren darf.

Fix: Stellen Sie klar, dass der Herausgeber als Auftraggeber alle Rechte hält, einschließlich Copyright und Recht auf abgeleitete Werke.

❌ Keine Regelung von Qualitätssicherung und Akzeptanzprozess

Warum es wichtig ist: Der Entwickler liefert ein Produkt, das der Herausgeber zu Recht nicht akzeptiert, aber es gibt keine Regelung für Nachbesserungen oder Ablehnung.

Fix: Definieren Sie konkrete Akzeptanzkriterien, einen QS-Prozess (Alpha-, Beta-, Golden Master) und Fristen für Ablehnung und Nachbesserung.

❌ Vorschusszahlung nicht an Akzeptanzkriterien gebunden

Warum es wichtig ist: Der Entwickler erhält Zahlungen, liefert aber nicht oder liefert minderwertige Arbeit; der Herausgeber hat kein Druckmittel.

Fix: Jede Vorschussrate sollte an die Akzeptanz von Meilensteinen durch den Herausgeber gebunden sein.

❌ Keine Definition von Vertraulichkeit und Geheimhaltung

Warum es wichtig ist: Geschäftsgeheimnisse oder innovative Technologien können von einer Partei ohne Konsequenzen offenbart werden.

Fix: Fügen Sie eine Klausel zur Vertraulichkeit hinzu, die festlegt, was als vertraulich gilt und wie lange die Geheimhaltungspflicht andauert.

Die 9 wichtigsten Klauseln, erklärt

Präambel und Vertragsparteien

In einfacher Sprache: Identifiziert die Vertragsparteien (Herausgeber und Entwickler) und erklärt den Geschäftszweck.

Beispielformulierung
Dieser Entwicklungs- und Verlagsvertrag ist wirksam zum [DATUM], ZWISCHEN: [NAME DES HERAUSGEBERS] (der "Herausgeber"), ein Unternehmen, gegründet und bestehend unter den Gesetzen von [BUNDESLAND/STAAT], mit Hauptniederlassung in: [IHRE VOLLSTÄNDIGE ADRESSE] UND: [NAME DES ENTWICKLERS] (der "Entwickler")...

Häufiger Fehler: Unvollständige oder falsche Angabe von Firma und Adresse führt zu Ungültigkeit des Vertrags oder macht es schwierig, die Vertragsparteien später zu identifizieren.

Definitionen: Vorschüsse

In einfacher Sprache: Erklärt, welche Zahlungen als Vorschüsse gelten und wie sie gegen Honorare verrechnet werden.

Beispielformulierung
"Vorschüsse" bezeichnet jede Geldmittel, die dem Entwickler vom Herausgeber im Voraus zur Entwicklung des Titels oder der Zusatzprodukte unter dieser Vereinbarung zur Verfügung gestellt werden.

Häufiger Fehler: Nicht festzuhalten, ob Vorschüsse am Ende zu verrechnen sind oder als echte Zuschüsse gelten, führt zu Streitigkeiten über Rückzahlung.

Definitionen: Nettoumsatz

In einfacher Sprache: Definiert, welche Einnahmen als Basis für Royalty-Berechnungen zählen und welche Abzüge erlaubt sind.

Beispielformulierung
"Nettoumsatz" bezeichnet alle Umsätze des Herausgebers, welche mit der Verbreitung oder dem Verkauf des Titels oder der Zusatzprodukte in Verbindung stehen, abzüglich (a) defekt retournierte Einheiten, (b) Herstellungskosten, und (c) Steuern.

Häufiger Fehler: Zu viele oder zu wenige Abzüge führen zu Streitigkeiten; die Definition muss branchenüblich sein.

Liefergegenstände und Lieferplan

In einfacher Sprache: Legt fest, welche konkreten Komponenten und Materialien der Entwickler bereitstellen muss und bis wann.

Beispielformulierung
"Liefergegenstand" bezeichnet alle Programmkomponenten, Materialien und Designs welche im Lieferplan festgelegt sind... "Lieferplan" bezeichnet den Plan der Liefergegenstände, welcher in Anhang B dargestellt wird.

Häufiger Fehler: Zu vage Liefergegenstände oder fehlender Lieferplan führen zu Verzögerungen und Streitigkeiten darüber, wann die Arbeit fertig ist.

Finanzierung und Vorschussraten

In einfacher Sprache: Bestimmt, wie viel der Herausgeber zahlt, in welchen Raten und nach welchen Bedingungen (z.B. nach Lieferakzeptanz).

Beispielformulierung
Der Herausgeber stimmt zu, dem Entwickler einen Vorschuss gegen sein Honorar von [BETRAG/STAAT] zu geben, welcher in Raten nach der Akzeptanz der Liefergegenstände wie in Anhang B beschrieben ausbezahlt wird.

Häufiger Fehler: Keine klare Ratelung oder fehlende Akzeptanzkriterien führen zu Zahlungsstreitigkeiten.

Zusatzprodukte und Optionen

In einfacher Sprache: Erlaubt dem Herausgeber, kostenpflichtig zusätzliche Produkte oder Features hinzuzufügen, ohne den Lieferplan zu gefährden.

Beispielformulierung
Der Herausgeber hat nach eigenem Ermessen die Möglichkeit, [PRODUKT BESCHREIBEN] zu den derzeitigen Spezifikationen und zum derzeitigen Budget hinzuzufügen... Die Parteien vereinbaren außerdem, dass die Ausübung einer solchen Option nicht zu einer Verschiebung des Lieferdatums führt.

Häufiger Fehler: Nicht zu regeln, dass Zusatzprodukte den ursprünglichen Lieferplan nicht verzögern oder zu versteckten Kosten führen.

Eigentumsrechte und Auftragswerk

In einfacher Sprache: Stellt klar, dass der Herausgeber Eigentümer aller Rechte am Titel ist, da dieser als Auftragswerk erstellt wird.

Beispielformulierung
Der Titel und alle Änderungen davon, werden auf Anfrage des Herausgebers erstellt und werden daher als Auftragswerk betrachtet. Alle Rechte am Titel, inklusive, aber nicht limitiert auf, das Copyright, sind das Eigentum des Herausgebers oder seiner Zessionare.

Häufiger Fehler: Nicht zu klären, wer die Rechte hält, führt zu Streitigkeiten über Wiederverwendung, Lizenzierung oder Verkauf.

Lizenzvergabe und abgeleitete Werke

In einfacher Sprache: Erklärt, dass der Herausgeber das Recht hat, das Produkt zu verbreiten und abgeleitete Werke zu erstellen oder zu lizenzieren.

Beispielformulierung
Der Herausgeber besitzt alle Rechte am Titel, inklusive dem Recht, abgeleitete Arbeiten zu erstellen oder zu lizenzieren und dem Recht, den Titel und abgeleitete Arbeiten in allen derzeitigen oder zukünftigen Formen zu produzieren.

Häufiger Fehler: Nicht festzuhalten, dass der Herausgeber Sequels, Ports oder ähnliche abgeleitete Werke machen darf, führt zu späteren Rechtsstreitigkeiten.

Qualitätssicherung und Akzeptanz

In einfacher Sprache: Definiert, wie die Qualität der Liefergegenstände geprüft wird und wann sie akzeptiert werden.

Beispielformulierung
"Qualitätssicherung" bezeichnet Tests zur Qualitätssicherung einer Alpha- oder Betaversion oder eines Golden Masters zur Identifikation von Bugs und Fehlern.

Häufiger Fehler: Keine klaren QS-Kriterien oder Akzeptanzprozess führt zu endlosen Revisionsrunden.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Vertragsparteien eintragen

    Geben Sie den vollständigen Namen, die Rechtsform und Gründungsjurisdiktion des Herausgebers und des Entwicklers ein. Tragen Sie die vollständige Adresse beider Unternehmen ein.

    💡 Prüfen Sie die aktuellen Registereinträge (Handelsregister/Unternehmensregister), um Tippfehler zu vermeiden.

  2. 2

    Effektives Datum eintragen

    Bestimmen Sie das Datum, ab dem der Vertrag gültig ist. Dies ist in der Regel das Unterzeichnungsdatum oder ein zukünftiges Datum.

    💡 Ein rückwirkratives Datum sollte nur gewählt werden, wenn beide Parteien bereits tätig waren und dies dokumentieren können.

  3. 3

    Produktbeschreibung und Arbeitstitel definieren

    Beschreiben Sie das zu entwickelnde Produkt (z.B. Softwareanwendung, Multimedia-Titel, Lernplattform) und geben Sie einen Arbeitstitel an. Dies sollte in den Anhang A (Spezifikationen) detailliert werden.

    💡 Je präziser die Produktbeschreibung, desto weniger Raum für Missverständnisse später.

  4. 4

    Finanzierungsbetrag und Ratenpläne eintragen

    Bestimmen Sie den Gesamtbetrag der Vorschüsse und wie dieser in Raten ausbezahlt wird (z.B. 30% bei Vertragsunterzeichnung, 40% bei Zwischenbericht, 30% bei Fertigstellung). Diese Raten sollten an Liefergegenstände und Akzeptanzkriterien gebunden sein.

    💡 Rates sollten an Meilensteine gebunden sein, nicht an Datumsangaben, um Flexibilität zu bewahren.

  5. 5

    Lieferplan (Anhang B) erstellen

    Definieren Sie konkrete Liefergegenstände (z.B. Designdokumentation, Alpha-Version, Beta-Version, Goldener Master) mit Lieferdaten und Akzeptanzkriterien. Dies sollte in einem separaten Zeitplan aufgelistet werden.

    💡 Bauen Sie Puffertage in den Lieferplan ein, um mit unerwarteten Verzögerungen umzugehen.

  6. 6

    Zusatzprodukte und Optionen klären

    Legen Sie fest, welche zusätzlichen Produkte der Herausgeber optional hinzufügen kann (z.B. mobile Versionen, zusätzliche Module) und wie viel diese zusätzlich kosten. Definieren Sie, dass diese Optionen den Hauptlieferplan nicht verzögern dürfen.

    💡 Geben Sie zu erwartende Zusatzkosten an, müssen aber nicht exakt sein; die genaue Festlegung kommt später bei Ausübung der Option.

  7. 7

    Eigentumsrechte und Lizenzen bestätigen

    Stellen Sie sicher, dass der Herausgeber als Auftraggeber Eigentümer aller Rechte ist, einschließlich Copyright und des Rechts, abgeleitete Werke zu erstellen. Dies ist grundlegend für alle Verlagsverträge.

    💡 Wenn der Entwickler spezifische Rechte behalten soll (z.B. an einer eigenen Engine), lassen Sie dies explizit schriftlich festhalten.

  8. 8

    Unterschriften und Notarisierung (optional)

    Unterzeichnen Sie den Vertrag von beiden Parteien. Bei hohen Beträgen oder komplexen Projekten kann eine notarielle Beglaubigung ratsam sein, ist aber nicht immer erforderlich.

    💡 Bewahren Sie unterzeichnete Originale oder beglaubigte Kopien sorgfältig auf.

Häufig gestellte Fragen

Wer besitzt das Produkt nach Fertigstellung?

Der Herausgeber besitzt das Produkt und alle Rechte daran, da es als Auftragswerk erstellt wird. Der Entwickler überträgt alle Rechte, einschließlich Copyright und das Recht, abgeleitete Werke zu erstellen. Diese Regel ist zentral für Entwicklungs- und Verlagsverträge und schützt den Herausgeber, der die Finanzierung trägt.

Was sind Vorschüsse und wie funktionieren sie?

Vorschüsse sind Zahlungen des Herausgebers an den Entwickler vor Fertigstellung des Produkts. Sie werden typischerweise in Raten gezahlt, nachdem Meilensteine erreicht und akzeptiert sind. Die Vorschüsse sind oft gegen spätere Einnahmen (Nettoumsatz) verrechenbar, oder sie gelten als echte Zuschüsse — das muss vertraglich klar sein.

Was passiert, wenn der Entwickler den Lieferplan nicht einhält?

Der Vertrag sollte festlegen, ob Verzögerungen Konsequenzen wie Verzugszinsen, Schadensersatz oder Vertragsstrafen mit sich bringen. Dies sollte in der Lieferplan-Klausel und eventuell in einer separaten Penalty-Klausel geregelt werden. Der Herausgeber kann je nach Vereinbarung auch Zahlungen zurückhalten.

Darf der Entwickler später ein ähnliches Produkt für einen anderen Kunden entwickeln?

Das hängt vom Vertrag ab. Wenn der Herausgeber Eigentümer aller Rechte ist, kann der Entwickler kein identisches Produkt für einen Konkurrenten erstellen. Der Vertrag kann aber Ausnahmen festlegen (z.B. Entwickler darf Technologie für andere Zwecke verwenden, solange es nicht in Konkurrenz steht). Dies sollte explizit in einer Wettbewerbsverbots- oder Lizenzklausel geregelt werden.

Wie wird der Erfolg des Produkts bewertet und wie erhalten Entwickler und Herausgeber einen Anteil?

Der Vertrag definiert den Nettoumsatz (alle Einnahmen abzüglich Rücksendungen, Herstellungskosten, Steuern) als Basis für Royalties. Typischerweise erhält der Entwickler einen prozentualen Anteil (z.B. 10–20%) des Nettoumsatzes, nachdem Vorschüsse verrechnet sind. Diese Details müssen in einer Royalty-Klausel festgehalten werden.

Was sind Liefergegenstände und wie werden sie akzeptiert?

Liefergegenstände sind konkrete Komponenten wie Quellcode, Dokumentation, Installationsdateien oder Designmaterialien, die der Entwickler übergeben muss. Sie werden nach festgelegten Akzeptanzkriterien geprüft (z.B. QS-Tests, Funktionalität). Der Herausgeber muss diese innerhalb einer festgelegten Frist akzeptieren oder schriftlich ablehnen mit Gründen.

Kann der Herausgeber nach Vertragsunterzeichnung noch Änderungen fordern?

Ja, aber der Vertrag sollte regeln, dass Änderungen zu zusätzlichen Kosten und Verzögerungen führen. Ein Change-Request-Prozess schützt beide Seiten: Der Entwickler erhält zusätzliche Entlohnung, und der Herausgeber behält die Kontrolle über Kosten und Timeline. Ohne diese Regelung entstehen endlose Revisionsrunden.

Wer zahlt für Qualitätssicherung und Bug-Fixes?

Das sollte vertraglich festgelegt sein. Normalerweise ist der Entwickler für die Behebung von Bugs verantwortlich, die während des QS-Prozesses vor Lieferung identifiziert werden. Nach Lieferung und Akzeptanz können Bugs zu Zusatzkosten führen. Dies sollte in einer QS- und Warranty-Klausel geregelt werden.

Was ist, wenn das Projekt scheitert oder stillgelegt wird?

Der Vertrag sollte regeln, was in diesem Fall mit Vorschüssen, halbfertigen Liefergegenstanden und Rechten geschieht. Typischerweise erhält der Herausgeber alle bisherigen Ergebnisse, und der Entwickler behält bereits gezahlte Vorschüsse. Dies sollte in einer Beendiungsklausel festgehalten werden.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Leistungsvertrag / Werkvertrag (allgemein)

Ein Leistungsvertrag regelt Lieferung und Zahlung, ist aber nicht spezifisch für Software oder Verlagsprojekte. Ein Entwicklungs- und Verlagsvertrag hingegen behandelt spezifische Aspekte wie Intellectual Property Rights, Vorschüsse mit Meilenstein-Bindung, Lieferplan und Nettoumsatz-basierte Royalties. Wählen Sie den Entwicklungs- und Verlagsvertrag, wenn es um Produkte mit Verlagskomponenten und komplexe Finanzierungsstrukturen geht; einen Standard-Werkvertrag, wenn Sie nur einfache Leistungserbringung brauchen.

vs Lizenzvertrag

Ein Lizenzvertrag regelt die Nutzungsrechte an bestehender Software oder IP. Ein Entwicklungs- und Verlagsvertrag regelt hingegen die Erstellung von neuer Software und wer die Rechte hält. Verwenden Sie einen Entwicklungsvertrag, wenn Sie neue Softwareentwicklung finanzieren; einen Lizenzvertrag, wenn Sie Rechte an bestehenden Produkten erwerben möchten.

vs Arbeitsvertrag / Anstellungsvertrag

Ein Arbeitsvertrag regelt die Beschäftigung einer Person in einem Arbeitsverhältnis. Ein Entwicklungs- und Verlagsvertrag ist ein B2B-Vertrag zwischen zwei unabhängigen Unternehmen. Nutzen Sie einen Entwicklungsvertrag für externe, projektbasierte Zusammenarbeit; einen Arbeitsvertrag, wenn Sie einen Entwickler als Mitarbeiter einstellen möchten.

vs Vertriebsvertrag

Ein Vertriebsvertrag regelt, wie ein bestehendes Produkt von Partner zu Partner vertrieben wird. Ein Entwicklungs- und Verlagsvertrag kombiniert Entwicklungsfinanzierung mit Verlagsrechten und Vertrieb. Nutzen Sie einen Entwicklungsvertrag für die Zusammenarbeit von Entwicklung, Finanzierung und Verlag; einen Vertriebsvertrag nur, wenn das Produkt bereits fertig ist und nur Vermarktung nötig ist.

Branchenspezifische Hinweise

Softwareentwicklung

Entwicklungsverträge sind zentral für SaaS-Anbieter und Software-Studios, um externe Entwicklung zu finanzieren und Rechte zu sichern.

Verlagswesen

Klassische Verlage nutzen diese Verträge zur Finanzierung von Softwareprodukten und digitalen Inhalten, um Vertrieb und Marketing zu übernehmen.

E-Learning und Edtech

Lernplattformen und digitale Schulungsinhalte werden oft über solche Verträge zwischen Entwicklern und Verleagern finanziert und distribuiert.

Spieleentwicklung

Spielestudios finanzieren Indie-Games häufig über Verlags- oder Publisherverträge, die Finanzierung, QA und Vertrieb regeln.

Medien und Unterhaltung

Multimedia-Inhalte (Streaming, interaktive Anwendungen) werden über solche Verträge zwischen unabhängigen Produzenten und etablierten Medienunternehmen entwickelt.

Beratung und Dienstleistungen

Beratungsfirmen und Agencies nutzen solche Verträge, wenn sie maßgeschneiderte Software für Kunden entwickeln lassen und die Rechte selbst halten wollen.

Hinweise zur Rechtsprechung

In Deutschland wird dieser Vertrag nach deutschem BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) ausgelegt. Die Definitionen von Auftragswerk, Urheberrecht und Vergütung folgen deutschem Recht. Konsultieren Sie einen deutschen Anwalt, wenn internationale Parteien beteiligt sind oder das Produkt grenzüberschreitend vertrieben wird.

Österreich hat ähnliche Regeln wie Deutschland (ABGB — Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch). Die meisten Klauseln sind übertragbar, aber Gebührenregelungen und Steuern unterscheiden sich. Prüfen Sie mit einem österreichischen Berater, ob Anpassungen nötig sind.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenProjekte unter EUR 50.000, vertrauensvolle Partnerschaften, schnelle Verträge mit klaren Rollen.EUR 0 (Vorlage) + ca. EUR 200–500 (Selbstausfüllung mit interner Prüfung).2–4 Stunden (Ausfüllen und Anpassung); 1–2 Tage bis Unterzeichnung.
Vorlage + RechtsprüfungProjekte EUR 50.000–200.000, komplexe Liefergegenstände, mehrere Stakeholder, erste Zusammenarbeit mit neuem Partner.EUR 0 (Vorlage) + ca. EUR 800–1.500 (anwaltliche Rechtsprüfung und Anpassung).1–2 Wochen (Vorlage ausfüllen + Rechtsprüfung + Überarbeitungen).
MaßgeschneidertProjekte > EUR 200.000, ungewöhnliche Strukturen (z.B. Equity-Beteiligung, internationale Parteien), hohe Risiken, langfristige Partnerschaften.EUR 2.000–5.000+ (vollständige rechtliche Drafting und Verhandlung).2–4 Wochen (Besprechung, Drafting, Abstimmung, Verhandlung).

Glossar

Auftragswerk
Ein Werk, das auf Anfrage einer anderen Person erstellt wird und rechtlich dem Auftraggeber gehört.
Nettoumsatz
Alle durch den Vertrieb des Produkts erzielten Umsätze abzüglich Rücksendungen, Herstellungskosten und Steuern.
Liefergegenstände
Die konkreten Programmkomponenten, Materialien und Designs, die der Entwickler dem Herausgeber zukommen lassen muss.
Lieferplan
Ein verbindlicher Zeitplan, nach dem die Liefergegenstände bereitgestellt werden müssen.
Vorschuss
Zahlungen des Herausgebers an den Entwickler vor Fertigstellung, die gegen spätere Royalties verrechnet werden können.
Herstellungskosten
Kosten für Duplizierung, Verpackung, Handbücher und physische Komponenten des Produkts.
Qualitätssicherung (QS)
Systematische Tests zur Identifikation von Bugs und Fehlern in Alpha-, Beta- oder Final-Versionen.
Abgeleitete Werke
Bearbeitungen, Adaptionen oder Weiterentwicklungen des ursprünglichen Produkts.
Vertrauliche Information
Geschäftsgeheimnisse, Know-How und Daten, die eine Partei der anderen unter Geheimhaltungsvorbehalt übermittelt.
Vorkaufsrecht
Das Recht des Herausgebers, zuerst ein neues Produkt des Entwicklers erwerben zu können, bevor es anderen angeboten wird.
Gebündelte Kopien
Verkauf des Produkts zusammen mit anderen Produkten des Herausgebers oder Dritter als Paket.

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