Garantievertrag und Forderungsaufschub

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FreiGarantievertrag und Forderungsaufschub

Auf einen Blick

Was es ist
Ein Garantievertrag und Forderungsaufschub ist ein rechtlich verbindliches Dokument, in dem ein Garant sich verpflichtet, die Schulden oder Verbindlichkeiten eines Schuldners gegenüber dem Gläubiger zu begleichen. Diese Vorlage ist als kostenlosen Word-Download verfügbar und kann direkt in Ihrer Geschäftssoftware bearbeitet und als PDF exportiert werden.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen diesen Vertrag, wenn Sie als Gläubiger finanzielle Sicherheiten für eine Forderung gegenüber einem Unternehmen oder einer Person benötigen. Er kommt zum Einsatz, um Zahlungsausfallrisiken zu minimieren und die Haftung eines oder mehrerer Garanten gesamtschuldnerisch festzuhalten.
Was enthalten ist
Die Vorlage enthält die rechtlichen Grundlagen für eine fortdauernde Garantie, Regelungen zu Steuern und Abzügen, die Verzichtsklauseln bezüglich Diskussionen und Aufteilungen, sowie Bestimmungen zur Behandlung von Sicherheiten und Zahlungsmodalitäten. Sie deckt auch die Haftung für lokale und ausländische Steuern ab.

Was ist eine Vorlage „Garantievertrag und Forderungsaufschub"?

Ein Garantievertrag und Forderungsaufschub ist ein rechtlich verbindliches Dokument, in dem sich eine oder mehrere Personen oder Unternehmen verpflichten, Schulden eines anderen zu begleichen, falls dieser nicht zahlt. Der Garant übernimmt dabei volle Haftung — gesamtschuldnerisch bedeutet, dass jeder Garant für den vollständigen Betrag haftet, nicht nur anteilig. Der „Forderungsaufschub" ist eine Klausel, die dem Gläubiger erlaubt, den Schuldner zunächst zu mahnen, bevor er sich an den Garanten wendet, ohne dass dies die Garantie schwächt. Diese Vorlage ist als kostenloser Word-Download verfügbar, kann direkt in Ihrer Geschäftssoftware bearbeitet und als PDF exportiert werden.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Als Gläubiger (z. B. Lieferant, Kreditgeber oder Dienstleister) brauchen Sie einen Garantievertrag, um Ihr Zahlungsausfallrisiko zu minimieren. Wenn ein Schuldner zahlungsunfähig wird oder nicht zahlt, haben Sie einen Garant, gegen den Sie sofort Anspruch nehmen können. Ein schriftlicher Vertrag schützt Sie vor rechtlichen Anfechtungen und zeigt klar, wer wofür haftet. Als Garant sollten Sie diesen Vertrag mit anwaltlicher Hilfe genau prüfen, da er Ihre persönliche oder unternehmerische Haftung begründet und Ihr Vermögen gefährdet. Ein durchdachter Garantievertrag vermeidet Missverständnisse zwischen Gläubiger und Garant und schützt beide Seiten vor kostspieligen Rechtsstreitigkeiten.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Privatperson oder Geschäftsführer bürgt für Forderung eines Unternehmens.Gesamtschuldnerische Garantie (persönlich)
Ein Unternehmen garantiert Verbindlichkeiten eines anderen Unternehmens.Unternehmensgarantie
Garant verpflichtet sich, erst nach Mahnung und Fälligkeitssetzung zu zahlen.Garantie mit Aufschub
Garantie für mangelhafte Leistungen oder Mängelansprüche.Gewährleistungsgarantie
Grenzüberschreitende Forderungen mit Wechselkursrisiken sichern.Exportgarantie mit Währungsschutz
Garantieverpflichtung endet nach bestimmter Zeit oder Leistung.Befristete Garantie

Häufige Fehler vermeiden

❌ Vage oder unvollständige Parteiidentifizierung

Warum es wichtig ist: Der Vertrag kann für ungültig befunden werden, wenn nicht klar ist, wer Garant und wer Schuldner ist.

Fix: Verwenden Sie vollständige Firmennamen, Rechtsformen, Registernummern und Adressen aus dem Handelsregister.

❌ Garantieumfang nicht präzise definieren

Warum es wichtig ist: Es entstehen Streitigkeiten darüber, welche Schulden tatsächlich von der Garantie erfasst werden.

Fix: Nennen Sie konkrete Schuldenarten, Beträge oder Zeiträume; vermeiden Sie ungenaue Formulierungen wie ‚alle möglichen Verpflichtungen'.

❌ Gesamtschuld mit Anteilshaftung verwechseln

Warum es wichtig ist: Der Gläubiger kann dann jeden Garanten nur für seinen Anteil in Anspruch nehmen; Ausfälle sind nicht gedeckt.

Fix: Schreiben Sie explizit: ‚Der Garant haftet als Gesamtschuldner, d. h. für die ganze Summe', wenn das beabsichtigt ist.

❌ Steuerbestimmungen unklar oder zu allgemein

Warum es wichtig ist: Der Garant zahlt weniger als erwartet oder der Gläubiger erleidet finanzielle Verluste durch Steuerlücken.

Fix: Geben Sie exakte Steuersätze an, definieren Sie Quellensteuer-Ausgleichsregelungen und setzen Sie Fristen für Zertifikate.

❌ Keine Unterscheidung zwischen Aufschub und Stundung

Warum es wichtig ist: Aufschub (Verzicht auf Geltendmachung) und Stundung (Zahlungsfrist) haben unterschiedliche rechtliche Folgen; Verwechslung führt zu Haftungsstreitigkeiten.

Fix: Definieren Sie klar, ob der Garant sofort zahlt oder erst nach Mahnung (Aufschub).

❌ Sicherheiten nicht registrieren oder eintragen lassen

Warum es wichtig ist: Sicherheiten sind unwirksam; Gläubiger hat keinen Schutz bei Insolvenz des Schuldners.

Fix: Lassen Sie Hypotheken, Pfandrechte oder andere Sicherheiten umgehend im Grundbuch oder Register eintragen.

Die 10 wichtigsten Klauseln, erklärt

Identifikation der Parteien

In einfacher Sprache: Benennt den Garanten, den Kunden (Schuldner) und den Gläubiger mit vollständigen rechtlichen Details.

Beispielformulierung
[NAME DER ERSTEN PARTEI], gegründet unter den Gesetzen von [BUNDESLAND/STAAT], mit Hauptniederlassung in [ADRESSE], garantiert gegenüber [NAME DER ZWEITEN PARTEI] die Verbindlichkeiten von [SCHULDNER].

Häufiger Fehler: Unvollständige oder falsche Firmennamen oder Adressen führen zu Ungültigkeitseinwänden.

Fortdauernde Garantie

In einfacher Sprache: Definiert, dass die Garantie für alle bestehenden und zukünftigen Verpflichtungen des Schuldners gilt, nicht nur für einzelne Schulden.

Beispielformulierung
Dies ist eine fortdauernde Garantie des Kunden an [GLÄUBIGER], die alle angefallenen oder künftigen Verpflichtungen sicherstellt und als fortdauernde Sicherheit bindend ist.

Häufiger Fehler: Nicht klar zu machen, dass die Garantie alle zukünftigen Schulden erfasst, führt zu Streitigkeiten über Haftungsumfang.

Gesamtschuld und direkte Zahlungspflicht

In einfacher Sprache: Bestimmt, dass der Garant sofort nach Aufforderung zahlen muss, ohne vorherige Geltendmachung gegen den Schuldner.

Beispielformulierung
Die Unterzeichnenden garantieren hiermit gesamtschuldnerisch die Durchführung und Bezahlung direkt nach Aufforderung aller Verpflichtungen des [SCHULDNER] gegenüber [GLÄUBIGER].

Häufiger Fehler: Vergessen, die Gesamtschuld zu betonen, kann dazu führen, dass der Gläubiger dem Garant nur anteilige Haftung zuschreibt.

Verzicht auf Einwendungen und Diskussionsrecht

In einfacher Sprache: Der Garant verzichtet darauf, Einwendungen des Schuldners gegen den Gläubiger geltend zu machen oder zu verlangen, dass der Gläubiger erst den Schuldner in Anspruch nimmt.

Beispielformulierung
Hiermit wird auf alle Begünstigungen von Diskussionen und Aufteilungen verzichtet, und [GLÄUBIGER] ist nicht verpflichtet, ihre Regressansprüche gegen den Schuldner auszuschöpfen, bevor [GARANT] haftet.

Häufiger Fehler: Ein wirksamer Verzicht muss eindeutig und schriftlich erfolgen; mündliche Verzichte sind nicht bindend.

Unbeschränkte Sicherheitshaftung

In einfacher Sprache: Der Garant bleibt haftbar, auch wenn der Gläubiger andere Sicherheiten hält oder nicht vollständig geltend macht.

Beispielformulierung
Diese Garantie gilt zusätzlich zu und ohne Vorurteil gegen andere Sicherheiten, die [GLÄUBIGER] hält, und [GLÄUBIGER] ist nicht verpflichtet, solche Sicherheiten geltend zu machen.

Häufiger Fehler: Den Garant nicht darauf hinzuweisen, dass andere Sicherheiten seine Haftung nicht mindern, kann zu rechtlichen Anfechtungen führen.

Stundung und Verzicht auf Sicherheiten

In einfacher Sprache: Der Gläubiger kann Zahlungsfristen gewähren oder auf die Geltendmachung von Sicherheiten verzichten, ohne die Garantiehaftung des Garanten zu schmälern.

Beispielformulierung
[GLÄUBIGER] kann, ohne die Verpflichtung des Garanten zu mindern, Zeitverlängerungen gewähren, auf Sicherheiten verzichten oder diese veräußern.

Häufiger Fehler: Nicht klarzustellen, dass Stundungen die Garantie nicht aufheben, kann zu Missverständnissen beim Zahlungszeitpunkt führen.

Befreiung von Haftung für Verfahrensfehler

In einfacher Sprache: Der Gläubiger ist nicht verantwortlich für fehlerhafte Registrierung, Einreichung oder Veräußerung von Sicherheiten.

Beispielformulierung
[GLÄUBIGER] ist in keinem Fall verantwortlich für oder wird der Garant entbunden von Handlungen oder Unterlassungen bei Registrierung oder Veräußerung von Sicherheiten.

Häufiger Fehler: Diese Klausel muss präzise formuliert sein, da sie den Garant stark benachteiligt; Anwalt sollte prüfen.

Steuerausgleich und Quellensteuer

In einfacher Sprache: Der Garant muss zusätzliche Beträge zahlen, um Steuern, Quellensteuer-Abzüge und Gebühren auszugleichen, sodass der Gläubiger den vollen Nettobetrag erhält.

Beispielformulierung
Falls gesetzliche Steuer-Abzüge oder Quellensteuer-Einbehaltungen anfallen, muss der Garant diese zusätzlichen Beträge zahlen, damit [GLÄUBIGER] den Nettobetrag erhält, als wären keine Steuern angefallen.

Häufiger Fehler: Die genauen Steuersätze und Abrechnungsmethoden nicht zu spezifizieren kann zu Streitigkeiten über die fälligen Zusatzbeträge führen.

Dokumentation und Zertifikate

In einfacher Sprache: Der Garant muss alle notwendigen Steuerzertifikate und Belege innerhalb einer definierten Frist einreichen, damit der Gläubiger Steuergutschriften geltend machen kann.

Beispielformulierung
Der Garant übermittelt [GLÄUBIGER] innerhalb von [ANZAHL] Tagen alle Zertifikate, Rechnungen und Dokumente, welche notwendig sind, um Steuergutschriften zu erhalten.

Häufiger Fehler: Keine Fristen oder Dokumentationspflichten festzulegen führt dazu, dass der Gläubiger Gutschriften verliert.

Haftung für Dividenden und Erträge

In einfacher Sprache: Der Garant hat kein Anrecht auf Dividenden oder Erträge aus Sicherheiten; diese rechnen nicht auf seine Haftung an.

Beispielformulierung
Alle Dividenden, Kompositionen und Zahlungen, die [GLÄUBIGER] erhält, werden als Bruttozahlungen betrachtet; der Garant hat keinen Anspruch auf Erträge davon zur Reduktion seiner Garantieverpflichtung.

Häufiger Fehler: Nicht klarzumachen, dass Sicherheitserträge nicht angerechnet werden, kann zu falschen Erwartungen des Garanten führen.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Parteien identifizieren

    Tragen Sie die vollständigen Namen, Rechtsformen und Adressen des Gläubigers, des Garanten und des Schuldners ein. Überprüfen Sie die Registernummern und Gründungsdaten, um fehlerhafte Identifizierungen zu vermeiden.

    💡 Im Zweifel beim Handelsregister oder Finanzamt prüfen.

  2. 2

    Garantieumfang definieren

    Legen Sie fest, welche Verpflichtungen des Schuldners die Garantie deckt (z. B. alle Schulden, nur Kreditverpflichtungen, Lieferforderungen). Geben Sie ggf. eine Obergrenzbetrag an, bis zu dem gehaftet wird.

    💡 Formulieren Sie präzise; unpräzise Umfänge führen zu Anfechtungen.

  3. 3

    Gültigkeitsdatum und Laufzeit

    Geben Sie das Datum der Unterzeichnung an und bestimmen Sie, ob die Garantie befristet ist oder indefinit läuft. Falls befristet, legen Sie das Enddatum fest.

    💡 Beachten Sie Verjährungsfristen in der verwendeten Rechtsordnung (in Deutschland meist 3 Jahre).

  4. 4

    Gesamtschuld und Forderungsaufschub klären

    Entscheiden Sie, ob mehrere Garanten gesamtschuldnerisch haften (jeder für die volle Summe) oder nur anteilig. Bestimmen Sie auch, ob der Garant sofort oder erst nach Aufforderung zahlen muss.

    💡 Gesamtschuld bietet dem Gläubiger mehr Sicherheit; Gesamtschuldner sollten dies mit Anwalt prüfen.

  5. 5

    Steuern und Quellensteuer-Regelungen

    Geben Sie an, welche Steuersätze gelten und wie Quellensteuer-Abzüge ausgeglichen werden. Bestimmen Sie die Frist für die Einreichung von Steuerzertifikaten (z. B. innerhalb von 30 Tagen nach Zahlung).

    💡 Bei internationalen Garantien Doppelbesteuerungsabkommen prüfen.

  6. 6

    Sicherheiten und Verzichtsklauseln

    Klären Sie, welche Sicherheiten hinterlegt werden (Hypothek, Pfandbrief, Bürgschaft etc.) und in welchen Fällen der Gläubiger auf Geltendmachung verzichten kann, ohne die Garantie aufzuheben.

    💡 Verzichtsklauseln sollten nur mit Anwalt formuliert werden, da sie den Garanten stark belasten.

  7. 7

    Zahlungsmodalitäten

    Geben Sie an, auf welches Konto und in welcher Währung die Zahlungen erfolgen. Falls Überweisung aus dem Ausland erfolgt, klären Sie, wer Bankgebühren trägt.

    💡 Nennen Sie IBAN oder Kontonummer explizit, um Irrtümer auszuschließen.

  8. 8

    Unterschriften und Zeugen

    Der Garantiebertrag muss von allen Garanten und dem Gläubiger unterzeichnet werden. Im rechtsgeschäftlichen Kontext können Zeugen hinzugezogen werden, sind aber nicht immer erforderlich.

    💡 Beglaubigung durch Notar ist nicht zwingend, erhöht aber die Beweiskraft.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Garantie und Bürgschaft?

Eine Garantie ist eine eigenständige Verpflichtung des Garanten, unabhängig davon, ob der Schuldner zahlt. Eine Bürgschaft ist in Deutschland eine akzessorische Sicherheit, d. h. sie besteht nur, solange die Hauptschuld besteht. Ein Garantievertrag bietet dem Gläubiger mehr Sicherheit, weil der Garant sofort zahlen muss, ohne dass der Gläubiger erst den Schuldner mahnen muss. Eine Bürgschaft hingegen kann der Bürge anfechten, wenn formale Anforderungen nicht erfüllt sind.

Muss ich einen Anwalt einschalten, um einen Garantievertrag zu unterzeichnen?

Ja, es ist dringend empfohlen. Ein Garantievertrag ist eine ernsthafte rechtliche Verpflichtung, die persönliches oder Unternehmens-Vermögen gefährdet. Ein Anwalt kann prüfen, ob die Bedingungen fair sind, welche Risiken entstehen und wie man sich selbst schützen kann. Besonders wichtig ist die Prüfung von Steuerklauseln, Verzichten auf Einwendungen und unbegrenzter Haftung. Die Kosten für anwaltliche Beratung sind gering im Vergleich zu möglichen finanziellen Verlusten.

Kann ein Garantievertrag widerrufen werden?

Nein, ein unterzeichneter Garantievertrag ist in der Regel verbindlich und kann nicht einseitig widerrufen werden. Es sei denn, es liegen Anfechtungsgründe vor wie arglistige Täuschung, Irrtum oder Rechtswidrigkeit. Ein Garant kann sich aus einer Garantie nur befreien, wenn der Gläubiger ausdrücklich zustimmt (Entlassung). Dies ist ein weiterer Grund, den Vertrag vor Unterzeichnung sorgfältig mit einem Anwalt zu prüfen.

Wie lange bin ich als Garant verpflichtet?

Die Dauer hängt vom Vertrag ab. Eine unbefristete Garantie läuft so lange, bis die Hauptschuld vollständig bezahlt ist oder der Gläubiger den Garanten schriftlich entlässt. Eine befristete Garantie endet zum angegebenen Datum. Selbst nach Ablauf der Laufzeit können noch Ansprüche entstehen, falls die Schuld bis dahin nicht vollständig beglichen war. Verjährungsfristen (in Deutschland 3 Jahre) spielen auch eine Rolle.

Was sind ‚lokale Steuern' und ‚Quellensteuer-Abzüge'?

Lokale Steuern sind Abzüge, die das lokale Rechtssystem (z. B. Deutschland, Österreich) bei Zahlungen verlangt, wie Einkommensteuer, Gewerbesteuer oder Umsatzsteuer. Quellensteuer ist eine Einbehaltung durch den Empfänger (z. B. Banken behalten 26,375 % Kapitalertragsteuer ein). Ein Garantievertrag sollte klären, wer diese Steuern trägt. Üblicherweise trägt sie der Garant zusätzlich, damit der Gläubiger den Nettobetrag erhält.

Was passiert, wenn der Schuldner insolvent wird?

Im Fall von Insolvenz des Schuldners hat der Gläubiger das Recht, den Garant zur Zahlung aufzufordern. Die Insolvenz des Schuldners hebt die Garantie nicht auf. Der Garant muss zahlen, auch wenn der Schuldner zahlungsunfähig ist — das ist genau der Zweck der Garantie. Allerdings sollte der Gläubiger die Insolvenz anmelden und Forderungen im Insolvenzverfahren anmelden; danach kann er sich an den Garanten wenden.

Kann ich als Garant später Ansprüche gegen den Schuldner geltend machen?

Ja, das nennt sich ‚Regress'. Falls Sie als Garant eine Zahlung geleistet haben, können Sie diese von dem Schuldner zurückfordern — aber nur wenn der Gläubiger seine Regressrechte nicht ausdrücklich verwirkt hat. Viele Garantieverträge enthalten Klauseln, die dem Gläubiger erlauben, auf Regress zu verzichten; dann verlieren Sie dieses Recht. Klären Sie dies vor Unterzeichnung mit Ihrem Anwalt.

Was bedeutet ‚Gesamtschuld'?

Gesamtschuld bedeutet, dass mehrere Garanten gemeinsam und für den ganzen Betrag haften — nicht nur anteilig. Wenn beispielsweise zwei Geschäftsführer eine Schuld von 100.000 Euro garantieren, kann der Gläubiger jeden von ihnen für alle 100.000 Euro in Anspruch nehmen, nicht nur für 50.000 Euro. Das ist für den Gläubiger sicherer, aber für die Garanten risikoreicher. Verhandeln Sie ggf. eine Haftungsbegrenzung mit dem Gläubiger.

Wer zahlt die Kosten für die Dokumentation und Zertifikate?

Die Vorlage schreibt vor, dass der Garant alle Steuerzertifikate und notwendigen Dokumente einreicht. Die Kosten für die Beschaffung dieser Zertifikate (z. B. Gebühren für Finanzamt, Notare oder Steuerberater) trägt in der Regel der Garant, es sei denn, der Vertrag regelt dies anders. Klären Sie diesen Punkt vor Unterzeichnung, insbesondere wenn Zertifikate aus dem In- oder Ausland beschafft werden müssen.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Bürgschaft

Eine Bürgschaft ist nach deutschem BGB eine akzessorische Sicherheit, d. h. sie besteht nur so lange wie die Hauptschuld. Ein Garant unter einem Garantievertrag ist unabhängig von der Hauptschuld haftbar. Der Gläubiger kann einen Garanten sofort zur Zahlung auffordern; bei einer Bürgschaft muss er erst den Schuldner mahnen und bei Verzug verfolgen. Eine Garantie ist für den Gläubiger sicherer und wird in internationalen Geschäften bevorzugt; eine Bürgschaft ist in Deutschland vertrauter und bietet dem Bürgen mehr Einwände.

vs Sicherungsvertrag (Hypothek/Pfandrecht)

Ein Sicherungsvertrag (z. B. Hypothek auf Immobilien) besichert die Forderung durch Vermögenswerte. Ein Garantievertrag besichert sie durch die persönliche oder Unternehmenshaftung des Garanten. Im Unterschied zu Hypotheken muss der Gläubiger bei Garantien keine Zwangsvollstreckung durchführen; der Garant zahlt oder wird verklagt. Garantien sind schneller durchsetzbar, aber nicht pfandrecht-sicher wie Hypotheken.

vs Akkreditiv

Ein Akkreditiv ist ein Bankdokument, das eine Zahlungszusage eines Kreditinstituts darstellt. Es ist für internationale Warengeschäfte üblich. Ein Garantievertrag ist eine persönliche oder Unternehmenshaftung ohne Bankbeteiligung. Akkreditive bieten mehr Liquidität und Handelsicherheit, sind aber teurer (Gebühren). Garantieverträge sind billiger und einfacher anzuwenden für Inlandsgeschäfte und wiederholte Geschäftsbeziehungen.

vs Kontokorrentkredit mit Bürgschaft

Kontokorrentkredite sind Darlehen mit wechselnder Höhe (Kreditlinie). Zur Sicherung wird eine Bürgschaft verlangt. Ein reiner Garantievertrag ist unabhängig von einem Kreditvertrag und kann verschiedene Verpflichtungen absichern (nicht nur Darlehen). Kontokorrentkredite sind flexibler für laufende Geschäftstätigkeit; Garantieverträge eignen sich besser für einmalige oder sporadische Großzahlungen.

Branchenspezifische Hinweise

Handel und Einzelhandel

Garantieverträge sichern Warenlieferkredite ab und schützen Großhändler vor Ausfallrisiken durch Einzelhandelsketten.

Bauwesen und Immobilien

Bauunternehmen und Projektentwickler nutzten Garantien zur Sicherung von Darlehen und Subunternehmer-Leistungen.

Produzierende Industrie

Maschinenbau und Hersteller nutzen Garantien zur Absicherung von Lieferverträgen und Zahlungsverpflichtungen.

Finanzdienstleistungen

Banken und Kreditgeber verlangen Garantien von Geschäftsführern oder Mitgesellschaftern als persönliche Sicherheit.

Transport und Logistik

Logistik-Unternehmen und Spediteure garantieren Transportkosten und Lagergebühren von Kunden.

Dienstleistungen

Consulting, IT und professionelle Dienstleister nutzen Garantien zur Absicherung von Projektverträgen und Anzahlungen.

Hinweise zur Rechtsprechung

In Deutschland ist ein Garantievertrag eine eigenständige Schuld des Garanten nach deutschem BGB § 241. Sie unterliegt deutschen Formvorschriften (Text- oder Elektronische Form), Verjährungsregeln (3 Jahre) und sind unabhängig vom Status der Hauptschuld. Der Garant kann sich auf Einwendungen des Schuldners nicht berufen, es sei denn, der Vertrag wird entsprechend formuliert.

In Österreich gelten ähnliche Prinzipien wie in Deutschland; Garantieverträge sind nach österreichisches ABGB reguliert. Besonderheit: In Österreich ist eine notarielle Beglaubigung oft üblich, um Beweissicherheit zu erhöhen. Verjährung ist ebenfalls 3 Jahre. Die Formulierung sollte sich auf österreichische Rechtsprechung beziehen.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenEinfache Inlands-Garantien zwischen etablierten Geschäftspartnern mit klarer Schuldenstruktur.€ 0–50 (Vorlage)1–2 Stunden zum Ausfüllen
Vorlage + RechtsprüfungMittlere Garantien mit internationalen Elementen oder mehreren Garanten; Anwalt prüft die fertigen Klauseln.€ 200–600 (Vorlage + Anwalts-Stundensätze)1–2 Tage für Ausfüllung und Prüfung
MaßgeschneidertGroße Garantien (ab €500.000), komplexe Strukturen (mehrere Unternehmen, Steuer-Crossing), laufende Geschäftsbeziehungen oder mit erweiterter Haftung.€ 1.500–5.000+ (Vollständiges Rechtsgutachten und Verhandlung)3–10 Tage für Entwurf, Verhandlung und Unterzeichnung

Glossar

Garant
Person oder Unternehmen, die sich verpflichtet, Schulden eines anderen zu bezahlen, falls dieser nicht zahlt.
Gesamtschuld
Mehrere Garanten haften gemeinsam und für den ganzen Betrag (nicht nur anteilig).
Forderung
Das Recht des Gläubigers, vom Schuldner Zahlung zu fordern.
Sicherheit
Vermögenswert oder Garantie, die als Deckung für eine Forderung hinterlegt wird.
Gläubiger
Person oder Unternehmen, dem eine Zahlung zusteht (Forderungsinhaber).
Schuldner
Person oder Unternehmen, die verpflichtet ist, Schulden zu begleichen.
Steuern (lokale)
Abzüge, Einbehaltungen, Gebühren nach lokaler Rechtsordnung, die bei Zahlungen anfallen.
Aufschub
Verzicht auf sofortige Geltendmachung von Rechten; Garant zahlt erst nach ausdrücklicher Aufforderung.
Stundung
Zeitweiliger Verzicht auf Zahlungsanspruch; Schuld bleibt bestehen.
Regress
Recht des Garanten, gegen den Schuldner Zahlungen zurückzufordern, die er geleistet hat.
Haftungsfreigabe
Verzicht auf Durchsetzung von Rechten gegen Garant oder Sicherheiten.
Dividende
Ausschüttung oder Gewinnbeteiligung, die vom Gläubiger erhalten wird; rechnet nicht auf Garantie an.

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