Schlichtungsvereinbarung

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FreiSchlichtungsvereinbarung

Auf einen Blick

Was es ist
Eine Schlichtungsvereinbarung ist ein verbindlicher Vertrag zwischen zwei Parteien, in dem sie sich auf ein strukturiertes Verfahren zur außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten einigen. Das Dokument regelt die Auswahl des Schlichters, die Gebührenregelung, die Verfahrensschritte und die Verbindlichkeit der Schlichtung. Sie erhalten die Vorlage als kostenlosen Word-Download, den Sie online bearbeiten und als PDF exportieren können.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen dieses Dokument, wenn zwei Parteien (Unternehmen, Privatpersonen oder gemischte Konstellationen) einen Konflikt oder eine Dispute haben und eine kostengünstigere und zeitnachere Alternative zum Gerichtsverfahren suchen. Eine Schlichtungsvereinbarung ist besonders sinnvoll bei Geschäftsstreitigkeiten, Vertragsverletzungen oder Meinungsverschiedenheiten, die nicht sofort zur Klage führen sollen.
Was enthalten ist
Die Vorlage enthält Abschnitte zur Identifikation der Parteien und des Schlichters, die Beschreibung der zu schlichtenden Streitigkeiten, die Schlichtungsprozeduren und Verfahrensregeln, eine detaillierte Gebührenregelung (Basisgebühren, Stundensätze, Kostenerstattung), Zahlungsmodalitäten im Voraus sowie Regelungen zur Rückerstattung ungenutzter Gebühren. Sie können alle Platzhalter auf Ihre spezifische Situation anpassen.

Was ist eine Schlichtungsvereinbarung?

Eine Schlichtungsvereinbarung ist ein rechtlich verbindlicher Vertrag zwischen zwei oder mehr Parteien, in dem diese sich darauf einigen, Streitigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten nicht sofort vor Gericht auszutragen, sondern zunächst ein strukturiertes außergerichtliches Schlichtungsverfahren durchzuführen. In diesem Verfahren moderiert ein unabhängiger, neutraler Schlichter die Gespräche und unterstützt die Parteien dabei, selbst zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen. Die Vereinbarung regelt alle wichtigen Aspekte: die Auswahl des Schlichters, die genaue Art der zu schlichtenden Streitigkeiten, die Verfahrensschritte, die Gebührenregelung (Basisbetrag, Stundensätze, Reisekosten, Nebenausgaben), Zahlungsmodalitäten und die Rückerstattung nicht genutzter Vorauskosten. Sie erhalten diese Vorlage als kostenlosen Word-Download, können sie online bearbeiten und als PDF exportieren.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Eine Schlichtungsvereinbarung ist wertvoll, wenn Sie wissen möchten, wie ein Konflikt geklärt werden kann, ohne sofort die Kosten und den zeitlichen Aufwand eines Gerichtsverfahrens zu tragen. Ohne klare Schlichtungsvereinbarung laufen Sie Gefahr, dass bei Streitigkeiten die eine Partei sofort klagt, während die andere versucht, im Gespräch eine Lösung zu finden — das führt zu Verwirrung und hohen Kosten. Eine schriftliche, unterzeichnete Schlichtungsvereinbarung schafft Klarheit, Verbindlichkeit und Fairness: Sie legt fest, wer der Schlichter ist, welche Kosten entstehen und wie sie geteilt werden, welche Streitigkeiten überhaupt geschlichtet werden sollen, und wann (und unter welchen Bedingungen) Gebühren fällig sind. Das schützt sowohl Sie als auch Ihren Geschäftspartner vor ungeplanten Kosten, zeitlichen Verzögerungen und endlosen Verhandlungen. Besonders im Geschäftsleben, wo Beziehungen weitergehen sollen und Vertrauenswille noch vorhanden ist, sind Schlichtungsvereinbarungen häufig die bessere und menschlichere Alternative zum Rechtsstreit.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Für allgemeine Geschätsstreitigkeiten zwischen zwei ParteienSchlichtungsvereinbarung — Standardform
Wenn ein neutraler Mediator die Schlichtung leitetSchlichtungsvereinbarung — mit Mediator
Für Streitigkeiten im Handwerk über Leistung und ZahlungSchlichtungsvereinbarung — Handwerk und Gewerbe
Zur Beilegung von Nachbar- oder GrundstücksgrenzkonfliktenSchlichtungsvereinbarung — Nachbarschaftskonflikt
Für Streitigkeiten zwischen Mieter und VermieterSchlichtungsvereinbarung — Mietrecht
Wenn mehrere Schlichter an der Konfliktlösung beteiligt sindSchlichtungsvereinbarung — mit Schlichterkollegium

Häufige Fehler vermeiden

❌ Streitgegenstand zu vage formuliert (z. B. ‚alle Meinungsverschiedenheiten')

Warum es wichtig ist: Der Schlichter weiß später nicht, wofür er zuständig ist, und Parteien können Schlichtung ablehnen, wenn es um unerwartet breite Themen geht.

Fix: Definieren Sie die Streitigkeiten konkret und beziehen Sie sich auf spezifische Verträge, Daten oder Ereignisse.

❌ Unabhängigkeit des Schlichters nicht ausdrücklich festgehalten

Warum es wichtig ist: Eine Partei kann das Schlichtergebnis später anfechten, wenn Interessenskonflikte nicht dokumentiert sind.

Fix: Schreiben Sie klar auf, dass der Schlichter unabhängig ist und mit keiner Partei beruflich oder geschäftlich verbunden ist.

❌ Gebührenmodell unklar (Pauschalgebühr vs. Stundensätze vermischt ohne Trennlinie)

Warum es wichtig ist: Parteien verstehen nicht, wann und wie viel sie zahlen, und es entstehen Streitigkeiten über die Kostentragung.

Fix: Trennen Sie Pauschal- und Stundensätze klar. Legen Sie fest, ab wann Stundensätze gelten (z. B. ‚über 5 Stunden hinaus').

❌ Keine Vorkassepflicht oder unklar, dass die Schlichtung nicht beginnt, bis bezahlt ist

Warum es wichtig ist: Eine Partei zahlt nicht, und der Schlichter wartet tatenlos — das Verfahren staut sich.

Fix: Schreiben Sie deutlich auf: ‚Die Schlichtungssitzung findet nicht statt, bis die Vorkasse-Gebühren bezahlt sind.'

❌ Reisekosten und Nebenausgaben nicht definiert — welcher Maßstab gilt?

Warum es wichtig ist: Nach der Schlichtung folgt Streit über ungeplante Zusatzkosten, die eine Partei überraschend tragen soll.

Fix: Nennen Sie einen klaren Maßstab (z. B. ‚Rechtsanwaltskammer-Gebührenordnung') und definieren Sie, was ‚Nebenausgaben' sind (Porto, Kopien, Raummiete).

❌ Kein Verfahrensplan — wann und wo finden Sitzungen statt, wer bereitet was vor?

Warum es wichtig ist: Ohne Sitzungstermine und Agenda verzögert sich das Verfahren, oder es gibt Missverständnisse über den Ablauf.

Fix: Fügen Sie einen Verfahrensplan bei oder verweisen Sie auf Standard-Verfahrensregeln eines anerkannten Schlichtungsverbandes.

Die 9 wichtigsten Klauseln, erklärt

Parteienidentifikation und Geltungsbereich

In einfacher Sprache: Bestimmt die Namen, rechtlichen Formen und Adressen beider Parteien sowie das Effektivdatum der Vereinbarung.

Beispielformulierung
Diese Schlichtungsvereinbarung ist wirksam zum [DATUM], ZWISCHEN: [NAME IHRES UNTERNEHMENS], ein Unternehmen, gegründet und bestehend unter den Gesetzen von [BUNDESLAND/STAAT], mit Hauptniederlassung in [IHRE VOLLSTÄNDIGE ADRESSE] UND: [NAME DER ZWEITEN PARTEI], mit Hauptniederlassung in [VOLLSTÄNDIGE ADRESSE].

Häufiger Fehler: Unvollständige oder fehlerhafte Adressen oder Unternehmensbezeichnungen führen zu Ungültigkeit des Vertrags — verwenden Sie die exakte Registerbezeichnung.

Streitgegenstand und Schlichtungspflicht

In einfacher Sprache: Definiert die konkrete Art von Streitigkeiten (z. B. Leistungsmängel, Zahlungsrückstände), die der Schlichter regeln soll.

Beispielformulierung
Beide Parteien vereinbaren, dass [NAME DES SCHLICHTERS] die Schlichtung von Streitigkeiten, die [STREITIGKEIT BESCHREIBEN: z. B. ‚Lieferverzug oder Qualitätsmängel bei Lieferungen im Rahmen des Vertrages vom [DATUM]'] betreffen, durchführt.

Häufiger Fehler: Zu vag formulierte Streitgegenstände (z. B. ‚alle Meinungsverschiedenheiten') führen später zu Unklarheiten über die Zuständigkeit des Schlichters.

Schlichterauswahl und Unabhängigkeit

In einfacher Sprache: Benennt den Schlichter und bestätigt dessen Unabhängigkeit von den Parteien und dem Verwaltungsträger.

Beispielformulierung
Die Parteien vereinbaren, dass [NAME DES SCHLICHTERS] als Schlichter agiert. Die Parteien erkennen an, dass der Schlichter ein freier Dienstnehmer und kein Partner oder Angestellter von [VERWALTER DER SCHLICHTUNG] ist.

Häufiger Fehler: Fehlende Unabhängigkeitserklärung kann später zur Anfechtung des Schlichterurteils durch eine Partei führen.

Schlichtungsprozeduren und Verfahrensregeln

In einfacher Sprache: Regelt die Verfahrensschritte, Sitzungstermine, Informationspflichten und die Anwendung von Standard-Schlichtungsregeln.

Beispielformulierung
Die Schlichtung muss in Übereinstimmung mit dieser Schlichtungsvereinbarung und den aktuellen Schlichtungsprozeduren von [VERWALTER DER SCHLICHTUNG], welche als Anhang angehängt und damit integriert sind, durchgeführt und ausgelegt werden.

Häufiger Fehler: Zu starre oder unklare Verfahrensregeln führen zu Verzögerungen oder Streitigkeiten über das Verfahren selbst.

Gebührenregelung — Basisbetrag und Stundensätze

In einfacher Sprache: Legt die Grundgebühr für die Schlichtung und die zusätzliche Gebühr für weitere Stunden oder Teilnehmer fest.

Beispielformulierung
Die Schlichtungsgebühr beträgt [BETRAG] für ein Minimum von fünf Stunden, danach fällt eine zusätzliche Gebühr von [BETRAG] pro [STUNDE ODER TEILNEHMER] an, beide inklusive Ausgaben.

Häufiger Fehler: Unklare Gebührenmodelle (fehlende Unterscheidung zwischen Stundensätzen und Pauschalgebühren) führen zu Streitigkeiten über Kostentragung.

Reisekosten und Nebenausgaben

In einfacher Sprache: Regelt, wie Reisezeit und Reiseausgaben sowie sonstige Nebenkosten (Raummiete, Porto) erstattet werden.

Beispielformulierung
Die Reisezeit und die Reiseausgaben des Schlichters werden laut [MASSSTAB, z. B. ‚Rechtsanwaltskammer'] verrechnet; anfallende Nebenausgaben zum Anschaffungspreis.

Häufiger Fehler: Fehlende oder zu pauschale Nebenausgabenregelung führt zu ungeplanten Kosten, die nur eine Partei trägt.

Vorkassepflicht und Zahlungsmodalitäten

In einfacher Sprache: Bestimmt, dass beide Parteien Gebühren im Voraus zu gleichen Teilen oder nach Vereinbarung zahlen müssen, und dass die Schlichtung nicht beginnt, bis die Zahlung erfolgt ist.

Beispielformulierung
[BETRAG], zahlbar von [PARTEI]; [BETRAG], zahlbar von [PARTEI]. Die Parteien verstehen, dass die Schlichtungssitzung nicht stattfindet, bis diese Gebühren im Voraus bezahlt sind.

Häufiger Fehler: Keine ausdrückliche Regelung der Zahlungsfälligkeit und der Blockierung des Verfahrens führt zu Zahlungsverzug und Verfahrensverzögerung.

Abrechnung überschießender Gebühren und Rückerstattung

In einfacher Sprache: Regelt, wie Gebühren, die die Vorkasse übersteigen, innerhalb von sieben Tagen zu gleichen oder vereinbarten Teilen bezahlt werden, und wie ungenutztes Geld zurückgegeben wird.

Beispielformulierung
Alle Gebühren für Schlichtungsgebühren, welche die Einzahlung überschreiten, müssen innerhalb von sieben Tagen zu gleichen Teilen oder, falls anders vereinbart, zu jenen Teilen bezahlt werden, die die Parteien vereinbaren. Bei Beendigung werden, nach Abzug der Verwaltungsgebühr und Rückvergütung der Ausgaben, alle ungenutzten, im Voraus bezahlten, Schlichtungsgebühren sofort zu jenen Teilen zurückgegeben, in welchen sie einbezahlt wurden.

Häufiger Fehler: Unklar formulierte Rückerstattungsregeln führen zu Streitigkeiten über die Kostenteilung und verzögerte Rückzahlungen.

Rechtlicher Status des Schlichtungsergebnisses

In einfacher Sprache: Klärt, ob die Schlichtung zu einer verbindlichen oder unverbindlichen Empfehlung führt und unter welchen Bedingungen.

Beispielformulierung
Das Ergebnis der Schlichtung ist [VERBINDLICH / UNVERBINDLICH]. Sollten die Parteien sich einigen, wird die Einigung schriftlich dokumentiert und ist [bindend für beide Parteien / eine Grundlage für weitere Verhandlungen].

Häufiger Fehler: Fehlende oder mehrdeutige Regelung zur Verbindlichkeit führt zu Unklarheiten, ob die Schlichtung eine Lösung erzwingt oder nur beratend ist.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Geltungsdatum und Parteienidentifikation eintragen

    Tragen Sie das Effektivdatum der Vereinbarung ein. Geben Sie die vollständigen Namen beider Parteien, ihre Rechtsform (GmbH, AG, Einzelunternehmen etc.) und ihre genauen Adressen ein. Verwenden Sie die exakten Bezeichnungen aus dem Handelsregister oder Geschäftspapieren.

    💡 Kopieren Sie die Adressen direkt aus offiziellen Dokumenten, um Tippfehler zu vermeiden.

  2. 2

    Streitgegenstand klar definieren

    Schreiben Sie konkret auf, um welche Art von Streitigkeiten es geht (z. B. ‚Streitigkeiten über Lieferverzug oder Qualitätsmängel im Rahmen des Kaufvertrags vom [DATUM]' oder ‚Meinungsverschiedenheiten über die Zahlungskonditionen des Gesellschaftervertrages').

    💡 Je präziser die Definition, desto weniger Raum für Missverständnisse während der Schlichtung.

  3. 3

    Schlichter und Verwaltungsträger benennen

    Geben Sie den Namen des Schlichters oder der Schlichterin ein. Falls die Schlichtung durch einen Verband oder eine Kammer verwaltet wird (z. B. Handelskammer, Handwerkskammer, Rechtsanwaltskammer), nennen Sie diesen als ‚Verwalter der Schlichtung'.

    💡 Der Schlichter sollte neutral sein und von keiner Partei dominiert werden — überprüfen Sie Interessenskonflikte im Voraus.

  4. 4

    Gebühren und Stundenätze festlegen

    Tragen Sie den Pauschalbetrag für die erste Mindestdauer (z. B. 5 Stunden) ein. Legen Sie den Zusatzbetrag pro weitere Stunde oder pro Teilnehmer fest. Entscheiden Sie, ob Ausgaben in die Gebühr eingerechnet oder extra erstattet werden.

    💡 Vergleichen Sie mit Marktstandards in Ihrer Region — zu hohe Gebühren schrecken ab, zu niedrige decken die Kosten nicht.

  5. 5

    Zahlungsmodalitäten und Vorkasse regeln

    Bestimmen Sie, wie viel jede Partei im Voraus zahlen muss (häufig zu gleichen Teilen). Legen Sie fest, dass die Schlichtung erst beginnt, wenn beide Zahlungen eingegangen sind. Setzen Sie eine Frist für Zahlungen über die Vorkasse hinaus (z. B. 7 Tage).

    💡 Vorkasse schützt den Schlichter vor Zahlungsausfallrisiko und zeigt ernsthaftes Engagement beider Parteien.

  6. 6

    Reisekosten und Nebenausgaben klären

    Legen Sie fest, nach welchem Maßstab Reisekosten und -zeit erstattet werden (z. B. nach Rechtsanwaltskammer-Gebührenordnung). Vereinbaren Sie, dass sonstige Nebenausgaben zum Selbstkostenpreis erstattet werden.

    💡 Machen Sie klar, wer welche Kosten trägt — besser zu ausführlich als zu vage.

  7. 7

    Rückerstattungsregeln formulieren

    Regeln Sie, wie ungenutztes Vorkasse-Geld nach Abzug der tatsächlichen Kosten zurück geteilt wird (normalerweise anteilig nach Einzahlung oder nach Vereinbarung).

    💡 Eine klare Rückerstattungsregel verhindert Konflikte über ‚versteckte' Gebühren nach Ende der Schlichtung.

  8. 8

    Rechtlichen Status klären

    Entscheiden Sie, ob die Schlichtung zu einer verbindlichen Entscheidung führt (bindende Schlichtung) oder nur zu einer unverbindlichen Empfehlung (beratende Schlichtung). Dokumentieren Sie dies ausdrücklich.

    💡 Verbindliche Schlichtung ist häufiger, da sie verbindliche Lösungen schafft; unverbindliche Schlichtung ist eher ein Vermittlungsverfahren.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Schlichtungsvereinbarung und einem Schiedsvertrag?

Eine Schlichtungsvereinbarung regelt ein informelles Verfahren, in dem ein Schlichter die Parteien unterstützt, selbst eine Lösung zu finden — das Ergebnis ist oft unverbindlich oder nur mit Zustimmung beider Parteien bindend. Ein Schiedsvertrag (Schiedsabrede) regelt dagegen ein formales Schiedsverfahren, bei dem ein oder mehrere Schiedsrichter eine bindende Entscheidung (das „Schiedsurteil") treffen, die ähnlich wie ein Gerichtsurteil durchgesetzt werden kann. Schlichtung ist eher kooperativ und kostet weniger; Schiedsverfahren ist eher entscheidungsorientiert und rechtlich verbindlicher.

Können wir die Gebühren nachträglich ändern, wenn sich die Schlichtung länger hinzieht als erwartet?

Das hängt von Ihrer Vereinbarung ab. Wenn Sie ausdrücklich vereinbart haben, dass Stundensätze nach einer bestimmten Stundenzahl gelten, dann ja — diese können anfallen, auch wenn sie nicht geplant waren. Um Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie schon in der Schlichtungsvereinbarung maximal zulässige Gebühren oder einen Gebührenkappungsmechanismus vereinbaren (z. B. „insgesamt nicht über [BETRAG]"). Falls nicht vereinbart, kann eine Partei eine Gebührenerhöhung ablehnen und das Verfahren beenden.

Was passiert, wenn sich eine Partei weigert, ihre Vorkasse-Gebühren zu zahlen?

Wenn in der Vereinbarung klar steht, dass die Schlichtung nicht beginnt, bis beide Gebühren gezahlt sind, dann findet das Verfahren einfach nicht statt. Der Schlichter und die andere Partei warten. Eine säumige Partei zeigt damit, dass sie nicht in guter Absicht verhandeln will. Die verständigungswillige Partei kann dann die Schlichtung abbrechen und zu Gericht gehen. Manche Verwaltungsträger haben auch Regeln, dass nach einer bestimmten Frist (z. B. 14 Tagen) ohne Zahlung die Schlichtung automatisch beendet wird.

Ist die Vereinbarung in Österreich und der Schweiz gültig?

Eine Schlichtungsvereinbarung ist grundsätzlich in allen deutschsprachigen Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz) gültig, wenn sie die Gesetze des jeweiligen Landes berücksichtigt. In Deutschland regeln die ZPO (Zivilprozessordnung) und das JMEG (Justizielles Mediengesetz) Schlichtungen. In Österreich gilt ähnliches unter dem Mediationsgesetz. In der Schweiz gibt es Kantonale und föderale Regelungen zur Mediation und Schlichtung. Lassen Sie Ihre konkrete Vereinbarung von einem lokalen Anwalt überprüfen, besonders wenn die Parteien in unterschiedlichen Ländern sitzen.

Können wir eine Schlichtungsvereinbarung ohne Schlichter schließen und die Parteien selbst verhandeln?

Ja, aber dann ist es technisch keine Schlichtung, sondern eher eine „Verhandlungsvereinbarung". Eine echte Schlichtung braucht einen unabhängigen Dritten (Schlichter), der neutral moderiert. Wenn Sie allerdings nur vereinbaren möchten, dass die Parteien vor Gericht zuerst miteinander reden müssen, können Sie das auch ohne Schlichter regeln — nennen Sie es dann eher „Güteverfahren" oder „Vermittlungsversuch". Beachten Sie aber: ohne neutralen Schlichter besteht das Risiko, dass eine Partei später argumentiert, das Verfahren sei nicht seriös gewesen.

Was ist, wenn wir schon eine Schlichtungsvereinbarung haben und jetzt eine neue Streitigkeit auftritt, die nicht in der ursprünglichen Vereinbarung erwähnt war?

Wenn die neue Streitigkeit explizit in der ursprünglichen Vereinbarung ausgeschlossen ist oder außerhalb des definierten Streitgegenstandes liegt, können die Parteien entweder eine Zusatzvereinbarung unterzeichnen (um die Schlichtung auszuweiten) oder zu Gericht gehen. Viele Schlichtungsvereinbarungen enthalten aber eine Klausel wie „und andere damit zusammenhängende Streitigkeiten", die etwas mehr Spielraum gibt. Klären Sie das im Voraus mit Ihrem Schlichter.

Wer trägt die Kosten, wenn der Schlichter eine Seite vor Gericht verliert — kann ich die Schlichtungsgebühren zurückfordern?

Nein, Schlichtungsgebühren sind separate Kosten für das Verfahren selbst — sie sind nicht an das Ergebnis gekoppelt. Wenn die Schlichtung scheitert und eine Partei später vor Gericht verliert, kann sie zwar die Gerichtskosten teilweise vom Gegner zurückfordern, aber nicht die Schlichtungsgebühren. Das ist ein Risiko, das jede Partei trägt, wenn sie sich auf ein Schlichtungsverfahren einlässt. Deshalb lohnt sich Schlichtung vor allem, wenn beide Parteien ernsthaft einen Kompromiss suchen.

Muss die Schlichtungsvereinbarung von einem Anwalt überprüft werden?

Das ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber empfohlen — besonders wenn hohe Beträge, komplexe Streitigkeiten oder mehrdeutige Vertragsklauseln im Spiel sind. Ein Anwalt kann sicherstellen, dass die Vereinbarung rechtsgültig ist, die Gebühren angemessen und die Verfahrensregeln klar sind. Für einfache, kleinere Streitigkeiten (z. B. unter 5.000 €) reicht oft auch die gründliche Selbstkontrolle mit dieser Vorlage aus.

Kann eine Partei die Schlichtung jederzeit beenden?

In den meisten Fällen ja, besonders wenn die Schlichtung unverbindlich ist. Eine Partei kann sagen: „Ich höre auf zu verhandeln" — dann endet das Verfahren. Allerdings können Gebühren, die der Schlichter bereits gearbeitet hat, anfallen und müssen bezahlt werden. Wenn die Schlichtungsvereinbarung ausdrücklich sagt, dass die Schlichtung verbindlich ist und mindestens bis zu einem bestimmten Punkt stattfinden muss, kann ein vorzeitiger Abbruch schwieriger sein. Klären Sie das in Ihrer Vereinbarung.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Gerichtsverfahren

Ein Gerichtsverfahren ist formal, öffentlich und führt zu einem bindenden Urteil, das eine Partei verliert und Berufung einlegen kann. Das dauert Monate bis Jahre und kostet erhebliche Anwaltsgebühren und Gerichtskosten. Eine Schlichtungsvereinbarung ist informell, vertraulich und zielt darauf ab, dass beide Parteien eine Lösung selbst entwickeln — das dauert Wochen bis wenige Monate und kostet deutlich weniger. Schlichtung funktioniert besser, wenn noch eine gewisse Verständnisbereitschaft vorhanden ist; Gericht ist unvermeidlich, wenn eine Partei hart verhandelt und kein Kompromiss in Frage kommt.

vs Schiedsverfahren

Ein Schiedsverfahren ist ähnlich wie ein Gericht, aber privater und schneller — ein oder mehrere Schiedsrichter treffen eine bindende Entscheidung (das Schiedsurteil), die fast nicht anfechtbar ist. Das kostet aber ähnlich viel wie ein Gerichtsverfahren oder mehr. Eine Schlichtungsvereinbarung ist viel kostengünstiger und informeller — die Parteien verhandeln selbst, der Schlichter moderiert nur. Schiedsverfahren ist für große, komplexe Streitigkeiten sinnvoll, Schlichtung für kleinere und mittlere Konflikte, bei denen die Parteien noch miteinander reden mögen.

vs Mediation

Mediation und Schlichtung sind sehr ähnlich — beide sind Verfahren, bei denen ein Dritter (Mediator/Schlichter) die Parteien unterstützt, eine eigene Lösung zu finden. Der Unterschied ist oft nur semantisch: „Mediation" wird eher bei Privatpersonen, Familie und Nachbarn verwendet, „Schlichtung" eher bei Geschäts- und Vertragsstreitigkeiten. Eine Schlichtungsvereinbarung strukturiert das Verfahren aber stärker — sie regelt Gebühren, Verfahrensschritte und Zuständigkeiten detailliert. Eine offene Mediationsvereinbarung ist flexibler.

vs Vergleichsverhandlung ohne Verfahren

Eine freie Vergleichsverhandlung ist völlig informell — die Parteien reden direkt miteinander, ohne Schlichter, ohne strukturiertes Verfahren. Das ist kostenfrei, aber oft ineffizient: Machtungleichgewichte, emotionale Blockaden und Missverständnisse entstehen leicht. Eine Schlichtungsvereinbarung bringt einen neutralen Moderator und klare Spielregeln — das erhöht die Chancen, dass eine faire und dokumentierte Lösung entsteht, auch wenn es etwas kostet.

Branchenspezifische Hinweise

Bauwirtschaft und Handwerk

Schlichtungsvereinbarungen klären Streitigkeiten über Mängel, Verzögerungen und Zusatzkosten ohne aufwändige Gerichtsverfahren.

Handel und E-Commerce

B2B-Konflikte über Liefermängel, Zahlungsverzug oder Rücktrittsrechte werden schneller und kostengünstiger gelöst.

Immobilienwirtschaft und Vermietung

Mietstreitigkeiten, Nebenkosten-Abrechnungen und Schadensersatzforderungen lassen sich außergerichtlich einigen.

Produktion und Logistik

Lieferanten- und Kundenstreitigkeiten über Qualität, Lieferzeit und Zahlungsbedingungen werden median gelöst.

Dienstleistungen und Beratung

Honorarstreitigkeiten, Leistungsmängel und Vertragsverletzungen lassen sich durch Schlichtung schneller klären.

Gesellschaftsrecht und Partnerschaft

Konflikte zwischen Gesellschaftern, Geschäftspartnern oder Genossenschaftsmitgliedern werden durch Schlichter moderiert.

Hinweise zur Rechtsprechung

In Deutschland wird die Schlichtung hauptsächlich durch die ZPO (Zivilprozessordnung) geregelt; insbesondere § 1025–1066 ZPO regeln das Schiedsverfahren, während Schlichtungsverfahren oft als Mediation nach § 1 Mediationsgesetz (MediationsG) behandelt werden. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG) regeln spezielle Schlichtungen. Ihre Vereinbarung sollte klar sein, ob Sie eine privatrechtliche Schlichtung (freiwillig) oder eine gesetzliche Pflichtschlichtung durchführen.

In Österreich regelt das Mediationsgesetz (MediationsG) die Grundlagen von Mediation und Schlichtung. Das Schiedsverfahren wird von der Zivilprozessordnung (ZPO) geregelt. Eine Schlichtungsvereinbarung sollte österreichische Besonderheiten wie die Zuständigkeit der Schlichtungsstellen bei den Bezirksgerichten berücksichtigen. Bei internationalen Streitigkeiten kann auch die Wiener Schlichtungsordnung relevant sein.

In der Schweiz ist Mediation und Schlichtung kantonales Recht — jeder Kanton hat eigene Regelungen. Auf Bundesebene gibt es das Bundesgesetz über Schiedsverfahren (Art. 1–50 IPRG), das Grundlagen für schiedsgerichtliche Verfahren setzt. Eine Schlichtungsvereinbarung sollte einen Kanton oder den Bund als Anwendungsrecht angeben. Für internationale Parteien ist die Schweizerische Schiedsordnung (SCHIEDA) eine Option.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenKleine bis mittlere Streitigkeiten unter 10.000 €, unkomplexe Sachverhalte, beide Parteien kooperativ und gesprächsbereit.0 € (nur die Vorlage); ggf. +20–50 € für eine kurze Online-Konsultation zur Kontrolle.1–2 Stunden Ausfüllzeit; Schlichtung selbst dauert 2–4 Wochen.
Vorlage + RechtsprüfungMittlere Streitigkeiten 10.000–50.000 €, mehrere Parteien oder Subkontraktoren, klar formulierter, aber komplexer Streitgegenstand.200–600 € (Vorlage + anwaltliche Prüfung und Anpassung).3–5 Tage für anwaltliche Überprüfung; Schlichtung danach 3–8 Wochen.
MaßgeschneidertGroße oder sehr komplexe Streitigkeiten über 50.000 €, internationale Parteien, hochrisikante Vertragsverletzungen, vorbereitende Gutachten nötig.1.000–3.000 € (maßgeschneiderte Vereinbarung + umfangreiche rechtliche Gestaltung).2–3 Wochen Vorbereitung; Schlichtung danach 4–12 Wochen oder länger je nach Komplexität.

Glossar

Schlichter
Unabhängige, neutrale Person, die beiden Parteien bei der Einigung auf eine Lösung hilft, ohne eine verbindliche Entscheidung zu erzwingen.
Schlichtung
Außergerichtliches Verfahren zur Streitbeilegung, bei dem ein Schlichter beide Parteien unterstützt, eine Einigung zu erreichen.
Schlichtungsgebühren
Kosten für die Tätigkeiten des Schlichters, einschließlich Vorbereitung, Sitzungen und Nachbereitung.
Außergerichtliche Streitbeilegung (ADR)
Alternative Dispute Resolution — Methoden zur Lösung von Konflikten ohne Gerichtsverfahren (Mediation, Schlichtung, Schiedsverfahren).
Verbindlichkeit der Schlichtung
Grad der Verbindlichkeit des Schlichtungsergebnisses — kann unverbindlich (beratend) oder verbindlich sein.
Verwalter der Schlichtung
Organisation oder Institution (z. B. Kammer, Verband), die das Schlichtungsverfahren verwaltet und überwacht.
Nebenausgaben
Zusätzliche Kosten wie Reisekosten, Raummiete für Schlichtungssitzungen, Versand und Telefongebühren.
Teilnehmerstunde
Gebührenmodell, bei dem die Schlichtungsgebühr pro angefangene Stunde und pro teilnehmende Person berechnet wird.
Vorkasse
Zahlung der Schlichtungsgebühren vor Beginn des Verfahrens, um die Einleitung der Schlichtung zu sichern.
Gebührenerstattung
Rückzahlung ungenutzter, im Voraus gezahlter Gebühren nach Abzug der tatsächlich angefallenen Kosten.
Streitgegenstand
Die konkrete Frage oder das Problem, das zwischen den Parteien umstritten ist und das die Schlichtung regeln soll.

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