Vereinbarung über Lieferung

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FreiVereinbarung über Lieferung

Auf einen Blick

Was es ist
Eine Liefervereinbarung ist ein rechtlich verbindlicher Vertrag zwischen einem Lieferanten und einem Käufer. Sie regelt den kontinuierlichen Verkauf und die Lieferung von Produkten über einen vereinbarten Zeitraum. Diese kostenlose Word-Vorlage ist vollständig anpassbar und kann als PDF exportiert werden.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen diese Vereinbarung, wenn Sie langfristige Geschäftsbeziehungen mit regelmäßigen Produktlieferungen aufbauen möchten. Sie ist ideal für Lieferanten, die ihre Kunden als exklusive Lieferquelle positionieren, und für Käufer, die Liefersicherheit und klare Bedingungen benötigen.
Was enthalten ist
Die Vorlage enthält Definitionen, Verkaufs- und Lieferbedingungen, Regelungen zu Eigentum und Risiko, Preisschemas, Zahlungsbedingungen, Rabatten und Verzugszinsen sowie Bestimmungen zur Vertragslaufzeit. Sie deckt Bestellungsabläufe, Lieferfristen und Versicherungspflichten ab.

Was ist eine Vorlage „Vereinbarung über Lieferung"?

Eine Liefervereinbarung ist ein rechtlich verbindlicher Vertrag zwischen einem Lieferanten und einem Käufer, der die kontinuierliche Versorgung mit Produkten über einen längeren Zeitraum regelt. Diese Vorlage enthält alle notwendigen Klauseln: Verkaufs- und Lieferbedingungen, Preisregelungen, Zahlungsbedingungen, Regelungen zu Eigentum und Haftung sowie Bestimmungen zur Vertragslaufzeit. Die Vorlage ist ein kostenloser Word-Download, vollständig anpassbar und kann als PDF exportiert werden — ideal für KMUs, Handwerksbetriebe, Einzelhandelsunternehmen und Hersteller, die ihre Lieferketten vertraglich absichern möchten.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Ohne schriftliche Liefervereinbarung entstehen Unklarheiten: Wer liefert wann und zu welchem Preis? Was passiert bei Verzug? Wer haftet bei Beschädigung? Diese Unklarheiten führen zu kostspieligen Streitigkeiten, Zahlungsverzügen, unterbrochenen Lieferketten und verlorenem Vertrauen. Eine schriftliche Vereinbarung schafft Klarheit, minimiert rechtliche Risiken und schützt beide Parteien — den Lieferanten durch Eigentumsvorbehalt und klare Zahlungsbedingungen, den Käufer durch Lieferfristen und Stornierungsrechte. Für Unternehmen, die regelmäßig dieselben Produkte kaufen oder verkaufen, ist eine Liefervereinbarung eine essenzielle Grundlage für professionelle und zuverlässige Geschäftsbeziehungen.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Lieferung von Rohstoffen und Komponenten an HerstellerVereinbarung für Rohstofflieferung
Lieferung von Fertigprodukten an Wiederverkäufer oder EinzelhandelVereinbarung für Handelswaren
Lieferung mit Mengenrabatten oder Jahresmengen-IncentivesVereinbarung mit Rabattstaffel
Lieferant als alleinige Quelle für bestimmte ProdukteVereinbarung mit Exklusivitätsklausel
Längere Zahlungsfristen (z. B. 30–60 Tage) mit Zinsen auf VerzugVereinbarung mit Zahlungsverzug
Lieferung hochpreisiger oder empfindlicher Waren mit VersicherungspflichtVereinbarung mit Versicherungsschutz

Häufige Fehler vermeiden

❌ Produkte zu vage oder gar nicht beschreiben

Warum es wichtig ist: Dies führt zu Unklarheiten darüber, was genau geliefert werden soll, und zu späteren Qualitäts- und Lieferstörungen.

Fix: Definieren Sie Produkte mit Artikelnummern, technischen Spezifikationen und Abbildungen in einer Anlage.

❌ Lieferfristen nicht realistisch setzen

Warum es wichtig ist: Zu kurze Fristen führen zu chronischen Verzügen und rechtlichen Streitigkeiten, die das Geschäftsverhältnis belasten.

Fix: Vereinbaren Sie Lieferfristen basierend auf Ihrer tatsächlichen Produktionskapazität und Logistik.

❌ Zahlungsbedingungen zu lose formulieren

Warum es wichtig ist: Ohne konkrete Zahlungsfristen und Zahlungsarten entstehen Zahlungsverzüge, die den Cashflow gefährden.

Fix: Spezifizieren Sie Zahlungsfrist (z. B. 30 Tage Netto), Zahlungsart (Banküberweisung) und Verzugszinsen.

❌ Eigentumsübergang und Risiko unklar lassen

Warum es wichtig ist: Wer bei Beschädigung oder Verlust haftet, bleibt unklar; Versicherungsstreitigkeiten entstehen.

Fix: Regeln Sie klar: Eigentum geht bei Bezahlung über, Risiko geht bei Lieferung über (oder vereinbaren Sie Incoterms wie FOB, CIF).

❌ Keine Konsequenzen für Lieferverzug vorsehen

Warum es wichtig ist: Der Lieferant hat keinen Anreiz, pünktlich zu liefern, und kann den Käufer jederzeit im Stich lassen.

Fix: Regeln Sie das Recht des Käufers, woanders zu kaufen, und ggf. Schadensersatz oder Vertragsstrafe für Verzug.

❌ Währung oder Steuern nicht klären

Warum es wichtig ist: Unerwartete Steuerzahlungen oder Währungsrisiken entstehen; Preisr Debatten folgen.

Fix: Geben Sie klar an, in welcher Währung Preise gelten, und wer für USt., Zölle oder Importsteuern verantwortlich ist.

Die 11 wichtigsten Klauseln, erklärt

Verkauf und Einkauf von Produkten

In einfacher Sprache: Der Lieferant verpflichtet sich, alle Produktanforderungen des Käufers zu verkaufen und zu liefern, während der Käufer sich verpflichtet, diese zu kaufen.

Beispielformulierung
[NAME IHRES UNTERNEHMENS] erklärt sich damit einverstanden und verpflichtet sich, dem Käufer die gesamten Produktanforderungen, die vom Käufer für seine täglichen Herstellungs- und Vertriebsaktivitäten benötigt werden, zu dem Preis und zu den Bedingungen und Konditionen, die hierin enthalten sind, zu verkaufen und zu liefern.

Häufiger Fehler: Nicht klar festzulegen, welche Produkte genau unter die Vereinbarung fallen, oder zu vage Quantitätsprognosen zu treffen.

Bestellung und Lieferung

In einfacher Sprache: Alle Bestellungen müssen schriftlich erfolgen und Lieferungen müssen innerhalb einer festgelegten Frist (normalerweise 7 Werktage) abgeschlossen sein.

Beispielformulierung
Jede Bestellung von Produkten bedarf der Schriftform und ist an die Adresse der Partei, welche die Produkte verkauft, per Post oder per Fax zu senden. Die Lieferung der Produkte hat innerhalb von sieben Werktagen nach Eingang der schriftlichen Bestellung abgeschlossen zu sein.

Häufiger Fehler: Keine Lieferfrist zu setzen oder zu kurze Fristen zu vereinbaren, die praktisch nicht erfüllbar sind.

Lieferverzug und Stornierung

In einfacher Sprache: Falls der Lieferant nicht rechtzeitig liefert, darf der Käufer woanders kaufen und die ursprüngliche Bestellung stornieren.

Beispielformulierung
Für den Fall, dass eine Partei es versäumt, die Produkte innerhalb der Frist zu liefern, hat die kaufende Partei das Recht, von irgendeiner Person Produkte zu kaufen. Die einkaufende Partei ist berechtigt, die Bestellung zu stornieren und hat eine Kopie der Ersatzbestellung an die andere Partei zu senden.

Häufiger Fehler: Keine Konsequenzen für verspätete Lieferungen vorzusehen oder dem Käufer keine Ausweichoptionen zu geben.

Eigentumsübergang und Risiko

In einfacher Sprache: Der Lieferant behält das Eigentum bis zur vollständigen Bezahlung; das Risiko für Verlust oder Beschädigung geht bei Lieferung auf den Käufer über.

Beispielformulierung
Das Eigentum an den gemäß dieser Vereinbarung verkauften Produkten geht mit der vollständigen Bezahlung des Kaufpreises von der verkaufenden Partei an die kaufende Partei über. Die Risiken des Verlustes oder der Beschädigung gehen mit dem Datum der Lieferung über.

Häufiger Fehler: Unklar zu lassen, wann Risiko und Eigentum übergehen, was später zu Versicherungs- und Haftungsstreitigkeiten führt.

Preisschema

In einfacher Sprache: Die Preise werden für die erste Laufzeit festgelegt und können für Verlängerungen neu verhandelt werden.

Beispielformulierung
Für die anfängliche Laufzeit beträgt der Preis des Produkts [PREISSCHEMA ANGEBEN]. Die Preise während einer eventuellen späteren Laufzeit werden von den Vertragsparteien gegenseitig vereinbart.

Häufiger Fehler: Zu vage Preisformeln zu vereinbaren oder keine klare Anpassungsmechanismus für Preisänderungen zu definieren.

Steuern und Abgaben

In einfacher Sprache: Steuern und behördliche Abgaben (außer Einkommensteuer) werden dem Kaufpreis hinzugerechnet.

Beispielformulierung
Die Preise sind Lieferpreise und werden um den Betrag an Steuern oder anderen staatlichen Abgaben in Bezug auf den Verkauf der Produkte (mit Ausnahme der Einkommensteuer, Unternehmenssteuer oder Grundsteuern) erhöht.

Häufiger Fehler: Nicht zu klären, wer für Steuern und Zölle verantwortlich ist, besonders bei grenzüberschreitenden Lieferungen.

Zahlungsbedingungen

In einfacher Sprache: Der Käufer muss die Rechnung innerhalb einer festgelegten Frist (z. B. 30 Tage) nach Wareneingang bezahlen.

Beispielformulierung
Jede Partei hat die andere Partei innerhalb von [NUMMER] Kalendertagen ab dem Datum des Eingangs der gekauften Produkte den Preis für diese Produkte zu bezahlen.

Häufiger Fehler: Keine konkreten Zahlungsfristen festzulegen oder die Zahlungsart nicht zu spezifizieren (Banküberweisung, Scheck, Kreditkarte).

Rabatte bei Schnellzahlung

In einfacher Sprache: Ein Rabatt wird gewährt, wenn die Zahlung innerhalb eines kürzeren Zeitraums erfolgt (z. B. 2 % bei Zahlung in 10 Tagen).

Beispielformulierung
Der Preis wird um [PROZENTSATZ] % ermäßigt, wenn die vollständige Bezahlung für die Produkte innerhalb von [NUMMER] Kalendertagen nach Eingang erfolgt.

Häufiger Fehler: Rabattprozentsätze zu hoch anzusetzen oder Rabattbedingungen so komplex zu gestalten, dass Käufer verwirrt werden.

Verzugszins

In einfacher Sprache: Auf verspätete Zahlungen werden Zinsen berechnet, die sich aus dem Leitzins plus einem Zuschlag zusammensetzen.

Beispielformulierung
Der Käufer verpflichtet sich, monatliche Zinsen für überfällige Beträge auf der Basis einer jährlichen Verzinsung in Höhe des Leitzinses zuzüglich [PROZENTSATZ %] zu bezahlen.

Häufiger Fehler: Verzugszinsen zu niedrig zu setzen, was Zahlungsverzüge nicht wirksam abschreckt.

Versicherung der Waren

In einfacher Sprache: Beide Parteien versichern die Produkte während Transport und Lagerung bis zur Bezahlung und müssen entsprechende Nachweise vorlegen.

Beispielformulierung
Jede Partei hat die Produkte für den Zeitraum ab dem Tag des Eingangs bis zur vollständigen Bezahlung zu versichern und hat auf Anfrage die andere Partei mit Dokumenten zu versorgen, die nachweisen, dass die Produkte versichert sind.

Häufiger Fehler: Keine Versicherungspflicht festzulegen, was zu ungedeckten Verlusten führen kann.

Vertragslaufzeit

In einfacher Sprache: Die Vereinbarung tritt für einen Zeitraum von einem Jahr in Kraft und kann dann verlängert oder beendet werden.

Beispielformulierung
Diese Vereinbarung tritt zunächst für einen Zeitraum von einem Jahr ab dem Datum der Unterzeichnung in Kraft.

Häufiger Fehler: Nicht festzulegen, wie lange die Vereinbarung läuft oder wie Verlängerungen bzw. Kündigungen gehandhabt werden.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Parteien und Datum ausfüllen

    Ersetzen Sie [DATUM], [NAME IHRES UNTERNEHMENS], [BUNDESLAND/STAAT], [IHRE VOLLSTÄNDIGE ADRESSE], [NAME DER ZWEITEN PARTEI] und [VOLLSTÄNDIGE ADRESSE] mit den tatsächlichen Daten. Stellen Sie sicher, dass alle rechtlichen Unternehmensbezeichnungen korrekt sind.

    💡 Verwenden Sie die offizielle Registrierung im Handelsregister (HRB) oder im Unternehmensregister für die korrekte Unternehmensbezeichnung.

  2. 2

    Produkte definieren

    Füllen Sie [ANGEBEN] aus, um genau zu beschreiben, welche Produkte Gegenstand der Lieferung sind (z. B. 'Stahlrohre DN 50', 'Verpackungsmaterialien' usw.).

    💡 Seien Sie so spezifisch wie möglich; vage Produktbeschreibungen führen später zu Streitigkeiten.

  3. 3

    Geschätzte Jahresmengen eintragen

    Geben Sie im Absatz 2 ein Schätzvolumen für [BETRAG] ein (z. B. '€ 150.000' für die erwarteten Jahresbedarfe).

    💡 Diese Angabe hilft bei der Kapazitätsplanung; sie ist meist keine harte Verpflichtung, aber eine Richtlinie.

  4. 4

    Preisschema festlegen

    Füllen Sie [PREISSCHEMA ANGEBEN] in Abschnitt 4.1 aus. Dies kann eine feste Preisliste, ein Katalog oder eine Formel sein (z. B. 'wie in Anlage 1 aufgeführt' oder 'EUR 45 pro Einheit + Kosten').

    💡 Referenzieren Sie externe Preislisten als Anlage, um Aktualisierungen zu erleichtern.

  5. 5

    Zahlungsfrist und Rabatte ausfüllen

    Ersetzen Sie [NUMMER] in Abschnitt 5.1 (z. B. '30' für 30 Tage) und in Abschnitt 5.2 [PROZENTSATZ] mit dem Skonto-Satz (z. B. '2' für 2 % bei Zahlung in 10 Tagen).

    💡 Typische Zahlungsfristen sind 14, 30 oder 60 Tage; Skonti von 2–3 % sind marktüblich.

  6. 6

    Verzugszins und Lieferfrist prüfen

    Überprüfen Sie Abschnitt 3.3 (Lieferfrist: 7 Werktage) und Abschnitt 5.3 (Verzugszinsatz). Passen Sie diese an Ihre geschäftliche Realität an, falls nötig.

    💡 Lieferfristen sollten realistisch sein; zu kurze Fristen führen zu Verzügen und Streitigkeiten.

  7. 7

    Land und Währung überprüfen

    Vergewissern Sie sich, dass [LAND] und [BUNDESLAND/STAAT] korrekt eingetragen sind und dass die Währung [BETRAG] in EUR (oder Ihrer lokalen Währung) angegeben ist.

    💡 Wird der Vertrag international geschlossen, spezifizieren Sie die anwendbare Rechtsprechung und die Landesgesetze.

  8. 8

    Anlagen und Unterschriften vorbereiten

    Fügen Sie ggf. eine Preisliste, Produktspezifikationen oder Lieferbedingungen als Anlagen bei. Drucken Sie aus und lassen Sie beide Parteien unterschreiben.

    💡 Bewahren Sie Original und beglaubigte Kopien auf; digitale Signaturen (QES) sind in Deutschland rechtlich gültig.

Häufig gestellte Fragen

Kann die Vereinbarung auch für internationale Lieferungen verwendet werden?

Ja, die Vorlage kann für internationale Geschäfte angepasst werden. Sie müssen jedoch [LAND] und [BUNDESLAND/STAAT] präzisieren, das anwendbare Recht wählen (z. B. deutsches Recht, österreichisches Recht), und ggf. Incoterms (wie FOB, CIF) hinzufügen. Für grenzüberschreitende Lieferungen empfehlen wir, einen Anwalt zu konsultieren, um Zollaspekte, Import-/Exportgenehmigungen und unterschiedliche Umsatzsteuersätze zu regeln.

Welche Lieferfrist ist realistisch?

Das hängt von Ihrer Branche und Logistik ab. Sieben Werktage sind für viele Handelsunternehmen Standard. Bei Fertigung oder speziellen Produkten können 14–30 Tage angemessen sein. Zu kurze Fristen führen zu Verzügen und Vertragsstrafen; zu lange Fristen benachteiligen den Käufer. Faustregel: Wählen Sie eine Frist, die Sie zu 95 % einhalten können, unter normalen Umständen.

Was passiert, wenn der Lieferant nicht rechtzeitig liefert?

Nach Abschnitt 3.4 hat der Käufer das Recht, woanders zu kaufen und die ursprüngliche Bestellung zu stornieren. Darüber hinaus kann der Käufer Schadensersatz geltend machen (Kosten der Ersatzbeschaffung, Produktionsausfälle). Die Vereinbarung schützt den Käufer durch das Stornierungsrecht; je nach Geschäftsumstand können Sie auch eine Vertragsstrafe pro Tag Verzug einführen (z. B. 0,5 % des Auftragswertes pro Woche).

Wann geht das Eigentum auf den Käufer über?

Nach Abschnitt 3.5 geht das Eigentum mit der **vollständigen Bezahlung** des Kaufpreises über. Das bedeutet: Der Lieferant behält das Eigentumsrecht an den Waren, bis sie vollständig bezahlt sind. Das Risiko (Verlust, Beschädigung) geht jedoch mit der Lieferung über. Dies schützt den Lieferanten, da er bei Zahlungsausfall die Waren noch zurückfordern kann.

Muss der Käufer die Waren versichern?

Nach Abschnitt 3.6 müssen **beide Parteien** die Produkte versichern — der Lieferant bis zur Lieferung, der Käufer ab Lieferung bis zur Bezahlung. In der Praxis ist oft der Lieferant über den Transport versichert (über Frachtversicherer); der Käufer versichert das Lager. Beide Parteien müssen auf Anfrage Versicherungsnachweise vorlegen. Für hochwertige Waren ist Versicherung essentiell.

Können Rabatte und Zahlungsbedingungen später geändert werden?

Ja, aber nur durch gegenseitige schriftliche Vereinbarung (Änderungsvertrag). Die ursprüngliche Vereinbarung regelt die Standard-Zahlungsfrist (z. B. 30 Tage) und den Standard-Rabatt (z. B. 2 % bei 10-Tage-Zahlung). Sind längere Zahlungsfristen (z. B. 60 Tage) oder andere Rabatte nötig, sollten diese in einem Einzelauftragsformular oder einer schriftlichen Änderung festgehalten werden.

Was ist ein Verzugszins und wie wird er berechnet?

Ein Verzugszins ist eine zusätzliche Gebühr auf überfällige Zahlungen. Nach Abschnitt 5.3 wird ein **monatlicher Zins** berechnet, basierend auf dem Leitzins (z. B. der EZB-Refinanzierungssatz) **plus ein Aufschlag** (z. B. 8 %). Beispiel: Wenn der Leitzins 3 % ist und der Aufschlag 8 % beträgt, ergibt sich eine jährliche Verzinsung von 11 %, oder ca. 0,9 % monatlich. Dies ist eine gängige rechtliche Regelung, um säumige Zahlungen zu sanktionieren.

Kann diese Vereinbarung für B2C (Geschäft mit Endkunden) verwendet werden?

Nein, diese Vorlage ist für B2B (Geschäft zwischen Unternehmen) ausgelegt. Sie enthält Regelungen, die für Geschäftskunden (Lieferanten, Händler) gedacht sind, nicht für Verbraucher. Für Verkauf an Endkunden müssen zusätzliche Bestimmungen wie Widerrufsrecht, Datenschutz und AGB nach deutschem BGB Beachtung finden. Konsultieren Sie einen Anwalt für B2C-Änderungen.

Muss die Vereinbarung unterschrieben sein?

Ja, die Vereinbarung ist ein rechtlich verbindlicher Vertrag und sollte von beiden Parteien (Geschäftsführer oder autorisierter Vertreter) **schriftlich unterzeichnet** sein. Digitale Signaturen (QES) sind in Deutschland und EU rechtlich gültig. Untersignierte Verträge können vor Gericht schwächer sein. Bewahren Sie Original oder beglaubigte Kopien auf.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Einzelne Kaufverträge / Bestellbestätigungen

Ein einzelner Kaufvertrag regelt nur ein Geschäft (eine Bestellung). Eine Liefervereinbarung regelt hingegen eine **Gesamtbeziehung** über einen längeren Zeitraum mit vielen Lieferungen. Die Vereinbarung ist effizienter, wenn Sie wiederholt kaufen und verkaufen, da Sie nicht für jede Bestellung neu verhandeln müssen. Für einfache, einmalige Einkäufe reicht eine Bestellbestätigung; für langfristige Geschäftsbeziehungen ist eine Vereinbarung besser.

vs Rahmenvertrag

Ein Rahmenvertrag definiert allgemeine Bedingungen (Preise, Zahlung, Haftung), während eine Liefervereinbarung stärker auf **kontinuierliche Lieferungen** und Exklusivität fokussiert. Ein Rahmenvertrag ist flexibler und universeller anwendbar; eine Liefervereinbarung ist spezifischer für regelmäßige Produktlieferungen. Beide können zusammen verwendet werden (Rahmenvertrag + Liefervereinbarung für bestimmte Produkte).

vs Distributionsvertrag

Ein Distributionsvertrag regelt die **Rechte eines Distributors**, Produkte am Markt zu vertreten oder zu verkaufen (inkl. Marketing, Verkaufsgebiet). Eine Liefervereinbarung regelt nur die **physische Lieferung und Bezahlung**. Ein Distributionsvertrag ist stärker rechtlich und kommerziell; eine Liefervereinbarung ist rein transaktional. Für Vertrieb von Produkten über einen Distributor nutzen Sie einen Distributionsvertrag; für interne Lieferketten eine Liefervereinbarung.

vs Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

AGB sind **einheitliche Bedingungen**, die ein Unternehmen allen Kunden vorgibt (z. B. ein Möbelhändler mit seinen Kunden). Eine Liefervereinbarung ist eine **Einzelvereinbarung** zwischen zwei Parteien, die speziell ausgehandelt ist. AGB sind Standard und unflexibel; eine Liefervereinbarung ist bilateral und anpassbar. Größere Unternehmen verwenden AGB; kleinere KMUs mit wenigen großen Kunden oder Lieferanten nutzen Liefervereinbarungen.

Branchenspezifische Hinweise

Einzelhandel und Großhandel

Diese Vereinbarung regelt die Lieferbeziehung zwischen Großhändlern und Einzelhandelsketten oder zwischen Importeuren und Verteilern.

Fertigung und Produktion

Hersteller nutzen diese Vorlage, um ihre Zuliefer- und Rohstofflieferbeziehungen zu strukturieren und Liefersicherheit zu garantieren.

Gastronomie und Lebensmittelhandel

Restaurants und Supermärkte regeln damit ihre Beziehungen zu Lieferanten für Frischwaren, Verpackungen und Lagermaterialien.

Logistik und Vertrieb

Distributorennetze verwenden diese Vereinbarung, um Lieferketten zu standardisieren und Versorgungssicherheit zu vereinbaren.

Bauwirtschaft und Handwerk

Handwerksbetriebe und Baiunternehmen regeln damit die kontinuierliche Versorgung mit Baumaterialien, Werkzeugen und Komponenten.

Automobilindustrie und Zulieferer

Zulieferer und Hersteller nutzen diese Vorlage für die Absicherung von kontinuierlichen Komponentenlieferungen mit hohen Qualitätsstandards.

Hinweise zur Rechtsprechung

Diese Vorlage richtet sich nach deutschem BGB und Handelsrecht. Deutsche Gerichte wenden das BGB und die UN-Kaufmännische Konvention (CISG) auf B2B-Lieferverträge an. Die Vereinbarung ist in Deutschland vollständig rechtsgültig, sofern sie von beiden Parteien unterzeichnet wird.

In Österreich gilt das ABGB (Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch) analog zum BGB. Die Vorlage ist für Österreich mit minimalen Anpassungen (z. B. Verweis auf österreichische Bundesländer) einsetzbar. Österreichische Gerichte wenden ähnliche Grundsätze an wie deutsche Gerichte.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenKleine bis mittlere Geschäfte mit standardisierten Lieferketten, die schnell starten möchten und geringe rechtliche Risiken haben.EUR 0–50 (Vorlage)1–2 Stunden zum Ausfüllen
Vorlage + RechtsprüfungMittlere Unternehmen, die die Vorlage an ihre Situation anpassen und Rechtsklarheit wünschen, ohne vollständige Neudrafting zu bezahlen.EUR 300–800 (Anwaltshonorar für Prüfung und Anpassung)3–5 Arbeitstage
MaßgeschneidertGroße Unternehmen, internationale Lieferketten, Exklusivvereinbarungen, oder komplexe Produkt- und Logistikszenarien mit hohem rechtlichen Risiko.EUR 1.500–5.000+ (vollständige Rechtsberatung und Drafting)2–4 Wochen mit Verhandlung

Glossar

Lieferant
Die Partei, die die Produkte verkauft und liefert.
Käufer
Die Partei, die die Produkte kauft und bezahlt.
Produkt
Die Ware oder Materialien, die Gegenstand der Lieferung sind.
Bestellung
Die schriftliche Anforderung des Käufers für eine bestimmte Menge Produkte.
Lieferfrist
Der Zeitraum, innerhalb dem der Lieferant die bestellten Produkte liefern muss.
Exklusiver Lieferant
Ein Lieferant, der die alleinige Quelle für die vereinbarten Produkte ist.
Eigentumsübergang
Der Moment, ab dem der Käufer rechtlich Eigentümer der Waren wird (meist bei Zahlung).
Risiko der Beschädigung
Die Verantwortung für Verlust oder Beschädigung während Transport und Lagerung.
Verzugszins
Zusätzliche Zinsen, die fällig werden, wenn der Käufer die Rechnung nicht rechtzeitig bezahlt.
Werktag
Ein Tag außer Samstag, Sonntag und gesetzlichen Feiertagen.

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