Vertriebsvereinbarung

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FreiVertriebsvereinbarung

Auf einen Blick

Was es ist
Eine Vertriebsvereinbarung ist ein rechtlich verbindlicher Vertrag zwischen einem Hersteller oder Lieferanten und einem Vertriebspartner, der die Bedingungen für den Verkauf und die Vermarktung von Produkten regelt. Diese Vorlage bietet einen umfassenden Word-Download mit allen relevanten Klauseln, ist online bearbeitbar und kann als PDF exportiert werden.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen diese Vereinbarung, wenn Sie ein Unternehmen haben, das Produkte durch externe Vertriebspartner, Händler oder Distributoren vertreiben möchte. Sie ist auch notwendig, wenn Sie als Vertriebspartner tätig sind und eine klare Vereinbarung mit dem Hersteller benötigen. Das Dokument schützt beide Seiten und definiert Rechte, Pflichten und Provisionszahlungen.
Was enthalten ist
Die Vorlage enthält Definitionen aller relevanten Begriffe (Produkte, Zubehör, Ersatzteile, Gebiet), die Ernennung des Vertriebspartners, Regelungen zu Verweisungen von Anfragen, die Beziehung zwischen den Parteien als unabhängige Auftragnehmer, Versicherungs- und Haftungsbestimmungen, sowie Verkaufsverpflichtungen und Mindestabnahmemengen. Alle Abschnitte können individuell angepasst werden.

Was ist eine Vertriebsvereinbarung?

Eine Vertriebsvereinbarung ist ein rechtlich verbindlicher Vertrag zwischen einem Hersteller oder Lieferanten und einem Vertriebspartner, der die Bedingungen für den Verkauf und die Vermarktung von Produkten regelt. Die Vorlage definiert, welche Produkte verteilt werden, in welchem geografischen Gebiet der Partner tätig sein darf, welche Mindestabnahmemengen gelten und welche Rechte und Pflichten beide Seiten haben. Sie ist als kostenloser Word-Download verfügbar, online bearbeitbar und kann als PDF exportiert werden — eine fertige Grundlage für ein strukturiertes Vertriebsverhältnis.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Ohne eine klare Vertriebsvereinbarung entstehen schnell Missverständnisse: Ist der Vertriebspartner exklusiv beauftragt? Was sind die Mindestverkaufsmengen? Haftet der Hersteller für Produktfehler oder der Vertriebspartner? Diese Unklarheiten führen zu kostspieligen Konflikten, Rechtsstreitigkeiten und Geschäftsverlust. Eine schriftliche Vereinbarung schützt beide Seiten, klärt Erwartungen und regelt Haftung, Versicherungen und Kündigungsrechte. Sie geben Ihrem Geschäft eine professionelle Grundlage und reduzieren rechtliche Risiken erheblich.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Wenn mehrere Vertriebspartner parallel das gleiche Gebiet bedienen dürfenNicht-exklusive Vertriebsvereinbarung
Wenn nur ein Partner im definierten Gebiet verkaufen darfExklusive Vertriebsvereinbarung
Wenn der Partner als Agent tätig wird, aber Produkte nicht selbst kauftAgenturvertrag
Für Großhändler, die Produkte in Mengen aufkaufen und weiterverkaufenDistributor-Vereinbarung
Für Außendienstmitarbeiter, die für Provisionen verkaufenHandelsvertreter-Vereinbarung
Wenn bestimmte Verkaufsmengen pro Jahr vereinbart werden sollenVertriebsvertrag mit Mindestabnahme
Wenn der Vertriebspartner in einem anderen Land tätig istInternationale Vertriebsvereinbarung

Häufige Fehler vermeiden

❌ Keine klare Abgrenzung zwischen exklusiv und nicht-exklusiv

Warum es wichtig ist: Der Vertriebspartner könnte später behaupten, exklusiv beauftrag worden zu sein, und den Hersteller verklagen, wenn dieser andere Partner einstellt.

Fix: Verwenden Sie klare Formulierungen wie 'Der Vertriebspartner erhält NICHT das exklusive Recht' oder definieren Sie Exklusivität für bestimmte Produkte oder Kundengruppen.

❌ Zu vage Verkaufsziele ohne konkrete Mindestmengen

Warum es wichtig ist: Der Hersteller kann den Vertriebspartner nicht zur Rechenschaft ziehen, wenn dieser nur minimal verkauft, und kann die Vereinbarung nicht beenden.

Fix: Legen Sie verbindliche Mindestkaufmengen pro Quartal oder Jahr fest und definieren Sie Konsequenzen bei Nichterfüllung.

❌ Keine Versicherungsanforderungen dokumentiert

Warum es wichtig ist: Bei Unfällen oder Schäden kann der Hersteller haftbar gemacht werden, wenn der Vertriebspartner keine Haftpflichtversicherung hat.

Fix: Verlangsam Sie einen Versicherungsnachweis zu Vertragsbeginn und bei jeder Verlängerung.

❌ Zu kurze Kündigungsfrist oder keine Kündigungsmöglichkeit

Warum es wichtig ist: Der Hersteller ist über lange Zeit an einen schlechten Partner gebunden und kann nicht flexibel reagieren.

Fix: Definieren Sie eine Kündigungsfrist von 30–90 Tagen und Kündigungsgründe, z. B. Erreichen von Mindestkaufzielen, Nichtzahlung oder Rufschädigung.

❌ Markenzeichen und Logo-Nutzung nicht geregelt

Warum es wichtig ist: Der Vertriebspartner könnte die Marke missbrauchen oder weitergeben, was dem Ruf des Herstellers schadet.

Fix: Erstellen Sie einen separaten Anhang mit Richtlinien, wie Logos verwendet werden dürfen, und behalten Sie sich das Recht vor, die Nutzung zu widerrufen.

❌ Keine Regelung für Kundenanfragen aus anderen Gebieten

Warum es wichtig ist: Der Vertriebspartner könnte potenziellen Kunden von außerhalb abgewiesen, was zu verlorenen Verkäufen führt.

Fix: Regeln Sie klar, dass der Hersteller solche Anfragen an den zuständigen Vertriebspartner verweist oder selbst bedient.

Die 9 wichtigsten Klauseln, erklärt

Definitionen

In einfacher Sprache: Erklärt alle wichtigen Begriffe in der Vereinbarung, z. B. Waren, Zubehör, Gebiet, Markenzeichen.

Beispielformulierung
'Waren' sind jene Gegenstände, die in Anhang B beschrieben sind. Waren können aus dem Anhang B entfernt oder diesem hinzugefügt werden und deren Spezifikationen und Design können vom Unternehmen nach eigenem Ermessen jederzeit durch Zusendung einer schriftlichen Benachrichtigung an den Vertriebspartner geändert werden.

Häufiger Fehler: Definitionen zu vage formulieren, sodass später Unklarheiten entstehen, welche Produkte tatsächlich zum Vertrieb gehören.

Ernennung des Vertriebspartners

In einfacher Sprache: Bestimmt, dass der Vertriebspartner nicht-exklusiv beauftragt wird und welche Beschränkungen gelten.

Beispielformulierung
Das Unternehmen ernennt hiermit den Vertriebspartner als nicht-exklusiven Vertriebspartner für die Produkte des Unternehmens im Gebiet [ANGEBEN]. Der Vertriebspartner darf außerhalb des Gebiets nicht für den Verkauf von Produkten werben oder den Verkauf von Produkten fördern.

Häufiger Fehler: Nicht klar genug zu definieren, ob der Vertriebspartner exklusiv oder nicht-exklusiv tätig sein darf, was zu späteren Konflikten führt.

Verweisung von Anfragen

In einfacher Sprache: Regelt, wie der Hersteller interessierte Käufer an den Vertriebspartner weiterleitet.

Beispielformulierung
Wenn das Unternehmen oder irgendein Partner von irgendeiner Partei Anfragen über den Kauf von Produkten im Gebiet erhält, hat das Unternehmen eine solche Partei an den Vertriebspartner zur Handhabung zu verweisen.

Häufiger Fehler: Keine klare Regelung treffen, wie mit Kundenanfragen umzugehen ist, was zu verlorenen Verkäufen führt.

Unabhängiger Auftragnehmer

In einfacher Sprache: Stellt klar, dass der Vertriebspartner kein Arbeitnehmer ist und eigenverantwortlich tätig wird.

Beispielformulierung
Der Vertriebspartner ist ein unabhängiger Auftragnehmer und in keinem Sinne der gesetzliche Vertreter oder Agent des Unternehmens und er hat kein Recht oder Befugnis, schriftlich oder anderweitig, irgendwelche Garantien über Mitarbeiter des Unternehmens zu verfassen.

Häufiger Fehler: Die Unabhängigkeit nicht hinreichend zu dokumentieren, was zu Streitigkeiten über Sozialversicherungsbeiträge führt.

Versicherungspflicht

In einfacher Sprache: Verpflichtet den Vertriebspartner, eine Berufsunfallversicherung zu unterhalten.

Beispielformulierung
Der Vertriebspartner hat auf eigene Kosten während der Laufzeit dieser Vereinbarung eine umfassende Versicherung gemäß den Gesetzen zur Berufsunfallversicherung zu unterhalten und dem Unternehmen auf Wunsch den ausreichenden Nachweis zu erbringen.

Häufiger Fehler: Nicht zu verlangen, dass der Vertriebspartner eine aktuelle Versicherung nachweist, was bei Unfällen zu Haftungsproblemen führt.

Lohnabgaben und Beiträge

In einfacher Sprache: Der Vertriebspartner trägt selbst alle Sozialversicherungs- und Steuerbeiträge.

Beispielformulierung
Der Vertriebspartner akzeptiert die ausschließliche Haftung für alle Beiträge und Lohnabgaben gemäß [GESETZE] oder andere Zahlungen im Rahmen von Gesetzen mit ähnlichem Charakter in der jeweiligen Gerichtsbarkeit für alle Personen, die bei ihm beschäftigt sind.

Häufiger Fehler: Diese Haftung unklar zu regeln, sodass der Hersteller später für fehlende Abgaben haftbar gemacht wird.

Verkaufsverpflichtung

In einfacher Sprache: Der Vertriebspartner verpflichtet sich, aktiv Produkte zu bewerben und zu verkaufen.

Beispielformulierung
Der Vertriebspartner verpflichtet sich, nach besten Kräften den größtmöglichen Markt für die Produkte im Gebiet zu schaffen, und hat ständig den Verkauf von Produkten im Gebiet anzubieten, zu bewerben und nachzuweisen und anderweitig zu fördern.

Häufiger Fehler: Zu vage zu formulieren, z. B. 'nach bestem Können', ohne konkrete Mindestziele zu definieren.

Jährliches Marktpotenzial

In einfacher Sprache: Legt eine Mindestmenge an Produkten fest, die der Vertriebspartner pro Jahr kaufen und vertreiben muss.

Beispielformulierung
Während des ersten Jahres der Vereinbarung werden ein Minimum von [ANGEBEN] Produkten ('jährliches Marktpotenzial') gekauft und im Gebiet vertrieben.

Häufiger Fehler: Keine Mindestmengen zu definieren, was dazu führt, dass der Vertriebspartner wenig verkauft und der Hersteller keine Kontrollmöglichkeit hat.

Änderung von Spezifikationen

In einfacher Sprache: Der Hersteller darf Spezifikationen, Design und Zubehör ändern, muss aber eine Mitteilung senden.

Beispielformulierung
Deren Spezifikationen und Design können vom Unternehmen nach eigenem Ermessen jederzeit durch Zusendung einer schriftlichen Benachrichtigung an den Vertriebspartner geändert werden. Jede Änderung wird [NUMMER] Tage nach dem Zeitpunkt der Zusendung wirksam.

Häufiger Fehler: Nicht festzulegen, wie lange die Vorankündigungsfrist sein soll, was zu unerwarteten Problemen führt.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Gültigkeitsdatum und Unternehmensangaben eintragen

    Tragen Sie das Datum ein, ab dem die Vereinbarung gültig ist. Füllen Sie den Namen, die Anschrift und das Gründungsland Ihres Unternehmens aus. Dies sind die grundlegenden Identifikationsdaten für die Hersteller- oder Lieferantenseite.

    💡 Verwenden Sie ein zukünftiges Datum, wenn die Vereinbarung erst nach Unterzeichnung aktiv werden soll.

  2. 2

    Vertriebspartner-Informationen festhalten

    Geben Sie den Namen, die Adresse und das Gründungsland des Vertriebspartners an. Klären Sie, ob es sich um eine natürliche Person oder ein Unternehmen handelt.

    💡 Bei Unternehmen sollten Sie auch die Handelsregisternummer oder Unternehmenskennung eintragen.

  3. 3

    Anhänge ausfüllen (Waren, Zubehör, Ersatzteile, Spezifikationen)

    Erstellen Sie detaillierte Listen in den Anhängen A–E mit allen Produkten, Zubehörteilen, Ersatzteilen und deren Spezifikationen. Diese bilden die Grundlage für das, was der Vertriebspartner verkaufen darf.

    💡 Verwenden Sie Produktcodes oder SKU-Nummern, um Missverständnisse zu vermeiden.

  4. 4

    Das Gebiet definieren

    Legen Sie fest, in welchem geografischen Gebiet der Vertriebspartner tätig sein darf. Dies kann eine Region, ein Bundesland, mehrere Länder oder eine Stadt sein. Entscheiden Sie auch, ob es sich um eine exklusive oder nicht-exklusive Vereinbarung handelt.

    💡 Bei nationalen Verträgen: 'Bundesrepublik Deutschland'; bei regionalen: 'Nordrhein-Westfalen'; bei internationalen: Länderlisten verwenden.

  5. 5

    Mindestabnahmemengen und finanzielle Bedingungen festlegen

    Tragen Sie unter 'jährliches Marktpotenzial' die Mindestanzahl der Produkte ein, die der Vertriebspartner pro Jahr kaufen muss. Falls vorhanden, ergänzen Sie auch Provisionszahlungen und Zahlungsbedingungen.

    💡 Setzen Sie realistische Ziele basierend auf der Marktgröße und Erfahrung des Partners.

  6. 6

    Fristen und Benachrichtigungszeiten anpassen

    Tragen Sie die Anzahl der Tage ein, die zwischen Änderungsmitteilungen und deren Wirksamkeit vergehen sollen. Dies gibt dem Vertriebspartner Zeit, sich auf neue Spezifikationen vorzubereiten.

    💡 30–60 Tage sind branchenüblich; wählen Sie eine angemessene Frist.

  7. 7

    Markenzeichen-Anhang ergänzen

    Listen Sie alle Logos, Markenzeichen und Handelsnamen des Unternehmens auf, die der Vertriebspartner verwenden darf. Klaren Sie, dass der Partner diese nur zur Vermarktung, nicht zur Eigennutzung, einsetzen darf.

    💡 Registrierte Marken sollten mit dem ® oder ™ gekennzeichnet werden.

  8. 8

    Vereinbarung überprüfen und unterzeichnen lassen

    Lesen Sie die vollständige Vereinbarung durch. Lassen Sie diese von einem Rechtanwalt überprüfen, insbesondere bezüglich lokaler Arbeitsgesetze und Handelsbestimmungen. Unterzeichnen Sie und erhalten Sie eine signierte Kopie vom Vertriebspartner.

    💡 Eine notarielle Beglaubigung ist in Deutschland nicht erforderlich, erhöht aber die Rechtsicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen exklusiv und nicht-exklusiv?

Bei einer exklusiven Vertriebsvereinbarung darf nur der benannte Vertriebspartner Produkte im Gebiet verkaufen — der Hersteller darf nicht selbst tätig werden und keine weiteren Partner ernennen. Bei nicht-exklusiv kann der Hersteller andere Vertriebspartner parallel einsetzen und selbst verkaufen. Exklusive Vereinbarungen sind typischerweise mit höheren Anforderungen an Mindestmengen und längeren Kündigungsfristen verbunden, da der Partner mehr Aufwand einbringt.

Muss ich als Vertriebspartner eine Sozialversicherung haben?

Ja. Diese Vorlage behandelt Sie als unabhängigen Auftragnehmer. Das bedeutet, Sie sind selbstständig und müssen selbst für Ihre Versicherung aufkommen — Krankenversicherung, Rentenversicherung und Berufsunfallversicherung. Der Hersteller zieht keine Beiträge ab und trägt keine Arbeitgeberanteile. Konsultieren Sie eine Steuerberatung oder Agentur für Arbeit, um sicherzustellen, dass Sie richtig versichert sind.

Kann der Hersteller Spezifikationen und Produkte jederzeit ändern?

Ja, aber mit Vorlaufzeit. Der Hersteller darf Spezifikationen und Produktlinien ändern, muss dies aber schriftlich ankündigen. Die Vorlage sieht eine Ankündigungsfrist vor (standardmäßig [NUMMER] Tage), damit Sie Zeit haben, sich auf die Änderungen vorzubereiten. Drastische Änderungen, die den Vertrag unmöglich machen, können Grund für Kündigung sein — konsultieren Sie aber einen Anwalt, wenn Sie unsicher sind.

Was sind die Mindestabnahmemengen und kann ich sie verhandeln?

Die Mindestabnahmemengen ('jährliches Marktpotenzial') werden im Vertrag festgehalten und spiegeln die erwartete Verkaufskraft des Partners wider. Sie sind in der Regel verhandelbar, insbesondere beim Vertrag Abschluss. Als Vertriebspartner sollten Sie realistische Ziele setzen, die Sie erfüllen können. Legen Sie fest, wie die Erfüllung gemessen wird — oft ist es Stückzahl, manchmal auch Umsatzwert.

Kann die Vereinbarung vorzeitig beendet werden?

Die Vorlage selbst enthält keine Kündigungs- oder Beendigungsbedingungen — diese sollten Sie hinzufügen. Üblich sind Kündigungsfristen von 30–90 Tagen. Sie sollten festhalten, unter welchen Umständen eine Kündigung möglich ist: z. B. schriftlich mit Frist, bei Zahlungsverzug, bei Nichterreichung von Mindestzahlen, oder bei Insolvenz. Legen Sie fest, was mit Lagerbeständen und Markenzeichen nach Kündigung passiert.

Wer haftet, wenn ein Kunde einen Schaden durch das Produkt erleidet?

Das kommt auf die Produkthaftungsversicherung des Herstellers und die Vereinbarung an. Üblicherweise trägt der Hersteller die Produkthaftung (Mängel in der Herstellung), während der Vertriebspartner für Vermittlungs- und Verkaufsschäden haftet. Diese Vorlage regelt das nicht explizit — Sie sollten mit einem Rechtsanwalt klären, wie Haftung aufgeteilt wird und ob der Vertriebspartner zusätzliche Versicherung benötigt.

Brauche ich einen Anwalt zur Überprüfung?

Ja, wir empfehlen eine rechtliche Überprüfung durch einen Anwalt, insbesondere wenn es um hohe Umsätze, internationale Aspekte oder komplexe Produkthaftung geht. Ein Anwalt kann prüfen, dass die Vereinbarung den lokalen Arbeitsgesetzen, Handelsbestimmungen und Steuervorgaben in Ihrer Region (Bund, Bundesland, Kantone) genügt. Diese Vorlage ist eine gute Grundlage, ersetzt aber keine anwaltliche Beratung.

Kann ich die Vereinbarung an ein anderes Unternehmen abtreten?

Das ist nicht standardmäßig gestattet und sollte in der Vereinbarung ausdrücklich geregelt werden. Der Hersteller will typischerweise mit dem ursprünglichen Vertriebspartner arbeiten, nicht mit Nachfolgern. Falls Sie die Vereinbarung weitergeben möchten, benötigen Sie die schriftliche Zustimmung des Herstellers. Klären Sie diesen Punkt vor Unterzeichnung.

Wie wird die Provision oder das Entgelt berechnet?

Diese Vorlage enthält keine Provisions- oder Entgeltsätze — diese müssen Sie in einem zusätzlichen Anhang oder einer Ergänzung festlegen. Typischerweise verdienen Vertriebspartner entweder durch Marge (Differenz zwischen Großhandelspreis und Verkaufspreis) oder durch eine Provision auf Verkäufe. Klären Sie mit dem Hersteller: Welcher Großhandelspreis gilt? Gibt es Rabatstaffeln? Wann werden Provisionen gezahlt?

Im Vergleich zu Alternativen

vs Agenturvertrag

Bei einer Vertriebsvereinbarung kauft der Vertriebspartner Produkte auf eigene Rechnung vom Hersteller und verkauft sie weiter — der Risiko liegt bei ihm. Bei einem Agenturvertrag tritt der Agent nur als Vermittler auf, die Produkte bleiben Eigentum des Herstellers, der Agent erhält eine Provision pro Verkauf. Ein Agenturvertrag ist weniger riskant für den Agent, aber auch weniger ertragreich. Eine Vertriebsvereinbarung ist besser, wenn der Partner Marktrisiken tragen und eigenverantwortlich arbeiten will.

vs Handelsvertreter-Vereinbarung

Ein Handelsvertreter agiert wie ein Agent — er vermittelt Verkäufe für Provisionen. Ein Vertriebspartner kauft Waren auf Lager und verkauft auf eigene Rechnung. Handelsvertreter unterliegen in Deutschland dem HGB (besondere Rechte, z. B. Provisions-Nachzahlung, Kündigungsschutz). Vertriebspartner als unabhängige Auftragnehmer haben weniger gesetzliche Schutzrechte. Wählen Sie einen Handelsvertreter, wenn Sie nur Provisionen zahlen möchten; einen Vertriebspartner, wenn der Partner Lagerbestand aufbaut.

vs Kaufvertrag (Großhandel)

Ein einfacher Kaufvertrag regelt den Verkauf von Waren von A nach B zu einem bestimmten Preis — ohne Vertriebsverpflichtungen, Gebiete oder Mindestabnahmemengen. Ein Großhandelskauf ist flexibel, aber es gibt keine enge Partnerschaft. Eine Vertriebsvereinbarung schafft eine längerfristige, strukturierte Beziehung mit gegenseitigen Verpflichtungen — ideal für strategische Märkte.

vs Franchisingvertrag

Ein Franchisevertrag erlaubt dem Franchisenehmer, ein komplettes Geschäftsmodell des Franchisegebers zu kopieren (Marke, Prozesse, Schulung). Ein Vertriebsvertrag regelt nur den Verkauf von Produkten. Franchising ist regulierter und komplexer, verlangt höhere Investitionen und strengere Kontrolle. Eine Vertriebsvereinbarung ist einfacher und flexibler, wenn Sie nur Produkte distribuieren möchten, nicht ein ganzes System aufbauen.

Branchenspezifische Hinweise

Maschinenbau und Industrieprodukte

Hersteller nutzen Vertriebsvereinbarungen, um ihre Maschinen und Komponenten über Fachhändler und Distributoren bundesweit oder international zu verkaufen.

Elektrotechnik und Elektronik

Elektronik-Hersteller regeln über solche Verträge den Vertrieb von Geräten und Zubehör an Fachhändler, Elektrofachgeschäfte und Online-Plattformen.

Automobilindustrie und Aftermarket

Zulieferer und Hersteller von Autoteilen nutzen Vertriebsvereinbarungen mit Werkstätten, Shops und Kfz-Fachbetrieben zur Marktabdeckung.

Konsumgüter und Einzelhandel

Hersteller von Lebensmitteln, Kosmetik und Haushaltswaren regeln damit den Vertrieb über Groß- und Einzelhändler sowie Franchise-Partner.

Softwareunternehmen und IT-Dienstleistungen

Software-Hersteller nutzem solche Vereinbarungen mit Resellern und Integratoren, um ihre Lösungen zu vermarkten und zu implementieren.

Pharma- und Medizinprodukte

Pharma- und Medizingeräte-Hersteller regeln über Vertriebsvereinbarungen den Zugang zu Apotheken, Kliniken und medizinischen Fachhandel.

Hinweise zur Rechtsprechung

In Deutschland wird die Vertriebsvereinbarung nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) beurteilt. Handelsvertreter unterliegen zusätzlichen Schutzregeln des Handelsgesetzbuches (HGB), Satz 84–92. Diese Vorlage behandelt den Vertriebspartner als unabhängigen Auftragnehmer, um HGB-Bestimmungen zu vermeiden. Die Vorlage ist neutral für alle Bundesländer.

In Österreich gelten ähnliche Regeln wie in Deutschland (ABGB für allgemeine Verträge, Handelsgesetzbuch für Handelsvertreter). Die Vorlage ist mit österreichischem Recht kompatibel; lokale Formalia (z. B. Firmeneintrag) sollten angepasst werden.

In der Schweiz regelt das Obligationenrecht (OR) Vertriebsvereinbarungen. Diese Vorlage ist anwendbar, erfordert aber Anpassungen an Schweizer Formvorgaben und Handelsregeln. Konsultieren Sie einen Schweizer Anwalt für lokale Besonderheiten.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenEinfache, nicht-exklusive Vertriebsverhältnisse im In- oder Ausland mit standardisierten Produkten und klaren Zielen.0 € (Vorlage) + 30–60 min Eigenarbeit1–2 Tage zum Ausfüllen und Anpassen
Vorlage + RechtsprüfungMittlere Verträge mit mehreren Ländern, höheren Umsätze oder komplexeren Haftungsregeln; Sie möchten Sicherheit, ohne voll anwaltlich zu gestalten.200–500 € Anwaltsgebühr für Überprüfung + Vorlage1 Woche: 2–3 Tage Eigenarbeit + 3–4 Tage Anwaltsabstimmung
MaßgeschneidertExklusive Verträge, Produkte mit hohem Risiko (Pharma, Elektrotechnik), internationale Strukturen oder bereits existierende Streitigkeiten mit Partnern.1.500–5.000 € für vollständige Neuerstellung und Verhandlung2–4 Wochen einschl. Beratung, Verhandlung und mehrfacher Überarbeitungen

Glossar

Vertriebspartner
Eine natürliche Person oder ein Unternehmen, das vom Hersteller oder Lieferanten beauftragt wird, Produkte zu verkaufen oder zu vertreiben.
Nicht-exklusiv
Der Hersteller darf auch andere Vertriebspartner im gleichen Gebiet ernennen und selbst tätig werden.
Exklusiv
Der Vertriebspartner ist der einzige, der Produkte im definierten Gebiet verkaufen darf.
Gebiet
Der geografische Bereich, in dem der Vertriebspartner tätig sein darf, z. B. Bundesland, Region oder Land.
Waren
Die hauptsächlichen Produkte, die der Vertriebspartner verkaufen soll, aufgelistet im Anhang B.
Zubehör
Zusätzliche Geräte oder Teile, die zu den Waren gehören und vom Unternehmen festgelegt werden.
Ersatzteile
Komponenten und Teile, die zur Wartung oder Reparatur der Waren erforderlich sind.
Anlieferungsort
Die Adresse, von der aus der Hersteller die Produkte an den Vertriebspartner liefert.
Unabhängiger Auftragnehmer
Rechtliche Stellung, in der der Vertriebspartner kein Arbeitnehmer des Herstellers ist und eigenverantwortlich tätig wird.
Markenzeichen
Alle Logos, Bezeichnungen und Marken des Herstellers, die der Vertriebspartner nur zur Vermarktung nutzen darf.
Verweisung
Wenn der Hersteller potenzielle Kunden an den Vertriebspartner weiterleitet.
Jährliches Marktpotenzial
Die Mindestmenge an Produkten, die der Vertriebspartner im ersten Jahr kaufen und vertreiben muss.

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