Vertraulichkeitsvereinbarung für Kunden

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FreiVertraulichkeitsvereinbarung für Kunden

Auf einen Blick

Was es ist
Eine Vertraulichkeitsvereinbarung für Kunden ist ein rechtlich bindendes Dokument, das den Informationsaustausch zwischen Ihrem Unternehmen und einem Kunden regelt. Sie definiert, welche Materialien, Dokumentationen und Geschäftsinformationen vertraulich behandelt werden müssen. Diese Word-Vorlage ist kostenlos downloadbar, online bearbeitbar und kann als PDF exportiert werden.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen diese Vereinbarung, wenn Sie einem Kunden Zugang zu sensiblen Geschäftsinformationen, Systemdokumentationen, Bildschirmlayouts oder anderen urheberrechtlich geschützten Materialien gewähren möchten. Sie schützt Ihr Unternehmen vor unbefugter Offenlegung oder Missbrauch vertraulicher Daten.
Was enthalten ist
Die Vorlage enthält eine Präambel mit Parteiangaben, eine Zweckbestimmung (Dokumentation und Systemeinsicht), eine klare Definition vertraulicher Informationen sowie Regelungen zum Schutz urheberrechtlich geschützter Materialien. Das Dokument ist nach deutschem Recht strukturiert und kann individuell angepasst werden.

Was ist eine Vorlage Vertraulichkeitsvereinbarung für Kunden?

Eine Vertraulichkeitsvereinbarung für Kunden ist ein rechtlich bindendes Dokument, das regelt, wie Ihr Unternehmen und ein Kunde mit sensiblen Geschäftsinformationen umgehen. Sie definiert klar, welche Materialien — wie Systemdokumentationen, Bildschirmlayouts, Geschäftsstrategien oder urheberrechtlich geschützte Werke — als vertraulich behandelt werden müssen und darf nicht an Dritte weitergegeben werden. Diese kostenlose Word-Vorlage ist vollständig anpassbar, online bearbeitbar und kann als PDF exportiert werden. Sie folgt deutschem Recht und ist sofort einsatzbereit.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Ohne eine klare Vertraulichkeitsvereinbarung riskieren Sie, dass Ihr Unternehmen seine wertvollsten Geheimnisse verliert. Wenn Sie einem Kunden Zugang zu technischen Dokumentationen, Geschäftsstrategien oder innovativen Konzepten geben — etwa bei einer Systemdemonstration oder Evaluierung — hat dieser Kunde keine rechtliche Hemmung, diese Informationen an Ihre Konkurrenz weiterzugeben oder selbst zu nutzen. Eine unterzeichnete Vereinbarung schafft rechtliche Klarheit und gibt Ihnen im Streitfall Anspruch auf Schadensersatz oder einstweilige Verfügung. Sie schützt Ihren Wettbewerbsvorteil, sichert Ihre Innovationen und regelt transparent, was der Kunde tun darf und was nicht — ein unverzichtbarer Schutz für jedes Unternehmen, das mit Geschäftsgeheimnissen arbeitet.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Ihr Unternehmen offenbart Informationen; der Kunde verpflichtet sich zur GeheimhaltungEinseitige Vertraulichkeitsvereinbarung
Beide Parteien tauschen sensible Informationen aus und verpflichten sich gegenseitigGegenseitige Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA)
Intern: Geheimhaltungspflichten für Ihre Arbeitnehmer regelnVertraulichkeitsvereinbarung für Mitarbeiter
Ihre Lieferanten dürfen keine Betriebsgeheimnisse offenlegenVertraulichkeitsvereinbarung für Lieferanten
Einfache, nicht bindende Geheimhaltungserklärung für informelle GesprächeKurzverpflichtung zur Verschwiegenheit

Häufige Fehler vermeiden

❌ Zu vage Zweckbestimmung

Warum es wichtig ist: Der Kunde könnte argumentieren, dass er die Informationen für andere Zwecke nutzen darf, da diese nicht explizit untersagt sind.

Fix: Definieren Sie den Zweck so konkret wie möglich und nennen Sie alle erlaubten Verwendungsarten, um Missbrauch auszuschließen.

❌ Fehlende oder unvollständige Parteiangaben

Warum es wichtig ist: Ungenaue Firmennamen oder Adressen können dazu führen, dass die Vereinbarung als nicht gültig angefochten wird.

Fix: Prüfen Sie die Firmendaten im Handelsregister und tragen Sie exakt den Namen und die Adresse ein, wie sie dort registriert sind.

❌ Keine Ausnahmeklauseln für gesetzlich erzwungene Offenbarungen

Warum es wichtig ist: Der Kunde könnte in eine unmögliche Lage geraten, wenn er gesetzlich verpflichtet ist (z. B. auf Gerichtsbeschluss), Informationen offenzulegen.

Fix: Nehmen Sie eine Klausel auf, die Offenbarungen ermöglicht, wenn sie durch Gesetz oder Gericht erzwungen werden.

❌ Unbegrenzte Haftungshöhe ohne Obergrenze

Warum es wichtig ist: Der Kunde könnte exorbitante Schadensersatzforderungen fürchten und die Vereinbarung daher ablehnen oder als unrechtmäßig anfechten.

Fix: Erwägen Sie, eine angemessene Obergrenze für Schadensersatz festzulegen oder einen Schadensausgleich klar zu beziffern.

❌ Rückgabepflicht ohne klare Deadline

Warum es wichtig ist: Der Kunde könnte Materialien ohne Frist behalten und Sie haben später Schwierigkeiten, deren Rückgabe durchzusetzen.

Fix: Schreiben Sie eine konkrete Frist vor, z. B. 'innerhalb von 10 Arbeitstagen nach schriftlicher Aufforderung' oder 'nach Beendigung der Zusammenarbeit'.

❌ Unterschriften nur digital ohne ausgedruckte Ausfertigungen

Warum es wichtig ist: Im Streitfall könnte die Echtheit digitaler Signaturen angefochten werden, besonders wenn es keine physischen Beweisstücke gibt.

Fix: Drucken Sie das Dokument aus, lassen Sie es ausdrucklich unterzeichnen und lagern Sie mindestens zwei identische Ausfertigungen sicher ein.

Die 10 wichtigsten Klauseln, erklärt

Präambel und Parteiangaben

In einfacher Sprache: Nennt die Identität beider Parteien, deren rechtliche Grundlagen und Adresse sowie das Inkrafttreten-Datum.

Beispielformulierung
Diese Verschwiegenheitsvereinbarung (Vereinbarung) soll am [Datum] in Kraft treten ZWISCHEN: [NAME DES UNTERNEHMENS], ein Unternehmen welches gemäß den Gesetzen des Staates [STAAT] besteht, mit dem Firmensitz in [VOLLSTÄNDIGE ADRESSE] UND: [NAME DES KUNDEN], eine juristische Person mit Firmensitz in [VOLLSTÄNDIGE ADRESSE].

Häufiger Fehler: Unvollständige oder ungenaue Angabe der Firmenadressen oder fehlende Nennung der Bundesländer, was zu Ungültigkeiten führen kann.

Zweckbestimmung

In einfacher Sprache: Beschreibt konkret, warum der Kunde Zugang zu den Informationen erhält — z. B. zur Systemprüfung oder Evaluierung.

Beispielformulierung
Um dem Kunden eine Durchsicht des Systems des Unternehmens als potenzielles Automatisierungssystem zu ermöglichen, liefert das Unternehmen zweckmäßige Dokumentationen, Übersichten, Bildschirmlayouts und Bericht-Layouts ab.

Häufiger Fehler: Zu vage Formulierung der Zweckbestimmung, die dem Kunden unkontrollierte Nutzung der Informationen ermöglicht.

Definition vertraulicher Informationen

In einfacher Sprache: Legt fest, welche Materialien und Daten als vertraulich behandelt werden müssen.

Beispielformulierung
Das Unternehmen betrachtet diese Materialien als vertraulich und urheberrechtlich geschützt. Alle Dokumentationen, Designs und Berichte dürfen nicht ohne schriftliche Genehmigung weitergegeben werden.

Häufiger Fehler: Unklare oder zu breite Definition, die später zu Streitigkeiten führt, welche Informationen tatsächlich geschützt sind.

Geheimhaltungspflicht

In einfacher Sprache: Verpflichtet den Kunden, sensible Informationen nicht an Dritte zu verraten oder zu missbrauchen.

Beispielformulierung
Der Kunde verpflichtet sich, die erhaltenen Informationen vertraulich zu behandeln, diese nicht ohne Genehmigung an Dritte weiterzugeben und sie ausschließlich für den vereinbarten Zweck zu nutzen.

Häufiger Fehler: Fehlende explizite Klausel zur Geheimhaltung, die die Durchsetzung im Streitfall schwächt.

Ausnahmen von der Geheimhaltung

In einfacher Sprache: Definiert, wann Informationen ohne Geheimhaltung weitergegeben oder offenbart werden dürfen (z. B. auf Gerichtsbeschluss).

Beispielformulierung
Ausnahmen von der Geheimhaltungspflicht sind: (a) Informationen, die bereits öffentlich bekannt sind, (b) Offenbarungen, die gesetzlich verpflichtend sind, oder (c) Mitteilungen an den eigenen Rechtsanwalt zur Beratung.

Häufiger Fehler: Zu breite oder zu enge Ausnahmeklauseln, die entweder den Vertrag aushöhlen oder legitime gesetzliche Anforderungen ignorieren.

Rückgabepflicht von Materialien

In einfacher Sprache: Der Kunde muss alle erhaltenen vertraulichen Dokumente nach Beendigung der Zusammenarbeit zurückgeben oder vernichten.

Beispielformulierung
Der Kunde erklärt sich bereit, alle erhaltenen Dokumentationen und Materialien nach Beendigung dieser Vereinbarung innerhalb von [Anzahl Tage] Tagen an das Unternehmen zurückzugeben oder auf Anforderung zu vernichten.

Häufiger Fehler: Fehlende klare Deadline für Rückgabe oder Vernichtung, was zu Streitigkeiten über den Verbleib der Informationen führt.

Gültigkeitsdauer

In einfacher Sprache: Legt fest, wie lange die Geheimhaltungspflicht nach Beendigung der Zusammenarbeit noch gilt.

Beispielformulierung
Die Geheimhaltungspflicht gilt während der Zusammenarbeit und verlängert sich um [Anzahl Jahre] Jahre nach Kündigung dieser Vereinbarung, soweit die Informationen nicht bereits öffentlich bekannt sind.

Häufiger Fehler: Unbegrenzte Gültigkeitsdauer, die später technisch schwer durchzusetzen ist, oder zu kurze Fristen für langfristige Geschäftsgeheimnisse.

Haftung bei Verstößen

In einfacher Sprache: Regelt, welche Folgen und Schadensersatzverpflichtungen entstehen, wenn der Kunde die Vereinbarung verletzt.

Beispielformulierung
Im Falle eines Verstoßes gegen diese Vereinbarung haftet der Kunde für alle entstandenen Schäden, einschließlich unmittelbarer, mittelbarer und Folgeschäden. Das Unternehmen behält sich das Recht auf einstweilige Verfügung vor.

Häufiger Fehler: Zu vage Haftungsklausel ohne konkrete Schadensersatzhöhe oder ohne Nennung von Rechtsbehelfen wie einstweiliger Verfügung.

Salvatorische Klausel

In einfacher Sprache: Sichert, dass die Vereinbarung gültig bleibt, falls einzelne Klauseln für unwirksam befunden werden.

Beispielformulierung
Sollte eine Klausel dieser Vereinbarung ungültig oder nicht durchsetzbar sein, werden die übrigen Klauseln nicht beeinträchtigt und die ungültige Klausel wird durch eine wirksame Klausel mit vergleichbarer Wirkung ersetzt.

Häufiger Fehler: Fehlende Salvatorische Klausel, sodass das gesamte Dokument unwirksam werden kann, wenn nur ein Teil angefochten wird.

Änderungen und Ergänzungen

In einfacher Sprache: Bestimmt, dass Änderungen dieser Vereinbarung schriftlich erfolgen müssen und müssen von beiden Parteien unterzeichnet sein.

Beispielformulierung
Alle Änderungen, Ergänzungen oder Abänderungen dieser Vereinbarung müssen schriftlich erfolgen und von beiden Parteien unterzeichnet werden, um gültig zu sein.

Häufiger Fehler: Unklare Regelung der Änderungsmöglichkeiten, was später zu Streitigkeiten über verbale Zusagen führt.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Datum und Parteiangaben eintragen

    Tragen Sie das Inkrafttreten-Datum ein und ersetzen Sie [NAME DES UNTERNEHMENS] und [NAME DES KUNDEN] durch die vollständigen, rechtlichen Firmennamen beider Parteien. Geben Sie auch Staat und Bundesland an, in dem jede Partei registriert ist.

    💡 Nutzen Sie die exakten Namen aus dem Handelsregister oder Geschäftsbericht, um spätere Ungültigkeitseinwände auszuschließen.

  2. 2

    Vollständige Adressen eintragen

    Ersetzen Sie [IHRE VOLLSTÄNDIGE ADRESSE] und [VOLLSTÄNDIGE ADRESSE] durch die genauen Geschäftsadressen beider Parteien, einschließlich Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort.

    💡 Verifizieren Sie die Adressen im Handelsregister oder auf aktuellen Geschäftsunterlagen.

  3. 3

    Zweckbestimmung anpassen

    Präzisieren Sie im Abschnitt 'Zweckmäßige Dokumentation', wofür der Kunde die Materialien konkret nutzen darf — z. B. 'zur Evaluierung des Systems', 'zur technischen Prüfung' oder 'zur Geschäftsentwicklung'.

    💡 Je spezifischer die Zweckbestimmung, desto besser sind Sie im Falle eines Missbrauchs rechtlich geschützt.

  4. 4

    Vertrauliche Materialien aufzählen

    Listen Sie konkret auf, welche Dokumente, Designs, Codes oder Geschäftsinformationen als vertraulich gelten — z. B. 'Systemdokumentation', 'Bildschirmlayouts', 'Bericht-Templates', 'Geschäftsstrategien'.

    💡 Anhängen Sie ggf. einen Anhang mit Aufzählung der einzelnen Dokumente oder Materialtypen.

  5. 5

    Gültigkeitsdauer und Rückgabefrist bestimmen

    Entscheiden Sie, wie lange die Geheimhaltungspflicht nach Kündigung gilt (z. B. '3 Jahre') und innerhalb welcher Frist der Kunde Materialien zurückgeben muss (z. B. '10 Arbeitstage').

    💡 Für hochsensible Geschäftsgeheimnisse sind längere Fristen (z. B. 5–7 Jahre) sinnvoll; für technische Dokumente genügen oft 2–3 Jahre.

  6. 6

    Unterschriften vorbereiten

    Drucken Sie das Dokument, bereiten Sie zwei Ausfertigungen vor und lassen Sie beide Parteien (idealerweise vertreten durch einen Geschäftsführer oder Bevollmächtigten) unterzeichnen. Fügen Sie Namenszüge und Daten ein.

    💡 Eine Ausarbeitung verbleibt bei Ihrem Unternehmen, die andere beim Kunden — beide sollten identisch unterzeichnet sein.

  7. 7

    Dokument archivieren

    Speichern Sie eine unterzeichnete Kopie sicher in Ihren Geschäftsunterlagen ab, z. B. in einem separaten Ordner für Vereinbarungen. Notieren Sie das Datum und die Partei in einem Dokumentenregister.

    💡 Ein digitales Archiv mit Versionskontrolle hilft, später schnell die richtige Version zu finden, falls Streitigkeiten entstehen.

Häufig gestellte Fragen

Wann brauche ich eine Vertraulichkeitsvereinbarung für Kunden?

Sie brauchen diese Vereinbarung immer dann, wenn Sie einem Kunden Zugang zu Informationen gewähren, die nicht öffentlich bekannt sind und einen wirtschaftlichen Wert für Ihr Unternehmen haben. Typische Fälle sind: der Kunde prüft Ihr System vor dem Kauf, Sie erklären Geschäftsstrategien in Gesprächen, oder der Kunde erhält technische Dokumentationen. Eine frühzeitige Unterzeichnung schützt Ihr Unternehmen vor unbefugter Weitergabe oder Missbrauch dieser sensiblen Daten.

Kann ich eine einseitige oder gegenseitige Vereinbarung verwenden?

Das hängt davon ab, wer Informationen preisgibt. Diese Vorlage ist eine einseitige Vereinbarung — nur Ihr Unternehmen offenbart Informationen und der Kunde verpflichtet sich zur Geheimhaltung. Wenn beide Parteien sensible Daten austauschen, brauchen Sie eine gegenseitige Vereinbarung (Mutual NDA). In diesem Fall lassen Sie sich am besten von einem Anwalt beraten, um sicherzustellen, dass beide Parteien gleich geschützt sind.

Was ist der Unterschied zwischen einer Vertraulichkeitsvereinbarung und einem Geheimhaltungsvertrag?

Beide Begriffe bedeuten dasselbe. 'Vertraulichkeitsvereinbarung' und 'Geheimhaltungsvereinbarung' werden synonym verwendet. Im Englischen heißt es 'Non-Disclosure Agreement' (NDA). Das Ziel ist identisch: den Austausch sensibler Informationen rechtlich zu regeln und Missbräuche zu sanktionieren.

Wie lange bleibt eine Vertraulichkeitsvereinbarung gültig?

Das hängt von der Vereinbarung ab. Sie können eine Gültigkeitsdauer während der aktiven Geschäftsbeziehung plus eine zusätzliche Frist nach Beendigung festlegen (z. B. '3 Jahre nach Kündigung'). Bei Geschäftsgeheimnissen, die langfristig wertvoll bleiben (z. B. spezielle Algorithmen), können es auch 5–10 Jahre sein. Informationen, die bereits öffentlich bekannt werden, fallen automatisch aus dem Schutz heraus.

Was passiert, wenn der Kunde die Vereinbarung verletzt?

Sie können dann rechtliche Schritte einleiten. Zunächst sollten Sie schriftlich eine Unterlassung fordern und dem Kunden eine angemessene Frist zur Beseitigung des Verstoßes geben. Falls das nicht hilft, können Sie Schadensersatz fordern oder eine einstweilige Verfügung beim Gericht beantragen, um sofort Einhalt zu gebieten. Dies ist schneller und kostengünstiger als ein normales Gerichtsverfahren. Konsultieren Sie einen Anwalt, um die beste Strategie zu wählen.

Kann ich die Vereinbarung später ändern?

Nur mit schriftlicher Zustimmung beider Parteien. Änderungen im Nachhinein sind problematisch, da sie zu Streitigkeiten führen können, wer zugestimmt hat. Wenn Sie die Bedingungen verschärfen möchten (z. B. längere Geheimhaltungsfrist), bitten Sie den Kunden, eine unterschriebene Abänderung zu unterzeichnen. Mündliche Zusagen gelten nicht und sind später schwer nachzuweisen.

Muss ein Anwalt die Vereinbarung prüfen?

Diese Vorlage ist nach deutschem Recht strukturiert und kann in vielen Fällen direkt verwendet werden. Allerdings wird eine anwaltliche Prüfung empfohlen, besonders wenn: der Kundige Unternehmen ist mit großem Geschäftsvolumen, die Informationen besonders sensibel sind (z. B. Geschäftsgeheimnisse nach § 2 UWG), oder Sie unsicher über die Haftungsklauseln sind. Ein Anwalt kann die Vorlage an Ihre spezifische Situation anpassen.

Ist diese Vereinbarung in Österreich und der Schweiz gültig?

Diese Vorlage ist nach deutschem Recht formuliert. In Österreich und der Schweiz gelten ähnliche Prinzipien, aber es gibt Unterschiede in Fachausdrücken und Rechtsnormen. Für österreichische oder schweizerische Parteien sollte die Vereinbarung von einem Anwalt vor Ort angepasst werden, um Ungültigkeitseinwände auszuschließen.

Können Mitarbeiter des Kunden die Informationen sehen, ohne die Vereinbarung zu unterzeichnen?

Nein. Die Geheimhaltungspflicht gilt nur für diejenigen, die die Vereinbarung unterzeichnet haben. Wenn der Kunde die Informationen seinen Mitarbeitern zeigen darf, sollte dies explizit in der Vereinbarung festgehalten werden — idealerweise mit der Bedingung, dass auch diese Mitarbeiter zur Geheimhaltung verpflichtet sind. Andernfalls haben Sie keinen Rechtsanspruch gegen die Mitarbeiter, falls sie die Informationen weitergeben.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Gegenseitige Vertraulichkeitsvereinbarung (Mutual NDA)

Die hier vorliegende Vorlage ist eine einseitige Vereinbarung, bei der nur Ihr Unternehmen Informationen offenlegt und der Kunde zur Geheimhaltung verpflichtet wird. Eine gegenseitige Vereinbarung verpflichtet beide Parteien gegenseitig zur Geheimhaltung. Nutzen Sie diese Vorlage, wenn Sie der alleinige Informationsgeber sind (z. B. Systemdemonstration). Nutzen Sie eine gegenseitige Vereinbarung, wenn auch der Kunde Ihnen sensible Daten mitteilt (z. B. bei Geschäftsanbahnung oder strategischen Partnerschaften).

vs Mitarbeiter-Geheimhaltungsvereinbarung

Mitarbeiter-Verschwiegenheitsvereinbarungen regeln die Geheimhaltung interner Betriebsgeheimnisse durch Ihre eigenen Angestellten. Diese Kundenvereinbarung regelt externe Parteien. Geheimhaltungsklauseln für Mitarbeiter sind oft Teil des Arbeitsvertrags oder eines separaten Dokuments. Kundenvereinbarungen sind dagegen zeitlich begrenzt und beziehen sich auf konkrete Projekte oder Offenlegungen.

vs Lizenzvereinbarung

Eine Lizenzvereinbarung regelt das Nutzungsrecht an geistigem Eigentum (z. B. Software, Patente) und ist rechtlich eigenständiger als eine Vertraulichkeitsvereinbarung. Eine Lizenz erlaubt dem Kunden, das Produkt zu nutzen — möglicherweise gegen Gebühr. Eine Vertraulichkeitsvereinbarung untersagt der Gegenseite nur, sensible Informationen zu teilen. Oft werden beide Dokumente zusammen unterzeichnet: die Lizenz regelt die Nutzung, die Vertraulichkeitsvereinbarung schützt zusätzliche sensitive Daten.

vs Datenschutzerklärung (Datenschutzbasis-Info nach DSGVO)

Eine Datenschutzerklärung informiert über die Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten, dies ist eine DSGVO-Anforderung. Eine Vertraulichkeitsvereinbarung schützt geschäftliche und technische Geheimnisse. Eine Datenschutzerklärung ist für Datenschutz gedacht, eine Vertraulichkeitsvereinbarung für Geschäftsschutz. Sie können beide Dokumente verwenden, ohne dass sie sich widersprechen — tatsächlich ist es ratsam, beide zu nutzen, um vollständigen Schutz zu bieten.

Branchenspezifische Hinweise

Softwareentwicklung und IT-Services

Softwareunternehmen schützen Quellcode, Systemdokumentation und technische Spezifikationen vor Konkurrenz und unbefugter Nutzung.

Beratung und Unternehmensberatung

Consultants wahren Geschäftsstrategien, Analyseverfahren und Konzepte als vertrauliche Betriebsgeheimnisse, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Maschinenbau und Fertigungstechnik

Hersteller von Maschinen und Komponenten schützen technische Pläne, Verfahrensabläufe und Produktinnovationen vor Reverse-Engineering durch Wettbewerber.

Markt- und Meinungsforschung

Forschungsinstitute und Agenturen halten ihre Methodiken, Datensätze und Kundenlisten vertraulich, um den Wert ihrer Dienstleistungen zu sichern.

Verlagsbranche und Medienwirtschaft

Medienunternehmen, Autoren und Verlage schützen unveröffentlichte Manuskripte, redaktionelle Inhalte und Designkonzepte vor unbefugter Veröffentlichung.

Finanzdienstleistungen und Versicherungen

Finanz- und Versicherungsunternehmen regeln den Austausch von Kunden-, Investitions- und Risikoanalysedaten unter strikter Vertraulichkeit.

Hinweise zur Rechtsprechung

Diese Vorlage unterliegt deutschem Recht (z. B. BGB, UWG, StGB §§ 17–19 zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen). Sie ist für Verträge zwischen deutschen Parteien oder mit deutschem Gerichtsstand gültig. Beachten Sie, dass Geschäftsgeheimnisse auch durch das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) geschützt sind.

In Österreich gelten ähnliche Prinzipien des Geheimnisschutzes, allerdings unterscheiden sich einzelne Fachausdrücke und Verfahrensrechte von denen in Deutschland. Eine Anpassung durch einen österreichischen Rechtsanwalt wird empfohlen, besonders für 'Geschäftsgeheimnis'-Definitionen nach österreichischem AGBG.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenStandardfälle wie Systemdemonstration an Neukunden, ohne großes Geschäftsvolumen oder besondere Geheimhaltungsanforderungen.0 € (nur Template)30–60 Minuten Bearbeitungszeit
Vorlage + RechtsprüfungHöhere Geschäftswerte, sensible Geschäftsgeheimnisse oder wenn Sie unsicher sind, ob die Klauseln ausreichend sind.150–400 € (Anwalt prüft Ihre Anpassungen)1–2 Wochen für Prüfung und Anpassung
MaßgeschneidertSehr sensible Informationen, internationale Partner, komplexe Geschäftsbeziehungen oder juristische Besonderheiten.500–1.500 € (Anwalt entwirft maßgeschneiderte Vereinbarung)2–4 Wochen, inklusive Verhandlungen

Glossar

Vertrauliche Informationen
Alle Materialien, Dokumentationen, Bildschirmlayouts und Geschäftsunterlagen, die vom Unternehmen dem Kunden zur Verfügung gestellt werden und als vertraulich gekennzeichnet sind.
Urheberrecht
Das Schutzrecht, das automatisch auf original erstellte Werke (Texte, Designs, Code) übergeht und deren unbefugte Vervielfältigung verhindert.
Geheimhaltungspflicht
Die rechtliche Verpflichtung des Kunden, erhaltene vertrauliche Informationen nicht an Dritte weiterzugeben oder zu nutzen.
NDA (Non-Disclosure Agreement)
Englische Bezeichnung für Verschwiegenheitsvereinbarung; das Dokument, das Geheimhaltung regelt.
Betriebsgeheimnis
Nicht öffentlich bekannte Geschäftsinformationen, deren Geheimhaltung ein wirtschaftlicher Vorteil ist.
Juristische Person
Ein Unternehmen oder eine Organisation, die vor Gericht handlungsfähig ist (im Gegensatz zu natürlichen Personen).
Zweckbestimmung
Genau definierter Verwendungszweck, für den der Kunde die Informationen nutzen darf.
Kündigung der Vereinbarung
Das Recht einer Partei, die Vereinbarung unter Einhaltung einer Frist zu beenden.
Rückgabe von Materialien
Die Verpflichtung des Kunden, alle erhaltenen vertraulichen Dokumente nach Ende der Zusammenarbeit zurückzugeben.
Verstoß gegen die Vereinbarung
Wenn eine Partei die Geheimhaltungspflicht verletzt oder Informationen unbefugt offenlegt.

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