Vereinbarung zur Geheimhaltung und Vertraulichkeit über Website-Design

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FreiVereinbarung zur Geheimhaltung und Vertraulichkeit über Website-Design

Auf einen Blick

Was es ist
Eine Geheimhaltungs- und Vertraulichkeitsvereinbarung (auch NDA genannt) für Website-Design-Projekte. Diese deutschsprachige Vorlage schützt sensible Informationen, Geschäftsgeheimnisse und firmeneigene Daten zwischen Webdesigner und Auftraggeber. Sie erhalten die Vorlage als bearbeitbare Word-Datei zum kostenlosen Download.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen diese Vereinbarung vor Gesprächen über Website-Redesign, E-Commerce-Projekte oder App-Entwicklung, wenn Sie vertrauliche Geschäftsinformationen, Kundenverzeichnisse oder Betriebsabläufe preisgeben müssen. Sie schützt beide Parteien und schafft rechtliche Klarheit über die Nutzung und den Schutz dieser Daten.
Was enthalten ist
Die Vereinbarung regelt die Vertraulichkeitspflichten des Designers, definiert was als vertrauliche Information gilt, legt Bedingungen für die Weitergabe an Mitarbeiter fest, und beschreibt die Rückgabe oder Vernichtung von Informationen nach Projektende. Sie enthält auch Klauseln zu Ausnahmen von der Geheimhaltung und zu fehlenden Rechten an den übermittelten Daten.

Was ist eine Vereinbarung zur Geheimhaltung und Vertraulichkeit über Website-Design?

Eine Geheimhaltungs- und Vertraulichkeitsvereinbarung (auch Non-Disclosure Agreement oder NDA genannt) ist ein rechtlich bindender Vertrag zwischen einem Auftraggeber und einem Webdesigner. Sie regelt den Schutz von sensiblen Geschäftsinformationen, Betriebsgeheimnissen und vertraulichen Daten, die während der Website-Design-Zusammenarbeit ausgetauscht werden. Diese deutschsprachige Vorlage schützt Informationen wie Kundenverzeichnisse, Geschäftsmodelle, Preiskalkulationen, Passwörter und technische Spezifikationen vor unbefugter Weitergabe an Dritte. Sie erhalten die Vorlage als bearbeitbare Word-Datei zum kostenlosen Download, die Sie online mit Ihren Daten füllen und unterzeichnen können.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Ohne eine klare Geheimhaltungsvereinbarung riskieren Sie, dass der Designer Ihre vertraulichen Informationen an Konkurrenten, andere Kunden oder die Öffentlichkeit weitergibt — bewusst oder fahrlässig. Dies kann zu Wettbewerbsnachteilen, Datenschutzverstößen und Geschäftsschäden führen. Eine NDA schützt Sie rechtlich: Sie legt fest, welche Daten geheim bleiben, wie der Designer diese speichert und schützt, an wen er sie weitergeben darf, und was nach Projektende mit ihnen geschieht. Sie schaffen damit Vertrauen, Klarheit und eine durchsetzbare rechtliche Grundlage für den Fall, dass etwas schiefgeht. Für den Designer ist die Vereinbarung genauso wertvoll — sie zeigt ihm, welche Grenzen gelten und welche Konsequenzen Verstöße haben.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Einseitige Vereinbarung, wenn der Kunde hauptsächlich vertrauliche Daten preisgeben wirdStandard NDA für Website-Design
Beide Parteien tauschen vertrauliche Informationen aus; geplante langfristige PartnerschaftGegenseitige Geheimhaltungsvereinbarung
Zusätzlicher Schutz vor Konkurrenznutzung und WettbewerbsbehinderungNDA mit Wettbewerbsclausel
Der Designer kann Freelancer oder Subunternehmer hinzuziehen; mehrschichtige Weitergabe erlaubtVereinbarung mit Subunternehmer-Kaskade
Geheimhaltung endet nach festgesetzter Frist, z. B. 2–3 Jahre nach ProjektendeNDA mit befristeter Gültigkeitsdauer
Unverbindliche Evaluierungsgespräche ohne tiefer gehende Commitment-PlanungKurzform-NDA für schnelle Gespräche

Häufige Fehler vermeiden

❌ Vager oder fehlender Geschäftszweck

Warum es wichtig ist: Der Designer kann Informationen nebenbei für andere Kunden oder Projekte nutzen, da der Vertrag nicht klar einschränkt, wofür er die Daten verwenden darf.

Fix: Formulieren Sie den Geschäftszweck konkret und spezifisch, z. B. 'ausschließlich zur Evaluierung und Umsetzung eines E-Commerce-Website-Redesigns für [Kundenname]'.

❌ Keine klare Definition von 'vertraulich'

Warum es wichtig ist: Später entsteht Streit, welche Informationen tatsächlich geschützt sind und welche der Designer frei verwenden darf.

Fix: Fügen Sie eine detaillierte Liste ein, die Kundenverzeichnisse, Geschäftsmodelle, Code, Passwörter und andere sensitive Daten explizit nennt.

❌ Zu großzügige Weitergabe an Subunternehmer erlaubt

Warum es wichtig ist: Der Designer kann beliebig viele externe Kräfte oder andere Freelancer hinzuziehen, ohne Sie zu informieren, und Ihre Daten sind schnell ungeschützt gestreut.

Fix: Bestimmen Sie, dass Subunternehmer vorher schriftlich genehmigt werden müssen und selbst eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnen müssen.

❌ Keine Rückgabe- oder Vernichtungspflicht

Warum es wichtig ist: Nach Projektende speichert der Designer Ihre Daten auf alten Festplatten, in Backup-Systemen oder Cloud-Ordnern, wo sie Jahre lang zugänglich bleiben.

Fix: Schreiben Sie eine explizite Rückgabe- oder Vernichtungsklausel vor, mit Frist (z. B. 30 Tage) und einer eidesstattlichen Versicherung der Vernichtung.

❌ Zu kurze oder fehlende Gültigkeitsdauer

Warum es wichtig ist: Der Schutz endet zu früh, und der Designer kann Informationen wenig später frei verwenden oder an andere verraten.

Fix: Setzen Sie eine angemessene Dauer (mind. 2 Jahre nach Projektende, besser 3–5 Jahre oder unbegrenzt für echte Betriebsgeheimnisse).

❌ Keine Sanktions- oder Haftungsklausel

Warum es wichtig ist: Ein Verstoß hat keine rechtlichen Folgen; der Designer hat kaum Anreiz, die Vereinbarung einzuhalten.

Fix: Fügen Sie Klauseln zu Schadensersatz, einstweiligen Verfügungen und ggf. Pönalzahlungen ein, um die Vereinbarung durchsetzbar zu machen.

Die 9 wichtigsten Klauseln, erklärt

Definitionen und Scope der vertraulichen Information

In einfacher Sprache: Definiert, welche Informationen (z. B. Kundenverzeichnisse, Geschäftsmodelle, Code-Snippets) unter die Geheimhaltung fallen und welche ausgenommen sind.

Beispielformulierung
Der Begriff 'vertrauliche Information' umfasst alle Daten, Konzepte, Geschäftsprozesse, technischen Unterlagen und Kundeninformationen, die der Kunde dem Webdesigner im Zusammenhang mit dem Website-Design-Projekt offenlegt und die als vertraulich gekennzeichnet sind oder aus dem Kontext erkennbar als Betriebsgeheimnis gelten.

Häufiger Fehler: Zu breite oder zu enge Definitionen führen zu Streitigkeiten darüber, welche Daten tatsächlich geschützt sind.

Vertraulichkeitspflicht des Designers

In einfacher Sprache: Verpflichtet den Webdesigner, alle erhaltenen Informationen streng vertraulich zu behandeln und vor unbefugter Offenlegung zu schützen.

Beispielformulierung
Der Webdesigner verpflichtet sich, alle vom Kunden erhaltene vertrauliche Information streng vertraulich zu behandeln und alle notwendigen Schritte einzuleiten, um diese vor Offenlegung gegenüber Dritten zu schützen. Der Webdesigner wird interne Sicherheitsmaßnahmen implementieren und aufrechterhalten, um die Vertraulichkeit zu gewährleisten.

Häufiger Fehler: Unklare Sicherheitsstandards führen zu Fragen, ob der Designer wirklich angemessene Schutzvorkehrungen trifft.

Zulässige Verwendung (Geschäftszweck)

In einfacher Sprache: Begrenzt die Nutzung der vertraulichen Informationen ausschließlich auf die Evaluierung und Durchführung des Website-Design-Projekts, nicht für andere Zwecke.

Beispielformulierung
Der Webdesigner darf die vertrauliche Information ausschließlich für den Zweck der Evaluierung und Durchführung des Website-Design-Projektes verwenden. Jede Nutzung für andere Zwecke oder zur Unterstützung von Dritten ist untersagt.

Häufiger Fehler: Fehlende Begrenzung führt dazu, dass der Designer Informationen nebenbei für andere Kunden oder Zwecke nutzen kann.

Weitergabe an Mitarbeiter und Subunternehmer

In einfacher Sprache: Regelt, dass der Designer Informationen nur an Mitarbeiter weitergeben darf, die diese für die Projektarbeit benötigen, und dass diese ebenfalls der Geheimhaltung unterliegen.

Beispielformulierung
Der Webdesigner darf die vertrauliche Information nur an Mitarbeiter oder beauftragte Subunternehmer mitteilen, die diese in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Geschäftszweck benötigen. Jede Person, die diese Information erhält, muss schriftlich zustimmen, dieselben Vertraulichkeitsverpflichtungen einzuhalten, wie sie in dieser Vereinbarung festgelegt sind.

Häufiger Fehler: Keine Regelung führt dazu, dass Designer frei Informationen an Praktikanten oder freie Mitarbeiter weitergeben können.

Rückgabe oder Vernichtung von Informationen

In einfacher Sprache: Verpflichtet den Designer, auf Anforderung oder nach Projektende alle vertraulichen Unterlagen, Kopien und Notizen an den Kunden zurückzugeben oder zu vernichten.

Beispielformulierung
Auf Aufforderung des Kunden oder nach Beendigung der Verhandlungen und des Projektes muss der Webdesigner alle vertraulichen Unterlagen, Dateien, Kopien und Notizen, die die vertrauliche Information beinhalten, vollständig an den Kunden zurückgeben oder unter beglaubigter Erklärung vernichten.

Häufiger Fehler: Fehlende Festlegung führt dazu, dass der Designer Daten auf alten Festplatten oder in Backup-Systemen archiviert hält.

Keine Rechte oder Lizenzen

In einfacher Sprache: Stellt klar, dass die Weitergabe von Informationen keine Lizenz-, Nutzungs- oder Eigentumsrechte auf diese Daten überträgt.

Beispielformulierung
Mit Ausnahme der oben festgelegten erlaubten Nutzung gewährt der Kunde dem Webdesigner keine Rechte, Lizenzen, Ableitungsrechte oder sonstige Rechte an der vertraulichen Information oder an Betriebsgeheimnissen.

Häufiger Fehler: Unklare Formulierung führt dazu, dass der Designer glaubt, er könne Ideen oder Code-Snippets in anderen Projekten wiederverwenden.

Ausnahmen von der Geheimhaltung

In einfacher Sprache: Definiert, welche Informationen nicht als vertraulich gelten (z. B. öffentlich bekannte Daten oder vor der Vereinbarung bereits gekannte Informationen).

Beispielformulierung
Die Vertraulichkeitspflicht gilt nicht für Information, die (a) zum Zeitpunkt der Offenlegung bereits öffentlich bekannt ist oder später ohne Verschulden des Designers öffentlich wird, (b) dem Webdesigner vor der Offenlegung durch den Kunden bereits bekannt war und in Schriftstücken nachgewiesen ist, oder (c) von Dritten unabhängig entwickelt wurde ohne Nutzung der vertraulichen Information.

Häufiger Fehler: Zu breite Ausnahmeklauseln schwächen den Geheimhaltungsschutz erheblich ab.

Haftung und Schadensersatz

In einfacher Sprache: Regelt, dass Verstöße gegen die Geheimhaltungspflicht zu Schadensersatzverpflichtungen und einstweiligen Verfügungen führen können.

Beispielformulierung
Der Webdesigner anerkennt an, dass ein Verstoß gegen diese Vereinbarung erhebliche Schäden verursachen würde, die in Geld nicht vollständig ersetzbar sind. Der Kunde hat daher Anspruch auf einstweilige Verfügung, Schadensersatz und alle sonstigen verfügbaren rechtlichen Mittel.

Häufiger Fehler: Fehlende Strafklauseln machen die Vereinbarung toothless und umdurchsetzbar.

Gültigkeitsdauer der Vereinbarung

In einfacher Sprache: Legt fest, wie lange die Geheimhaltungspflicht nach Unterzeichnung oder nach Projektende gilt (z. B. 2 Jahre).

Beispielformulierung
Diese Vereinbarung wird wirksam ab dem Unterzeichnungsdatum und bleibt für eine Dauer von [ANZAHL] Jahren nach Abschluss oder Beendigung des Projektes gültig, sofern nicht kürzere Fristen durch zwingend anwendbares Recht vorgesehen sind.

Häufiger Fehler: Unbegrenzte Geheimhaltung ist unrealistisch und in vielen Rechtssystemen nicht durchsetzbar.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Parteien identifizieren und Daten eintragen

    Tragen Sie die vollständigen Namen, Rechtsformen und Adressen des Webdesigners (Freelancer oder Agentur) und des Kunden ein. Nutzen Sie [PLATZHALTER] für Bundesland/Staat und Datum.

    💡 Überprüfen Sie Registrierdaten im Handelsregister, um sicherzustellen, dass die Firmennamen und Sitze korrekt sind.

  2. 2

    Geschäftszweck definieren

    Präzisieren Sie, wofür die Informationen geteilt werden (z. B. 'Erstellung und Wartung einer E-Commerce-Website für Textilien'). Je spezifischer, desto besser der Schutz.

    💡 Vague Zwecke wie 'allgemeine Geschäftstätigkeit' führen zu Konflikten; seien Sie konkret.

  3. 3

    Kategorie der vertraulichen Informationen anpassen

    Ergänzen Sie die Definitionen-Klausel um spezifische Datentypen, die Ihnen wichtig sind (z. B. Kundenlisten, Lieferantendaten, Preiskalkulationen, Quellcode).

    💡 Je detaillierter die Beschreibung, desto leichter durchzusetzen vor Gericht.

  4. 4

    Mitarbeiterweitergabe regeln

    Entscheiden Sie, ob und wie viele Subunternehmer der Designer hinzuziehen darf. Legen Sie fest, ob diese direkt der Vereinbarung zustimmen müssen.

    💡 Für sensible Projekte: Subunternehmer nur nach vorheriger Zustimmung; ansonsten kann der Designer schnell Freelancer einbinden.

  5. 5

    Rückgabefrist und -modalitäten festlegen

    Definieren Sie, innerhalb welcher Frist nach Projektende alle Informationen zurückgegeben oder vernichtet werden müssen (z. B. 30 Tage). Regeln Sie, ob eine beglaubigte Erklärung erforderlich ist.

    💡 Elektronische Daten können schnell gelöscht werden, aber Backups und redundante Speicher sind oft übersehen.

  6. 6

    Gültigkeitsdauer eintragen

    Legen Sie fest, wie lange die Geheimhaltungspflicht gilt: typischerweise 2–5 Jahre nach Projektabschluss oder unbegrenzt für Betriebsgeheimnisse (je nach Rechtslage).

    💡 In Deutschland können echte Betriebsgeheimnisse unbegrenzt geschützt sein; kalkulieren Sie dies ein.

  7. 7

    Unterzeichnung und Datumsvermerk

    Lassen Sie die Vereinbarung von einem Geschäftsführer oder Bevollmächtigten jeder Partei unterzeichnen. Tragen Sie das Unterzeichnungsdatum ein.

    💡 Digital unterzeichnete PDFs (z. B. mit DocuSign oder eIDAS-Standards) gelten in Deutschland und Österreich als rechtswirksam.

  8. 8

    Kopien austeilen und archivieren

    Geben Sie unterzeichnete Kopien an beide Parteien aus und archivieren Sie eine beglaubigte Kopie sicher.

    💡 Digitale Archivierung mit Zeitstempel ist sicherer als Papier-Ordner.

Häufig gestellte Fragen

Ist diese Vereinbarung in Österreich und der Schweiz gültig?

Die Vorlage ist auf deutsches Recht ausgerichtet. In Österreich und der Schweiz können Sie die Grundstruktur nutzen, sollten aber Paragraphen und Rechtsbegriffe an das jeweilige nationale Recht (z. B. ABGB in Österreich, Code of Obligations in der Schweiz) anpassen lassen. Ein lokaler Anwalt sollte die Vorlage überprüfen, um volle Gültigkeit zu sichern.

Muss ich diese Vereinbarung von beiden Parteien unterschreiben lassen?

Ja, die NDA wird erst rechtswirksam, wenn beide Parteien (oder autorisierte Vertreter) unterzeichnet haben. Sie sollten mindestens zwei beglaubigte Ausfertigungen anfertigen und je eine an beide Parteien austeilen. Eine Kopie sollte in Ihren Akten archiviert werden.

Was tun, wenn der Designer Subunternehmer hinzuziehen möchte, denen ich nicht traue?

Sie können in der Vereinbarung festlegen, dass Subunternehmer vorher schriftlich von Ihnen genehmigt werden müssen. Alternativ können Sie eine engere Klausel formulieren, die nur namentlich benannte Personen als Subunternehmer erlaubt. Der Designer trägt die Verantwortung dafür, dass auch diese Dritten die Geheimhaltung einhalten.

Wie lange muss ich Daten nach Projektende zurückgeben?

Das sollten Sie in der Vereinbarung festlegen — typischerweise 14–30 Tage nach Aufforderung oder automatisch nach Projektende. Danach können Sie vom Designer eine eidesstattliche Versicherung verlangen, dass alle Daten und Kopien gelöscht wurden. Backup-Systeme und Cloud-Speicher sollten ebenfalls abgedeckt sein.

Was ist der Unterschied zwischen einer einseitigen und einer gegenseitigen NDA?

Eine einseitige NDA schützt nur eine Partei (hier: Ihren Kunden). Der Designer muss Daten vertraulich behandeln, ist aber nicht selbst geschützt, wenn er Betriebsgeheimnisse offenbart. Eine gegenseitige (oder bidirektionale) NDA schützt beide Seiten gleich. Verwenden Sie gegenseitige NDAs, wenn beide Parteien sensible Informationen teilen.

Kann ich diese Vorlage mit einer Vertraulichkeitsklausel in den Website-Design-Vertrag kombinieren?

Ja, das ist sinnvoll. Eine eigenständige NDA regelt nur Geheimhaltung und ist oft umfassender; eine Klausel im Hauptvertrag fasst die Essenz zusammen. Ein separater NDA-Vertrag gibt Ihnen aber stärkere Rechte und ist leichter durchzusetzen. Am besten: beide dokumente nutzen — die NDA vor Projektstart, die Vertraulichkeitsklausel im Designvertrag als Bestätigung.

Was zählt als Verstoß gegen diese Vereinbarung?

Ein Verstoß liegt vor, wenn der Designer vertrauliche Informationen ohne Ihre Genehmigung an Dritte (Konkurrenten, andere Kunden, Öffentlichkeit) weitergibt, sie für unerlaubte Zwecke nutzt, oder Kopien nach Projektende behält. Auch fahrlässiges Sicherlassen von Passwörtern oder unzureichende interne Sicherheit kann einen Verstoß darstellen, wenn so Ihre Daten gefährdet werden.

Kann ich diese NDA durchsetzen, wenn ein Verstoß passiert?

Ja, aber mit Aufwand. Sie können einstweilige Verfügung beantragen (sofort, ohne Schadensnachweis), Schadensersatz verlangen oder den Designer abmahnen und rechtlich verfolgen. Dafür müssen Sie aber nachweisen, dass ein Verstoß vorlag und Schaden entstanden ist. Ein Anwalt kann Sie dabei unterstützen; in vielen Fällen reicht eine professionelle Abmahnung aus, um den Designer zur Einhaltung zu bewegen.

Sollte ich diese Vorlage von einem Anwalt prüfen lassen, bevor ich sie nutze?

Empfohlen. Diese Vorlage ist eine Standardgrundrisse, aber Ihr spezifisches Projekt kann besondere Anforderungen haben (z. B. Schutz von Eigenentwicklungen, internationale Lieferanten, sehr hohe Geheimhaltungsstufen). Ein Anwalt kann Ihre Branche und Risiken berücksichtigen und die Vorlage anpassen. Die Kosten einer kurzen Prüfung (50–200 EUR) sind oft deutlich niedriger als Rechtsstreitigkeiten später.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Allgemeine Vertraulichkeitsklausel im Website-Design-Vertrag

Eine Vertraulichkeitsklausel im Designvertrag ist knapper und gilt nur für dieses Projekt. Eine eigenständige NDA ist umfangreicher, schwerer durchzusetzen (eigenständige Klage möglich), und gilt oft länger — typischerweise 2–5 Jahre über das Projektende hinaus. Für hochsensible Informationen ist eine separate NDA empfehlenswert; für kleinere Projekte reicht eine Vertragsklausel.

vs Non-Compete-Vereinbarung (Wettbewerbsverbot)

Eine NDA schützt die Geheimhaltung von Informationen (was, wie, wem). Ein Non-Compete-Vertrag verbietet dem Designer, für Konkurrenten zu arbeiten oder ein ähnliches Geschäft zu gründen (12–24 Monate). Beide sind unterschiedlich; oft werden sie kombiniert. NDAs sind leichter durchzusetzen, Wettbewerbsverbote sind strikter und stärker umstritten.

vs Lizenzvereinbarung für Website-Code

Eine NDA regelt Geheimhaltung. Eine Lizenzvereinbarung regelt Nutzungsrechte und Eigentum am Code (wer darf ihn nutzen, verkaufen, weitergeben). Sie sind komplementär: Die NDA schützt Ihre Informationen während der Entwicklung; die Lizenzvereinbarung regelt, wem der fertige Code gehört und wie er genutzt werden darf.

vs Datenschutzerklärung und GDPR-Vereinbarung

Eine NDA schützt Ihre Geschäftsgeheimnisse vor dem Designer. Eine GDPR-Vereinbarung und Datenschutzerklärung regeln, wie persönliche Daten (Kundennamen, E-Mails) gesetzlich korrekt gehandhabt werden. Beide sollten parallel existieren: NDA für Betriebsgeheimnisse, GDPR-Vereinbarung für Personendatenschutz.

Branchenspezifische Hinweise

Web- und Digital-Agenturen

Schutz von Kundendaten, Designkonzepten und technischen Lösungen vor Weitergabe an Konkurrenz oder unbefugte Parteien.

E-Commerce und Onlinehandel

Sicherung von Kundenlisten, Lagerbeständen, Lieferantenkontakten und Geschäftsmodellen vor Offenlegung gegenüber dem Webdesigner.

Startup und Technologieunternehmen

Schutz von Geschäftsideen, Geschäftsplänen, Code-Architektur und strategischen Plänen während der Zusammenarbeit mit externen Designern.

Finanzdienstleistungen und Versicherung

Regulatorische Anforderung zum Schutz von Kundendaten, Finanzinformationen und Datenschutz-Compliance (z. B. GDPR) bei Website-Entwicklung.

Produktion und Maschinenbau

Schutz von Konstruktionsdaten, Produktionsprozessen und technischen Spezifikationen vor Weitergabe bei Website- und Datenbank-Entwicklung.

Einzelhandel und Franchiseunternehmen

Sicherung von Vertriebsstrukturen, Preismodellen und Markenstrategien vor Preisgabe an Designer oder Dienstleister.

Hinweise zur Rechtsprechung

Die Vorlage basiert auf deutschem Vertragsrecht und deutschem Geheimhaltungsschutz (BGB, Geschäftsgeheimnisschutzgesetz GeschGehG). Sie ist in Deutschland ohne weitere Anpassung gültig und durchsetzbar.

In Österreich sollten Sie die Vorlage anpassen, da das ABGB (Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch) andere Regelungen hat und österreichische Rechtsbegriffe zu verwenden sind. Ein Anwalt sollte die Formulierungen überprüfen.

In der Schweiz gilt das Code of Obligations (OR) und das Geschäftsgeheimnisrecht ist anders geregelt. Die Vorlage sollte von einem Schweizer Anwalt überarbeitet werden, um volle Gültigkeit zu sichern.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenKleinere Projekte, unkomplizierte Designer-Zusammenarbeit, geringes bis mittleres Geheimhaltungsrisiko.0–50 EUR (nur Vorlage)ca. 30–45 Minuten zum Ausfüllen und Unterzeichnen
Vorlage + RechtsprüfungMittlere bis größere Projekte, mehrere Subunternehmer, nationale oder internationale Partner, moderates Geheimhaltungsrisiko.100–300 EUR (Anwalt prüft und passt an)3–7 Tage (Anwalt-Prüfung + Überarbeitungen)
MaßgeschneidertGroße Projekte, hochsensible Informationen, internationale Parteien, Compliance-Anforderungen, hohes Geheimhaltungsrisiko.500–2.000 EUR (individuell verfasst)1–3 Wochen (Beratung, Entwurf, Abstimmung)

Glossar

Geheimhaltungsvereinbarung (NDA)
Rechtlich bindende Vereinbarung, die regelt, wie eine Partei vertrauliche Informationen einer anderen Partei behandeln, schützen und verwenden darf.
Betriebsgeheimnis
Geschützte Geschäftsinformation wie Kundenverzeichnisse, Verfahren, Preiskalkulationen oder strategische Pläne, die dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil geben.
Vertrauliche Information
Jede Mitteilung oder Dokument, das als vertraulich gekennzeichnet ist oder aus dem Kontext heraus als geheim zu behandeln erkennbar ist.
Erlaubter Geschäftszweck
Der konkrete, im Vertrag festgelegte Zweck, für den die vertrauliche Information verwendet werden darf – hier: Evaluierung der Website-Design-Dienstleistung.
Offenlegung gegenüber Dritten
Weitergabe oder Mitteilung von vertraulichen Informationen an Personen außerhalb der ursprünglichen Vereinbarung ohne Genehmigung.
Rückgabe von Informationen
Verpflichtung des Empfängers, alle erhaltenen vertraulichen Unterlagen, Kopien und Notizen nach Projektende oder auf Anforderung zurückzugeben oder zu vernichten.
Bona fide
Lateinischer Begriff für guten Glauben und ehrliche Absicht bei der Handlung oder Vereinbarung.
Lizenz
Formelle Genehmigung zur Nutzung, Vervielfältigung oder Verbreitung von Daten, Texten oder anderen Inhalten.
Sublizenzierung
Weitergabe von Nutzungsrechten an Dritte durch eine Person, die selbst eine Lizenz erhalten hat.
Geschäftsbeziehung evaluieren
Prozess, in dem beide Parteien prüfen, ob eine zukünftige Zusammenarbeit sinnvoll und machbar ist.

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