Schiedsvertrag

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FreiSchiedsvertrag

Auf einen Blick

Was es ist
Ein Schiedsvertrag ist eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien, alle künftigen Streitigkeiten außergerichtlich durch Schiedsrichter zu klären. Diese Vorlage enthält alle notwendigen Klauseln zur Regelung des Schiedsverfahrens — kostenloser Word-Download, sofort bearbeitbar und als PDF exportierbar.
Wann Sie es brauchen
Ein Schiedsvertrag ist sinnvoll, wenn Sie langfristige Geschäftsbeziehungen mit Partnern, Lieferanten oder Kunden einrichten und Konflikte schnell und kostengünstig beilegen möchten. Er erspart Ihnen lange, teure Gerichtsverfahren und schützt die Vertraulichkeit von Geschäftsdaten.
Was enthalten ist
Die Vorlage regelt die Übertagung von Streitigkeiten an Schiedsgericht, die Bestellung der Schiedsrichter, die Verfahrensordnung, die Anhörungsorte und Fristen sowie den Urteilsspruch. Sie können alle Platzhalter an Ihre spezifische Vereinbarung anpassen.

Was ist eine Schiedsvertrag-Vorlage?

Ein Schiedsvertrag ist eine formelle Vereinbarung zwischen zwei oder mehr Parteien, alle künftigen Streitigkeiten außergerichtlich durch unabhängige Schiedsrichter beizulegen statt vor einem Gericht. Diese Vorlage enthält alle notwendigen Klauseln — von der Definition der streitigen Angelegenheiten über die Bestellung der Schiedsrichter bis zur Verfahrensdauer und zum Urteilsspruch. Sie können alle Platzhalter anpassen, die Vorlage als Word-Datei kostenlos herunterladen, in Ihrem eigenen Editor bearbeiten und als PDF exportieren.

Warum Sie diesen Schiedsvertrag brauchen

Ein Schiedsvertrag schützt Sie vor langen, teuren Gerichtsverfahren. Statt 2–5 Jahre und fünfstellige Kosten vor einem Gericht zu warten, können Sie eine Streitigkeit in 6–12 Monaten durch Schiedsrichter klären — deutlich günstiger und ohne öffentliche Urteilsverkündigung, die Ihre Geschäftsgeheimnisse preisgeben könnte. Der Schiedsspruch ist in über 170 Ländern durchsetzbar (New York Convention), während nationale Gerichtsurteile international schwieriger zu vollstrecken sind. Ohne klare Schiedsregelung riskieren Sie Blockade, gegensätzliche Auslegungen und teure Verzögerungen. Dieser Vertrag gibt beiden Seiten Klarheit, Kostensicherheit und einen handhabbaren Konfliktpfad von Anfang an — besonders wichtig bei Lieferverträgen, Partnerschaften und grenzüberschreitenden Geschäften.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Für allgemeine Geschätsbeziehungen zwischen zwei Parteien ohne spezialisierte Industrie-StandardsSchiedsvertrag — Standardversion
Wenn vorher eine außergerichtliche Verhandlung vor Schiedsrichtern stattfinden sollSchiedsvertrag mit Schlichtungsklausel
Für grenzüberschreitende Geschäfte mit ICC- oder DIS-SchiedsordnungSchiedsvertrag — Internationale Handelstransaktionen
Wenn Verbraucher in Schiedsverfahren eingebunden sind (beschränkte Geltung möglich)Schiedsvertrag — Konsumentenschutz
Für kleinere Konflikte unter bestimmtem Geldwert mit vereinfachtem VerfahrenSchiedsvertrag mit beschränktem Streitwert
Wenn drei oder mehr Parteien an der Vereinbarung beteiligt sindSchiedsvertrag — Mehrparteien-Verfahren

Häufige Fehler vermeiden

❌ Zu allgemeine Streitgegenstandsdefinition

Warum es wichtig ist: Kann später zu Auslegungsstreitigkeiten führen, ob bestimmte Ansprüche schiedsfähig sind; riskiert Teil-Ungültigkeit.

Fix: Benennen Sie konkret, welche Themen ins Schiedsverfahren gehen (z. B. ‚Vertragsinterpretation, Pönale, Lieferverzug') und welche nicht (z. B. ‚Kartellrecht, Betrug').

❌ Unklar benannte oder nicht existente Schiedsrichter-Qualifikationen

Warum es wichtig ist: Ein fachlich unfähiger Schiedsrichter trifft schlechte Entscheidungen, die später vor Gericht angegriffen werden können.

Fix: Fordern Sie ein Mindestalter, Jurastudium oder Branchenerfahrung ein; nutzen Sie Institutslisten (z. B. DIS-Richterlisten).

❌ Fehlende oder zu kurze Ankündigungsfristen für Anhörungen

Warum es wichtig ist: Eine Partei kann nicht ausreichend vorbereitet sein; das Verfahren wird anfechtbar.

Fix: Setzen Sie mindestens 14–30 Tage Vorlauf fest, damit Parteien Zeit zur Vorbereitung, Anwalt-Beauftragung und Zeugenbeschaffung haben.

❌ Keine benannte oder unbekannte Schiedsordnung

Warum es wichtig ist: Ohne verbindliche Regeln entstehen Verfahrensfehler, gegensätzliche Auslegungen und Verzögerungen.

Fix: Nutzen Sie eine bewährte, veröffentlichte Schiedsordnung wie DIS, ICC oder VSBG — mit vollständiger Zitierfähigkeit.

❌ Unrealistische Zeitfristen (zu kurz oder unbegrenzt)

Warum es wichtig ist: Zu kurz: Parteien fordern Verlängerung, Verfahren wird anfechtbar. Unbegrenzt: Kosten explodieren, Verfahren dauert Jahre.

Fix: Setzen Sie 6–12 Monate für Gesamtdauer, 2–4 Wochen für Urteilsspruch nach Beweisschluss fest — angepasst an erwartete Komplexität.

❌ Keine Vertraulichkeitsklausel oder unklare Durchsetzbarkeit

Warum es wichtig ist: Betriebsgeheimnisse, Preise oder Strategien können in Presse landen; Urteilsspruch ist in anderen Ländern nicht durchsetzbar.

Fix: Ergänzen Sie ausdrücklich, dass alle Aussagen, Dokumente und das Urteil vertraulich sind. Verweisen Sie auf die New Yorker Schiedskonvention für internationale Geltung.

Die 8 wichtigsten Klauseln, erklärt

Präambel und Parteienbezeichnung

In einfacher Sprache: Identifizierung der Vereinbarung, des Geltungsdatums und aller beteiligten Parteien mit Gründungsdaten und Sitze

Beispielformulierung
Dieser Schiedsvertrag ist wirksam zum [DATUM], ZWISCHEN: [NAME IHRES UNTERNEHMENS], repräsentiert von [NAME DES RECHTSANWALTS], ein Unternehmen, gegründet unter den Gesetzen von [BUNDESLAND/STAAT], mit Hauptniederlassung in [ORT].

Häufiger Fehler: Unvollständige oder mehrdeutige Parteienbezeichnung — verwenden Sie offizielle Firmennamen und Registerauszüge, nicht Spitznamen

Dem Schiedsgericht zu übergebende Angelegenheiten

In einfacher Sprache: Beschreibung aller Streitigkeitstypen, die ans Schiedsgericht gehen — Vertragsbruch, Interpretation, Gültigkeit

Beispielformulierung
Alle Streitigkeiten und Kontroversen jeder Art, welche in Verbindung mit [BESCHREIBEN DER VEREINBARUNG] entstehen, müssen an das Schiedsgericht übergeben werden.

Häufiger Fehler: Zu breite oder zu enge Definitionen — klar benennen, welche Ansprüche ausdrücklich NICHT schiedsfähig sind (z. B. Kartellverstöße, Betrug)

Beantragung des Schiedsverfahrens

In einfacher Sprache: Formelle Anforderungen für die schriftliche Einleitung des Verfahrens — Frist, Inhalte der Anmeldung, benannte Schiedsrichter

Beispielformulierung
Jede Partei kann das Schiedsgericht schriftlich innerhalb von [ANZAHL] Tagen nach der Entscheidung der Kontroverse beantragen, wobei dieser Antrag den Namen des gewählten Schiedsrichters und eine Stellungnahme vom Thema der Kontroverse enthalten muss.

Häufiger Fehler: Keine oder sehr lange Fristen setzen — führt zu Verzögerungen; typisch 30–60 Tage nach Ausfall von Verhandlungen

Bestellung der Schiedsrichter

In einfacher Sprache: Verfahren, wie jede Partei ihren Schiedsrichter benennt und wie der dritte Schiedsrichter gewählt wird

Beispielformulierung
Innerhalb von [ANZAHL] Tagen nach einem solchen Antrag muss die andere Partei ihren Schiedsrichter bekannt geben. Falls nicht, wird dieser von der Schiedskommission bestellt. Die zwei Schiedsrichter müssen innerhalb von [ANZAHL] Tagen einen dritten Schiedsrichter bestimmen.

Häufiger Fehler: Keine Vorgaben für Unparteilichkeit oder Fachkompetenz — klar festlegen, welche Qualifikationen (z. B. Jurist, 10 Jahre Branchenerfahrung) erforderlich sind

Anhörungsort und Zeitplan

In einfacher Sprache: Festlegung des Ortes, an dem die Schiedsanhörung stattfindet, und der Ankündigungsfristen für die Parteien

Beispielformulierung
Die Anhörung vor dem Schiedsgericht findet in [ORT DER ANHÖRUNG] statt, nachdem dies den Parteien [ANZAHL] Tage vorher angekündigt wurde.

Häufiger Fehler: Unklare Ortsangabe oder zu kurze Ankündigungsfristen — mindestens 14–30 Tage Vorlauf für eine faire Vorbereitung

Anwendbare Schiedsordnung

In einfacher Sprache: Verweis auf eine standardisierte Schiedsordnung (DIS, ICC, VSBG) und auf das Beweisrecht des Landes

Beispielformulierung
Die Schiedsordnung und Prozeduren von [BESTIMMTES GEWERBE, INDUSTRIE ODER VEREINIGUNG] müssen während der Anhörung angewandt werden; die Beweisaufnahme unterliegt dem Beweisrecht von [BUNDESLAND/STAAT].

Häufiger Fehler: Keine Schiedsordnung benannt oder unklare, selbstgeschriebene Regeln — verwenden Sie bewährte internationale Normen (z. B. DIS-Schiedsordnung für Deutschland)

Dauer der Anhörung und Urteilsspruch

In einfacher Sprache: Zeitrahmen für die Beendigung der Beweisaufnahme und Frist für den endgültigen Urteilsspruch

Beispielformulierung
Die Schiedsgerichtsanhörung muss innerhalb von [anzahl] Tagen beendet sein, außer dies wird von den Schiedsrichtern anders angeordnet; der Urteilsspruch muss innerhalb von [anzahl] Tagen nach Beendigung der Beweiseinreichung erfolgen.

Häufiger Fehler: Unrealistische Fristen (z. B. 10 Tage für komplexe Verfahren) — üblicherweise 6–12 Monate für Gesamtdauer, je nach Komplexität

Vertraulichkeit und Ausführbarkeit

In einfacher Sprache: Regelung der Vertraulichkeit des Verfahrens und Bestimmungen zur Durchsetzung des Urteilsspruchs in anderen Ländern

Beispielformulierung
[Optional: Alle Verhandlungen, Aussagen und Dokumente sind vertraulich und dürfen nicht Dritten offenbart werden. Der Urteilsspruch ist bindend und kann in Ländern der New Yorker Schiedskonvention durchgesetzt werden.]

Häufiger Fehler: Keine Vertraulichkeitsregelung — kann zu Presseberichten oder Konkurrentenvorteil führen

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Parteienangaben eintragen

    Ersetzen Sie alle [NAME IHRES UNTERNEHMENS] und [NAME DER ANDEREN PARTEI] durch die offiziellen, vollständigen Firmennamen und Adressen beider Parteien. Nutzen Sie Unternehmensregister oder Handelsregisterauszüge, um Gründungsdaten und Bundesländer zu verifizieren.

    💡 Verwenden Sie offizielle Firmennamen — Tippfehler oder Spitznamen können später zu Ungültigkeit führen.

  2. 2

    Geltungsdatum und Geschäftsbeziehung definieren

    Setzen Sie [DATUM] für den Tag der Unterzeichnung und erklären Sie in [BESCHREIBEN DER VEREINBARUNG] konkret, welche Verträge oder Geschäftsbeziehungen dieser Schiedsvertrag abdeckt (z. B. ‚Liefervertrag vom 1. Januar 2025', ‚alle zukünftigen Geschäftstransaktionen').

    💡 Je präziser Sie sind, desto seltener entstehen später Streitigkeiten über die Geltung des Schiedsvertrags.

  3. 3

    Antragsfristen setzen

    Füllen Sie die [ANZAHL] Tage für die Beantragung des Verfahrens ein. Üblich sind 30–60 Tage nach Eskalation oder Verhandlungsscheitern. Dadurch wird verhindert, dass Ansprüche verjähren, bevor das Verfahren eingeleitet wird.

    💡 Zu kurze Fristen (unter 30 Tagen) können zu hastigen Entscheidungen führen; zu lange (über 90 Tagen) erhöhen das Risiko von Verjährung.

  4. 4

    Bestellung und Besetzung der Schiedsrichter

    Legen Sie fest, innerhalb welcher Frist [ANZAHL] Tage jede Partei ihren Schiedsrichter benennt, wer den dritten Schiedsrichter bestellt, und an wen die Parteien sich wenden, wenn keine Einigung erreicht wird (z. B. DIS — Deutsche Institution für Schiedsgerichtsbarkeit).

    💡 Klare Regelung vermeidet Blockadesituationen und teure Verfahrensfehler.

  5. 5

    Anhörungsort und Verfahrensordnung bestimmen

    Geben Sie einen konkret ausführbaren Ort an [ORT DER ANHÖRUNG] ein (z. B. ‚Berlin', ‚Zürich') und nennen Sie eine bewährte Schiedsordnung [BESTIMMTES GEWERBE, INDUSTRIE ODER VEREINIGUNG]. Für Deutschland sind DIS-Ordnung, ICC-Ordnung oder die Schiedsordnung der Industrie- und Handelskammer typisch.

    💡 Vermeiden Sie zu weit entfernte Orte, um Reisekosten für alle Beteiligten gering zu halten.

  6. 6

    Fristen für Anhörung und Urteilsspruch eintragen

    Bestimmen Sie realistische Fristen [anzahl] Tage für das Ende der Beweisaufnahme und den Urteilsspruch danach. Typisch: Anhörung innerhalb von 6–12 Monaten abgeschlossen; Urteilsspruch 2–4 Wochen danach.

    💡 Zu kurze Fristen führen zu Anfechtungen; zu lange Fristen machen das Verfahren sinn- und kostlos.

  7. 7

    Rechtsprüfung und Unterzeichnung

    Lesen Sie den ausgefüllten Vertrag gründlich durch und lassen Sie ihn von einem Anwalt mit Schiedsrecht-Erfahrung prüfen. Unterzeichnen Sie dann beide Parteien mit Datum und Ort.

    💡 Eine rechtliche Überprüfung ist sehr empfohlen — Fehler im Schiedsvertrag können später nicht mehr korrigiert werden.

  8. 8

    Versand und Archivierung

    Senden Sie beidseitig unterzeichnete Originale oder beglaubigte Kopien an die andere Partei. Archivieren Sie mindestens ein Original plus eine digitale Kopie (gescannt, PDF) für 10 Jahre.

    💡 Nutzen Sie beglaubigte Zustellung per Einschreiben, um Zugang zu beweisen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Schiedsvertrag und Schiedsklausel?

Ein Schiedsvertrag ist eine separate Vereinbarung, die zwei Parteien eingehen, nachdem ein Streit bereits entstanden ist. Eine Schiedsklausel ist Teil eines Hauptvertrags und regelt im Voraus, dass künftige Streitigkeiten vor Schiedsgericht gehen. In der Praxis wird oft beides zusammen verwendet: die Schiedsklausel im ursprünglichen Liefervertrag, und später ein detaillierter Schiedsvertrag, wenn ein Streit ausbricht.

Kann ich den Schiedsvertrag später noch ändern oder kündigen?

Nein, ein wirksam unterzeichneter Schiedsvertrag ist bindend und kann nicht einseitig gekündigt werden. Beide Parteien müssen sich einigen, um ihn zu ändern. Das ist auch der Grund, warum eine gründliche Überprüfung vor Unterzeichnung so wichtig ist. Achten Sie darauf, dass alle Platzhalter und Fristen realistisch sind, bevor Sie unterzeichnen.

Wer zahlt die Kosten für das Schiedsverfahren?

Die Schiedsgebühren, Honorare der Schiedsrichter und Verwaltungskosten (z. B. DIS-Gebühren) werden in der Regel von den Parteien gemeinsam getragen, es sei denn, der Schiedsvertrag regelt etwas anderes. Die unterlegene Partei muss oft auch die Anwaltskosten der Gegenpartei bezahlen. Deshalb ist ein Schiedsvertrag günstiger als ein Gerichtsverfahren, aber immer noch kostspielig — für kleinere Streitigkeiten (unter 50.000 €) ist Mediation oft besser.

Kann ich gegen den Schiedsspruch vor Gericht Berufung einlegen?

Nein, ein Schiedsspruch ist bindend und endgültig. Es gibt nur sehr enge, begrenzte Gründe, ihn anzufechten (z. B. grobe Verfahrensfehler, Korruption, Nichtunabhängigkeit des Schiedsrichters). Die meisten Landesgerichte erkennen dies an. Das ist ein großer Vorteil, aber auch ein Risiko — achten Sie darauf, dass der Schiedsrichter wirklich neutral und fachkompetent ist.

Gilt der Schiedsvertrag auch für Unterkontraktoren oder Nachfolger?

Nein, nur die Parteien, die den Schiedsvertrag unterzeichnet haben, sind daran gebunden. Wenn ein Unternehmen verkauft oder fusioniert wird, kann sich die Nachfolgerin dem Vertrag entziehen, wenn sie nicht ausdrücklich zustimmt. Deshalb sollten Sie im Schiedsvertrag klarstellen, ob er auf Tochterunternehmen oder verbundene Unternehmen zutrifft.

Welche Schiedsordnung soll ich in Deutschland wählen?

Die drei verbreitetsten Schiedsordnungen sind: (1) DIS-Schiedsordnung (Deutsche Institution für Schiedsgerichtsbarkeit) — am wenigsten teuer, sehr schnell, ideal für Deutschlandfocus; (2) ICC-Ordnung (International Chamber of Commerce) — international anerkannt, umfassend, teurer; (3) VSBG-Ordnung (Verband der Schiedsrichter und Gutachter) — speziell für Privatrechtsstreitigkeiten, einfacher Einstieg. Für mittelständische Unternehmen ist DIS meist ausreichend.

Was passiert, wenn eine Partei zum Schiedsverfahren nicht erscheint?

Der Schiedsrichter kann das Verfahren „ex parte" (ohne die andere Partei) fortsetzen und einen Urteilsspruch treffen. Allerdings muss er die fehlende Partei vorher mehrfach auffordern zu erscheinen. Das Verfahren darf nicht zu überraschend sein. In der Praxis ist es meist besser, sich einzulassen, auch wenn die Chancen schlecht stehen — es zeigt dem Gericht, dass Sie fair mitgewirkt haben.

Sind Schiedsvereinbarungen mit Verbrauchern gültig?

In Deutschland sind Schiedsverträge mit Verbrauchern (Privatpersonen, nicht Geschäftsleute) nur unter strengen Bedingungen gültig. Der Vertrag muss in Schriftform vorliegen, muss dem Verbraucher zur Unterschrift vorgelegt werden (nicht versteckt in AGB), und darf nicht einseitig nachteilig sein. Viele Länder verbieten Schiedsklauseln in Verbraucherkaufverträgen ganz. Konsultieren Sie einen Anwalt, bevor Sie einen Schiedsvertrag mit Privatpersonen schließen.

Kann der Schiedsspruch in mehreren Ländern durchgesetzt werden?

Ja, wenn Sie die New Yorker Übereinkommen über die Anerkennung und Durchsetzung ausländischer Schiedssprüche (1958) befolgen. Fast 170 Länder haben unterzeichnet, einschließlich Deutschland, Österreich, Schweiz und USA. Das macht Schiedssprüche viel durchsetzbarer als Gerichtsurteile. Nennen Sie daher „New York Convention" im Schiedsvertrag, um internationale Geltung zu sichern.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Gerichtsverfahren

Gerichtsverfahren sind öffentlich, dauern 2–5 Jahre und können sehr teuer werden (Gerichtsgebühren, Anwaltsgebühren, Zeugenhonorar). Ein Schiedsverfahren ist privat, dauert meist 6–12 Monate, kostet weniger und der Urteilsspruch ist international leichter durchsetzbar. Allerdings ist der Schiedsspruch bindend und kann nicht wie ein Gerichtsurteil angefochten werden — das ist ein Risiko, wenn die Entscheidung unfair ist. Für größere Streitigkeiten (über 100.000 €) oder wenn eine Partei Chancen auf erfolgreiche Berufung hat, ist Gericht besser.

vs Mediation und Schlichtung

Bei Mediation helfen neutrale Mediatoren beiden Parteien, eine Einigung zu erzielen — es gibt keinen verbindlichen Urteilsspruch. Mediation ist billiger und schneller als Schiedsverfahren, aber scheitert oft, wenn eine Partei nicht kooperiert. Ein Schiedsvertrag erzwingt dagegen eine verbindliche Entscheidung des Schiedsrichters. Für Nachbarschaftsstreitigkeiten oder emotionale Konflikte ist Mediation besser; für geschäftliche, technische Fragen ist Schiedsverfahren effektiver.

vs Schiedsklausel in Vertrag

Eine Schiedsklausel wird schon vor dem Streit im Originalvertrag festgehalten und ist kürzer (5–10 Zeilen). Ein separater Schiedsvertrag wird eingegangen, nachdem ein Streit ausbricht, und regelt das Verfahren detailliert. Die meisten Verträge haben eine Schiedsklausel als Standard; ein Schiedsvertrag ist die Konkretisierung, wenn es zu einem Conflict kommt. Für langfristige Verträge (Lieferverträge, Partnerschaften) ist eine Schiedsklausel sinnvoll.

vs Schiedsgutachten und Schiedsspruch

Ein Schiedsgutachten ist eine professionelle Bewertung einer strittigen Frage (z. B. Marktwert eines Gutes), ist aber nicht bindend — die Parteien können es ablehnen. Ein Schiedsspruch ist das Urteil eines Schiedsrichters oder -gerichts und ist bindend. Wenn es in einem Vertrag um eine technische Frage geht (z. B. ist dieser Motor defekt?), kann ein Gutachten schneller und günstiger sein. Wenn es um Rechte und Pflichten geht (z. B. wer schuldet wem Geld?), ist ein Schiedsverfahren nötig.

Branchenspezifische Hinweise

Handel und Logistik

Warenstreitigkeiten, Verzögerungen und Qualitätsmängel können schnell durch Schiedsverfahren ohne öffentliche Prozesse geklärt werden, was die Geschäftsbeziehung bewahrt.

Immobilien und Bauwesen

Baumängel, Verzögerungen und Kostenüberschreitungen sind häufig; Schiedsverfahren sind schneller als Baugericht und können Baufortschritt nicht stoppen.

Technologie und Software

Lizenzstreitigkeiten, Patentfragen und Hardwarefehlschläge werden technisch kompliziert — Schiedsrichter mit IT-Expertise können schneller entscheiden als Generalisten.

Finanzdienstleistungen und Banking

Kreditausfallstreitigkeiten, Kapitalmarktstreitigkeiten und Versicherungsansprüche sind zeitkritisch; Schiedsverfahren sind vertraulicher als Gerichtsverfahren.

Manufaktur und Industrieproduktion

Lieferkettenstreitigkeiten, Qualitätskontrollmängel und technische Spezifikationskonflikte können durch fachkundige Schiedsrichter schneller beigelegt werden.

Gesundheitswesen und Pharma

Lizenzen für Arzneistoffe, Herstellungsvertragsverletzungen und Produkthaftungsfragen sind sensitive Themen — Schiedsverfahren wahren Vertraulichkeit und Geschäftsgeheimnisse.

Hinweise zur Rechtsprechung

In Deutschland regelt das Schiedsverfahrensgesetz (SchVG) die Gültigkeit von Schiedsverträgen. Schiedsverträge müssen schriftlich vorliegen und dürfen nicht gegen öffentliche Ordnung verstoßen. Die Deutsches Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) ist die führende Schiedsinstitutuion. Deutsche Gerichte erkennen Schiedssprüche nach New York Convention an.

In Österreich regelt das österreichische Schiedsgerichtsgesetz (SchG 1997) die Gültigkeit. Schiedsverträge müssen ebenfalls schriftlich vorliegen. Österreich ist Mitglied der New York Convention. Die österreichische Schiedsgerichtsbarkeit (ÖSG) und DIS sind führende Institutionen.

In der Schweiz ist das Schiedsverfahrensrecht in Kapitel 12 des Bundeszivilprozessgesetzes (ZPO) geregelt. Schiedsverträge gelten als sehr anwenderfreundlich; die Schweiz ist international als Schiedsstandort anerkannt. Swiss Rules und DIS sind übliche Schiedsordnungen.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenEinfache Geschäftsbeziehungen zwischen Partnern gleicher Größe, Streitwert unter 50.000 €0–50 € für Vorlage2–3 Tage Eigenarbeit
Vorlage + RechtsprüfungMittlere Streitwerte (50.000–250.000 €), internationale Geschäfte, spezialisierte Branchen (Pharma, IT)50–300 € Vorlage + 500–1.500 € Anwaltsprüfung1–2 Wochen inklusive Anwalt-Feedback
MaßgeschneidertGroße Streitwerte über 250.000 €, mehrseitige Verträge, komplexe Geschäftsstrukturen, internationale Rechtsfragen2.000–5.000 € für vollständig anwaltlich verfassten Vertrag3–4 Wochen Entwicklung mit Anwalt

Glossar

Schiedsrichter
Neutrale, von den Parteien gewählte Person, die Streitigkeiten bindend entscheidet — keine staatliche Richterin
Schiedsverfahren
Außergerichtliche Konfliktlösung durch private Schiedsrichter statt Gerichte
Schiedsgericht
Panel aus ein oder drei Schiedsrichtern, das gemeinsam einen Urteilsspruch fällt
Schiedsordnung
Regeln und Prozeduren, die das Schiedsverfahren regeln (z. B. DIS, ICC, VSBG)
Urteilsspruch
Bindende, endgültige Entscheidung des Schiedsgerichts — nicht anfechtbar wie ein Gerichtsurteil
Streitgegenstand
Die konkrete Frage oder der Anspruch, der zwischen den Parteien strittig ist
Schiedsklausel
Bestimmung in einem Vertrag, die Streitigkeiten automatisch ans Schiedsgericht überweist
Schiedskommission
Verwaltungstelle, die die Bestellung von Schiedsrichtern organisiert (wenn Parteien sich nicht einigen)
Schlichtung
Vorstufe vor Schiedsverfahren, bei der ein Vermittler die Parteien zu Einigung bringt
Beweisaufnahme
Phase des Schiedsverfahrens, in der beide Parteien Dokumente und Zeugen vorlegen

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