Aktionärsbeschluss Ratifierung früherer Maßnahmen von Vorstandsmitgliedern

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FreiAktionärsbeschluss Ratifierung früherer Maßnahmen von Vorstandsmitgliedern

Auf einen Blick

Was es ist
Ein Aktionärsbeschluss zur Ratifizierung von Vorstandsmassnahmen ist ein formales Dokument, mit dem die Aktionäre einer Kapitalgesellschaft frühere Massnahmen ihrer Vorstandsmitglieder und Direktoren nachträglich genehmigen. Der kostenlose Word-Download kann sofort bearbeitet und als PDF exportiert werden.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen dieses Dokument, wenn Sie Massnahmen des Vorstands oder der Geschäftsführung ordnungsgemäss absichern möchten, die zwischen zwei Aktionärsversammlungen durchgeführt wurden, oder wenn eine Aktionärsversammlung diese Massnahmen explizit genehmigen soll, um Rechtssicherheit zu schaffen.
Was enthalten ist
Das Dokument enthält die Erklärung, dass die Massnahmen den Aktionären ordnungsgemäss vorgestellt wurden, sowie den formalen Beschlusssatz, mit dem die Aktionäre alle Handlungen der Vorstandsmitglieder und Direktoren ratifizieren. Datum und Zeiträume können angepasst werden.

Was ist ein Aktionärsbeschluss zur Ratifizierung?

Ein Aktionärsbeschluss zur Ratifizierung früherer Massnahmen von Vorstandsmitgliedern ist ein formales Dokument, mit dem die Aktionäre einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG, etc.) Handlungen ihrer Geschäftsführung oder ihres Vorstands nachträglich genehmigen. Dies geschieht typischerweise in einer ordnungsgemäss einberufenen Aktionärsversammlung oder Gesellschafterversammlung. Der kostenlose Word-Download ermöglicht es Ihnen, das Dokument schnell auszufüllen, bei Bedarf anzupassen und als PDF zu exportieren — ohne Rechtskanzleien engagieren zu müssen, sofern es um einfache Fälle geht.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Die nachträgliche Ratifizierung schafft Rechtssicherheit. Ohne explizite Genehmigung durch die Aktionäre können Massnahmen des Vorstands später von einzelnen Gesellschaftern, Gläubigern oder dritten Parteien anfechtbar sein — etwa wenn sie behaupten, der Vorstand habe seine Befugnisse überschritten. Ein Ratifizierungsbeschluss dokumentiert, dass die Aktionäre alle vorgelegten Massnahmen kennen und billigen. Das schützt sowohl die Gesellschaft als auch die einzelnen Vorstandsmitglieder vor Regressansprüchen und vereinfacht die Geschäftsbeziehungen mit Dritten (Banken, Vertragspartner), die Klarheit über die Legitimitäten brauchen. In regulierten Branchen ist eine lückenlose Dokumentation solcher Beschlüsse oft Compliance-Anforderung.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Allgemeine Genehmigung aller Massnahmen eines definierten ZeitraumsRatifizierung Vorstandsmassnahmen — Standard (D9301)
Wenn nur spezifische Handlungen oder Transaktionen genehmigt werden sollenRatifizierung einzelner Massnahmen
Wenn Bevollmächtigte oder Aktionärsvertreter anwesend sindRatifizierung mit Unterschriften und Vollmachten
Wenn bestimmte Massnahmen ausdrücklich ausgenommen werden sollenRatifizierung mit Ausnahmen
Wenn parallel bestimmte künftige Massnahmen untersagt werden sollenNachträgliche Genehmigung mit Explizitverbot

Häufige Fehler vermeiden

❌ Fehlende oder unklare Zeitangaben

Warum es wichtig ist: Unklar definierte Zeiträume können zu Unklarheiten führen, welche Massnahmen überhaupt ratifiziert werden sollen.

Fix: Geben Sie Start- und Enddatum immer in vollständiger Form an (Tag.Monat.Jahr).

❌ Keine Dokumentation der Aktionärsversammlung

Warum es wichtig ist: Ohne Nachweis der ordnungsgemässen Einberufung und Durchführung ist der Beschluss anfechtbar.

Fix: Erstellen Sie ein vollständiges Versammlungsprotokoll mit Anwesenheit, Tagesordnung und Abstimmungsergebnissen.

❌ Zu breite oder zu vage Ratifizierungsformulierung

Warum es wichtig ist: Unklare Beschlusssätze können zu Streitigkeiten über den tatsächlichen Geltungsbereich führen.

Fix: Formulieren Sie präzise, welche Massnahmen konkret ratifiziert werden, oder nutzen Sie eine detaillierte Aufzählung.

❌ Vergessene oder ungültige Unterschriften

Warum es wichtig ist: Ohne autorisierte Unterschriften oder notarielle Beglaubigung ist der Beschluss oft nicht registrierbar oder anfechtbar.

Fix: Prüfen Sie die Unterschriftsberechtigung in der Satzung; sorgen Sie für notarielle Beglaubigung, falls erforderlich.

❌ Falsche oder unvollständige Firmennamennung

Warum es wichtig ist: Fehlerhafte Firmennamen führen dazu, dass der Beschluss rechtlich nicht der korrekten Gesellschaft zugeordnet wird.

Fix: Nutzen Sie die exakte, offizielle Firmenschreibweise aus dem Handelsregister oder der Gründungsurkunde.

❌ Keine Abstimmungsdokumentation oder Quorum-Verzeichnis

Warum es wichtig ist: Ohne Nachweis von Quorum und Abstimmungsergebnis ist nicht nachzuweisen, dass die erforderlichen Mehrheiten erreicht wurden.

Fix: Erstellen Sie ein Anwesenheitsprotokoll und dokumentieren Sie jedes Abstimmungsergebnis schriftlich.

Die 8 wichtigsten Klauseln, erklärt

Präambel und Feststellung der Ordnungsgemässheit

In einfacher Sprache: Bestätigung, dass die Aktionärsversammlung ordnungsgemäss einberufen und durchgeführt wurde.

Beispielformulierung
Alle Massnahmen der Vorstandsmitglieder und Direktoren zwischen [DATUM] und [DATUM] wurden den Aktionären in einer ordnungsgemäss einberufenen und abgehaltenen Aktionärsversammlung ordnungsgemäss vorgestellt.

Häufiger Fehler: Verzicht auf explizite Dokumentation der ordnungsgemässen Einberufung kann zur Anfechtbarkeit des Beschlusses führen.

Definition des Zeitraums

In einfacher Sprache: Angabe des exakten Datums, ab dem bis wann die Massnahmen vorgestellt wurden.

Beispielformulierung
Es wird präzisiert: zwischen [STARTDATUM] und [ENDDATUM].

Häufiger Fehler: Zu vage Zeitangaben oder fehlende Start- und Enddaten können zu Auslegungsstreitigkeiten führen.

Nennung des Unternehmens

In einfacher Sprache: Eindeutige Angabe des Namens und der Rechtsform der Gesellschaft.

Beispielformulierung
die Aktionäre von [NAME IHRES UNTERNEHMENS] ratifizieren hiermit…

Häufiger Fehler: Falsche oder unvollständige Firmennamennung führt zu Ungültigkeit des Beschlusses.

Beschlussatz — Ratifizierungserklärung

In einfacher Sprache: Der operative Teil, in dem die Aktionäre alle vorgelegten Massnahmen genehmigen.

Beispielformulierung
ES WIRD BESCHLOSSEN, dass die Aktionäre von [NAME] hiermit alle Massnahmen der Vorstandsmitglieder und Direktoren, wie den Aktionären vorgestellt, ratifizieren.

Häufiger Fehler: Schwache oder mehrdeutige Beschlusssätze können zu Unklarheiten über den Umfang der Genehmigung führen.

Umfang der Ratifizierung

In einfacher Sprache: Festlegung, ob alle Massnahmen oder nur spezifische Handlungen ratifiziert werden.

Beispielformulierung
Alle Massnahmen umfassen insbesondere [optional: Aufzählung von Geschäftstypen wie Kreditvergaben, Verträge, Personalentscheidungen].

Häufiger Fehler: Zu breite oder zu enge Formulierung kann zu Streitigkeiten über den tatsächlichen Umfang führen.

Abstimmungsergebnis und Quorum

In einfacher Sprache: Dokumentation der Abstimmung, der Quoten und der erforderlichen Mehrheiten.

Beispielformulierung
Mit [X] Stimmen dafür und [Y] Stimmen dagegen wird die Ratifizierung genehmigt (Quorum: [Z] Aktionäre present).

Häufiger Fehler: Fehlendes Quorum oder keine Dokumentation von Abstimmungsergebnissen kann den Beschluss anfechtbar machen.

Datierung und Unterschriften

In einfacher Sprache: Genaue Angabe des Beschlussdatums und Unterschriftsfeld für autorisierte Personen.

Beispielformulierung
Ausgefertigt am [DATUM], unterzeichnet durch den Vorsitzenden der Aktionärsversammlung und den Notarin.

Häufiger Fehler: Fehlende oder ungültige Unterschriften oder Beglaubigung können zu Anfechtbarkeit führen.

Beurkundung durch Notar

In einfacher Sprache: Optionale oder erforderliche Beglaubigung durch einen Notar je nach Rechtsform und Satzung.

Beispielformulierung
Dieser Beschluss ist von einer anerkannten Notarin beurkundet und beglaubigt worden.

Häufiger Fehler: Verzicht auf notarielle Beglaubigung, wenn diese erforderlich ist, führt zu Registrierungsproblemen.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Aktionärsversammlung ordnungsgemäss durchführen

    Stellen Sie sicher, dass die Aktionärsversammlung nach den Vorgaben Ihrer Satzung und des Gesetzes einberufen und durchgeführt wurde. Dokumentieren Sie Anwesenheit, Tagesordnung und Quorum.

    💡 Bereiten Sie ein Anwesenheitsprotokoll vor, um die ordnungsgemässe Durchführung nachzuweisen.

  2. 2

    Zeitraum der Massnahmen definieren

    Bestimmen Sie das Start- und Enddatum des Zeitraums, in dem die Vorstandsmassnahmen durchgeführt wurden und nun ratifiziert werden sollen.

    💡 Nutzen Sie typischerweise das Datum der letzten Aktionärsversammlung als Startdatum.

  3. 3

    Massnahmen auflisten und erläutern

    Bereiten Sie eine detaillierte Liste aller Massnahmen vor, die der Aktionärsversammlung vorgestellt werden sollen. Dies kann schriftlich oder mündlich erfolgen.

    💡 Gruppieren Sie Massnahmen nach Kategorie (Geschäfte, Personal, Verträge) für bessere Verständlichkeit.

  4. 4

    Beschlusstext ausfüllen

    Tragen Sie in der Vorlage den genauen Unternehmensnamen, die Datumsangaben und — falls nicht pauschal — die spezifischen Massnahmen ein.

    💡 Verwenden Sie offizielle Schreibweisen; achten Sie auf Rechtschreibung und Formatierung.

  5. 5

    Abstimmung durchführen und dokumentieren

    Führen Sie die Abstimmung durch, dokumentieren Sie das Ergebnis (Ja-Stimmen, Nein-Stimmen, Enthaltungen) und das Quorum.

    💡 Falls erforderlich, verwenden Sie ein Stimmzettelsystem; führen Sie ein detailliertes Abstimmungsprotokoll.

  6. 6

    Unterschriftsfelder ausfüllen

    Lassen Sie den Beschluss vom Vorsitzenden der Aktionärsversammlung und — falls erforderlich — vom Geschäftsführer unterzeichnen.

    💡 Überprüfen Sie, wer gemäss Satzung unterschriftsberechtigt ist.

  7. 7

    Notarielle Beglaubigung einholen

    Wenn die Satzung oder das Gesetz eine Beurkundung vorsieht (z. B. bei Aktiengesellschaften), lassen Sie den Beschluss von einem Notar beglaubigen.

    💡 Vereinbaren Sie mit der Notarin einen Termin; bringen Sie alle erforderlichen Unterlagen mit.

  8. 8

    Kopien und Ablage

    Erstellen Sie Kopien des unterzeichneten (und ggf. beglaubigten) Beschlusses für die Gesellschafterakte, das Handelsregister (falls erforderlich) und die Aktionäre.

    💡 Bewahren Sie das Original unter Verschluss auf; digitalisieren Sie es für die elektronische Akte.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Ratifizierung und Genehmigung?

Ratifizierung ist die nachträgliche Genehmigung einer bereits durchgeführten Handlung. Genehmigung ist die Zustimmung vor oder während einer Massnahme. Ein Aktionärsbeschluss zur Ratifizierung bedeutet, dass die Aktionäre Massnahmen, die der Vorstand bereits ausgefällt hat, nach Tatsache genehmigen und so rechtliche Sicherheit schaffen.

Muss ein Aktionärsbeschluss immer notariell beglaubigt sein?

Das hängt von der Rechtsform und der Satzung ab. Bei Aktiengesellschaften (AG) ist eine notarielle Beurkundung meistens gesetzlich erforderlich. Bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) kann es satzungsabhängig sein. Konsultieren Sie Ihre Satzung oder einen Anwalt, um sicherzustellen, dass Sie die Anforderung erfüllen.

Welchen Zeitraum sollte ein Ratifizierungsbeschluss abdecken?

Der Zeitraum sollte mindestens von der letzten Aktionärsversammlung bis zum aktuellen Datum reichen. Er kann aber auch kürzer (z. B. eine spezifische Transaktion) oder länger (z. B. mehrere Monate oder Jahre) sein. Definieren Sie den Zeitraum klar und präzise, um Auslegungsstreitigkeiten zu vermeiden.

Was geschieht, wenn eine Massnahme nicht ratifiziert wird?

Wenn eine Massnahme explizit nicht ratifiziert wird, bleibt ihre Rechtmässigkeit offen und kann später von Aktionären oder Gläubigern anfechtbar sein. In der Praxis werden entweder alle Massnahmen ratifiziert oder einzelne ausgenommen. Ansonsten sollte das Unternehmen eine Neubewertung oder legale Stellungnahme einholen.

Wer unterzeichnet den Aktionärsbeschluss?

Der Beschluss wird typischerweise vom Vorsitzenden der Aktionärsversammlung (oder der Versammlung) und oft vom Geschäftsführer oder Vorstandsvorsitzenden unterzeichnet. In vielen Fällen ist auch die Unterschrift der Notarin erforderlich. Überprüfen Sie Ihre Satzung für die genauen Anforderungen.

Muss ich den Beschluss ins Handelsregister eintragen?

Das hängt von Rechtsform und Handelsregisterzuständigkeit ab. Manche Ratifizierungsbeschlüsse müssen ins Handelsregister eingetragen werden, andere nicht. In der Regel ist eine Eintragung nicht zwingend, kann aber für Transparenz und Rechtsicherheit empfohlen werden. Fragen Sie beim Handelsregisteramt nach oder konsultieren Sie einen Anwalt.

Kann ein Ratifizierungsbeschluss später angefochten werden?

Ja, ein Ratifizierungsbeschluss kann angefochten werden, wenn er unter Verstoss gegen die Satzung oder das Gesetz gefasst wurde (z. B. fehlende Ordnungsgemässheit, unzureichendes Quorum). Es ist daher essentiell, alle Verfahrensschritte korrekt zu dokumentieren und eine mögliche notarielle Beglaubigung zu sichern.

Welche Massnahmen können ratifiziert werden?

Grundsätzlich alle Handlungen der Vorstandsmitglieder und Direktoren, die im Geschäftsbetrieb anfallen: Vertragsabschlüsse, Kreditvergaben, Investitionen, Personalentscheidungen, Immobilientransaktionen, etc. Ausnahmen sind Handlungen, die gesetzlich oder satzungsmässig zustimmungspflichtig sind oder gegen das Gesetz verstossen.

Wie lange sollte ich den unterzeichneten Beschluss aufbewahren?

Bewahren Sie den Original-Aktionärsbeschluss dauerhaft in Ihrer Gesellschafterakte auf. Nach deutschem Handelsgesetzbuch (HGB) beträgt die Aufbewahrungsfrist für Gesellschaftsunterlagen in der Regel mindestens 10 Jahre. Digitalisieren Sie den Beschluss auch für elektronische Archivierung und Zugriff durch berechtigte Personen.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Geschäftsführerbeschluss

Ein Geschäftsführerbeschluss wird vom Geschäftsführer oder der Geschäftsführung allein gefasst, ohne Beteiligung der Aktionäre. Ein Aktionärsbeschluss zur Ratifizierung wird von den Aktionären gefasst und dient der nachträglichen Genehmigung von Vorstandsmassnahmen. Ratifizierungsbeschlüsse bieten mehr Rechtssicherheit und Legitimitätsschutz, erfordern aber einen formalen Versammlungsprozess.

vs Geschäftsführungsvertrag

Ein Geschäftsführungsvertrag regelt die Rechte und Pflichten der Geschäftsführer. Ein Ratifizierungsbeschluss genehmigt nachträglich konkrete Handlungen. Der Vertrag ist eine Grundlage; der Beschluss ein laufendes Governance-Instrument. Beide sind wichtig: der Vertrag schafft Klarheit über Befugnisse, der Beschluss über Legitimation.

vs Gesellschafterversammlung

Eine Gesellschafterversammlung ist der Rahmen, in dem Beschlüsse gefasst werden. Ein Ratifizierungsbeschluss ist ein spezifischer Inhalt einer solchen Versammlung. Die Gesellschafterversammlung kann viele verschiedene Themen behandeln; der Ratifizierungsbeschluss ist eine konkrete Tagesordnungspunkt zur Genehmigung von Vorstandsmassnahmen.

vs Satzungsänderung

Eine Satzungsänderung modifiziert die Grundregeln der Gesellschaft (z. B. Geschäftszweck, Kapital). Ein Ratifizierungsbeschluss genehmigt einzelne, konkrete Handlungen. Satzungsänderungen haben grössere rechtliche Auswirkungen und benötigen oft notarielle Beglaubigung und Handelsregistereintrag; Ratifizierungsbeschlüsse sind operative Governance-Instrumente.

Branchenspezifische Hinweise

Handwerk und Handelsgewerbe

Handwerksbetriebe und KMU nutzen Ratifizierungsbeschlüsse, um Lieferverträge und Geschäftsführungsmassnahmen nachträglich zu legitimieren.

Finanzdienstleistungen und Versicherungen

Finanzinstitute und Versicherungen müssen alle Massnahmen dokumentieren und benötigen Ratifizierungsbeschlüsse für Compliance und Audit-Anforderungen.

Immobilienwirtschaft

Bei Grundstückstransaktionen und Immobilieninvestitionen sind Ratifizierungsbeschlüsse notwendig, um Vorstandshandlungen zu legitimieren.

Pharma und Medizintechnik

Regulierte Branchen benötigen vollständige Dokumentation aller Geschäftsentscheidungen und Massnahmen zu Compliance- und Zertifizierungszwecken.

Einzelhandel und E-Commerce

Einzelhandelsketten und Online-Plattformen nutzen Ratifizierungsbeschlüsse zur Genehmigung von Expansions- und Vertragsmassnahmen.

Produktion und Fertigung

Produktionsbetriebe und Fertigungsunternehmen benötigen Ratifizierungsbeschlüsse für Investitionen, Kreditvergaben und strategische Massnahmen.

Hinweise zur Rechtsprechung

Nach deutschem Recht (BGB, HGB, AktG, GmbHG) müssen Ratifizierungsbeschlüsse ordnungsgemäss in einer Aktionärs- oder Gesellschafterversammlung gefasst werden. Bei Aktiengesellschaften ist notarielle Beurkundung erforderlich; bei GmbH ist sie oft satzungsabhängig. Eintragungen ins Handelsregister erfolgen auf Anfrage oder nach Satzung.

In Österreich folgt die Ratifizierungspraxis ähnlichen Prinzipien wie in Deutschland, basiert aber auf dem österreichischen Unternehmensgesetzbuch (UGB) und dem Kapitalmarktgesetz (KMG). Notarielle Beglaubigung ist je nach Gesellschaftsform ebenfalls vorgesehen. Konsultieren Sie einen österreichischen Anwalt für spezifische Anforderungen.

In der Schweiz regelt das Obligationenrecht (OR) die Ratifizierung von Geschäftsführermassnahmen. Die Anforderungen an Versammlungen und Beschlussfassung sind ähnlich wie in DE/AT. Schweizer Unternehmen sollten beachten, dass Notargebühren und Handelsregistereintrag kantonale Besonderheiten haben können.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenEinfache, unkomplizierte Ratifizierungen von Routinemassnahmen in stabil geführten Unternehmen mit klarer Satzung.Kostenlos (Vorlage); nur Druckkosten und evtl. Notargebühr.1–2 Stunden (Ausfüllung, Versammlung, Unterschrift).
Vorlage + RechtsprüfungRatifizierungen mit grösserem Umfang oder mehreren Massnahmen; Unternehmen, die Rechtssicherheit maximieren möchten.50–300 EUR (Rechtsanwalt oder Notar prüft und passt an).3–5 Tage (Prüfung durch Anwalt, Anpassungen, Unterschrift).
MaßgeschneidertKomplexe Situationen (mehrere Massnahmen über lange Zeiträume, internationale Verflechtungen, streitige Verhältnisse zwischen Aktionären).300–1500 EUR (Anwalt entwirft massgeschneiderten Beschluss und koordiniert Versammlung).1–2 Wochen (Beratung, Entwurf, Versammlung, Beurkundung).

Glossar

Ratifizierung
Nachträgliche Genehmigung oder Billigung einer bereits durchgeführten Handlung durch ein Organ (hier: Aktionäre).
Aktionärsbeschluss
Formale Entscheidung der Hauptversammlung oder Aktionärsversammlung einer Kapitalgesellschaft.
Vorstandsmitglied
Person, die in einem Organ der Geschäftsführung (Vorstand, Geschäftsführer, Direktor) tätig ist.
Ordnungsgemässe Einberufung
Einhaltung gesetzlicher und satzungsmässiger Vorschriften bei der Ankündigung und Durchführung einer Versammlung.
Kapitalgesellschaft
Juristische Person mit Kapitalanteilen, typischerweise GmbH oder Aktiengesellschaft.
Geschäftsführungsmassnahme
Handlungen, Entscheidungen oder Transaktionen, die von Vorstandsmitgliedern oder Direktoren im Namen der Gesellschaft durchgeführt werden.
Liability-Schutz
Rechtliche Absicherung durch Genehmigung von Massnahmen gegen spätere Anfechtungsansprüche.
Protokoll
Dokumentation der Beschlussfassung und der Abstimmungsergebnisse einer Aktionärsversammlung.

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