Vertriebsvereinbarung für Software

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FreiVertriebsvereinbarung für Software

Auf einen Blick

Was es ist
Eine Vertriebsvereinbarung für Software ist ein rechtlich bindender Vertrag zwischen einem Softwareentwickler (oder -hersteller) und einem Vertriebspartner, der die Rechte zur Vermarktung und zum Verkauf von Softwareprodukten regelt. Die Vorlage ist ein kostenloser Word-Download, sofort einsatzbereit und online bearbeitbar — mit automatischem PDF-Export für digitales Signieren.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen diese Vereinbarung, wenn Sie Software an Wiederverkäufer, Reseller, Distributoren oder Agenten abgeben möchten. Sie wird auch fällig, wenn Sie selbst als Vertriebspartner (Channel Partner) exklusive oder nicht-exklusive Vertriebsrechte für Software erhalten und diese schriftlich absichern wollen. Die Vereinbarung schützt beide Seiten vor Verwechslungen zu Gebiet, Provisionen und Geistigem Eigentum.
Was enthalten ist
Die Vorlage enthält Definitionen (Produkt, Gebiet, Exklusivität), Gewährung von Vertriebsrechten (exklusiv oder nicht-exklusiv), Regelungen zu Preisen und Provisionen, Vertraulichkeit und Schutz des geistigen Eigentums, Kundenunterstützung und Schulung, Beendigung und Wiederherstellung von Informationen. Sie ist für Software jeder Art geeignet — von Geschäftsanwendungen über Branchenlösungen bis zu technologischen Systemen.

Was ist eine Vorlage Vertriebsvereinbarung für Software?

Eine Vertriebsvereinbarung für Software ist ein rechtlich bindender Vertrag zwischen einem Softwarehersteller und einem Vertriebspartner (Reseller, Distributor, Wiederverkäufer oder Agenten). Sie regelt, unter welchen Bedingungen der Partner die Software vermarkten und verkaufen darf — einschließlich Gebiet, Exklusivität, Provisionen, Schulung und Kundensupport. Die Vorlage ist ein kostenloser Word-Download, vollständig anpassbar und kann sofort online bearbeitet werden. Sie können das fertige Dokument direkt als PDF exportieren und digital oder handschriftlich unterzeichnen.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Eine schriftliche Vertriebsvereinbarung schützt beide Seiten vor Missverständnissen und rechtlichen Risiken. Ohne sie entstehen schnell Konflikte: Ist der Partner exklusiv gebunden oder nicht? Wem gehört der Kunde nach Vertragsende? Wer haftet für technische Fehler? Wer muss Schulungen zahlen? Eine klare Vereinbarung verhindert teure Rechtsstreitigkeiten, klärt Rollen und Verantwortung und schafft Planungssicherheit. Sie ist besonders wichtig, wenn Ihre Software hohe Preise hat, geistiges Eigentum geschützt werden muss oder Sie international tätig werden. Für jeden Softwarehersteller, der professionelle Vertriebskanäle aufbauen will, ist diese Vereinbarung unverzichtbar.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Vertriebspartner erhält alleinige Rechte in einem Gebiet oder KundensegmentExklusive Vertriebsvereinbarung
Mehrere Vertriebspartner dürfen gleichzeitig dieselbe Software vertreibenNicht-exklusive Vertriebsvereinbarung
Vereinfachte Form für Wiederverkäufer mit StandardprovisionenReseller-Vereinbarung (einfach)
Komplexe Partnerschaft mit Schulung, Support und Co-MarketingChannel Partner Agreement (erweitert)
Grenzübergreifend, mehrere Länder, verschiedene Währungen und RechtsprechungInternationale Vertriebsvereinbarung
Testphase oder befristete Partnerschaft mit VerlängerungsoptionZeitlich begrenzte Vertriebsvereinbarung

Häufige Fehler vermeiden

❌ Gebiet und Exklusivität nicht klar definiert

Warum es wichtig ist: Wenn offen bleibt, ob ein Partner exklusiv verkaufen darf, können Konflikte entstehen, wenn der Hersteller oder ein anderer Partner im gleichen Gebiet aktiv wird.

Fix: Schreiben Sie ‚exklusiv' oder ‚nicht-exklusiv' und nennen Sie das genaue Gebiet oder die Kundensegmente (z.B. ‚Öffentliche Verwaltung Süddeutschland').

❌ Provisionen und Rabatte verwechselt oder unklar berechnet

Warum es wichtig ist: Unterschiedliche Interpretation der Preisformeln führt zu Zahlungsstreitigkeiten und Vertrauensverlust.

Fix: Geben Sie ein vollständiges Beispiel: ‚Listenpreis 1.000 EUR, Partner erhält 30 % Rabatt = 700 EUR Einkaufspreis; verkauft Partner für 1.200 EUR, Provision 10 % = 120 EUR'.

❌ Support- und Schulungsverantwortung nicht aufgeteilt

Warum es wichtig ist: Wenn nicht klar ist, wer den Kundensupport leistet, endet das mit Verwirrung, unbeantworteten Fragen und unzufriedenen Kunden.

Fix: Schreiben Sie: ‚Hersteller = technischer Support (Level 2+), Updates und Hotlines. Partner = First-Level-Support, Schulung von Kundenpersonal'.

❌ Geistiges Eigentum nicht geschützt

Warum es wichtig ist: Partner kopiert Software, verkauft sie unter eigenem Namen oder gibt Quellcode an Konkurrenten weiter — der Hersteller verliert Einnahmen und Marktposition.

Fix: Ergänzen Sie: ‚Partner darf Software nicht dekompilieren, vermieten, veräußern oder modifizieren. Alle IP-Rechte bleiben beim Hersteller.'

❌ Keine klare Kündigungsklausel

Warum es wichtig ist: Ohne Kündigungsfristen ist man unbegrenzt gebunden, oder es entstehen Streitigkeiten, wie schnell die Partnerschaft beendet werden kann.

Fix: Fügen Sie hinzu: ‚Kündigung mit 90 Tagen Vorwarnung; sofortige Kündigung bei Zahlungsverzug über 30 Tage oder Vertragsbruch'.

❌ Keine Regelung zur Rückgabe von Daten und Material

Warum es wichtig ist: Nach Beendigung kann der Partner Kundenlisten, Quellcode oder Datenbanken behalten und für Konkurrenz missbrauchen.

Fix: Schreiben Sie: ‚Partner gibt alle Kundenlisten, Dokumentation, Software und geschäftliche Unterlagen innerhalb von 30 Tagen nach Kündigung zurück.'

Die 10 wichtigsten Klauseln, erklärt

Präambel und Ausgangslagen (Whereas)

In einfacher Sprache: Erklärt die Identität der Parteien, ihre bestehenden Geschäfte und die Gründe für die Partnerschaft.

Beispielformulierung
Das Unternehmen ist Eigentümer bestimmter Computersoftware, bekannt als [SOFTWARENAME]; der Vertriebspartner ist konzentriert auf die Bereitstellung von Lösungen für den [ZIELMARKT].

Häufiger Fehler: Unvollständige oder mehrdeutige Angaben zu den Parteien führen zu Streitigkeiten über Verantwortung.

Definitionen (Ausdrücke und Begriffe)

In einfacher Sprache: Legt einheitliche Bedeutungen für Schlüsselbegriffe fest — z.B. Produkt, Gebiet, Exklusivität, Kunde.

Beispielformulierung
‚Exklusives Produkt' bezeichnet die Produkte, für die Exklusivrechte an den Vertriebspartner gewährt werden; ‚Gebiet' bedeutet [LAND/REGION] unter Ausschluss [AUSNAHMEN].

Häufiger Fehler: Missachtung von Definitionen führt später zu Auslegungsstreitigkeiten.

Gewährung von Vertriebsrechten

In einfacher Sprache: Definiert, welche Vertriebsrechte der Hersteller dem Partner einräumt — exklusiv oder nicht-exklusiv.

Beispielformulierung
Der Hersteller gewährt dem Vertriebspartner nicht-exklusive Vertriebsrechte bezüglich [SOFTWARENAME] im Gebiet [GEBIET] ab [DATUM].

Häufiger Fehler: Verwechslung von exklusiv und nicht-exklusiv führt zu Konflikten, wenn mehrere Partner in einem Gebiet tätig werden.

Preis und Provisionen

In einfacher Sprache: Regelt, wie der Vertriebspartner entgolten wird — Margin, Provision oder Rabatt.

Beispielformulierung
Der Vertriebspartner erhält eine Provision von [PROZENTSATZ]% auf den Netto-Verkaufspreis für jeden abgeschlossenen Kundenvertrag.

Häufiger Fehler: Unklare Provisionsberechnung oder fehlende Angabe von Mindestverkaufszielen führt zu Zahlungsstreitigkeiten.

Schutz des Geistigen Eigentums

In einfacher Sprache: Besagt, dass der Hersteller alle Rechte an der Software, Marken und Know-how behält und der Partner diese nicht verletzt.

Beispielformulierung
Der Vertriebspartner erkennt an, dass alle Rechte an geistigem Eigentum (Patente, Urheberrechte, Markenzeichen) Eigentum des Herstellers bleiben und nicht auf den Partner übertragen werden.

Häufiger Fehler: Partner umgeht Lizenzschutz oder kopiert Software illegal — führt zu Klagen und Geschäftsbeendigung.

Vertraulichkeit und Geheimhaltung

In einfacher Sprache: Verpflichtet beide Parteien, sensible Geschäfts- und Kundeninformationen geheim zu halten.

Beispielformulierung
Der Vertriebspartner verpflichtet sich, alle vertraulichen Informationen des Herstellers (einschließlich Quellcode, Preislisten, Kundenverzeichnisse) nicht an Dritte offenzulegen.

Häufiger Fehler: Unzureichende Definition von ‚vertraulich' führt dazu, dass Geschäftsgeheimnisse leicht weitergegeben werden.

Schulung und Technischer Support

In einfacher Sprache: Regelt, wer Training bietet und wer den Kundensupport leistet.

Beispielformulierung
Der Hersteller stellt dem Vertriebspartner [ANZAHL] Schulungstage pro Jahr zur Verfügung. Der Vertriebspartner ist verantwortlich für First-Level-Support für Kunden.

Häufiger Fehler: Ungeklärte Support-Verantwortung führt dazu, dass Kunden nicht betreut werden und der Hersteller überfordert ist.

Beendigung und Kündigung

In einfacher Sprache: Erklärt, wie und unter welchen Bedingungen die Vereinbarung beendet werden kann.

Beispielformulierung
Diese Vereinbarung kann von jeder Partei mit [FRIST] Tagen Kündigungsfrist beendet werden; bei Vertragsbruch kann sofort gekündigt werden.

Häufiger Fehler: Fehlende Kündigungsklauseln führen zu unbegrenzter Bindung oder Streitigkeiten über Beendigung.

Rückgabe von Informationen und Material

In einfacher Sprache: Verpflichtet den Partner, nach Beendigung alle Software, Dokumentation, Kundendaten und Geschäftsunterlagen zurückzugeben.

Beispielformulierung
Innerhalb von [TAGE] Tagen nach Kündigung muss der Vertriebspartner alle Kopien der Software, Dokumentation und Kundenverzeichnisse dem Hersteller zurückgeben oder vernichten.

Häufiger Fehler: Partner behält Kundenlisten oder Quellcode — führt zu Missbrauch nach Beendigung.

Haftung und Schadensersatz

In einfacher Sprache: Begrenzt die Haftung der Parteien und regelt Schadensersatz.

Beispielformulierung
Keine Partei haftet für Folgeschäden, entgangene Gewinne oder indirekte Schäden, die größer als [BETRAG] sind.

Häufiger Fehler: Unbegrenzte Haftungsklauseln führen zu unverhältnismäßigen Schadensersatzklagen.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Parteien und Grunddaten eintragen

    Tragen Sie den vollständigen Namen, die Rechtsform (GmbH, AG, Einzelunternehmer), die Adresse und das Gründungsdatum beider Parteien ein. Setzen Sie auch das Effektivdatum der Vereinbarung.

    💡 Kopieren Sie die Daten aus dem Handelsregisterauszug, um Fehler zu vermeiden.

  2. 2

    Softwareprodukte definieren

    Listen Sie auf, welche Softwareprodukte der Partner vertreiben darf. Nennen Sie Produktnamen, Versionen und geplante Produkte (falls relevant).

    💡 Seien Sie spezifisch — z.B. ‚Software XYZ Version 2.0 und höher' statt einfach ‚alle Software'.

  3. 3

    Gebiet und Exklusivität festlegen

    Definieren Sie, in welcher geografischen Region oder für welche Kundensegmente der Partner Vertriebsrechte hat — exklusiv oder nicht-exklusiv.

    💡 Geografisches Beispiel: ‚Exklusiv für die Bundesrepublik Deutschland, ausgenommen Bundesland Baden-Württemberg'.

  4. 4

    Preis, Rabatt und Provisionen eintragen

    Legen Sie fest, wie der Partner entgolten wird: Großhandelspreis, Rabatt, Provision oder Margin. Geben Sie Prozentsätze und Berechnungsmethoden an.

    💡 Unterscheiden Sie zwischen Listenpreis, Einkaufspreis und Endkundenpreis — sonst gibt es Rechtsstreitigkeiten.

  5. 5

    Support und Schulung regeln

    Spezifizieren Sie, was der Hersteller leistet (Schulung, Hotline, Updates) und was der Partner übernimmt (Kundensupport, Dokumentation).

    💡 Nennen Sie konkrete Ansprechpersonen und Reaktionszeiten für technische Fragen.

  6. 6

    Kündigungsfristen und Beendigung eintragen

    Definieren Sie Kündigungsfristen (z.B. 90 Tage mit Vorwarnung) und unter welchen Umständen sofortige Kündigung möglich ist (z.B. Vertragsbruch).

    💡 Regeln Sie auch, was nach Kündigung mit Kundenverträgen und Daten geschieht.

  7. 7

    Rechtsprechung und Schiedsverfahren

    Bestimmen Sie, nach welchem Recht die Vereinbarung auszulegen ist (deutsches Recht, österreichisches Recht, etc.) und wie Streitigkeiten gelöst werden (Gerichtsbarkeit oder Schiedsverfahren).

    💡 Bei internationalen Partnern: Erwägen Sie ein Schiedsverfahren, um Klagen in mehreren Ländern zu vermeiden.

  8. 8

    Unterzeichnen lassen

    Lassen Sie die Vereinbarung von der Geschäftsführung beider Parteien unterzeichnen. Exportieren Sie als PDF für digitales Signieren oder Ausdrucken.

    💡 Archivieren Sie eine signierte Kopie — diese ist Ihr Beweis, dass beide Parteien zustimmten.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich als Hersteller mehreren Partnern exklusive Rechte im gleichen Gebiet geben?

Nein. Exklusivität bedeutet, dass Sie einem Partner alleinige Rechte in diesem Gebiet erteilen. Wenn Sie exklusive Rechte vergeben, können Sie nicht gleichzeitig einem anderen Partner oder selbst im gleichen Gebiet tätig werden — das wäre Vertragsbruch. Sie können aber nicht-exklusive Rechte an mehrere Partner vergeben.

Was ist der Unterschied zwischen Reseller und Channel Partner?

Ein Reseller kauft Software zu einem reduzierten Preis und verkauft sie weiter — ihm gehört die Ware zeitweise. Ein Channel Partner hat Vertriebsrechte, aber die Software bleibt im Eigentum des Herstellers; der Partner bietet sie an und leitet Kundenaufträge weiter. In der Praxis werden die Begriffe oft synonym verwendet. Diese Vorlage regelt beide Modelle.

Muss ich als Partner den Kundenendpreis festlegen, oder kann der Hersteller das vorschreiben?

Das hängt von der Vereinbarung ab. Viele Hersteller geben einen „empfohlenen Listenpreis" an, der Partner kann aber frei über seinen Endkundenpreis entscheiden — solange er nicht zu niedrig ist und das Geschäft schädigt (Dumping). In der EU sind Preisbindungen nur unter bestimmten Bedingungen zulässig. Die Vorlage sollte dies klar regeln.

Was mache ich, wenn der Partner den Vertrag bricht — z.B. falsche Informationen über die Software gibt?

Sie können die Vereinbarung kündigen (je nach Klausel sofort oder mit Frist). Danach können Sie Schadensersatz einfordern. Eine Abmahnung ist oft der erste Schritt. Für größere Schäden sollten Sie einen Anwalt einschalten. Die Vorlage sollte Haftungs- und Schadensersatzbegrenzungen enthalten, um unerwartete Kosten zu vermeiden.

Kann ich als Partner die Software modifizieren oder an Kundenanforderungen anpassen?

Normalerweise nicht ohne Zustimmung des Herstellers. Modifikationen berühren das geistige Eigentum. Manche Verträge erlauben ‚oberflächliche Anpassungen' (z.B. Branding), aber keine tiefgreifenden Änderungen. Das sollte in der Vorlage explicit geregelt werden.

Wie lange läuft eine Vertriebsvereinbarung normalerweise?

Es gibt keinen Standard — manche laufen 1 Jahr, andere 3–5 Jahre oder sogar unbegrenzt. Befristete Verträge ermöglichen eine Überprüfung nach einer Testphase; unbegrenzte geben Planungssicherheit. Diese Vorlage sollte eine Laufzeit und Verlängerungsbedingungen enthalten.

Wer haftet, wenn die Software einen Fehler hat und der Kunde einen Schaden erleidet?

Normalerweise der Hersteller (Produzenthaftung). Der Vertriebspartner ist meist ausgenommen, es sei denn, er hat den Fehler zu verantworten (z.B. falsche Installation). Die Vorlage sollte Haftungsfreistellung und Versicherungsanforderungen enthalten.

Kann ich als Hersteller die Zusammenarbeit sofort beenden, wenn mir ein Partner nicht passt?

Das hängt von der Kündigungsklausel ab. Ohne schweerwiegenden Grund (Vertragsbruch, Insolvenz) müssen Sie meist eine Kündigungsfrist einhalten — oft 90 Tage. Bei Vertragsbruch ist oft sofortige Kündigung möglich. Definieren Sie dies klar in der Vorlage, um Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.

Muss ich als Partner Verkaufsziele erreichen, sonst kann ich gekündigt werden?

Das ist möglich — viele Verträge enthalten Mindestumsatzziele. Wenn der Partner diese nicht erreicht, kann der Hersteller kündigen. Dies sollte aber in der Vorlage klar aufgelistet sein, z.B. ‚Mindestumsatz von 50.000 EUR pro Quartal'. Realistische Ziele sind wichtig — zu hohe Ziele führen zu schnellen Kündigungen.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Reseller-Vereinbarung (vereinfacht)

Eine vereinfachte Reseller-Vereinbarung ist kürzer und regelt nur die wesentlichsten Punkte — Preis, Gebiet, Kündigung. Eine Vertriebsvereinbarung für Software ist umfassender und adressiert spezifische Herausforderungen wie Schulung, technischen Support, Schutz des IP und geplante Produktentwicklung. Wählen Sie die vereinfachte Form für kleine Partnerschaften mit klarem Geschäftsmodell; die komplexere Form für strategische, langfristige Partnerschaften mit mehreren Produkten.

vs Agentur- oder Makler-Vereinbarung

Eine Agentur-Vereinbarung regelt, dass ein Agent im Namen des Herstellers Kunden akquiriert und Verträge abschließt — der Hersteller bleibt der Vertragspartner. Eine Vertriebsvereinbarung für Software gibt dem Partner Verkaufsrechte, aber der Partner ist selbst Vertragspartner des Kunden. Die Vertriebsvereinbarung ist besser geeignet, wenn der Partner Kundenkontakt und Gestaltungsfreiheit haben soll.

vs Lizenzvereinbarung (End-User)

Eine Lizenzvereinbarung ist zwischen Hersteller und Endkunde und regelt Nutzungsrechte, Haftung und Supportleistungen. Eine Vertriebsvereinbarung ist zwischen Hersteller und Wiederverkäufer und regelt Verkaufsrechte, Provisionen und Gebiete. Beide können zusammen verwendet werden — die Vertriebsvereinbarung regelt die Vertriebsbeziehung, die Lizenzvereinbarung regelt die Endkundenbeziehung.

vs Joint-Venture-Vereinbarung

Eine Joint-Venture-Vereinbarung gründet ein neues Unternehmen, an dem beide Partner beteiligt sind und gemeinsam Gewinne/Verluste tragen. Eine Vertriebsvereinbarung ist eine einfachere Partnerschaft — der Partner ist unabhängig und trägt sein eigenes Geschäftsrisiko. Wählen Sie Joint Venture nur bei strategischen, gleichberechtigten Partnerschaften; Vertriebsvereinbarung für Standard-Vertriebswege.

Branchenspezifische Hinweise

Software und IT-Services

Grundvorlage für jeden Software-Hersteller, der ein Vertriebsnetzwerk aufbauen will — Anwendungen, SaaS, Cloud-Lösungen.

Rechtspflege und öffentliche Verwaltung

Regelt Vertrieb von spezialisierten Management-Systemen (Justizmanagement, Aktenmanagement, Dispatch) an Behörden und Landkreise.

Transport und Logistik

Für Hersteller von Routing-, Flottenmanagement- und Versandverwaltungssystemen, die über Distributoren vertrieben werden.

Fertigungstechnik und Industrie 4.0

Regelt Vertrieb von Steuerungs-, Überwachungs- und Automatisierungssoftware für Produktionsanlagen.

Finanzdienstleistungen und Buchhaltung

Für Buchhaltungs-, Rechnungs- und Finanzsoftware, die von Steuerberatern, Agenturen oder Resellern weitergegeben wird.

Telekommunikation und Systemintegration

Regelt den Vertrieb von Kommunikationsplattformen, Netzwerk-Tools und integrierten Systemlösungen über technische Partner.

Hinweise zur Rechtsprechung

In Deutschland unterliegt die Vertriebsvereinbarung dem BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) und kann nach deutschem Recht wirksam geschlossen werden. Besondere Regelungen gelten für Franchiseverträge (§ 1 Abs. 2 AStG) — eine reine Vertriebsvereinbarung ist davon meist ausgenommen. Achten Sie auf Wettbewerbsrecht (GWB) bei exklusiven Gebieten.

In Österreich gilt das ABGB (Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch). Vertriebsvereinbarungen werden ähnlich wie in Deutschland behandelt. Franchiseverträge unterliegen dem Franchisegesetzbuch (FranchiseG), falls relevant.

In der Schweiz regelt das OR (Obligationenrecht) Vertriebsvereinbarungen. Schweizer Agenturen und Handelsvertreter genießen besonderen Schutz — prüfen Sie, ob Ihr Partner als ‚Vertreter' gilt und zusätzliche Kündigungsschutzregeln gelten.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenStandardmäßige nicht-exklusive Vertriebspartnerschaften mit klarem Gebiet, Preis und Support-Aufteilung.0 EUR (Vorlage)2–3 Stunden zum Anpassen und Unterzeichnen
Vorlage + RechtsprüfungExklusive oder internationale Vereinbarungen; vor Unterzeichnung von einem Rechtsanwalt prüfen lassen.200–600 EUR (Anwaltshonorar für Prüfung)1–2 Wochen (Prüfung + Überarbeitungen)
MaßgeschneidertHochkomplexe Partnerschaften mit besonderen IP-Regelungen, mehreren Produkten, internationalen Steuerfragen oder Streitereien mit bestehenden Partnern.1.500–5.000 EUR (anwaltliche Erstellung nach Maß)3–6 Wochen (Analyse, Entwurf, Verhandlung)

Glossar

Exklusive Vertriebsrechte
Der Vertriebspartner ist der alleinige Verkäufer in einem definierten Gebiet oder Kundensegment. Niemand anders darf dort die Software anbieten.
Nicht-exklusive Vertriebsrechte
Der Vertriebspartner darf die Software vertreiben, aber auch andere Partner oder der Hersteller dürfen im gleichen Gebiet verkaufen.
Territorium (Gebiet)
Die geografische Region, in der der Vertriebspartner die Software verkaufen darf — z.B. Bayern, Deutschland, Europa oder weltweit.
Listenpreis
Der von dem Hersteller veröffentlichte, unverbindliche Verkaufspreis für das Softwareprodukt.
Konkurrierendes Produkt
Eine alternative Software mit ähnlichen Funktionen und Leistungen, die zu vergleichbarem Preis angeboten wird.
Geistiges Eigentum (IP)
Alle Rechte an Erfindungen, Markenzeichen, Urheberrechten, Patenten und Know-how, die der Hersteller oder Entwickler an seiner Software besitzt.
Agent oder Reseller
Eine Person oder ein Unternehmen, die im Namen des Vertriebspartners handelt und Kunden akquiriert oder betreut.
Geplante Produkte
Software, die der Hersteller noch in Entwicklung hat und in Zukunft zum Vertrieb durch den Partner freigeben kann.
Schulung und Support
Der Hersteller muss Schulungen bereitstellen, damit der Vertriebspartner die Software korrekt verkaufen und Kunden unterstützen kann.
Provisionen oder Margin
Der prozentuale oder feste Anteil am Verkaufspreis, den der Vertriebspartner als Vergütung erhält.

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