Vereinbarung über eine Kaufoption

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FreiVereinbarung über eine Kaufoption

Auf einen Blick

Was es ist
Eine Vereinbarung über eine Kaufoption ist ein rechtliches Dokument, das einem Unternehmen das Recht einräumt, von Anlegern alle ihre Unternehmensaktien zu einem festgelegten Preis zurückzukaufen. Diese Vorlage für Deutschland ist als kostenloser Word-Download verfügbar, kann online bearbeitet werden und ermöglicht PDF-Export.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen diese Vereinbarung, wenn Sie Investitionen durch Wandelanleihen aufnehmen und den Investoren gleichzeitig eine Kaufoption einräumen möchten. Sie ist typisch in Finanzierungsrunden mit nachrangigen Anleihen, die in Stammaktien umgewandelt werden können.
Was enthalten ist
Das Dokument regelt die Gewährung der Option, den Stichtag für ihre Ausübbarkeit, das Ausübungsverfahren, die Bestimmung des Kaufpreises durch ein Bewertungsgremium, die Zahlungsbedingungen (Anzahlung und Ratenzahlung mit Zinsen) und die Abschlussmodalitäten einschließlich Übergabe von Aktienzertifikaten und Schuldscheinen.

Was ist eine Vereinbarung über eine Kaufoption?

Eine Vereinbarung über eine Kaufoption ist ein rechtliches Dokument, das einem Unternehmen die Möglichkeit einräumt, zu einem festgelegten Zeitpunkt und Preis Aktien von Investoren zurückzukaufen. Diese Vorlage ist speziell für Deutschland gestaltet und wird häufig eingesetzt, wenn ein Unternehmen eine nachrangige Wandelanleihe aufnimmt, die später in Stammaktien umgewandelt werden kann. Das Dokument ist als kostenloser Word-Download verfügbar, kann online bearbeitet werden und ermöglicht den PDF-Export für weitere Verarbeitung. Es regelt präzise die Gewährung der Option, die Ausübungsbedingungen, die Bestimmung des Kaufpreises durch ein unabhängiges Bewertungsgremium, Zahlungsmodalitäten (Anzahlung und Ratenzahlung mit Zinsen) sowie alle Abschlussmodalitäten.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Das Fehlen einer klaren Kaufoption-Vereinbarung kann zu erheblichen Rechtsunsicherheiten und Konflikten zwischen Unternehmensleitung und Investoren führen. Ohne dieses Dokument sind die Bedingungen für einen möglichen Rückkauf von Aktien unklar, was zu Streitigkeiten über Preis, Zeitpunkt und Ausübungsrecht führt. Eine professionell gestaltete Kaufoption-Vereinbarung schützt das Unternehmen, indem sie dem Management die Option gibt, bei ungünstigen Marktentwicklungen oder bei erfolgreichen Operationen die Investitionsbedingungen neu zu strukturieren. Gleichzeitig schützt die Vereinbarung auch die Investoren, da sie ihnen Klarheit über ihre Exit-Möglichkeiten, einen fairen Kaufpreismechanismus (durch unabhängige Bewertung) und verlässliche Zahlungsbedingungen bietet. In Situationen komplexer Finanzierungsrunden mit mehreren Investoren ist diese Vereinbarung unverzichtbar, um später bei der Umwandlung von Anleihen in Aktien oder bei einem Börsengang Klarheit über Optionsrechte zu haben. Eine rechtlich sichere Vereinbarung vermeidet teure Rechtsstreitigkeiten und ermöglicht es beiden Parteien, ihre Interessen vorherzuplanen.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Grundmodell für ein Unternehmen und mehrere Anleger mit Wandelanleihe.Standard-Kaufoption
Kaufoption nur für ausgewählte Hauptinvestoren mit besonderen Bedingungen.Kaufoption mit beschränktem Kreis
Kombiniert Kauf- und Verkaufsoptionen; Anleger können auch zum Verkauf gezwungen werden.Kaufoption mit Klausel zur Verkaufserzwingung
Verwendung einer vordefinierten Formel statt Bewertungsgremium für schnellere Preisbestimmung.Kaufoption mit Bewertungsformel
Unterschiedliche Ausübungszeiträume und -bedingungen je nach Meilenstein oder Geschäftsentwicklung.Mehrstufige Kaufoption
Kaufpreis an ein vereinbartes Geschäftswertniveau gekoppelt statt an Bewertungsgremium.Kaufoption mit Geschäftswertvorgabe

Häufige Fehler vermeiden

❌ Unklare Parteibezeichnungen und Vermischung von Quorum und Anleger

Warum es wichtig ist: Wenn die Parteien nicht eindeutig identifiziert sind, kann das Dokument für ungültig befunden werden oder Streit über die tatsächlichen Vertragsparteien entstehen.

Fix: Nutzen Sie durchgehend konsistente, klare Bezeichnungen (z. B. 'das Unternehmen', 'Anleger A', 'Anleger B') und überprüfen Sie diese vor Unterzeichnung.

❌ Fehlende oder vage Bewertungskriterien

Warum es wichtig ist: Ohne klare Bewertungsregeln können Anleger und Unternehmen sich nicht auf den Kaufpreis einigen, was zu langwierigen Streitigkeiten führt.

Fix: Beziehen Sie sich explizit auf ein in der Aktionärsvereinbarung beschriebenes Bewertungsgremium oder legen Sie alternativ eine Formel fest (z. B. EBITDA-Multiplikator).

❌ Zahlungspläne ohne realistische Ratenzahlung

Warum es wichtig ist: Zu kurze Zahlungsfristen können das Unternehmen in Liquiditätsprobleme bringen; zu lange Fristen belasten die Anleger und erhöhen das Ausfallrisiko.

Fix: Wählen Sie einen realistischen Zahlungsplan (z. B. 8–12 Monate), der mit den Cash-Flow-Prognosen des Unternehmens abgestimmt ist, und bauen Sie Zinskosten ein.

❌ Unzureichende Sicherheitsvereinbarungen für den Restbetrag

Warum es wichtig ist: Wenn der unbezahlte Kaufpreis nicht besichert ist, haben Anleger bei Insolvenz ein minimales Rückgriffsrecht.

Fix: Vereinbaren Sie explizite Sicherheiten wie Nachrangigkeit von Aktionärsdarlehen, Schuldscheine oder Hypotheken und lassen Sie diese rechtlich prüfen.

❌ Keine Anpassung an die Rechtsprechung von DE, AT oder CH

Warum es wichtig ist: Unterschiedliche Rechtssysteme haben unterschiedliche Anforderungen für Aktienübertragungen, Schuldscheine und Sicherheiten.

Fix: Passen Sie die Vorlage an das anwendbare Recht an (Deutschland, Österreich oder Schweiz) und lassen Sie einen lokalen Rechtsanwalt prüfen.

❌ Fehlende Referenz zu den Meilensteinen in der Finanzierungsvereinbarung

Warum es wichtig ist: Die Kaufoption muss mit dem Umwandlungszeitpunkt der Anleihe in Aktien und anderen Finanzierungsmeilen abgestimmt sein; sonst entstehen logistische und rechtliche Konflikte.

Fix: Überprüfen Sie die Finanzierungsvereinbarung sorgfältig und beziehen Sie Ihre Kaufoption auf die darin festgelegten Daten und Bedingungen.

Die 8 wichtigsten Klauseln, erklärt

Gewährung der Option

In einfacher Sprache: Das Unternehmen räumt jedem Anleger das Recht ein, alle seine Unternehmensaktien zum festgelegten Preis zurückzuverkaufen.

Beispielformulierung
Das Unternehmen gewährt hiermit jedem Anleger eine Option, vom Unternehmen zu verlangen, alle seine Unternehmensaktien, die zum Stichtag [DATUM] gehalten werden, zu kaufen.

Häufiger Fehler: Unklarheit, ob die Option All-or-Nothing ist (alle Aktien) oder ob teilweise Ausübung möglich ist; die Vorlage regelt zwingend, dass alle Aktien übergeben werden müssen.

Stichtag und Geltungsdauer

In einfacher Sprache: Die Option ist ab einem bestimmten Datum ausübbar und verfällt an einem anderen Datum; typischerweise gekoppelt an Börsengang oder Privatverkauf.

Beispielformulierung
Die Option wird wirksam zum [DATUM], es sei denn ein Börsengang oder Privatverkauf wurde vorher abgeschlossen, läuft aber in jedem Fall zum [ABLAUFFATUM] ab.

Häufiger Fehler: Versäumnis, beide Daten klar zu setzen; führt zu Streit über Ausübbarkeit und Verfall.

Ausübungsverfahren und Kaufmitteilung

In einfacher Sprache: Der Anleger muss eine schriftliche Mitteilung an das Unternehmen senden, in der das Abschlussdatum und die Zahlungsempfängerdaten genannt sind.

Beispielformulierung
Der Anleger übt die Option durch Übergabe einer schriftlichen Kaufmitteilung an das Unternehmen aus. Die Kaufmitteilung muss (i) das Abschlussdatum (nicht weniger als [ANZAHL] Tage danach) und (ii) Kontodetails des Zahlungsempfängers enthalten.

Häufiger Fehler: Keine ausreichende Frist zwischen Mitteilung und Abschlussdatum; dies kann zu logistischen Problemen und Verzögerungen führen.

Kaufpreisbestimmung durch Bewertungsgremium

In einfacher Sprache: Der Kaufpreis pro Aktie wird durch ein unabhängiges Bewertungsgremium ermittelt und ist für beide Parteien bindend.

Beispielformulierung
Der Kaufpreis entspricht dem marktgerechten Wert pro Aktie, festgesetzt durch ein Bewertungsgremium gemäß Abschnitt [ANGEBEN] der Aktionärsvereinbarung. Das Gremium hat seinen Bericht innerhalb von [ZAHL] Tagen abzugeben und die Festsetzung ist endgültig und bindend.

Häufiger Fehler: Nicht rechtzeitige Bestellung des Bewertungsgremiums oder fehlende Bindungserklärung; beide Parteien sollten sich vorab auf das Verfahren einigen.

Zahlungsmodalitäten und Ratenzahlung

In einfacher Sprache: Der Kaufpreis wird teilweise bei Abschluss bezahlt, der Rest in Raten über mehrere Monate mit Zinszahlung.

Beispielformulierung
Der Kaufpreis wird mit [PROZENTSATZ %] zum Abschlussdatum fällig. Der Restbetrag wird in gleichen Raten am letzten Tag der [NUMMER], [NUMMER], [NUMMER] usw. Monate danach fällig und trägt Zinsen zum Leitzins bis vollständige Bezahlung.

Häufiger Fehler: Unklar angegebene Ratenpläne oder fehlende Zinsregelung; führt zu Zahlungsstreitigkeiten und Verwirrung über Gesamtkosten.

Sicherung durch Schuldscheine und Nachrangigkeit

In einfacher Sprache: Der unbezahlte Restbetrag wird durch Schuldscheine und Sicherheiten (wie Nachrangigkeit anderer Schulden) besichert.

Beispielformulierung
Zum Abschluss hat das Unternehmen Schuldscheine auszustellen, die den unbezahlten Restbetrag absichern und durch Nachrangigkeit der Schulden an Aktionäre oder andere vereinbarte Sicherheiten gedeckt sind.

Häufiger Fehler: Unzureichende Sicherheitsvereinbarungen; Anleger sollten sicherstellen, dass Sicherheiten im Rang hinter anderen Schulden stehen oder andere Schutzmaßnahmen gelten.

Abschlussort und -zeit

In einfacher Sprache: Der tatsächliche Abschluss (Übergabe der Aktien, Zahlung des Kaufpreises) findet an einem bestimmten Ort und Zeit statt.

Beispielformulierung
Der Abschluss findet in den Geschäftsräumen von [NAME DER PERSON], [ADRESSE] um [STUNDE] Ortszeit am Abschlussdatum des Kaufs statt, oder an einem anderen Ort und Datum wie die Vertragsparteien vereinbaren.

Häufiger Fehler: Vage Angaben zu Abschlussort und -zeit; dies sollte präzise definiert sein, um Missverständnisse zu vermeiden.

Übergabe von Aktienzertifikaten und Kaufpreis

In einfacher Sprache: Bei Abschluss übergeben die Anleger Zertifikate der Aktien und das Unternehmen zahlt den Kaufpreis in bar oder wie vereinbart.

Beispielformulierung
Bei Abschluss haben die Anleger dem Unternehmen Zertifikate zu übergeben, die die Unternehmensaktien repräsentieren und die Übertragung bestätigen. Das Unternehmen zahlt den Kaufpreis wie in Abschnitt 1.5 beschrieben.

Häufiger Fehler: Fehlende Klärung, wie Aktienzertifikate zu unterzeichnen und zu übertrafen sind; dies sollte klar dokumentiert sein, um Verzögerungen zu vermeiden.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Alle Parteien identifizieren

    Tragen Sie die Namen und vollständigen Adressen des Unternehmens, aller Anleger und anderer Vertragsparteien ein. Achten Sie darauf, dass die Bezeichnungen (z. B. 'erstes Quorum', 'zweiter Anleger') konsistent bleiben.

    💡 Verwenden Sie die exakten Firmennamen aus dem Handelsregister; Tippfehler können zu Ungültigkeitsansprüchen führen.

  2. 2

    Finanzierungsvereinbarung und Aktionärsvereinbarung referenzieren

    Geben Sie das Datum der zugrunde liegenden Finanzierungsvereinbarung und der Aktionärsvereinbarung ein. Dies bindet die Kaufoption an die bestehenden Vereinbarungen.

    💡 Prüfen Sie, dass alle referenzierten Dokumente tatsächlich existieren und keine widersprechenden Bestimmungen enthalten.

  3. 3

    Stichtag und Ablaufdatum festlegen

    Definieren Sie das Datum, ab dem die Option ausübbar ist (meist nach Börsengang oder Privatverkauf) und das Ablaufdatum. Dies sollte mit den Meilensteinen in der Finanzierungsvereinbarung abgestimmt sein.

    💡 Bauen Sie einen Puffer von 30–60 Tagen nach dem erwarteten Börsengang ein, um Verzögerungen zu berücksichtigen.

  4. 4

    Bewertungsgremium und Verfahren angeben

    Nennen Sie, wie das Bewertungsgremium bestellt wird (z. B. unabhängiger Sachverständiger, Schiedsverfahren) und welche Frist für den Bewertungsbericht gilt. Verweisen Sie auf die entsprechende Klausel in der Aktionärsvereinbarung.

    💡 Stellen Sie sicher, dass die Parteien das Verfahren akzeptieren und dass es in der Praxis umsetzbat ist (verfügbare Sachverständige, Kosten).

  5. 5

    Zahlungsplan ausgestalten

    Geben Sie den Prozentsatz an, der bei Abschluss fällig ist (z. B. 20–30 %), und die Anzahl der Raten für den Restbetrag (z. B. 8–12 Monate). Nennen Sie den Leitzins für Zahlungsverzug.

    💡 Wählen Sie ein Ratensystem, das für das Unternehmen tragbar ist und den Anlegern angemessene Liquidität sichert.

  6. 6

    Sicherheiten regeln

    Definieren Sie, welche Sicherheiten den unbezahlten Kaufpreis absichern (z. B. Nachrangigkeit von Aktionärsdarlehen, Grundpfandrechte). Beziehen Sie sich auf das Recht des relevanten Landes (DE, AT, CH).

    💡 Konsultieren Sie einen Rechtsanwalt, um sicherzustellen, dass die Sicherheiten wirksam und durchsetzbar sind.

  7. 7

    Abschlussort und -zeit konkretisieren

    Geben Sie den Ort an (Name und Adresse der Person oder des Notars), Tag und Uhrzeit des Abschlusses. Dies kann auf 'wie von den Parteien vereinbart' lauten, sollte aber einen Default haben.

    💡 Erwägen Sie, den Abschluss notariell zu beurkunden, um Beweissicherung und Rechtssicherheit zu erhöhen.

  8. 8

    Unterschriften und Datum

    Lassen Sie das Dokument von Vertretern aller Vertragsparteien unterzeichnen und datieren. Bewahren Sie beglaubigte Kopien für alle Parteien auf.

    💡 Verwenden Sie notarielle Beglaubigung, besonders wenn es um Aktienübertragungen und Schuldscheine geht.

Häufig gestellte Fragen

Wer hat das Recht zu entscheiden, wann die Kaufoption ausgeübt wird?

Das Recht liegt beim Anleger (nicht beim Unternehmen). Der Anleger kann jederzeit zwischen dem Stichtag und dem Ablaufdatum durch schriftliche Kaufmitteilung die Option ausüben. Das Unternehmen ist dann verpflichtet, die Aktien zum festgelegten Preis zu kaufen. Die Vorlage regelt dies so, dass der Anleger die Kontrolle behält und das Unternehmen eine Pflicht eingehen muss.

Was ist ein Bewertungsgremium und warum wird es benötigt?

Ein Bewertungsgremium ist ein unabhängiges Sachverständigenorgan (z. B. eine spezialisierte Beratungsfirma, ein Schiedsrichter oder ein Finanzfachmann), das den marktgerechten Wert der Unternehmensaktien ermittelt. Dies ist nötig, weil Startup- oder Investoraktien oft keine Marktbörsennotiz haben und der Wert daher von Experten geschätzt werden muss. Nur so können Unternehmen und Anleger sich auf einen fairen Kaufpreis einigen.

Kann der Kaufpreis nachträglich geändert werden?

Nein, der Kaufpreis wird durch das Bewertungsgremium bindend festgesetzt und ist dann nicht mehr zu ändern. Dies schützt beide Parteien vor Unsicherheit. Allerdings können Parteien im Voraus vereinbaren, dass die Bewertung unter bestimmten Bedingungen (z. B. bei wesentlich geänderten Geschäftsaussichten) angefochten werden kann. Die Vorlage vorsieht diese Anfechtung nicht, lässt sich aber anpassen.

Muss der Kaufpreis in bar bezahlt werden?

Die Vorlage sieht Barzahlung vor (teilweise beim Abschluss, Restbetrag in Raten). Theoretisch könnten Parteien auch andere Zahlungsarten vereinbaren (z. B. Aktienkompensation im Unternehmen selbst), aber dies ist in dieser Vorlage nicht enthalten. Eine rechtliche Beratung empfiehlt Barzahlung, um Verwässerung und rechtliche Komplikationen zu vermeiden.

Welche Sicherheiten sollten vereinbart werden?

Die Vorlage vorsieht Schuldscheine (formelle Schuldurkunden) und Nachrangigkeit von Aktionärsdarlehen. Dies bedeutet, dass bei Insolvenz des Unternehmens zuerst Bankschulden und dann die Kaufpreisschuld (durch Schuldscheine besichert) bezahlt werden. Je nach Unternehmen und Risikolage können auch Grundpfandrechte, Bürgschaften oder andere Sicherheiten vereinbart werden. Lassen Sie dies von einem Anwalt prüfen.

Was passiert, wenn das Unternehmen vor Ausübung der Option insolvenz wird?

Die Kaufoption wird durch die Insolvenz nicht automatisch erlöschen, aber der Wert wird sinken und die Durchsetzung wird schwierig. Die Sicherheiten (Schuldscheine, Nachrangigkeit) helfen, die Anleger zu schützen, aber gibt keine vollständige Garantie. Für diese Risiken sollte die Vorlage speziell angepasst werden (z. B. mit beschleunigter Ausübbarkeit beim Eintritt von Insolvenzgefahr).

Kann die Option auch von mehreren Anlegern gemeinsam ausgeübt werden?

Ja, die Vorlage sieht vor, dass jeder Anleger seine Option unabhängig ausüben kann. Es ist aber auch möglich, dass Anleger sich zur gemeinsamen Ausübung einigen. Wenn mehrere Anleger gleichzeitig ausüben, würde das Unternehmen alle Aktien aufkaufen müssen. Dies sollte klar im Zahlungsplan berücksichtigt werden (z. B. ausreichend liquide Mittel oder Finanzierung sichern).

Wann ist eine rechtliche Prüfung durch einen Anwalt notwendig?

Eine Anwaltsberatung wird dringend empfohlen, wenn (1) das Unternehmen oder die Anleger in Österreich oder der Schweiz ansässig sind (regionale Rechtsvariationen), (2) das Unternehmen ein größeres Investitionsvolumen hat, (3) multiple Anleger mit unterschiedlichen Interessen beteiligt sind, oder (4) komplexe Sicherheitsstrukturen notwendig sind. Für einfache Fälle mit nur einem Anleger und kleineren Summen kann die Vorlage auch in Eigenregie ausgefüllt werden.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Aktienverkaufsvertrag

Ein Aktienverkaufsvertrag beschreibt den vollständigen Kauf und die Übertragung von Aktien zu einem fixen Zeitpunkt. Die Kaufoption ist hingegen ein Recht, das der Käufer später ausüben kann — es ist kein sofortiger Kauf. Die Vorlage ist also ein Vorbereitungsdokument für einen zukünftigen Verkauf, während ein Verkaufsvertrag einen gegenwärtigen Kauf regelt.

vs Wandelanleihevertrag

Ein Wandelanleihevertrag regelt, wie und wann eine Anleihe in Aktien umgewandelt wird. Die Kaufoption ist dagegen ein zusätzliches Recht des Unternehmens, die bereits gehaltenen oder umgewandelten Aktien zurückzukaufen. Oft existiert eine Kaufoption zusätzlich zu einer Wandelanleihe, um dem Unternehmen eine Exit-Option zu geben.

vs Verkaufsoption (Put Option)

Eine Verkaufsoption räumt dem Anleger das Recht ein, seine Aktien an das Unternehmen zu VERKAUFEN (Put). Eine Kaufoption räumt dem Unternehmen das Recht ein, die Aktien zu KAUFEN (Call). Diese Vorlage regelt eine Kaufoption. Verkaufsoptionen können alternativ oder zusätzlich vereinbart werden.

vs Aktionärsvereinbarung

Eine Aktionärsvereinbarung regelt die Rechte und Pflichten aller Aktionäre und des Unternehmens (Gewinnbeteiligung, Stimmrechte, Geschäftsführung). Die Kaufoption ist ein spezifisches Rückkauffunktion, die oft in oder als Anlage zu einer Aktionärsvereinbarung enthalten ist. Die Vorlage ist daher ein eigenständiges Dokument, das eine Aktionärsvereinbarung ergänzt.

Branchenspezifische Hinweise

Software und IT-Startups

Kaufoptionen sind in Tech-Startups üblich, um Investoren bei Misserfolg einen Rückzugskanal zu geben und Bewertung neu zu verhandeln.

Immobilien und Bauentwicklung

Immobilienentwickler nutzen Kaufoptionen, um langfristige Finanzierungen ohne sofortige Eigenkapitalverwässerung zu strukturieren.

Biotechnologie und Pharma

Biotech-Unternehmen verwenden Kaufoptionen, um Venture-Capital-Investoren nach Meilensteinverzögerungen Flexibilität zu geben.

E-Commerce und Handel

Online-Retailer nutzen Kaufoptionen, um Gründerinvestitionen bei schwankenden Umsätzen abzusichern und Liquidität zu planen.

Mittelständische Familien-Unternehmen

Familienunternehmen setzen Kaufoptionen zur Generationenübergabe ein, um externe Investoren einzubeziehen ohne Kontrolle zu verlieren.

Finanzdienstleistungen und Versicherung

FinTechs und InsurTechs nutzen Kaufoptionen, um Kapitalspritzen mit Rückkauffunktion zu strukturieren und Investor-Risiken zu managen.

Hinweise zur Rechtsprechung

Die Vorlage ist für deutsches Recht optimiert und regelt Kaufoptionen nach BGB und HGB. Besonderer Fokus auf Aktiengesellschaften (AG) und Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH). Konsultieren Sie einen deutschen Rechtsanwalt für notarielle Beglaubigung und Eintragung ins Handelsregister.

In Österreich sind die Grundprinzipien ähnlich (ABGB, UGB), aber Gründungsformalia, Registrierungspflichten und Notarstandards können unterscheiden. Eine österreichische Fachanwältin sollte die Vorlage auf AT-Compliance prüfen.

Die Schweiz hat abweichende Regelungen für Aktiengesellschaften (AG) und Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH). Schweizer Recht (ZGB, OR) erlaubt andere Sicherheitsformen. Eine Schweizer Anwältin muss die Vorlage für CH-Gültigkeit anpassen.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenKleine Startups mit einem oder zwei Anlegern, überschaubaren Summen und unkomplizierten Strukturen.0–200 € (Vorlagengebühr + ggf. notarielle Beglaubigung)2–5 Tage zum Ausfüllen und Finalisieren
Vorlage + RechtsprüfungMittlere Startups oder KMU mit mehreren Anlegern, komplexeren Sicherheiten oder regionalen Besonderheiten (AT, CH).200–800 € (Vorlage + Anwaltsreview)1–2 Wochen für Vorlage, Review, Anpassungen und Finalisierung
MaßgeschneidertGroße Finanzierungsrunden (>1 Mio. EUR), mehrere institutionelle Investoren, komplexe Sicherheitsstrukturen oder grenzüberschreitende Strukturen.1.500–5.000+ € (individuelle Anwaltsdrafting)3–8 Wochen für Drafting, Verhandlung und Finalisierung

Glossar

Wandelanleihe
Eine nachrangige Anleihe, die ganz oder teilweise in Stammaktien des Unternehmens umgewandelt werden kann.
Kaufoption
Das Recht des Unternehmens, von Investoren alle ihre Unternehmensaktien zum vereinbarten Preis zurückzukaufen.
Stichtag
Das Datum, ab dem die Option ausübbar ist, in der Regel nach Abschluss eines Börsengangs oder einer Privatplatzierung.
Kaufmitteilung
Die schriftliche Mitteilung des Anlegers an das Unternehmen über die Ausübung der Kaufoption.
Abschlussdatum des Kaufs
Das Datum, an dem die tatsächliche Übertragung der Aktien und Zahlung des Kaufpreises stattfindet.
Bewertungsgremium
Die Stelle, die den marktgerechten Wert der Unternehmensaktien ermittelt und damit den Kaufpreis festsetzt.
Unternehmensaktien
Die Stammaktien des Unternehmens, die von den Anlegern gehalten werden und Gegenstand der Kaufoption sind.
Nachrangige Schuld
Schulden, die bei Insolvenz nach anderen Schulden bedient werden; dienen als Sicherheit für den unbezahlten Kaufpreis.
Leitzins
Der Referenzzinssatz, nach dem Zinsen auf den offenen Kaufpreis berechnet werden.
Schuldschein
Ein Dokument, das den unbezahlten Restbetrag des Kaufpreises absichert und durch Sicherheiten besichert ist.

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