Lizenzvertrag für Trial Software

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FreiLizenzvertrag für Trial Software

Auf einen Blick

Was es ist
Ein Lizenzvertrag für Trial Software ist eine rechtlich bindende Vereinbarung zwischen einem Softwareentwickler (Lizenzgeber) und einem Tester oder potenziellen Käufer (Lizenznehmer). Das Dokument regelt die zeitlich begrenzte, kostenlose Nutzung einer Demo- oder Evaluierungssoftware und schützt das geistige Eigentum des Unternehmens. Sie erhalten diese Vorlage als bearbeitbare Word-Datei zum sofortigen Download.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen diesen Vertrag, wenn Sie Software-Entwickler sind und eine Test- oder Demo-Version Ihres Produkts an potenzielle Kunden, Partner oder Investoren übergeben möchten. Der Vertrag sichert ab, dass die Software nach dem Testzeitraum zurückgegeben wird und dass vertrauliche Informationen nicht an Dritte weitergegeben oder für konkurrenzierende Produkte genutzt werden.
Was enthalten ist
Die Vorlage enthält Klauseln zu Lizenzumfang und Testzeitraum, Rückgabepflicht der Demo-Software, begrenzte Haftung und Garantieverzicht, Eigentumsrechte und Reverse-Engineering-Verbot, sowie umfassende Vertraulichkeitsbestimmungen zum Schutz von Geschäftsgeheimissen und proprietären Informationen.

Was ist eine Lizenzvertrag für Trial Software?

Ein Lizenzvertrag für Trial Software ist eine rechtsverbindliche Vereinbarung zwischen einem Softwareentwickler oder -anbieter (Lizenzgeber) und einem Tester, potenziellen Käufer oder Investor (Lizenznehmer). Der Vertrag regelt die zeitlich begrenzte, kostenlose Nutzung einer Demo- oder Evaluierungsversion eines Softwareprodukts. Im Gegensatz zu einer vollständigen Kauflizenz ist eine Trial-Lizenz typischerweise unbezahlt, nicht ausschließlich und widerrufen kann jederzeit. Die Vorlage schützt Ihr geistiges Eigentum durch klare Bedingungen zur Geheimhaltung, zum Reverse-Engineering-Verbot und zur Rückgabepflicht der Software. Sie erhalten diese Vorlage als bearbeitbare Word-Datei zum sofortigen Download – ohne versteckte Gebühren oder komplizierte Schritte.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Wer Trial-Software oder Test-Versionen an Interessenten vergibt, ohne einen klaren Lizenzvertrag, läuft Risiko: Der Tester kann die Software nach Ablauf behalten, den Code reverse-engineeren, ihn an Konkurrenten weitergeben oder auf Basis Ihrer Innovation ein Konkurrenzprodukt bauen. Ein Lizenznehmer könnte auch behaupten, dass die Trial-Software fehlerhaft ist, und unerwartete Schadensersatzforderungen einreichen – ohne eine Haftungsbegrenzung kann dies existenzbedrohend sein. Dieser Vertrag schützt Sie durch:

  • Klare Rückgabepflicht nach Ablauf der Testphase
  • Haftungsbegrenzung auf einen Höchstbetrag (Sie bestimmen diesen)
  • Garantieverzicht – die Software ist unverbindlich und „wie besehen" bereitgestellt
  • Vertraulichkeitsklauseln – der Lizenznehmer darf Geschäftsgeheimisse nicht weitergeben oder für Konkurrenz-Produkte nutzen
  • Eigentumsschutz – Sie behalten alle Urheberrechte und Patente, unabhängig von Tests
  • Reverse-Engineering-Verbot – der Lizenznehmer darf nicht versuchen, Ihren Code oder Algorithmen zu kopieren oder freizulegen

Besonders wichtig: Der Vertrag dokumentiert rechtlich, dass es sich um eine begrenzte Testlizenz handelt, nicht um eine Schenkung oder einen Verkauf. Dies schützt Sie vor Ansprüchen, dass der Lizenznehmer unbegrenzte Nutzungsrechte erhalten hat. Ein professioneller Lizenzvertrag signalisiert auch Ernsthaftigkeit und Schutz – dies erhöht das Vertrauen von Investoren und großen Kunden in Ihr Unternehmen.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Kurzfristige Evaluierung durch Einzelperson oder kleines TeamBasis Trial License (30 Tage)
Längerer Testzeitraum für gründlichere Bewertung durch UnternehmenExtended Trial License (90 Tage)
Testzeitraum mit Zugang zu Onboarding oder technischen FragenTrial mit technischem Support
Mehrere Nutzer oder Abteilungen testen gleichzeitigMulti-User Trial License
Besondere Anforderungen für DSGVO oder regulierte BranchenTrial mit Datenschutz-Addendum

Häufige Fehler vermeiden

❌ Keinen genauen Testzeitraum festlegen

Warum es wichtig ist: Dies führt zu Streit darüber, wann die Rückgabepflicht beginnt und verlängert unnötig die Beziehung.

Fix: Spezifizieren Sie Start- und Enddatum in Klartext (z. B. '01. Juni 2026 bis 30. Juni 2026').

❌ Haftungsgrenzen nicht definieren

Warum es wichtig ist: Ihr Unternehmen kann für unbegrenzte Schäden haftbar gemacht werden, wenn die Software schadhaft ist oder Daten verliert.

Fix: Setzen Sie einen realistischen Höchstbetrag fest (z. B. 10.000 Euro) und schließen Sie indirekte Schäden aus.

❌ Rückgabepflicht zu vage formulieren

Warum es wichtig ist: Der Lizenznehmer kann behnen, dass unklar ist, was 'Rückgabe' bedeutet, und die Software behalten.

Fix: Spezifizieren Sie: 'Der Lizenznehmer muss alle Kopien, Installationen und Dateien physisch vernichten oder an den Lizenzgeber zurückgeben.'

❌ Keine Klausel für vertragsbruch durch Reverse Engineering

Warum es wichtig ist: Der Lizenznehmer kann Ihren Quellcode kopieren oder dekompilieren, ohne dass Sie eine klare Grundlage zur Klage haben.

Fix: Fügen Sie explizit ein: 'Reverse Engineering, Dekompilierung und Disassemblierung sind nicht erlaubt.' Bestätigen Sie, dass der Versuch ein Vertragsbruch ist.

❌ Vertraulichkeitsregeln nicht auf Mitarbeiter erstrecken

Warum es wichtig ist: Der Lizenznehmer kann behaupten, dass nur das Unternehmen selbst verpflichtet ist, aber Mitarbeiter die Software weitergeben dürfen.

Fix: Fügen Sie ein: 'Der Lizenznehmer ist verantwortlich für die Einhaltung dieser Bedingungen durch alle Mitarbeiter und Partner, die Zugang haben.'

❌ Keine Klausel für Schäden durch nicht autorisierte Verwendung

Warum es wichtig ist: Wenn der Lizenznehmer die Software zur Entwicklung eines Konkurrenzprodukts nutzt, haben Sie möglicherweise keinen klaren Schadensersatzanspruch.

Fix: Fügen Sie explizit ein: 'Der Lizenznehmer darf die Software nicht zur Entwicklung konkurrierender Produkte oder zur Weitergabe an Dritte nutzen.'

Die 8 wichtigsten Klauseln, erklärt

Lizenzgewährung und Dauer

In einfacher Sprache: Der Lizenzgeber räumt dem Lizenznehmer eine begrenzte, kostenlose und widerrufliche Lizenz ein, um die Demo-Software für einen definierten Testzeitraum zu nutzen.

Beispielformulierung
Der Lizenzgeber gewährt dem Lizenznehmer eine nicht ausschließliche, nicht übertragbare, widerrufbare, kostenlose Lizenz für die Benutzung des Demo-Systems für einen [ANZAHL] Tage dauernden Testzeitraum, welche am [STARTDATUM] beginnt und am [ENDDATUM] endet.

Häufiger Fehler: Keinen genauen End-Termin festlegen – dies führt zu Streit über die Rückgabepflicht.

Rückgabe oder Vernichtung

In einfacher Sprache: Der Lizenznehmer muss die gesamte Software, alle Kopien und die Dokumentation nach Ende der Testphase zurückgeben oder vernichten und dies schriftlich bestätigen.

Beispielformulierung
Der Lizenznehmer muss dem Lizenzgeber innerhalb von [ANZAHL] Arbeitstagen nach dem Ende der Testperiode die gesamte Software und Dokumentation zurückgeben oder, nach alleinigem Ermessen des Lizenzgebers, vernichten und dem Lizenzgeber schriftlich bestätigen, dass die Software vernichtet wurde.

Häufiger Fehler: Keine klare Frist für Rückgabe oder Vernichtung angeben – führt zu Retention und Compliance-Problemen.

Begrenzte Gewährleistung

In einfacher Sprache: Der Lizenzgeber garantiert nur, dass er das Recht hat, die Software zu lizenzieren. Alle anderen Garantien (Funktionalität, Eignung) sind ausdrücklich ausgeschlossen.

Beispielformulierung
Der Lizenzgeber garantiert, dass er das Recht hat, dem Lizenznehmer die temporäre Benutzung des Demo-Systems zu gewähren. Der Lizenzgeber gewährt keine weiteren Garantien, inklusive der gesetzlichen Gewährleistung der Gebrauchstauglichkeit und der Eignung für einen bestimmten Zweck.

Häufiger Fehler: Eine allgemeine Funktionsgarantie einbauen – dies kann zu Haftungsansprüchen führen, obwohl es eine Test-Software ist.

Haftungsbegrenzung

In einfacher Sprache: Die Haftung des Lizenzgebers ist auf einen Höchstbetrag begrenzt; Schadensersatz für indirekte oder Folgeschäden ist ausgeschlossen.

Beispielformulierung
Die gesamte Verbindlichkeit des Lizenzgebers kann [BETRAG] nicht überschreiten. Der Lizenzgeber ist auf keinen Fall für indirekte, spezielle, zufällige oder folgende Schäden, inklusive Schäden durch Verlust von Profiten, Daten oder Geschäften, verantwortlich.

Häufiger Fehler: Keinen Höchstbetrag festlegen – dies lässt das Unternehmen unbegrenzte Haftung offen.

Eigentumsrechte und Copyright

In einfacher Sprache: Der Lizenzgeber behält alle Eigentumsrechte an der Software und dem Code. Der Lizenznehmer erhält nur das Recht zu testen, nicht Besitz oder Urheberrecht.

Beispielformulierung
Der Lizenznehmer erkennt an, dass der Lizenzgeber alle Rechte, Titel und Ansprüche am Demo-System und allen Kopien davon behält, und dass keine Rechte am geistigen Eigentum auf den Lizenznehmer übergehen, außer den hier ausdrücklich spezifizierten.

Häufiger Fehler: Das Copyright nicht klar dem Lizenzgeber zuordnen – dies kann zu späteren Disputes über Eigentumsrechte führen.

Reverse Engineering und Dekompilierung Verbot

In einfacher Sprache: Der Lizenznehmer darf nicht versuchen, den Quellcode zu ermitteln, die Software zu dekompilieren, reverse-engineeren oder zu duplizieren – außer zu Test-Zwecken auf einem Computer.

Beispielformulierung
Der Lizenznehmer darf Reverse Engineering oder Deassemblierung der Software nicht verursachen oder genehmigen und keine Versuche unternehmen, den Quellcode des Lizenzgebers zu ermitteln. Das Demo-System darf nicht dupliziert, kopiert oder reproduziert werden, außer für die Benutzung auf einem einzelnen Computer.

Häufiger Fehler: Zu vage Formulierung – dies erschwert Durchsetzung, wenn der Lizenznehmer geistiges Eigentum stiehlt.

Vertraulichkeit und Geschäftsgeheimisse

In einfacher Sprache: Der Lizenznehmer muss alle Informationen, Code und Betriebsgeheimisse streng vertraulich behandeln, sie nicht an Dritte weitergeben und nicht zur Konkurrenz-Entwicklung nutzen.

Beispielformulierung
Der Lizenznehmer erkennt an, dass das Demo-System unveröffentlicht ist und vertrauliche und firmeneigene Informationen enthält. Der Lizenznehmer vereinbart, diese Informationen strikt vertraulich zu behandeln und weder direkt noch indirekt an Dritte weiterzugeben, außer dies wurde ausdrücklich schriftlich erlaubt.

Häufiger Fehler: Keine Ausnahmen für Mitarbeiter oder rechtlich erforderliche Weitergaben definieren – dies kann den Vertrag unanwendbar machen.

Weitergabe an Mitarbeiter und rechtliche Verpflichtungen

In einfacher Sprache: Der Lizenznehmer darf vertrauliche Informationen nur an seine Mitarbeiter weitergeben, die dies zur Testung benötigen, und muss sie zur Geheimhaltung verpflichten. Ist Weitergabe per Gesetz erforderlich, muss der Lizenzgeber informiert werden.

Beispielformulierung
Der Lizenznehmer darf die vertraulichen Informationen an seine Angestellten weitergeben, welche diese in Verbindung mit dieser Demo-Lizenzvereinbarung kennen müssen (wobei der Lizenznehmer für die Einhaltung dieser Bedingungen verantwortlich ist). Falls die Weitergabe gesetzlich verlangt wird, muss der Lizenznehmer den Lizenzgeber schriftlich informieren.

Häufiger Fehler: Keine klare Regelung für Mitarbeiter – dies kann dazu führen, dass Geheimisse außerhalb des Kontrollbereichs weitergegeben werden.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Namen und Adressen ausfüllen

    Tragen Sie den Namen und die vollständige Geschäftsadresse Ihres Unternehmens (Lizenzgeber) und die des Testunternehmens oder der Testperson (Lizenznehmer) ein. Bestätigen Sie die Gründungsorte und Bundesländer.

    💡 Verwenden Sie die offizielle juristische Firmenbezeichnung – nicht den Markennamen.

  2. 2

    Testzeitraum festlegen

    Definieren Sie die genauen Start- und Enddaten des Testzeitraums (z. B. 30, 60 oder 90 Tage). Geben Sie das konkrete Startdatum und das Enddatum an.

    💡 Kürzere Zeiträume (30 Tage) sind für schnelle Evaluierungen; längere (90 Tage) für gründlichere Bewertungen.

  3. 3

    Haftungsbegrenzung festsetzen

    Bestimmen Sie einen Höchstbetrag für die Haftung des Lizenzgebers (z. B. 5.000 oder 10.000 Euro). Dieser Betrag schützt Sie vor übermäßigen Schadensersatzansprüchen.

    💡 Nutzen Sie einen Betrag, der für Ihr Unternehmen realistisch ist – zu niedrig kann unglaubwürdig wirken.

  4. 4

    Rückgabefrist für Software festlegen

    Bestimmen Sie die Frist (z. B. 10 oder 15 Arbeitstage), innerhalb derer der Lizenznehmer die Software zurückgeben oder vernichten muss. Dies verhindert Verlängerung nach dem Testzeitraum.

    💡 Eine Frist von 10 Arbeitstagen nach Testende ist Standard und gibt genug Zeit für Rückgabe.

  5. 5

    Softwarebezeichnung und Dokumentation angeben

    Beschreiben Sie deutlich, welche Software, Versionen und Dokumentationen Teil der Lizenz sind (z. B. 'Version 2.0 inklusive Benutzerhandbuch und API-Dokumentation').

    💡 Je spezifischer Sie sind, desto klarer ist, was zurückgegeben werden muss.

  6. 6

    Vertraulichkeitsrichtlinien anpassen

    Bestätigen Sie, dass Vertraulichkeitsverpflichtungen während und nach der Testphase gelten. Definieren Sie, welche Informationen besonders sensibel sind (z. B. Quellcode, Architektur).

    💡 Erwähnen Sie explizit Betriebsgeheimisse und geistiges Eigentum, um die Durchsetzbarkeit zu stärken.

  7. 7

    Datum und Unterschriften vorbereiten

    Drucken Sie den Vertrag, und bereiten Sie ihn zur Unterzeichnung vor. Beide Parteien (Geber und Nehmer) müssen ihn unterzeichnen und mit Titel und Datum versehen.

    💡 Digitale Unterschriften (z. B. über DocuSign) sind in Deutschland und der EU rechtlich gültig.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich den Testzeitraum verlängern?

Ja, der Lizenzgeber kann den Testzeitraum verlängern, aber nur durch schriftliche Änderung des Vertrags mit Zustimmung beider Parteien. Ohne explizite schriftliche Genehmigung endet die Lizenz am festgelegten Enddatum. Viele Unternehmen bieten automatische 30-Tage-Verlängerungen an, wenn der Lizenznehmer sich rechtzeitig bewirbt – dies sollte aber klar in der Vereinbarung stehen.

Was passiert, wenn der Lizenznehmer die Software nach dem Testzeitraum nicht zurückgibt?

Das ist ein Vertragsbruch. Sie können den Lizenznehmer schriftlich zur Rückgabe auffordern. Wenn er nicht antwortet oder weigert sich, können Sie rechtliche Schritte einleiten, um Schadensersatz zu fordern oder die Rückgabe zu erzwingen. Sie sollten auch die Lizenz sofort deaktivieren oder sperren, wenn Sie technische Kontrollen haben. Dokumentieren Sie alle Kommunikation schriftlich.

Darf der Lizenznehmer die Test-Software weitergeben oder teilen?

Nein. Der Vertrag untersagt die Weitergabe an Dritte ohne schriftliche Genehmigung des Lizenzgebers. Dies ist explizit in der Vertraulichkeitsklausel festgehalten. Wenn der Lizenznehmer die Software weitergibt, begeht er Vertragsbruch und verstößt möglicherweise gegen Urheberrechtsgesetze. Sie können Schadensersatz verlangen.

Was ist der Unterschied zwischen dieser Demo-Lizenz und einer vollständigen Lizenz?

Eine Demo-Lizenz ist zeitlich begrenzt (z. B. 30–90 Tage), kostenlos und nicht ausschließlich – der Lizenzgeber kann sie vielen testen gleichzeitig geben. Eine vollständige Lizenz ist dauerhaft, kostenpflichtig und oft exklusiv oder eingeschränkt auf eine bestimmte Anzahl von Nutzern. Demo-Lizenzen schließen auch die Rückgabepflicht ein; vollständige Lizenzen nicht.

Benötige ich einen Anwalt, um diesen Vertrag zu unterzeichnen?

Für Startups und kleine Unternehmen ist diese Vorlage in der Regel ausreichend. Für größere Unternehmen, besondere Branchen (z. B. Medizin, Finanz) oder hohe Haftungsrisiken empfehlen wir eine rechtliche Überprüfung durch einen auf Softwareverträge spezialisierten Anwalt. Die Anfangskosten (300–800 Euro) können sich durch vermiedene Rechtsstreitigkeiten lohnen.

Was ist mit DSGVO und Datenschutz?

Diese Vorlage adressiert Datenschutz nicht explizit. Wenn die Test-Software personenbezogene Daten verarbeitet oder speichert, müssen Sie eine DSGVO-konforme Datenverarbeitungsvereinbarung (DPA) oder ein Datenschutz-Addendum hinzufügen. Das spezifiziert Rollen (Verantwortlicher/Auftragsverarbeiter), Sicherheitsmaßnahmen und Rückgabepflicht für Daten.

Kann der Lizenznehmer die Test-Software für kommerzielle Zwecke nutzen?

Nein, außer Sie erlauben es ausdrücklich. Diese Vorlage sieht nur Testzwecke vor. Wenn der Lizenznehmer die Software kommerziell nutzen will (z. B. um Kunden zu bedienen), muss er zu einer bezahlten Lizenz upgraden. Sie sollten dies in der Vereinbarung klar festhalten oder technisch verhindern.

Wie lange sollte ich die Rückgabe-Bestätigung aufbewahren?

Mindestens drei bis fünf Jahre. Diese Dokumentation schützt Sie, falls der Lizenznehmer später behauptet, die Software noch zu haben, oder wenn Sie Klage gegen ihn erheben müssen. Speichern Sie alle schriftlichen Rückgabe-Bestätigungen, E-Mails und Vernichtungsnachweise digital.

Gilt dieser Vertrag international, oder nur in Deutschland?

Diese Vorlage ist für Deutschland ausgelegt, aber auch in Österreich und der Schweiz einsetzbar. Wenn Sie mit Unternehmen in anderen Ländern (z. B. USA, GB) arbeiten, sollten Sie einen Anwalt konsultieren, um sicherzustellen, dass der Vertrag dort durchsetzbar ist. Manche Länder erfordern andere Haftungsbegrenzungen oder Bestimmungen.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Vollständige Softwarelizenzvereinbarung

Eine vollständige Lizenzvereinbarung ist unbegrenzt in der Dauer, kostenpflichtig und regelt kommerzielle Nutzung. Ein Trial-Lizenzvertrag ist zeitlich begrenzt, kostenlos und nur für Evaluierungszwecke. Verwenden Sie einen Trial-Vertrag, um Interessenten zu testen; verwenden Sie eine vollständige Lizenzvereinbarung, wenn Sie ein zahlender Kunde wird. Ein Trial-Vertrag ist kürzer und leichter zu verhandeln.

vs Verschwiegenheitsvereinbarung (NDA)

Ein NDA schützt nur Vertraulichkeit und Geschäftsgeheimisse; es regelt aber nicht die Nutzungsrechte oder Haftung. Ein Trial-Lizenzvertrag ist umfassender – er umfasst NDA-ähnliche Klauseln, regelt aber auch Lizenzumfang, Rückgabepflicht, Haftung und Eigentumsrechte. Für eine Trial-Software brauchen Sie einen vollständigen Trial-Lizenzvertrag; ein NDA allein reicht nicht aus.

vs Service Level Agreement (SLA)

Ein SLA regelt Verfügbarkeit, Leistung und Support für Produktiv-Software. Ein Trial-Lizenzvertrag regelt begrenzte Test-Zugang und Rückgabepflicht. SLAs sind nicht üblich für Trial-Phasen, weil der Lizenznehmer keine Garantien erhält. Nutzen Sie einen Trial-Lizenzvertrag während der Testphase; wenn der Kunde kauft, fügen Sie ggf. ein SLA hinzu.

vs Evaluierungs- und Proof-of-Concept (PoC) Vereinbarung

Ein PoC-Vertrag kann ähnlich wie ein Trial-Lizenzvertrag sein, regelt aber oft auch Custom Development oder Anpassungen. Ein Trial-Lizenzvertrag ist vorgefertigte Software ohne Anpassung. Nutzen Sie einen Trial-Lizenzvertrag für Standard-Tests; nutzen Sie eine PoC-Vereinbarung, wenn der Lizenznehmer maßgeschneidertes Setup oder Integration benötigt.

Branchenspezifische Hinweise

Softwareentwicklung und IT

Wesentlich für Startups und Softwarehersteller, die Beta-Versionen oder MVPs Investoren und Kunden zeigen möchten, um Feedback zu erhalten und Haftungsrisiken zu minimieren.

Finanzdienstleistungen und Fintech

Fintech-Unternehmen können Testzugang zu Plattformen regulieren und gleichzeitig Geschäftsgeheimisse und sensible Finanzdaten durch Vertraulichkeitsklauseln schützen.

Cloud und SaaS

Cloud-Anbieter nutzen diese Verträge, um Free-Trial-Konten legal zu begrenzen, Datenabzug zu verhindern und sicherzustellen, dass Test-Daten nach Ablauf gelöscht werden.

Unternehmensberatung und Dienste

Beratungsfirmen können Proof-of-Concept-Tools oder proprietäre Methoden testen, ohne dass Kunden das geistige Eigentum kopieren oder weiterverkaufen können.

Biotechnologie und Pharma

Biotech-Unternehmen können Entwicklungs-Software oder Analysewerkzeuge an Partner testen, während sie regulatorische Anforderungen und Geschäftsgeheimnis-Gesetze einhalten.

Medizintechnik

Med-Tech-Hersteller können Diagnose- oder Monitoring-Software im Evaluierungsstadium testen, mit strengen Datenschutz- und Haftungsbegrenzungen.

Hinweise zur Rechtsprechung

Dieser Vertrag ist nach deutschem Recht (BGB, InsO) aufgebaut und vollständig durchsetzbar in Deutschland. Haftungsgrenzen und Gewährleistungsausschlüsse sind unter deutschem Recht erlaubt, sofern sie nicht sittenwidrig sind. Ein Lizenznehmer kann in seltenen Fällen Verbraucherschutz geltend machen, wenn er Privatperson ist – die Vorlage sieht dies aber vor.

Dieser Vertrag ist auch in Österreich gültig, da er auf allgemeinen europäischen Grundsätzen basiert. Das österreichische ABGB hat ähnliche Regeln wie das BGB. Beachten Sie, dass öst. Gerichte Haftungsgrenzen unter 5.000 EUR streng prüfen können – passen Sie ggf. den Betrag an.

Glossar

Lizenznehmer
Die Person oder das Unternehmen, das die Trial-Software vom Lizenzgeber testet.
Lizenzgeber
Das Unternehmen, das die Demo- oder Trial-Software entwickelt und zur Verfügung stellt.
Testzeitraum
Der festgelegte Zeitraum (z. B. 30 oder 90 Tage), für den die Software kostenlos nutzbar ist.
Vertrauliche Information
Alle Daten, Code, Dokumentation und Geschäftsgeheimisse, die in der Trial-Software enthalten sind.
Reverse Engineering
Der Versuch, den Quellcode oder die interne Funktionsweise der Software herauszufinden – ist in diesem Vertrag nicht erlaubt.
Geistiges Eigentum
Die Urheberrechte, Patente und andere Eigentumsrechte des Lizenzgebers an der Software.
Non-exclusive Lizenz
Der Lizenzgeber behält das Recht, die gleiche Software an andere zu lizenzieren.
Haftungsbeschränkung
Eine Klausel, die die finanzielle Verantwortung des Lizenzgebers für Schäden begrenzt.
Betriebsgeheimnis
Vertrauliche geschäftliche oder technische Informationen, die dem Lizenznehmer nicht bekannt sind.
Deassemblierung
Das Zerlegen von kompiliertem Code in lesbaren Code – nicht erlaubt, um Geheimisse zu schützen.

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