Vorstandsbeschluss Genehmigung des Erwerbs von Betriebsvermögen

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Auf einen Blick

Was es ist
Ein Vorstandsbeschluss ist das formale Beschlussdokument, mit dem der Vorstand oder die Geschäftsführung einer Kapitalgesellschaft eine strategische Entscheidung trifft und umsetzt. Diese Vorlage dokumentiert die Genehmigung und Ermächtigung zum Erwerb von Betriebsvermögen (Assets) eines anderen Unternehmens. Das Dokument wird als Word-Datei heruntergeladen, online bearbeitet und als PDF exportiert.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen diesen Vorstandsbeschluss, wenn Ihr Unternehmen plant, das Betriebsvermögen (Geschäftsvermögen, Maschinen, Ausrüstungen, Forderungen, Warenbestände) eines anderen Unternehmens oder Geschäftsbereichs zu erwerben. Der Beschluss autorisiert die Geschäftsleitung zur Verhandlung und zum Abschluss des Kaufvertrags.
Was enthalten ist
Die Vorlage enthält die formale Eröffnung mit Ort und Datum, die Erklärung der Eignung des Erwerbs, zwei Beschlussfassungen (Genehmigung des Kaufvertrags und Ermächtigung der Direktoren zu allen erforderlichen Handlungen) sowie Platzhalter für Unternehmens- und Geschäftsnamen. Das Dokument folgt dem in Deutschland üblichen Format für Vorstandsbeschlüsse.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Erwerb des gesamten oder wesentlichen Betriebsvermögens eines UnternehmensStandard-Vorstandsbeschluss Betriebsvermögen
Erwerb mit Earn-out, Tilgung oder Rückbehalt des KaufpreisesVorstandsbeschluss mit Kaufpreisbedingungen
Erwerb mit Gewährleistungen und SchadensersatzrechtsbedingungenVorstandsbeschluss mit Gewährleistungsbestimmungen
Erwerb mit Übernahme von Arbeitsverhältnissen oder MietverträgenVorstandsbeschluss mit Betriebsstättenneuübertragung
Erwerb mit Kreditfinanzierung und BankgenehmigungenVorstandsbeschluss mit Bankfinanzierung
Erwerb nur einzelner Assets, nicht der gesamten BetriebsstätteVorstandsbeschluss Teilkauf (Asset-Deal)

Was ist eine Vorlage „Vorstandsbeschluss Genehmigung des Erwerbs von Betriebsvermögen"?

Ein Vorstandsbeschluss ist das formale schriftliche Beschlussdokument, mit dem der Vorstand oder die Geschäftsführung einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG) eine strategische Entscheidung trifft und bestätigt. Diese Vorlage dokumentiert spezifisch die Genehmigung und Ermächtigung zum Erwerb von Betriebsvermögen — also von Maschinen, Lagerbeständen, Forderungen, Ausrüstungen oder ganzen Betriebsstätten eines anderen Unternehmens. Das Dokument wird als Word-Datei heruntergeladen, online bearbeitet und mit Unterschriften versehen. Sie können es als PDF exportieren und archivieren. Der Beschluss wird zum verbindlichen Nachweis, dass die Geschäftsführung zur Unterzeichnung des Kaufvertrags und zur Durchführung des Erwerbs bevollmächtigt war.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Das Fehlen oder die fehlerhafte Dokumentation eines Vorstandsbeschlusses ist ein erhebliches Risiko. Ohne formalen Beschluss können Geschäftsführer später nicht nachweisen, dass sie autorisiert waren, einen großen Kaufvertrag zu unterzeichnen. Dies führt zu Rechtsunsicherheit: Der Kaufvertrag selbst könnte angegriffen werden, Banken könnten Finanzierung verweigern, oder Gesellschafter könnten die Transaktion rückgängig machen. Ein ordnungsgemäß gefasster und unterzeichneter Vorstandsbeschluss schützt das Unternehmen, indem er die Entscheidung und Bevollmächtigung transparent dokumentiert. Er bildet auch die Basis für notarielle Beglaubigung, falls erforderlich. Für Bankfinanzierung oder größere Erwerbe ist dieser Beschluss oft unverzichtbar — Banken verlangen ihn als Nachweis der internen Genehmigung. Mit dieser Vorlage erstellen Sie rechtlich sichere Dokumentation in Minuten statt Stunden und vermeiden kostspielige Anwaltsfehler.

Häufige Fehler vermeiden

❌ Kaufvertrag nicht als Anlage beigefügt oder nicht korrekt verwiesen

Warum es wichtig ist: Der Beschluss verliert an Bindungskraft, wenn nicht klar ist, welche Vertragsbedingungen tatsächlich genehmigt wurden. Später können Streitigkeiten entstehen über die Gültigkeit einzelner Klauseln.

Fix: Markieren Sie den finalen Kaufvertrag deutlich als Anlage und referenzieren Sie ihn namentlich und mit Datum im Beschluss.

❌ Nicht alle Vorstandsmitglieder unterzeichnen den Beschluss

Warum es wichtig ist: Ein teilweise unterzeichneter Beschluss kann von Gläubigern, Behörden oder Geschäftspartnern angegriffen werden. Es kann auch zu internen Vorstandskonflikten führen.

Fix: Sorgen Sie dafür, dass alle Vorstandsmitglieder unterschreiben; verwenden Sie eine Vollmachtserklärung, falls einzelne Mitglieder nicht anwesend sind.

❌ Vage oder zu breite Ermächtigungsklausel ohne Grenzen

Warum es wichtig ist: Direktoren können dadurch zu weit gehende oder von den Beschlüssen abweichende Handlungen vornehmen, was Haftungsrisiken für das Unternehmen schafft.

Fix: Begrenzen Sie die Ermächtigung auf konkrete Handlungen (Unterzeichnung des Kaufvertrags, Verhandlung bestimmter Bedingungen) und setzen Sie eine zeitliche Frist.

❌ Keine wirtschaftliche Begründung oder Risikoüberlegung dokumentiert

Warum es wichtig ist: Im Falle eines fehlgeschlagenen Erwerbs oder Streit mit Aktionären können Vorstandsmitglieder ihre Pflicht zur Sorgfalt nicht nachweisen. Dies kann zu Haftungsansprüchen führen.

Fix: Fügen Sie kurz ein bis zwei Sätze hinzu, die begründen, warum der Erwerb für das Unternehmen sinnvoll ist (z. B. ‚Zur Stärkung der Marktposition', ‚Zur Erschließung neuer Kundengruppen').

❌ Keine Unterscheidung zwischen Direktorenermächtigung und Vorstandsgenehmigung

Warum es wichtig ist: Unklar, ob einzelne Direktoren eigenständig handeln dürfen oder ob sie nur im Namen des Vorstands agieren. Dies führt zu Vertretungsproblemen.

Fix: Machen Sie deutlich: Der Vorstand genehmigt den Kaufvertrag; die Direktoren werden ermächtigt, ihn im Namen des Unternehmens zu unterzeichnen und umzusetzen.

❌ Datum des Vorstandsbeschlusses nicht oder falsch eingetragen

Warum es wichtig ist: Ohne Datum ist unklar, wann der Beschluss gültig wurde. Dies kann bei Streitigkeiten über Auftraggeber oder Änderungen problematisch werden.

Fix: Geben Sie das genaue Datum der Vorstandssitzung an — besser mit Ort und Zeit (z. B. ‚27. März 2024, Berlin').

Die 7 wichtigsten Klauseln, erklärt

Erklärung der Eignung des Erwerbs

In einfacher Sprache: Der Vorstand erklärt, dass der Erwerb des Betriebsvermögens für das Unternehmen geeignet und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Beispielformulierung
Es wird für [NAME IHRES UNTERNEHMENS] als geeignet erachtet, das gesamte oder das wesentliche Betriebsvermögen von [NAME DES GESCHÄFTES] zu erwerben.

Häufiger Fehler: Vergessen, die wirtschaftliche Begründung oder Risikoüberlegungen zu dokumentieren — der Vorstand sollte nachweisen können, dass die Entscheidung begründet war.

Genehmigung des Kaufvertrags

In einfacher Sprache: Der Vorstand genehmigt den abgeschlossenen oder geplanten Kaufvertrag für das Betriebsvermögen in vollem Umfang.

Beispielformulierung
ES WIRD BESCHLOSSEN, dass [NAME IHRES UNTERNEHMENS] eine Übereinkunft zum Kauf des Betriebsvermögens von [NAME DES GESCHÄFTES] in Übereinstimmung mit dem hier beigefügten Kaufvertrag trifft.

Häufiger Fehler: Den Kaufvertrag nicht als Anlage beigefügt oder nicht korrekt referenziert — dies kann zu Streitigkeiten über die tatsächlich genehmigten Bedingungen führen.

Ermächtigung der Direktoren zu Handlungen

In einfacher Sprache: Der Vorstand bevollmächtigt jeden einzelnen Direktor oder Geschäftsführer, alle erforderlichen Handlungen zur Durchführung der Beschlüsse durchzuführen.

Beispielformulierung
ES WIRD BESCHLOSSEN, dass jeder einzelne Direktor dieser Körperschaft hiermit ermächtigt wird, sämtliche Handlungen auszuführen, einschließlich der Erstellung sämtlicher Dokumente und Bescheinigungen, die die besagten Direktoren für notwendig oder ratsam erachteten.

Häufiger Fehler: Die Ermächtigung zu vage formulieren oder nicht angeben, welche Direktoren einzeln ermächtigt sind — dies kann zu Vertretungsproblemen oder ungültig unterzeichneten Dokumenten führen.

Unterzeichnung und Beglaubigung

In einfacher Sprache: Der Vorstandsbeschluss wird von den Vorstandsmitgliedern unterzeichnet und datiert, um seine Authentizität und Geltung zu bestätigen.

Beispielformulierung
ORDNUNGSGEMÄSS VERABSCHIEDET AM [DATUM] unterzeichnet von [NAME UND TITEL VORSTANDSMITGLIED]

Häufiger Fehler: Vergessen, alle erforderlichen Vorstandsmitglieder oder Geschäftsführer unterschreiben zu lassen — ein nicht vollständig unterzeichneter Beschluss kann von Gläubigern oder Behörden angegriffen werden.

Beigefügte Kaufvertrag-Anlage

In einfacher Sprache: Der Vorstandsbeschluss referenziert den konkreten Kaufvertrag als Anlage und erklärt ihn damit zum verbindlichen Bestandteil der Entscheidung.

Beispielformulierung
[NAME DES GESCHÄFTES] in Übereinstimmung mit dem hier beigefügten Kaufvertrag

Häufiger Fehler: Beschluss ohne Anlage oder ohne klare Referenzierung des Kaufvertrags verabschieden — dies schafft Rechtsunsicherheit darüber, welche Bedingungen tatsächlich genehmigt wurden.

Haftung und Indemnifizierung

In einfacher Sprache: Der Beschluss kann eine Klausel enthalten, dass die Direktoren und das Unternehmen sich untereinander entlasten für Handlungen im Rahmen der Ermächtigung.

Beispielformulierung
Die Direktoren sind berechtigt, alle Handlungen im Rahmen dieser Ermächtigung ohne weitere Zustimmung durchzuführen und werden von etwaigen Ansprüchen entlastet, soweit sie im Rahmen dieser Vollmacht handeln.

Häufiger Fehler: Entlastungsklauseln zu breit formulieren — dies könnte fahrlässiges Verhalten decken und die Haftung unangemessen ausschließen.

Dauer der Ermächtigung

In einfacher Sprache: Der Beschluss gibt an, für wie lange die Direktoren zum Handeln ermächtigt sind — in der Regel bis zum Abschluss des Kaufs.

Beispielformulierung
Diese Ermächtigung bleibt gültig bis zum [DATUM DES KAUFABSCHLUSSES] oder bis zur Beendigung des Kaufvertrags.

Häufiger Fehler: Keine zeitliche Begrenzung festlegen — dies kann dazu führen, dass Direktoren unbegrenzt lange auf Grundlage dieses Beschlusses handeln können.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Unternehmensdaten eintragen

    Geben Sie den vollständigen Namen Ihres Unternehmens und das Datum der Vorstandssitzung ein. Stellen Sie sicher, dass Name und Datum der Gesellschaft entsprechen, unter der sie registriert ist.

    💡 Verwenden Sie den exakten Firmennamen aus dem Handelsregister, um Verwirrung oder Ungültigkeit zu vermeiden.

  2. 2

    Name des Zielunternehmens/Geschäftes eingeben

    Nennen Sie das Unternehmen oder den Geschäftsbetrieb, dessen Betriebsvermögen Sie erwerben möchten. Dies sollte klar und vollständig identifizierbar sein.

    💡 Wenn der Verkäufer mehrere Geschäftsbereiche hat, benennen Sie genau, welche Assets oder Betriebsstätte gemeint ist.

  3. 3

    Art und Umfang des erworbenen Betriebsvermögens definieren

    Beschreiben Sie, ob Sie das gesamte Betriebsvermögen oder nur wesentliche Teile (z. B. Maschinen, Lagerbestände) erwerben. Diese Details sollten auch im angehängten Kaufvertrag enthalten sein.

    💡 Je präziser Sie die Assets aufzählen, desto weniger Missverständnisse entstehen später bei der Abwicklung.

  4. 4

    Kaufvertrag als Anlage beifügen

    Kopieren Sie den finalen (oder entworfenen) Kaufvertrag als Anlage zu diesem Beschluss an. Der Beschluss verweist auf diese Anlage und genehmigt damit alle darin enthaltenen Bedingungen.

    💡 Stellen Sie sicher, dass alle Vertragsparteien, Preisbedingungen und Gewährleistungen im Kaufvertrag dokumentiert sind, bevor Sie diesen Beschluss unterzeichnen.

  5. 5

    Vollmacht und Ermächtigungen überprüfen

    Überprüfen Sie, welche Direktoren oder Geschäftsführer zur Unterzeichnung des Kaufvertrags und zur Durchführung des Erwerbs bevollmächtigt sein sollen. Ändern Sie die Klausel entsprechend, wenn nicht alle Direktoren ermächtigt sein sollen.

    💡 Besprechen Sie mit Ihrem Vorstand oder Geschäftsführer, wer Unterschriftsbefugnis erhalten soll, um Konflikte später zu vermeiden.

  6. 6

    Alle Vorstandsmitglieder unterschreiben

    Lassen Sie den Beschluss von allen Vorstandsmitgliedern oder Geschäftsführern unterschreiben und mit dem Datum versehen. Ein nicht vollständig unterzeichneter Beschluss ist rechtlich fragwürdig.

    💡 Bewahren Sie das Original mit den Originalunterschriften auf — Kopien oder eingescannte Versionen können später bestritten werden.

  7. 7

    Notarielle Beglaubigung erwägen

    In manchen Fällen (insbesondere bei großen Erwerben oder Fremdfinanzierung) kann eine notarielle Beglaubigung sinnvoll sein, um die Authentizität zu belegen und Legalität zu sichern.

    💡 Wenn Sie Bankfinanzierung benötigen, fragen Sie die Bank, ob sie eine notariell beglaubigte Fassung verlangt.

Häufig gestellte Fragen

Muss ein Vorstandsbeschluss notariell beglaubigt werden?

Nein, nicht zwingend. Ein von allen Vorstandsmitgliedern unterzeichneter Vorstandsbeschluss ist rechtlich gültig. Notarielle Beglaubigung ist jedoch oft sinnvoll oder erforderlich, wenn: die Bank Finanzierung gewährt und dies verlangt, der Erwerb sehr hohe Summen betrifft, die Grundstücke oder Immobilien einbezogen, oder Aktionäre/Gesellschafter die Echtheit bestreiten könnten. Fragen Sie Ihren Rechtsanwalt oder die Bank, ob dies in Ihrem Fall nötig ist.

Kann ein einzelner Direktor einen Vorstandsbeschluss treffen?

Nein, üblicherweise nicht. Ein Vorstandsbeschluss ist eine formale Entscheidung, die vom gesamten Vorstand oder bei einer GmbH von den Geschäftsführern gemeinschaftlich getroffen wird. Es gibt jedoch Ausnahmen: Manche Gesellschaften erlauben Alleingeschäftsführern, diese zu treffen. Prüfen Sie Ihre Satzung oder das Gesellschafterprotokoll. Für Unsicherheit konsultieren Sie einen Anwalt oder Notar.

Was ist der Unterschied zwischen einem Asset-Deal und einem Aktienverkauf?

Ein Asset-Deal (dieser Vorstandsbeschluss) bedeutet, dass Sie einzelne Vermögensgegenständte (Maschinen, Warenbestände, Kundenforderungen) kaufen — nicht die Gesellschaft selbst. Ein Aktienverkauf bedeutet, dass Sie die Gesellschaft mit allen Vermögenswerten, aber auch allen Schulden und Haftungen übernehmen. Asset-Deals sind oft günstiger und flexibler, weil Sie nur die Assets kaufen, die Sie brauchen. Aktienverkäufe sind riskanter, aber manchmal notwendig, wenn Lizenzen oder Verträge nicht übertragen werden können.

Wer muss den Vorstandsbeschluss unterzeichnen?

Alle Vorstandsmitglieder oder Geschäftsführer sollten unterzeichnen. Jeder von ihnen zeichnet Verantwortung für die Entscheidung. Falls jemand nicht anwesend ist, kann er per Vollmacht einem anderen Mitglied die Unterschrift übertragen lassen. Eine Vorzeichnung durch einen abwesenden Geschäftsführer (z. B. per Scan) ist weniger sicher und kann später bestritten werden. Im Zweifelsfall: notariell beglaubigen lassen.

Muss der Kaufvertrag dem Vorstandsbeschluss beigefügt werden?

Ja, unbedingt. Der Vorstandsbeschluss verweist auf den Kaufvertrag und genehmigt ihn. Ohne diese Anlage ist unklar, welche Bedingungen der Vorstand tatsächlich genehmigt hat. Speichern Sie den Kaufvertrag als separate Datei auf und laden Sie ihn zusammen mit dem Beschluss hoch oder archivieren Sie beide zusammen. Dies schützt Sie vor späteren Streitigkeiten über die tatsächlichen Bedingungen.

Was passiert, wenn ein Direktor handelt, ohne vom Vorstand ermächtigt zu sein?

Das ist problematisch. Der Kaufvertrag könnte ungültig sein, wenn der Direktor nicht bevollmächtigt war. Das Unternehmen haftete möglicherweise nicht für seine Handlungen. Dies führt zu Rechtsunsicherheit und kann den Deal scheitern lassen. Immer: 1. Vorstandsbeschluss beschließen, 2. Vorstand ermächtigt die Direktoren schriftlich, 3. dann agieren. Keine Ausnahmen.

Wie lange ist ein Vorstandsbeschluss gültig?

Ein Vorstandsbeschluss bleibt gültig, bis er ausgeführt oder ausdrücklich zurückgenommen wird. Bei diesem Asset-Erwerb ist die Ermächtigung üblicherweise bis zum Abschluss des Kaufs gültig — danach erlischt sie automatisch. Falls der Kauf nicht zustande kommt, sollte der Vorstand den Beschluss explizit aufheben, um sicherzustellen, dass niemand später noch auf Grundlage dieses Beschlusses agiert.

Kann ein Aktionär einen Vorstandsbeschluss anfechten?

Ja, unter bestimmten Bedingungen. Ein Aktionär kann einen Beschluss anfechten, wenn: er korrekt nicht gefasst wurde (z. B. nicht alle Mitglieder unterschrieben), er gegen Satzung oder Gesetz verstößt, oder die Geschäftsführer ihre Sorgfaltspflicht verletzten (z. B. ohne wirtschaftliche Begründung handeln). Dies ist ein Grund, den Beschluss sorgfältig und dokumentiert zu treffen. Lassen Sie ihn ggf. von einem Anwalt überprüfen.

Muss der Erwerb ins Handelsregister eingetragen werden?

Das hängt von der Art des Erwerbs ab. Wenn Sie ein Unternehmen oder Betriebsstätte erwerben, die als eigenständige Betriebsstätte registriert ist, ja. Der neue Betreiber muss sich anmelden. Bei Vermögensübergang oder Asset-Übertragungen ist oft keine neue Eintragung nötig — aber Eigentumsrechte (z. B. an Grundstücken oder Markenrechten) müssen separat registriert werden. Konsultieren Sie einen Anwalt oder Notar.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Einfache kaufmännische Einzelvollmacht

Eine Einzelvollmacht bevollmächtigt eine Person, einen einzelnen Kaufvertrag zu unterzeichnen, ohne dass der Vorstand formal zustimmen muss. Ein Vorstandsbeschluss ist formaler: Der gesamte Vorstand beschließt die Transaktion und ermächtigt dann die Geschäftsführer. Vorstandsbeschlüsse sind nötig bei größeren, strategischen Erwerben und für Bankfinanzierung; Einzelvollmachten reichen für kleinere, reine Kaufakte.

vs Gesellschafterversammlung-Beschluss

Ein Gesellschafterversammlung-Beschluss ist die Entscheidung der Eigentümer (Aktionäre/Gesellschafter), ein Vorstandsbeschluss die Entscheidung der Geschäftsführung. Bei größeren Erwerben muss oft zuerst die Gesellschafterversammlung genehmigen, dann fasst der Vorstand diesen Beschluss um zu implementieren. Für kleinere, operative Erwerbe genügt oft nur ein Vorstandsbeschluss.

vs Kaufvertrag allein

Der Kaufvertrag regelt die Bedingungen des Erwerbs (Preis, Assets, Gewährleistungen), ist aber kein Beschluss. Ein Vorstandsbeschluss dokumentiert die Genehmigung und Ermächtigung durch die Geschäftsführung. Der Kaufvertrag wird als Anlage zum Beschluss angehängt. Ohne Beschluss ist unklar, ob die Geschäftsführer zur Unterzeichnung bevollmächtigt waren.

vs Notarielle Urkunde oder beglaubigter Kaufvertrag

Eine notarielle Urkunde ist eine von einem Notar ausgefertigte und beglaubigte Rechtshandlung — aufwendiger und teurer, aber rechtlich sicherer. Ein Vorstandsbeschluss ist eine interne Governance-Entscheidung, die einfacher ist, aber nicht von einem Notar ausgefertigt wird. Oft werden beide kombiniert: Der Vorstand beschließt, und der Kaufvertrag wird notariell beurkundet (besonders bei Immobilien).

Branchenspezifische Hinweise

Handel und Einzelhandel

Asset-Erwerbe bei Übernahme von Filialen, Lagerbeständen oder Einzelhandelskonzessionen müssen vorstandsbeschlossen werden, um die Geschäftsführung zu ermächtigen und rechtliche Gültigkeit zu sichern.

Produktion und Fertigung

Erwerb von Maschinen, Betriebseinrichtungen und Fabrikstandorten erfordert oft Vorstandsbeschlüsse, besonders wenn Finanzierung oder bedeutende Investitionen involviert sind.

Immobilien und Facility Management

Kauf von Liegenschaften, Betriebsstätten oder Facility-Assets wird durch diesen Beschluss formalisiert und gibt dem Management Handlungslegitimität.

Transport und Logistik

Erwerb von Flotten, Lagerflächen oder Logistik-Infrastruktur wird durch Vorstandsbeschluss genehmigt und den operativen Leitern Vollmacht erteilt.

Gesundheitswesen und Pharma

Übernahme von Praxisräumen, medizinischen Geräten oder Apothekenbeständen erfordert Vorstandsbeschlussfassung, um regulatorische und vertragliche Anforderungen zu erfüllen.

Technologie und IT

Asset-Erwerbe von Hard- und Software-Infrastruktur, Datencentern oder IT-Services werden dokumentiert, um Governance und Stakeholder-Kommunikation zu sichern.

Hinweise zur Rechtsprechung

In Deutschland sind Vorstandsbeschlüsse für GmbH und AG reguliert durch das BGB und HGB. GmbH-Beschlüsse können formlos gefasst werden, sofern alle Geschäftsführer zustimmen; AG-Beschlüsse folgen strengeren Formalien. Diese Vorlage ist neutral und passt beide Formen.

In Österreich gelten ähnliche Regeln für GmbH (nach GmbH-Gesetz) und AG (nach Aktiengesetz). Notarielle Beglaubigung ist oft empfohlen. Verwenden Sie diese Vorlage als Basis und lassen Sie sie ggf. von einem österreichischen Rechtsanwalt anpassen.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenRoutinemäßige, kleinere Asset-Erwerbe ohne komplexe Finanzierung oder Restrukturierungen.In Business in a Box enthalten30 Minuten zum Ausfüllen, 1–2 Tage bis Unterzeichnung
Vorlage + RechtsprüfungMittlere Erwerbe mit Bankfinanzierung oder wenn Aktionäre kritisch sind — ein Anwalt überprüft die Vorlage auf Vollständigkeit und Rechtsmängel.€50–150 (Vorlage + 1–2 Stunden Anwaltszeit)3–5 Tage (inkl. Anwaltsprüfung und ggf. notarielle Beglaubigung)
MaßgeschneidertGroße, strategische Erwerbe mit komplexen Bedingungen (Earn-out, Gewährleistungen, Übernahme von Schulden, Restrukturierung), Fremdfinanzierung oder Mitarbeiterverpflichtungen.€500–2.000+ (Anwalt verfasst maßgeschneiderten Beschluss + Kaufvertrag)2–4 Wochen (Verhandlung, Prüfung, notarielle Beurkundung ggf. mit Grundbucheintrag)

Glossar

Betriebsvermögen
Alle materiellen und immateriellen Wirtschaftsgüter eines Unternehmens, die zur Betriebstätigkeit erforderlich sind — wie Maschinen, Ausrüstungen, Forderungen, Warenbestände und Lizenzen.
Vorstandsbeschluss
Formale schriftliche Entscheidung des Vorstands oder der Geschäftsführung, die strategische oder operative Handlungen genehmigt und die Geschäftsführer ermächtigt.
Ermächtigung
Vollmacht oder Autorisierung, die dem Vorstand oder einzelnen Direktoren durch Beschluss erteilt wird, um bestimmte Handlungen durchzuführen.
Kaufvertrag
Rechtsverbindliches Dokument, in dem Käufer und Verkäufer Einigung über den Kauf von Vermögenswerten, den Kaufpreis und die Bedingungen erklären.
Asset-Deal
Kauf von einzelnen Vermögensgegenständen (Assets) eines Unternehmens, ohne das Unternehmen selbst zu erwerben.
Due Diligence
Sorgfältige Überprüfung der finanziellen, rechtlichen und betrieblichen Verhältnisse des Zielunternehmens vor dem Erwerb.
Direktoren
Vorstandsmitglieder oder Geschäftsführer, die für die Vertretung und Leitung des Unternehmens bevollmächtigt sind.
Kapitalgesellschaft
Juristische Person mit eigener Rechtsfähigkeit — wie eine GmbH, AG oder KG — deren Anteile übertragbar sind.
Gewährleistung
Haftung des Verkäufers für Mängel oder Fehler am erworbenen Betriebsvermögen über einen bestimmten Zeitraum.
Übertragung von Arbeitsverhältnissen
Übernahme von Mitarbeitern des Verkäufers durch den Käufer im Zuge des Asset-Erwerbs, oft mit Sozialplanbestimmungen.

Teil Ihres Unternehmens-Betriebssystems

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