Vereinbarung über Verkaufsprovision

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FreiVereinbarung über Verkaufsprovision

Auf einen Blick

Was es ist
Die Vereinbarung über Verkaufsprovision ist ein rechtsgültiger Vertrag zwischen einem Auftraggeber und einem Verkaufsagenten. Sie regelt die Bedingungen, unter denen der Agent das/die Produkt(e) des Auftraggebers gegen Provision verkauft. Die Vorlage ist ein kostenloser Word-Download, den Sie online bearbeiten und als PDF exportieren können.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen diese Vorlage, wenn Sie einen unabhängigen Verkaufsagenten beauftragen möchten, Ihre Produkte in einem bestimmten Gebiet zu vertreiben. Sie ist auch notwendig, wenn Sie selbst als Agent tätig sind und eine klare schriftliche Vereinbarung mit Ihrem Auftraggeber wünschen. Sie schützt beide Parteien durch klare Regelungen zu Provisionsätzen, Verkaufsgebieten und Bestellabwicklung.
Was enthalten ist
Die Vereinbarung enthält zentrale Klauseln zu Verkaufsrechten und Exklusivität, Produktpreisen, Bestellabwicklung, Provisionszahlung und Schulung. Sie definiert das Verkaufsgebiet, die Dauer der Vereinbarung, den Provisionsatz und die Bedingungen für gültige Bestellungen. Alle Anforderungen an den Agenten und seine Berichtspflichten sind dokumentiert.

Was ist eine Vorlage „Vereinbarung über Verkaufsprovision"?

Eine Vereinbarung über Verkaufsprovision ist ein rechtsgültiger Vertrag zwischen einem Auftraggeber (ein Unternehmen) und einem Agenten (eine natürliche Person oder Unternehmen), der festlegt, wie der Agent die Produkte des Auftraggebers gegen Provision verkauft. Die Vorlage regelt zentrale Punkte: das Verkaufsgebiet, die Dauer der Zusammenarbeit, die Provisionsrate, Bestellabwicklung und Berichtspflichten. Sie ist als kostenloser Word-Download erhältlich, kann online bearbeitet und als PDF exportiert werden. Die Vorlage ist professionell gestaltet und orientiert sich an deutschem Recht (BGB, HGB) — sie ist auch in Österreich und der Schweiz einsetzbar, sollte aber lokal überprüft werden.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Ohne schriftliche Vereinbarung entstehen Missverständnisse über Provisionsberechnungen, Verkaufsgebiete und Zahlungsabläufe — das kostet Zeit, Geld und Kundenbeziehungen. Ein klares Dokument schützt Sie vor Streitigkeiten: Sie als Auftraggeber legen fest, wie die Provision berechnet wird, wann sie gezahlt wird und was geschieht, wenn Kunden Produkte zurückgeben. Der Agent weiß genau, welches Gebiet ihm zusteht, welche Provisionsrate er erhält und wie oft er berichten muss. Eine Provisionsvereinbarung ist oft billiger als ein Arbeitsvertrag, aber deutlich klarer als mündliche Absprachen — sie reduziert Konflikte und schafft Vertrauen zwischen den Parteien. Für Unternehmen, die ihr Vertriebsnetz ausbauen ohne Angestellte einzustellen, ist diese Vorlage ein bewährtes Werkzeug zur Struktur und Rechtssicherheit.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Agent erhält Exklusivrecht für ein Territorium, volle Unterstützung durch AuftraggeberExklusiver Provisionsvertrag
Agent teilt sich das Territorium mit anderen Agenten oder dem Auftraggeber selbstNicht-exklusiver Provisionsvertrag
Agent muss jährliche Verkaufsziele erreichen, sonst droht KündigungsrechtProvisionsvertrag mit Mindestverkaufsquote
Agent muss Mindestbestand selbst kaufen und lagernProvisionsvertrag mit Lagerbestand-Anforderungen
Auftraggeber zahlt Provision zurück, wenn Käufer Rückgabe oder Reklamation geltend machtProvisionsvertrag mit Rückkehrvergütung
Provision wird erst nach Kundenakzeptanz oder Zahlungseingang fällig, nicht sofortProvisionsvertrag mit Terminzahlungen

Häufige Fehler vermeiden

❌ Unklare Definition des Verkaufsgebiets

Warum es wichtig ist: Führt zu Konflikten zwischen Agenten, die ähnliche Gebiete abdecken, oder zu Ansprüchen auf Provision für Verkäufe außerhalb des Territoriums.

Fix: Definieren Sie das Gebiet präzise durch Postleitzahlen, Landkreise, Bundesländer oder konkrete Stadtgrenzen; nutzen Sie eine Kartierung oder einen Anhang.

❌ Provisionsrate ohne Netto-Brutto-Klarheit

Warum es wichtig ist: Agenten und Auftraggeber interpretieren Provisionsberechnung unterschiedlich, was zu Zahlungsstreitigkeiten führt.

Fix: Legen Sie ausdrücklich fest, ob die Rate auf den Brutto-Verkaufspreis oder den Netto-Preis (nach Umsatzsteuer) berechnet wird.

❌ Keine Regelung für Rückgaben und Retouren

Warum es wichtig ist: Unklar ist, ob die Provision gezahlt bleibt, wenn ein Käufer das Produkt zurückgibt; Agent und Auftraggeber haben unterschiedliche Erwartungen.

Fix: Schreiben Sie fest: ‚Provision entfällt vollständig / teilweise für Rückgaben' und geben Sie eine Rückgabefrist an (z. B. 30 Tage).

❌ Fehlende Berichtspflichten und Kontrollmöglichkeiten

Warum es wichtig ist: Auftraggeber verliert die Übersicht über Agenten-Aktivitäten und kann nicht überprüfen, ob Vereinbarungen eingehalten werden.

Fix: Schreiben Sie vor, dass der Agent monatlich oder vierteljährlich schriftlich berichten muss und dem Auftraggeber Zugang zu Verkaufsdaten bietet.

❌ Keine klare Kündigungsregelung

Warum es wichtig ist: Eine oder beide Parteien können die Vereinbarung unilateral beenden, ohne vorherige Ankündigung oder angemessene Frist; wirtschaftlicher Schaden entsteht.

Fix: Vereinbaren Sie eine schriftliche Kündigungsfrist von mindestens 30–90 Tagen und legen Sie Bedingungen für sofortige Kündigung (z. B. Vertragsbruch) fest.

❌ Unklar, ob Agent angestellt oder unabhängig ist

Warum es wichtig ist: Unterschiedliche Steuer-, Sozialversicherungs- und Arbeitnehmerschutz-Konsequenzen entstehen; Finanzamt und Gerichte können die Beziehung neu einstufen.

Fix: Legen Sie deutlich fest: ‚Agent ist Unabhängiger Auftragnehmer / unabhängiger Verkaufsvertreter und nicht angestellt' und verweisen Sie auf die Sozialversicherungs-Konsequenzen.

Die 8 wichtigsten Klauseln, erklärt

Verkaufsrechte und Exklusivität

In einfacher Sprache: Der Auftraggeber räumt dem Agenten das Recht ein, die Produkte im festgelegten Gebiet zu verkaufen, und verbietet dem Agenten, diese außerhalb des Gebiets oder im eigenen Namen zu verkaufen.

Beispielformulierung
Der Auftraggeber räumt dem Agenten ein Exklusivrecht ein, das/die Produkt(e) im Namen des Auftraggebers innerhalb des Gebiets [GEBIET ANHANG B] für einen Zeitraum von [ZEITRAUM] zu verkaufen. Der Agent darf das/die Produkt(e) nicht außerhalb des Gebiets verkaufen und muss sich eindeutig als Verkaufsagent des Auftraggebers zu erkennen geben.

Häufiger Fehler: Fehlende Klarheit über die räumlichen Grenzen des Verkaufsgebiets führt zu Konflikten mit anderen Agenten oder zum Auftraggeber selbst.

Produktpreise

In einfacher Sprache: Der Auftraggeber bestimmt die Verkaufspreise und der Agent darf die Produkte nur zu diesen Preisen verkaufen; Preisänderungen können nur vom Auftraggeber vorgenommen werden.

Beispielformulierung
Der Auftraggeber bestimmt den/die Verkaufspreis(e) des/der Produkts/Produkte [PREISE ANHANG A]. Der Agent darf das/die Produkt(e) nur zu den vom Auftraggeber festgelegten Verkaufspreisen verkaufen und darf keine eigenständigen Preisverhandlungen führen.

Häufiger Fehler: Der Agent handelt mit Kunden über Rabatte ab, ohne den Auftraggeber zu informieren, was zu Preisunterbieten und Marge-Verlusten führt.

Bestellabwicklung

In einfacher Sprache: Der Agent nimmt schriftliche Bestellungen von Käufern entgegen und leitet diese unverzüglich an den Auftraggeber weiter; dieser bemüht sich, Bestellungen rasch zu erfüllen.

Beispielformulierung
Der Agent hat schriftliche Bestellungen für das/die Produkt(e) von Käufern, die von oder im Namen der Käufer unterzeichnet sind, entgegenzunehmen und die Bestellungen ohne Verzug dem Auftraggeber zu übergeben. Der Auftraggeber wird sich nach besten Kräften bemühen, diese Bestellungen so rasch wie möglich abzuwickeln.

Häufiger Fehler: Der Agent übermittelt Bestellungen mit Verspätung oder unvollständigen Angaben, was zu Verzögerungen und Kundenunzufriedenheit führt.

Provisionsberechnung und Zahlungsbedingungen

In einfacher Sprache: Der Auftraggeber bezahlt dem Agenten einen festgelegten Prozentsatz des Netto-Verkaufspreises für jede ordnungsgemäß abgewickelte und vollständig bezahlte Bestellung, abzüglich Rückgaben und Retouren.

Beispielformulierung
Der Auftraggeber bezahlt dem Agenten eine Provision von [PROZENTSAT Z] % des Verkaufspreises, abzüglich Umsatzsteuer, für jede ordnungsgemäß vom Agenten übergebene und vollständig bezahlte Bestellung. Die Provision entfällt für Rückgaben und Retouren. Der Auftraggeber kann Rückgaben nach eigenem Ermessen akzeptieren.

Häufiger Fehler: Unklar ist, ob die Provision auf den Brutto- oder Netto-Preis berechnet wird, oder ob Rückgaben nach Provisionszahlung die Provision rückgängig machen.

Berichtspflichten des Agenten

In einfacher Sprache: Der Agent hat auf Anfrage des Auftraggebers regelmäßig schriftliche Berichte über seine Verkaufsanstrengungen und Erfolge in einem vorgegebenen Zeitraum einzureichen.

Beispielformulierung
Auf Antrag des Auftraggebers hat der Agent von Zeit zu Zeit einen schriftlichen Bericht über seine Bemühungen, das/die Produkt(e) in dem vom Auftraggeber angegebenen Zeitraum zu verkaufen, vorzulegen. Der Agent ist verpflichtet, die Aktivitäten und Verkaufsergebnisse transparent zu dokumentieren.

Häufiger Fehler: Der Agent reicht Berichte zu spät oder mit mangelhaften Informationen ein, was dem Auftraggeber eine Kontrolle über den Agenten unmöglich macht.

Schulung und Support

In einfacher Sprache: Der Auftraggeber kann dem Agenten auf dessen Anfrage Schulungen zur sachgerechten Verwendung und zum Vertrieb der Produkte anbieten.

Beispielformulierung
Auf Wunsch des Agenten hat der Auftraggeber den Agenten in der sachgerechten Verwendung des/der Produkt(e) [SCHULUNGSUMFANG] zu schulen. Der Umfang und die Kosten der Schulung werden von Fall zu Fall zwischen den Parteien vereinbart.

Häufiger Fehler: Keine klare Regelung, wer die Kosten für Schulungen trägt, oder welche Schulungen der Auftraggeber verpflichtend anbieten muss.

Dauer und Beendigung der Vereinbarung

In einfacher Sprache: Die Vereinbarung gilt für einen festgelegten Zeitraum ab dem Startdatum und kann durch Kündigung mit einer bestimmten Frist von einer oder beiden Parteien beendet werden.

Beispielformulierung
Die Vereinbarung gilt für einen Zeitraum von [ZEITRAUM], beginnend am [STARTDATUM], und verlängert sich automatisch um [VERLÄNGERUNGSZEITRAUM], es sei denn, eine Partei teilt der anderen Partei schriftlich ihre Absicht mit, die Vereinbarung nicht zu verlängern. Jede Partei kann die Vereinbarung mit [KÜNDIGUNGSFRIST] schriftlicher Mitteilung beenden.

Häufiger Fehler: Fehlende Kündigungsfrist oder unklar definierte Bedingungen für Kündigung führen zu unerwarteten oder rechtlich anfechtbaren Beendigungen.

Keine Entschädigung für nicht vereinbarte Leistungen

In einfacher Sprache: Der Agent hat keinen Anspruch auf Zahlung, Erstattung oder Entschädigung für Leistungen oder Kosten, die nicht in dieser Vereinbarung festgelegt sind.

Beispielformulierung
Der Agent ist nicht zu einer Entschädigung für die erbrachten Leistungen oder Aufwendungen berechtigt, die im Zusammenhang mit dieser Vereinbarung aufgetreten sind und nicht in dieser Vereinbarung festgelegt sind.

Häufiger Fehler: Der Agent erwartet später Zahlungen für zusätzliche Aufwendungen (z. B. Marketing, Reisekosten), die nicht vorher schriftlich vereinbart wurden.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Personalien und Daten einfügen

    Tragen Sie den Namen, die Adresse und die Rechtsform des Auftraggebers sowie die Name und Adresse des Agenten ein. Setzen Sie das Gültigkeitsdatum der Vereinbarung.

    💡 Verwenden Sie den vollständigen Namen und die Registernummer (falls vorhanden) des Unternehmens für Klarheit.

  2. 2

    Produkte in Anhang A definieren

    Listen Sie alle Produkte auf, die der Agent verkaufen darf, mit einer kurzen Beschreibung und eventuellen Produktcodes oder SKUs.

    💡 Seien Sie so spezifisch wie möglich, um Verwechslungen auszuschließen.

  3. 3

    Verkaufsgebiet in Anhang B festlegen

    Definieren Sie das Territorium des Agenten klar — z. B. nach Postleitzahlenbereich, Bundesland, Stadt oder Kundengruppe.

    💡 Nutzen Sie eine Karte oder GPS-Koordinaten, falls sehr kleine oder irregulär geformte Gebiete relevant sind.

  4. 4

    Zeitraum und Kündigungsfrist festlegen

    Geben Sie an, wie lange die Vereinbarung gültig ist (z. B. 1 Jahr, 2 Jahre) und wie lange vorher jede Partei kündigen muss (z. B. 30 Tage, 90 Tage).

    💡 Kürzere Kündigungsfristen (30–60 Tage) geben beiden Parteien mehr Flexibilität; längere (90–180 Tage) bieten mehr Stabilität.

  5. 5

    Provisionsrate und Zahlungsmodalitäten eintragen

    Geben Sie den Provisionsatz als Prozentsatz an (z. B. 10 %, 15 %), und legen Sie fest, wie oft die Provision gezahlt wird (monatlich, vierteljährlich).

    💡 Geben Sie auch einen minimalen Zahlungsbetrag an, um kleine Provisionen zu vermeiden (z. B. mindestens 50 €).

  6. 6

    Unterzeichnung und Beglaubigung vorbereiten

    Drucken Sie zwei Exemplare aus und lassen Sie diese von beiden Parteien unterzeichnen und datieren. Jede Partei erhält ein beglaubigtes Original.

    💡 Nutzen Sie für digitale Unterzeichnung eine eSign-Lösung (z. B. DocuSign, Adobe Sign) für rechtliche Gültigkeit.

  7. 7

    Rechtliche Überprüfung in Betracht ziehen

    Lassen Sie die fertiggestellte Vereinbarung von einem Anwalt überprüfen, insbesondere wenn höhere Provisionsvolumen oder komplexe Gebiete beteiligt sind.

    💡 Eine kurze rechtliche Überprüfung kostet oft weniger als die Fehlerkosten einer fehlerhaften Vereinbarung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen dieser Vereinbarung und einem Angestellten-Arbeitsvertrag?

In dieser Vereinbarung ist der Agent ein unabhängiger Auftragnehmer, nicht angestellt. Das bedeutet: der Agent hat keine Sozialversicherungsansprüche, keinen bezahlten Urlaub und keine Kündigungsschutz-Regelungen. Der Auftraggeber zahlt nur Provision für Verkäufe, nicht ein festes Gehalt. Diese Struktur ist billiger für den Auftraggeber, gibt dem Agenten aber auch weniger Sicherheit. Bei einem Arbeitsvertrag ist das Gegenteil der Fall: Festgehalt, Sozialversicherung, Kündigungsschutz, aber auch höhere Kosten für den Auftraggeber.

Kann ich die Provisionsrate später ändern?

Nicht einseitig — jede Änderung der Provisionsrate bedarf schriftlicher Zustimmung beider Parteien. Es ist sinnvoll, in die Vereinbarung eine Revisionsklausel einzubauen (z. B. „Die Provisionsrate wird nach Ablauf von [X] Monaten überprüft und kann mit [Y] Tagen Ankündigung geändert werden"). Ohne solche Klausel muss der Auftraggeber eine Änderung mit dem Agenten neu verhandeln — ein Agent, der gute Ergebnisse liefert, kann eine höhere Rate verlangen.

Was geschieht mit dem Kundenstamm, wenn die Vereinbarung endet?

Die Vereinbarung regelt dies nicht automatisch. In der Regel behält der Auftraggeber die Kundenbeziehungen; der Agent verliert seinen Provisionsanspruch auf neue Verkäufe dieser Kunden. Es ist sinnvoll, eine Klausel hinzuzufügen, die festlegt, ob der Agent auf Folgeaufträge von Kunden, die er in den letzten [X] Monaten akquiriert hat, noch Provision erhält — und für wie lange. Dies ist ein Verhandlungspunkt zwischen den Parteien.

Wer trägt die Kosten für Marketing und Vertriebsmaterialien?

Die Vereinbarung besagt: Der Agent erhält nur die Provision, keine andere Entschädigung. Daher: der Agent trägt meist seine eigenen Kosten (Reisekosten, Druck, Werbung). Der Auftraggeber kann aber großzügig sein und Schulungen, Datenblätter, Mustermuster kostenlos anbieten. Es ist ratsam, dies in einer Anlage oder zusätzlichen Vereinbarung festzulegen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Kann der Agent das Gebiet unterlizenzieren an andere Agenten?

Nein, nicht ohne schriftliche Genehmigung des Auftraggebers. Die Vereinbarung erteilt das Exklusivrecht dem Agent, nicht die Befugnis weiterzuvergeben. Wenn der Agent das Recht unterlizenzieren möchte, ist eine Änderung der Vereinbarung nötig. In manchen Fällen (z. B. große Gebiete) kann der Auftraggeber dies zulassen, verlangt aber eine Provisionsaufteilung (z. B. 50 % für den ursprünglichen Agenten, 50 % für den Sub-Agenten). Dies ist ein Verhandlungspunkt.

Wie wird die Provision gezahlt — monatlich oder nach Bestellabschluss?

Die Vereinbarung schreibt nicht vor, wie häufig gezahlt wird. Es ist üblich, monatlich oder vierteljährlich zu zahlen — nicht einzeln pro Bestellung. Es ist sinnvoll, eine Clause hinzuzufügen wie: „Die Provision wird monatlich bis zum [TAG] des Folgemonats ausgezahlt, basierend auf in diesem Monat vollständig bezahlten Bestellungen." So hat der Agent vorhersehbare Einnahmen; der Auftraggeber kann Zahlungen bündeln.

Was, wenn der Kunde nicht zahlt — erhält der Agent die Provision trotzdem?

Nein. Die Vereinbarung sagt: „vollständig bezahlte Bestellungen". Das heißt: die Provision wird nur fällig, wenn der Kunde tatsächlich bezahlt hat. Wenn ein Kunde 6 Monate später zahlungsunfähig wird, kann der Auftraggeber die bereits gezahlte Provision rückwärts nicht einfordern — es sei denn, dies ist in einer zusätzlichen Klausel festgehalten. Es ist ratsam, das Ausfallrisiko klar zu regeln (z. B. „Provision entfällt, wenn Rechnung nach 90 Tagen nicht bezahlt ist").

Brauche ich einen Anwalt zur Unterzeichnung dieser Vereinbarung?

Ein Anwalt ist nicht notwendig, aber empfohlen — insbesondere wenn höhere Provisionsvolumen oder Exklusivgebiete beteiligt sind. Ein Anwalt überprüft in etwa 1–2 Stunden für 150–300 € die Vereinbarung auf lokale Gesetze, Steuern und Fallstricke. Das ist deutlich billiger als die Kosten einer fehlerhaften Vereinbarung später.

Gilt diese Vereinbarung in Österreich und der Schweiz?

Diese Vorlage ist auf deutsches Recht ausgerichtet. In Österreich und der Schweiz gelten unterschiedliche Gesetze (ÖGB, OR/Schuldrecht). Es ist ratsam, die Vereinbarung von einem lokalen Anwalt überprüfen zu lassen, bevor Sie sie unterzeichnen. Mindestens sollten Sie das anwendbare Recht explizit in der Vereinbarung festlegen — z. B. „Diese Vereinbarung unterliegt den Gesetzen der Republik Österreich" oder „... des Kantons Zürich".

Im Vergleich zu Alternativen

vs Handelsvertreter-Vertrag (§ 84 HGB)

Der Handelsvertreter-Vertrag ist eine gesetzlich definierte Beziehung mit speziellen Kündigungsschutz- und Provisionsregeln (z. B. Ausgleichsanspruch nach Kündigung). Eine Provisionsvereinbarung ist freier und bietet dem Auftraggeber mehr Flexibilität. Handelsvertreter-Verträge sind sinnvoll, wenn der Agent dauerhaft und kontinuierlich tätig ist; Provisionsverträge, wenn Sie flexiblere Zusammenarbeit wünschen.

vs Affiliate-Marketing-Vereinbarung

Eine Affiliate-Vereinbarung regelt Online-Vertrieb über Links oder Codes; der Agent muss selbst für Traffic sorgen. Eine Provisionsvereinbarung ist offline-freundlich und regelt auch den persönlichen Vertrieb. Affiliate ist gut für digitale Produkte; Provisionsvertrag für physische oder komplexe B2B-Verkäufe.

vs Arbeitsvertrag mit Provisionsanteile

Ein Arbeitsvertrag macht den Agent zum Arbeitnehmer mit Sozialversicherung, Urlaub und Kündigungsschutz. Eine Provisionsvereinbarung behandelt ihn als unabhängigen Auftragnehmer. Ein Arbeitsvertrag kostet mehr, bietet aber mehr Kontrolle und Verpflichtung. Die Provisionsvereinbarung ist billiger, gibt dem Agent mehr Autonomie.

vs Wiederverkäufer- oder Distributor-Vereinbarung

Ein Distributor kauft Produkte selbst und verkauft sie weiter; ein Agent verkauft im Namen des Auftraggebers und erhält Provision. Distributoren haben mehr Risiko und Gewinn; Agenten haben garantierte Provision. Wählen Sie Distributoren für großvolumige, stabile Märkte; Agenten für spezialisierte oder neue Märkte.

Branchenspezifische Hinweise

Technologie und Software

Software-Hersteller nutzen Provisionsagenten, um in neue Märkte zu expandieren, ohne Vertriebsteams aufzubauen.

Pharma und Medizintechnik

Medizinprodukte werden oft über spezialisierte Agenten vertrieben, die Kliniken und Arztpraxen betreuen; Provisionsstrukturen sind hier reguliert.

Immobilien und Makler

Immobilienmakler arbeiten oft als Agenten und verhandeln Provisionen mit Immobilienunternehmen oder -eigentümern.

Versicherungen und Finanzdienstleistungen

Versicherungsvertreter und Finanzberater arbeiten als provisionsgesteuerte Agenten; Regelungen unterliegen dem BaFin-Regelwerk.

Einzelhandel und Vertrieb

Distributoren und Handelsvertreter verkaufen Produkte (Möbel, Textilien, Lebensmittel) an Einzelhandelsgeschäfte auf Provisionsbasis.

B2B-Dienstleistungen

Consulting-, Recruiting- und Marketing-Agenturen vergeben Provisionen an Partner, die Neukunden akquirieren.

Hinweise zur Rechtsprechung

Diese Vorlage ist auf deutsches Recht ausgerichtet. Sie folgt dem BGB und berücksichtigt das HGB (Handelsgesetzbuch), insbesondere § 84 ff. (Handelsvertreter) — wird aber als freiere Provisionsvereinbarung konstruiert. Gültig in Deutschland; Arbeitnehmer-/Auftragnehmer-Status sollte von einem Anwalt überprüft werden.

In Österreich gelten ähnliche Prinzipien (ABGB, Handelsgesetzbuch), aber mit Unterschieden bei Kündigungsschutz und Provisionsansprüchen. Eine lokale Überprüfung durch einen österreichischen Anwalt ist empfohlen, bevor Sie unterzeichnen.

In der Schweiz regelt das Obligationenrecht (OR) Provisionsvereinbarungen. Schweizer Gesetze unterscheiden sich in Feinheiten (z. B. Gerichtsbarkeit, Provisionsanspruch nach Kündigung). Lassen Sie die Vorlage von einem Schweizer Anwalt anpassen, insbesondere für Kündigungsklauseln und Nachkundschafts-Ansprüche.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenEinfache, regionale Provisionsvertriebe mit standardisierten Produkten und klaren Grenzen.0 € (Vorlage selbst bearbeitet)2–3 Stunden Ausfüllen und Druck; sofort einsatzbereit
Vorlage + RechtsprüfungProvisionsverträge mit höheren Volumen (>100 k€ jährlich) oder mehreren Agenten.150–300 € (anwaltliche Stichprobe und Feedback)1–2 Wochen (anwaltliche Überprüfung + Überarbeitungen)
MaßgeschneidertKomplexe Gebietsstrukturen, Multi-Tier-Provision, internationale Agenten oder regulierte Branchen.500–2.000 € (vollständige rechtliche Neufassung)3–4 Wochen (Briefing, Entwurf, Verhandlung, Finalisierung)

Glossar

Auftraggeber
Das Unternehmen, das die Produkte herstellt oder anbietet und den Agenten mit dem Verkauf beauftragt.
Agent
Die natürliche Person oder das Unternehmen, das die Produkte des Auftraggebers im Namen und auf dessen Rechnung verkauft.
Exklusivrecht
Das Recht des Agenten, allein und ohne Konkurrenz im vereinbarten Gebiet die Produkte zu verkaufen.
Provisionsrate
Der Prozentsatz des Verkaufspreises, den der Agent für jede gültige, bezahlte Bestellung erhält.
Verkaufsgebiet
Das geografische Gebiet (Stadt, Region, Land), in dem der Agent berechtigt ist, die Produkte zu verkaufen.
Schriftliche Bestellung
Ein vom Käufer oder in dessen Namen unterzeichnetes Dokument, das einen Kaufvertrag für Produkte darstellt.
Rückgabe und Erstattung
Möglichkeit des Käufers, ein Produkt zurückzugeben und eine teilweise oder vollständige Rückerstattung zu erhalten.
Umsatzsteuer
Die in Deutschland gültige Mehrwertsteuer, die auf den Verkaufspreis aufgeschlagen wird und bei der Provisionsberechnung abgezogen wird.

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