Sicherheitsvereinbarung

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FreiSicherheitsvereinbarung

Auf einen Blick

Was es ist
Eine Sicherheitsvereinbarung ist ein bindender Vertrag zwischen einem Kreditgeber (Sicherungsnehmer) und einem Kreditnehmer (Schuldner), der das Risiko des Kreditgebers durch die Verpfändung von Vermögenswerten absichert. Dieses Muster können Sie als kostenlose Word-Datei herunterladen, online bearbeiten und als PDF exportieren.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen dieses Dokument, wenn Sie Kredite vergeben oder erhebliche Darlehen aufnehmen und das Risiko durch materielle oder immaterielle Vermögenswerte sicherstellen möchten. Typischerweise wird es bei geschäftlichen Kreditvergaben zwischen Unternehmen oder bei Gesellschafterdarlehen verwendet.
Was enthalten ist
Die Vereinbarung enthält Definitionen von Sicherungsgegenständen (Ausrüstung, Forderungen, Copyrights, Marken, Patente), Zahlungsbedingungen mit Zinssätzen und monatlichen Raten, Präambel mit Zielsetzung, sowie umfassende Definitionen aller relevanten Begriffe wie Verträge, Verpflichtungen und Erträge.

Was ist eine Sicherheitsvereinbarung?

Eine Sicherheitsvereinbarung ist ein rechtlich bindender Vertrag zwischen einem Kreditgeber (Sicherungsnehmer) und einem Kreditnehmer (Schuldner), der das Ausfallrisiko des Kreditgebers durch die Verpfändung von Vermögenswerten reduziert. Das Dokument regelt, welche Vermögenswerte (Maschinen, Fahrzeuge, Patente, Marken, Forderungen) als Sicherheit dienen, und räumt dem Kreditgeber das Recht ein, diese bei Zahlungsausfall zu verwerten. Sie können diese Vorlage kostenlos als Word-Datei herunterladen, online bearbeiten und als PDF exportieren — ideal für kleine bis mittlere Kredite zwischen Unternehmen oder private Kreditvergaben mit professionellem Rückgrat.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Ohne Sicherheitsvereinbarung haben Sie als Kreditgeber kein Recht auf die Vermögenswerte des Schuldners, falls dieser nicht zahlt. Im schlimmsten Fall gehen Sie leer aus oder werden Teil einer langen Reihe unsicherer Gläubiger in einer Insolvenz. Eine klare, schriftliche Sicherheitsvereinbarung schützt Sie, indem sie dokumentiert, dass Sie prioritäres Zugriff auf spezifische Vermögenswerte haben. Sie definiert auch alle Zahlungsbedingungen, Verpflichtungen und die genaue Abgrenzung der Sicherungsgegenstände — was Streitigkeiten vermeidet und im Konfliktfall Ihren Anspruch eindeutig macht. Speziell für Gesellschafterdarlehen, Betriebskredite oder private Investitionen ist dieses Dokument eine rechtliche Notwendigkeit.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Sicherung durch Maschinen, Fahrzeuge, Ausrüstung und Inventar.Sicherheitsvereinbarung für Mobiliarvermögen
Sicherung durch Patente, Copyrights, Marken und Know-how.Sicherheitsvereinbarung für immaterielle Rechte
Sicherung durch Kundenrechnungen und zukünftige Zahlungsansprüche.Sicherheitsvereinbarung für Forderungen
Wenn Privatpersonen persönliches Vermögen als Sicherheit verpfänden.Sicherheitsvereinbarung für Privatperson (Schuldner)
Offene Struktur für all Arten von Vermögenswerten ohne spezifische Fokussierung.Blanko-Sicherheitsvereinbarung
Wenn mehrere Kreditgeber existieren und Vorrangigkeit definiert werden muss.Sicherheitsvereinbarung mit Nachrangregelung

Häufige Fehler vermeiden

❌ Unvollständige oder ungenaue Parteienangaben

Warum es wichtig ist: Rechtliche Unerkennbarkeit: Der Vertrag kann angefochten werden, wenn Name, Sitz oder Rechtsform falsch sind.

Fix: Überprüfen Sie den Handelsregistereintrag und verwenden Sie den exakten Namen und die Registernummer beider Parteien.

❌ Fehlende oder zu allgemeine Definionen der Sicherungsgegenstände

Warum es wichtig ist: Bei Zahlungsausfall kann der Sicherungsnehmer nicht eindeutig nachweisen, welche Vermögenswerte tatsächlich gesichert sind.

Fix: Erstellen Sie eine genaue Anlage mit Auflistung, Seriennummern und Wertschätzung der Sicherungsgegenstände.

❌ Keine Registrierung im zentralen Sicherheitsregister

Warum es wichtig ist: Das Sicherungsrecht ist gegenüber anderen Gläubigern nicht nachweisbar; im Insolvenzfall kann das Vermögen an andere Gläubiger gehen.

Fix: Registrieren Sie die Sicherheitsvereinbarung beim Zentralen Sicherheitsregister (Bundesbank) oder der zuständigen Handwerkskammer.

❌ Ambigue Zahlungsbestimmungen (Betrag, Zinssatz, Fälligkeitsdatum)

Warum es wichtig ist: Der Schuldner kann argumentieren, dass er weniger schuldet; Dispute über Zinsberechnung entstehen schnell.

Fix: Tragen Sie alle Beträge in Ziffern und Worten ein; nutzen Sie Dezimalstellen statt Bruchteile; setzen Sie ein klares Fälligkeitsdatum für jede Rate.

❌ Zu breite oder zu enge Definitionen von "Verpflichtungen"

Warum es wichtig ist: Zu eng: Nur der ursprüngliche Darlehensvertrag ist gesichert, neue Schulden nicht. Zu breit: Unklar, wie viel der Schuldner tatsächlich schuldet.

Fix: Definieren Sie klar, welche Schulden unter die Sicherung fallen: das Darlehen selbst, Zinsen, Entschädigungen, Rechtskosten — einzeln aufgelistet.

❌ Fehlende Klausel zur Verwertung und Eigentumsübergang

Warum es wichtig ist: Bei Zahlungsausfall kann der Sicherungsnehmer nicht eindeutig nachweisen, dass er berechtigt ist, die Vermögenswerte zu verkaufen und den Erlös einzubehalten.

Fix: Fügen Sie eine explizite Klausel ein, die dem Sicherungsnehmer das Recht gibt, die Sicherungsgegenstände zu verkaufen und den Erlös zur Tilgung der Verpflichtungen zu verwenden.

Die 9 wichtigsten Klauseln, erklärt

Einleitung und Parteien

In einfacher Sprache: Legt fest, wer der Sicherungsnehmer (Kreditgeber) und wer der Schuldner (Kreditnehmer) ist, sowie das Gründungsdatum und der Sitz des Unternehmens.

Beispielformulierung
Diese Sicherheitsvereinbarung ist wirksam zum [DATUM], zwischen [NAME DES SICHERUNGSNEHMERS] (der "Sicherungsnehmer") und [NAME IHRES UNTERNEHMENS] (der "Schuldner").

Häufiger Fehler: Unvollständige oder falsche Unternehmensangaben führen zu rechtlicher Unerkennung der Vereinbarung.

Zahlungsverpflichtung und Zinsen

In einfacher Sprache: Definiert den Darlehensbetrag, den Zinssatz pro Jahr und den Zahlungsplan mit monatlichen Raten.

Beispielformulierung
Der Schuldner verpflichtet sich, [BETRAG] mit Zinsen in der Höhe von [%] pro Jahr zu bezahlen. Die Zahlung erfolgt in aufeinanderfolgenden monatlichen Raten von [BETRAG], fällig am [TAG] jedes Monats.

Häufiger Fehler: Vage oder fehlende Zinsangaben führen zu Streitigkeiten über Gesamtschuld und Tilgungsplan.

Präambel und Kreditgewährung

In einfacher Sprache: Beschreibt, dass der Sicherungsnehmer dem Schuldner einen Kredit gewährt hat und der Schuldner Sicherungsrechte mit oberster Priorität an seinen Vermögenswerten einräumt.

Beispielformulierung
Der Sicherungsnehmer hat dem Schuldner einen Kredit mit Hauptbetrag von [BETRAG] gewährt. Der Schuldner räumt Sicherungsrechte mit oberster Priorität an allen materiellen und immateriellen Eigentümern ein.

Häufiger Fehler: Fehlende Klarheit über Priorität und Umfang der Sicherung erzeugt Ungewissheit bei Mehrfachbesicherung.

Definition — Verträge und Vertragsrechte

In einfacher Sprache: Definiert, dass Verträge alle Vereinbarungen des Schuldners mit Dritten sind und dass Vertragsrechte alle Zahlungsansprüche aus diesen Verträgen umfassen.

Beispielformulierung
"Verträge" bezeichnet alle Verträge zwischen dem Schuldner und einer oder mehr zusätzlichen Parteien. "Vertragsrechte" bezeichnen alle Rechte des Schuldners, insbesondere Zahlungsrechte, unter jedem Vertrag.

Häufiger Fehler: Zu enge Definitionen berauben den Sicherungsnehmer von Ansprüchen gegen Geschäftspartner des Schuldners.

Definition — Ausrüstung und Mobiliarvermögen

In einfacher Sprache: Umfasst alle Maschinen, Möbel, Fahrzeuge und sonstige Ausrüstung, die der Schuldner besitzt oder später erwirbt, einschließlich aller Bestandteile und Zubehör.

Beispielformulierung
"Ausrüstung" bezeichnet alle Maschinen, Ausrüstungen, Möbel, Fahrzeuge und Zusätze, die jetzt oder später im Besitz des Schuldners sind, gemeinsam mit allen Teilen, Bestandteilen und Accessoires.

Häufiger Fehler: Unklare Abgrenzung zwischen Ausrüstung und Inventar führt zu Doppelzählungen oder Lücken bei der Verwertung.

Definition — Immaterielle Werte (Copyright, Marken, Patente)

In einfacher Sprache: Sichert Copyrights, Marken und Patente, die der Schuldner besitzt oder später erwirbt, einschließlich Anmeldungen und nicht registrierter Markenrechte.

Beispielformulierung
"Copyrights" bezeichnet alle Copyrights in [STAAT], an welchen der Schuldner Rechte hat, sowie alle Anträge. "Marken" bezeichnet registrierte und nicht registrierte Handelsmarken, Servicemarken und Logos.

Häufiger Fehler: Zu allgemeine Definitionen erfassen nicht alle wertvollen geistigen Eigentumsrechte oder sind später schwer durchsetzbar.

Definition — Forderungen und Konten

In einfacher Sprache: Umfasst alle Zahlungsansprüche des Schuldners gegenüber seinen Kunden, Sicherheiten für diese Forderungen und alle damit verbundenen Unterlagen.

Beispielformulierung
"Forderungen" bezeichnet alle Konten und Zahlungsrechte des Schuldners für verkaufte Güter oder erbrachte Dienstleistungen, einschließlich aller Sicherheiten, Garantien und Dokumentation.

Häufiger Fehler: Vage Forderungsdefinitionen ermöglichen es dem Schuldner, Forderungen geheim zu halten oder vor dem Sicherungsnehmer zu verbergen.

Definition — Verpflichtungen

In einfacher Sprache: Definiert umfassend alle Schulden und Verbindlichkeiten des Schuldners gegenüber dem Sicherungsnehmer, einschließlich des Darlehens, Entschädigungen und Rechtskosten.

Beispielformulierung
"Verpflichtungen" bezeichnet alle Verschuldungen des Schuldners gegenüber dem Sicherungsnehmer, das Darlehen, vorgestreckte Sicherungskosten, Versicherungskosten und im Falle eines Verstoßes auch Rechtsanwaltskosten.

Häufiger Fehler: Enge Verpflichtungsdefinitionen ermöglichen es dem Schuldner, neue Schulden zu argumentieren, die nicht unter die Sicherung fallen.

Definition — Erträge

In einfacher Sprache: Umfasst alle Einnahmen aus den Sicherungsgegenständen, einschließlich Versicherungszahlungen, Verkaufserlöse und Entschädigungen von Regierungsbehörden.

Beispielformulierung
"Erträge" bezeichnet alle Einnahmen aus Versicherungen, Haftungsfreistellungen, Verkäufen oder Konfiszierungen von Teilen der Sicherheitsgegenstände, sowie alle damit verbundenen Zahlungen.

Häufiger Fehler: Unvollständige Ertragsdefinition führt dazu, dass wichtige Einnahmen (wie Versicherungsleistungen) dem Schuldner zufließen statt zum Darlehen.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Parteien und Daten eintragen

    Füllen Sie Name, Rechtsform, Bundesland und Adresse des Sicherungsnehmers (Kreditgeber) und des Schuldners (Kreditnehmer) in die Einleitung ein. Tragen Sie auch das Gründungsdatum der Vereinbarung ein.

    💡 Überprüfen Sie Einträge im Handelsregister oder auf den aktuellen Geschäftsberichten, um Schreibfehler zu vermeiden.

  2. 2

    Darlehensbetrag und Zinssatz definieren

    Geben Sie den exakten Kreditbetrag, den jährlichen Zinssatz (in Prozent) und die monatliche Ratenhöhe ein. Legen Sie auch das Fälligkeitsdatum der ersten Rate fest.

    💡 Verwenden Sie Dezimalstellen (z. B. 5,50 % statt "fünf Komma fünf"), um Missverständnisse auszuschließen.

  3. 3

    Sicherungsgegenstände spezifizieren

    Beschreiben Sie, welche Vermögenswerte gesichert werden sollen: Mobiliarvermögen (Maschinen, Fahrzeuge), immaterielle Werte (Patente, Marken) oder Forderungen. Verweisen Sie auf die Definitionen im Dokument oder ersetzen Sie diese mit spezifischen Beschreibungen.

    💡 Je konkreter die Auflistung, desto stärker das Sicherungsrecht bei Verwertung. Nennen Sie beispielsweise Fabrik-Nummern oder ISBN-Nummern, falls verfügbar.

  4. 4

    Geltungsbereich bestimmen

    Entscheiden Sie, ob die Sicherung nur gegenwärtige Vermögenswerte oder auch zukünftige Vermögen erfasst. Passen Sie die Definitionen an (z. B. "jetzt oder später im Besitz des Schuldners").

    💡 "Blanko-Sicherungsrechte" (alle gegenwärtigen und zukünftigen Vermögenswerte) sind im Kreditgeschäft Standard, erfordern aber Registrierung im Zentralen Sicherheitsregister.

  5. 5

    Pflichtangaben prüfen

    Stellen Sie sicher, dass alle Platzhalter [IN KLAMMERN] mit konkreten Werten gefüllt sind. Überprüfen Sie auch, dass Staat/Bundesland korrekt eingetragen ist (z. B. 'Bayern', 'Nordrhein-Westfalen').

    💡 Führen Sie eine Checkliste parallel zur Bearbeitung, um keinen Platzhalter zu übersehen.

  6. 6

    Unterschriften und Beglaubigung

    Lassen Sie das Dokument von autorisierten Vertretern (Geschäftsführer/Vorstand) beider Parteien unterzeichnen. Besiegeln Sie mit dem Unternehmenssiegel, falls vorhanden.

    💡 In Deutschland empfiehlt sich die notarielle Beglaubigung oder zumindest beglaubigte Abschriften, besonders wenn hohe Beträge betroffen sind.

  7. 7

    Registrierung im Sicherheitsregister

    Hinterlegen Sie die Vereinbarung im Register (z. B. Zentrales Sicherheitsregister der Bundesbank für Mobiliarvermögen) und erhalten Sie eine Registrierungsnummer.

    💡 Ohne Registrierung kann das Sicherungsrecht gegenüber Dritten (z. B. anderen Kreditgebern) nicht nachgewiesen werden.

  8. 8

    Abschriften verteilen

    Verteilen Sie unterzeichnete Exemplare an beide Parteien und heben Sie eine Kopie mit Registrierungsbestätigung auf.

    💡 Bewahren Sie das Original oder eine notariell beglaubigte Kopie an einem sicheren Ort auf (Tresor oder Anwaltspraxis).

Häufig gestellte Fragen

Wann brauche ich eine Sicherheitsvereinbarung?

Sie benötigen eine Sicherheitsvereinbarung immer dann, wenn Sie als Kreditgeber ein erhebliches Risiko eingehen. Dies ist typischerweise der Fall bei Gesellschafterdarlehen, Großkrediten zwischen Unternehmen oder wenn Sie als privater Investor einem anderen Unternehmen Kapital zur Verfügung stellen. Die Sicherheitsvereinbarung schützt Sie dadurch, dass der Kreditnehmer Vermögenswerte (Maschinen, Patente, Forderungen) als Sicherheit verpfändet.

Welche Vermögenswerte können als Sicherheit dienen?

Theoretisch können alle Vermögenswerte gesichert werden: Mobiliarvermögen (Maschinen, Fahrzeuge, Lagerbestand), Immobilien, Forderungen (offene Kundenrechnungen), immaterielle Werte (Patente, Copyrights, Marken), Konzessionen und sogar zukünftige Einnahmen. Die Sicherheitsvereinbarung muss diese klar definieren. Je konkreter die Auflistung, desto besser die Rechtsposition des Sicherungsnehmers.

Muss die Sicherheitsvereinbarung notariell beglaubigt werden?

Notarielle Beglaubigung ist in Deutschland nicht zwingend erforderlich, aber empfohlen. Sie erhöht die Rechtssicherheit und erleichtert die Durchsetzung bei Zahlungsausfall. Speziell wenn hohe Beträge betroffen sind (ab 50.000 EUR) oder wenn Immobiliensicherheiten enthalten sind, sollten Sie notarielle Beglaubigung erwägen. Für reine Mobiliarvermögen und Forderungen reicht oft die schriftliche Unterschrift.

Was passiert, wenn der Schuldner in Konkurs geht?

Wenn der Schuldner insolvent wird und Sie Ihre Sicherheitsvereinbarung im zentralen Sicherheitsregister angemeldet haben, sind Sie als gesicherter Gläubiger privilegiert. Sie dürfen die gesicherten Vermögenswerte verwerten und den Erlös zur Tilgung Ihres Darlehens nutzen — noch bevor andere unsicherere Gläubiger etwas erhalten. Ohne Registrierung verlieren Sie diesen Vorteil.

Kann ich die Sicherheitsvereinbarung später ändern?

Ja, aber nur mit Zustimmung beider Parteien. Änderungen sollten schriftlich festgehalten und von beiden Parteien unterzeichnet werden. Wenn die Vereinbarung registriert ist, müssen Sie auch die Änderungen registrieren lassen. Vorsicht: Zu großzügige Änderungen (z. B. Streichung von Sicherungsgegenständen) können Ihre Rechtssicherheit schwächen.

Wie lange ist die Sicherheitsvereinbarung gültig?

Die Vereinbarung bleibt gültig, bis die Verpflichtungen (das Darlehen inkl. Zinsen) vollständig bezahlt sind. Nach vollständiger Bezahlung sollten Sie den Schuldner schriftlich entlassen und die Sicherheitsvereinbarung im Register abmelden. Falls Sie dies nicht tun, könnte der Schuldner später argumentieren, dass die Sicherheit zu Unrecht noch besteht.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Sicherheitsvereinbarung und Sicherungshypothek?

Eine Sicherheitsvereinbarung sichert bewegliches Vermögen (Mobiliarvermögen) und immaterielle Werte. Eine Sicherungshypothek bezieht sich auf Immobilien (Grundstücke, Häuser). Die Sicherheitsvereinbarung wird im Sicherheitsregister (bei der Bundesbank oder Handwerkskammer) angemeldet. Die Sicherungshypothek wird im Grundbuch eingetragen. Für ein vollständiges Sicherungspaket brauchen Sie möglicherweise beide.

Was ist die "Präambel" in diesem Dokument und wofür braucht sie es?

Die Präambel ist der einleitende Abschnitt, der den Hintergrund und Zweck der Vereinbarung erklärt. Sie zeigt, dass der Kreditgeber dem Schuldner bereits ein Darlehen gewährt hat und der Schuldner dieses durch Sicherheitsrechte absichern will. Die Präambel hilft im Streitfall, die gegenseitige Absicht und das Verständnis beider Parteien zu dokumentieren.

Muss ich die Sicherheitsvereinbarung vor Unterzeichnung von einem Anwalt prüfen lassen?

Das ist dringend empfohlen, besonders wenn es um größere Summen oder komplexe Vermögensstrukturen geht. Ein Anwalt prüft, ob die Definitionen wasserdicht sind, ob die Registrierung korrekt durchgeführt wird und ob die lokalen Gesetze (Deutschland, Österreich, Schweiz) beachtet werden. Eine Anwaltsgebühr ist günstiger als später wertlose Sicherheitsrechte zu haben.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Schuldschein (Schuldverschreibung)

Ein Schuldschein ist ein einfaches Darlehensdokument ohne Sicherheiten. Eine Sicherheitsvereinbarung ergänzt einen Schuldschein um explizite Sicherungsrechte an Vermögenswerten. Der Schuldschein dokumentiert die Schuld selbst; die Sicherheitsvereinbarung sichert die Erfüllung. Zusammen bilden sie die sicherste Form eines Kreditvertrags.

vs Sicherungshypothek

Eine Sicherungshypothek bezieht sich ausschließlich auf Immobilien (Grundstücke, Häuser) und wird ins Grundbuch eingetragen. Eine Sicherheitsvereinbarung bezieht sich auf Mobiliarvermögen, immaterielle Werte und Forderungen; sie wird im Sicherheitsregister registriert. Viele Kreditgeber verwenden beide zusammen, um umfassenden Schutz zu erreichen.

vs Bürgschaft

Eine Bürgschaft ist eine persönliche Garantie einer dritten Person, die bei Zahlungsausfall des Schuldners haftet. Eine Sicherheitsvereinbarung ist eine Sicherheit an Vermögenswerten des Schuldners selbst. Die Bürgschaft ist einfacher aber persönlich haftbar — die Sicherheitsvereinbarung ist vermögensgebunden und oft rechtssicherer, wenn konkretes Vermögen vorhanden ist.

vs Kauf mit Eigentumsvorbehalt

Beim Kauf mit Eigentumsvorbehalt bleibt die Ware bis zur vollständigen Bezahlung Eigentum des Verkäufers. Eine Sicherheitsvereinbarung ist ein separates Dokument, das Vermögenswerte, die bereits dem Schuldner gehören, als Sicherheit verpfändet. Der Eigentumsvorbehalt ist automatisch eingebunden in den Kaufvertrag; die Sicherheitsvereinbarung ist ein eigenständiges Dokument.

Branchenspezifische Hinweise

Handwerk und Produktion

Sicherung von Betriebsmitteln (Maschinen, Werkzeuge, Fahrzeuge) und Warenlager für Betriebskredite.

Handel und E-Commerce

Sicherung von Lagerbeständen und Kundenrechnungen (Forderungen) für Betriebsmittelkredite und Warenkredite.

Technologie und Software

Sicherung geistigen Eigentums (Copyrights, Patente, Geschäftsgeheimnisse) für Innovations- und Produktentwicklungskredite.

Immobilienwirtschaft

Kombination aus Sicherheitsvereinbarung (für Betriebsausstattung) und Hypothek (für Grundstücke) bei Entwicklungskrediten.

Gastronomie und Tourismus

Sicherung von Möbeln, Küchenausrüstung, Gästeeinnahmen und Kundenforderungen für Betriebskredite.

Automobil und Logistik

Sicherung von Fuhrpark, Lagerflächen und zukünftigen Frachtumsätzen (Forderungen) für Expansions- und Betriebskredite.

Hinweise zur Rechtsprechung

Die Sicherheitsvereinbarung folgt deutschem Sachenrecht (BGB, HGB). Sicherungsrechte an Mobiliarvermögen und Forderungen werden im Zentralen Sicherheitsregister der Bundesbank angemeldet. Immobiliensicherheiten erfordern eine Eintragung ins Grundbuch.

In Österreich folgt die Sicherheitsvereinbarung dem ABGB. Die Anmeldung erfolgt bei der Zentralen Austausch- und Dokumentationsstelle (ZAD) des Finanzmarktwächters. Besonderheiten: Pfandrechte müssen explizit im Vertrag erwähnt werden.

In der Schweiz folgt die Sicherheitsvereinbarung dem Schweizer Obligationenrecht (OR) und dem ZGB. Sicherungsrechte an beweglichen Sachen werden beim Betreibungsamt des Schuldenortes eingetragen. Die Registrierung ist hier obligatorisch, um Drittwirkung zu haben.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenStandardkredite unter 10.000 EUR zwischen vertrauten Geschäftspartnern mit klarem Vermögensbestand.0 EUR (Vorlage); ggf. +20–50 EUR Registrierungsgebühren1–2 Stunden Ausfüllen + Unterschrift
Vorlage + RechtsprüfungKredite von 10.000–50.000 EUR mit komplexen Sicherungsgegenständen (Patente, Marken) oder mehrfacher Besicherung.50–150 EUR (Vorlage); +200–400 EUR anwaltliche Prüfung3–5 Tage (Prüfung durch Anwalt)
MaßgeschneidertKredite über 50.000 EUR, Insolvenzstrukturen, internationale Parteien oder Vermögen in mehreren Ländern.400–1.500 EUR (anwaltliche Erstellung + Registrierung)1–2 Wochen (rechtliche Erstellung, Registrierung, Beglaubigung)

Glossar

Sicherungsnehmer
Der Kreditgeber oder die Person/Organisation, der/die sich durch die Sicherheit gegen Kreditausfallrisiko schützt.
Schuldner
Der Kreditnehmer oder die Person/Organisation, die das Darlehen aufnimmt und Vermögenswerte als Sicherheit verpfändet.
Sicherungsrecht
Das Recht des Sicherungsnehmers, bei Zahlungsausfall auf die verpfändeten Vermögenswerte zuzugreifen und diese zu verwerten.
Mobiliarvermögen
Bewegliche Gegenstände wie Maschinen, Fahrzeuge, Ausrüstung und Inventar.
Immaterialgüter
Unkörperliche Vermögenswerte wie Patente, Copyrights, Marken und Know-how.
Forderungen
Ansprüche auf Zahlung, die der Schuldner von seinen Kunden hat (z. B. offene Rechnungen).
Erträge
Einnahmen oder Gewinne, die aus den Sicherungsgegenständen entstehen, wie Versicherungserträge oder Verkaufserlöse.
Verpflichtungen
Alle Schulden, Darlehen und sonstigen Verbindlichkeiten des Schuldners gegenüber dem Sicherungsnehmer.
Präambel
Der einleitende Teil eines Vertrags, der den Hintergrund und Zweck der Vereinbarung erklärt.
Blanko-Sicherheitsrecht
Ein Sicherungsrecht, das sich auf alle gegenwärtigen und zukünftigen Vermögenswerte erstreckt.

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