Inkassovertrag

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FreiInkassovertrag

Auf einen Blick

Was es ist
Ein Inkassovertrag dokumentiert die rechtliche Abtretung von Forderungen von einer Partei (Abtretende) an eine andere Partei (Abtretungsempfänger). Das Dokument regelt die Übertragung aller damit verbundenen Geschäftsbücher, Schulden, Außenstände und Unterlagen. Sie erhalten die Vorlage als Word-Download und können sie online bearbeiten und als PDF exportieren.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen diesen Vertrag, wenn Sie Forderungen an einen Dritten abtreten möchten, etwa im Rahmen einer Finanzierungslösung oder Schuldeneintreibung. Der Vertrag schützt beide Parteien durch klare Regelungen zu Umfang, Bedingungen und Rechten aus der Abtretung.
Was enthalten ist
Der Vertrag enthält die Parteienbezeichnung, das Inkraftdatum, die vollständige Definition der abzutretenden Verbindlichkeiten und Unterlagen, Bedingungen der Abtretung (insbesondere deren Charakter als Zusatzabsicherung), die Ermächtigung des Abtretungsempfängers zum Einzug und zur Rechnungsstellung sowie die Pflicht zur Bereitstellung einer Schuldnerliste.

Was ist eine Vorlage „Inkassovertrag"?

Ein Inkassovertrag dokumentiert die rechtliche Abtretung von Geschäftsforderungen von einem Unternehmen (der Abtretenden) an ein anderes Unternehmen oder eine Person (den Abtretungsempfänger). Das Dokument regelt die vollständige Übertragung aller damit verbundenen Außenstände, Geschäftsbücher, Schulden und Unterlagen. Der Vertrag bietet Ihnen einen kostenlosen Word-Download, der online bearbeitbar ist und als PDF exportiert werden kann. Die Vorlage enthält alle notwendigen Klauseln für eine rechtlich sichere Abtretung: Parteienbezeichnung, Definition der abgetretenen Verbindlichkeiten, Bedingungen und Einschränkungen, Rechte des Abtretungsempfängers sowie Dokumentationspflichten.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Ohne einen schriftlichen Abtretungsvertrag entstehen Risiken für beide Seiten: Die Abtretende kann nicht nachweisen, dass die Forderungen tatsächlich übergegangen sind; der Abtretungsempfänger hat keine klare rechtliche Basis für das Einzug oder die Geltendmachung gegenüber Schuldnern. Ein formeller Vertrag schützt Sie vor Rechtsstreitigkeiten, sorgt für Klarheit über den Forderungsumfang und ermöglicht es dem Abtretungsempfänger, sofort tätig zu werden. Besonders bei Finanzierungslösungen, Factoring-Verträgen oder Sicherungsabrechnungen ist ein unterzeichneter Abtretungsvertrag rechtlich notwendig und von Kreditgebern, Banken oder Geschäftspartnern gefordert.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Allgemeine Abtretung von Geschäftsforderungen zwischen zwei Unternehmen ohne BesonderheitenStandard-Inkassovertrag
Abtretung von Forderungen als Sicherheit für ein Darlehen oder eine KreditlinieInkassovertrag mit Finanzierungssicherung
Abtretung von Kundenforderungen an ein FactoringunternehmenInkassovertrag für Factoring
Abtretung nur bestimmter, namentlich aufgeführter Forderungen statt aller ForderungenPartial-Abtretungsvertrag
Abtretung mit ausdrücklicher Bestätigung der Authentizität und Echtheit der ForderungenAbtretungsvertrag mit Gewährleistung
Abtretung von Forderungen im Rahmen einer Vermögensauseinandersetzung oder InsolvenzAbtretungsvertrag für Nachlass / Insolvenz

Häufige Fehler vermeiden

❌ Unvollständige oder fehlerhafte Angaben zu den Parteien oder ihren Adressen

Warum es wichtig ist: Dies kann zur Unanwendbarkeit des Vertrags führen, da die Parteien nicht eindeutig identifizierbar sind.

Fix: Verwenden Sie die offiziellen Namen und Adressen aus dem Handelsregister oder Gewerbeverzeichnis.

❌ Forderungen nicht klar abgegrenzt oder zu vage definiert

Warum es wichtig ist: Der Abtretungsempfänger hat später Schwierigkeiten zu beweisen, welche Forderungen tatsächlich abgetreten wurden.

Fix: Definieren Sie die Forderungen konkret: z. B. ‚alle Außenstände gegenüber Kundenstamm A zum [Datum]' oder einzelne Rechnungsnummern.

❌ Versäumnis, Unterlagen und Dokumentation zu übergeben

Warum es wichtig ist: Der Abtretungsempfänger kann Forderungen nicht wirksam einziehen und einzuklagen, weil Beweise und Rechnungskopien fehlen.

Fix: Erstellen Sie eine Checklist und übergeben Sie alle Originale oder beglaubigten Kopien von Rechnungen, Verträgen und Korrespondenzen.

❌ Keine Benachrichtigung der Schuldner oder Schuldnerverzeichnis fehlend

Warum es wichtig ist: Schuldner zahlen möglicherweise noch an die Abtretende statt an den Abtretungsempfänger, was zu Verzögerungen und Zahlungsausfällen führt.

Fix: Stellen Sie eine aktualisierte Schuldnerliste zur Verfügung und informieren Sie die Schuldner schriftlich über die Abtretung.

❌ Unklarheit über den Charakter der Abtretung (Sicherung vs. Abkauf)

Warum es wichtig ist: Beide Parteien können unterschiedliche Erwartungen haben, was zu Konflikten bei der Verwertung oder Rückgabe führt.

Fix: Machen Sie ausdrücklich klar, ob die Abtretung endgültig ist oder nur als Sicherungsmittel dient, und was bei Nichterfüllung geschieht.

❌ Nicht mit einem Anwalt besprochen oder formal unvollständig unterzeichnet

Warum es wichtig ist: Der Vertrag kann angefochten werden, oder Rechte des Abtretungsempfängers sind schwächer als gedacht.

Fix: Lassen Sie den Vertrag von einem auf Schuldrecht spezialisierten Anwalt prüfen und unterzeichnen Sie ihn ordnungsgemäß von allen Parteien.

Die 8 wichtigsten Klauseln, erklärt

Parteien und Geltungsbereich

In einfacher Sprache: Benennt die Abtretende und den Abtretungsempfänger und gibt das Datum des Inkrafttretens an.

Beispielformulierung
Im Austausch gegen eine entgeltliche Gegenleistung willigt der Abtretende ein, dem Abtretungsempfänger alle Geschäftsbücher, Außenstände und Abrechnungen, Schulden, Forderungen jeglicher Art zu übertragen, unabhängig davon, wie diese entstanden sind oder ob sie gegenwärtig oder zukünftig ausstehend sein werden.

Häufiger Fehler: Unklare Angabe der Firmennamen, Adressen oder des Geltungsbereichs führt zu Unsicherheiten bei der Durchsetzung.

Definition der abgetretenen Verbindlichkeiten

In einfacher Sprache: Beschreibt umfassend, welche Forderungen und Schulden von der Abtretenden auf den Abtretungsempfänger übergehen.

Beispielformulierung
Alle Geschäftsbücher, Außenstände, Abrechnungen, Schulden, Forderungen und Inanspruchnahmen jeglicher Art, die gegenwärtig oder zukünftig gegenüber dem Abtretenden fällig werden (‚Verbindlichkeiten').

Häufiger Fehler: Zu vague Formulierung ohne konkrete Forderungsabgrenzung kann zu Streit über den Abtretungsumfang führen.

Übertragung von Unterlagen

In einfacher Sprache: Regelt die Übergabe aller Dokumente und Aufzeichnungen, die mit den abgetretenen Forderungen verbunden sind.

Beispielformulierung
Der Abtretende überträgt alle Urkunden, Dokumente, Unterlagen, Geschäftspapiere, Rechnungsbücher und anderen Aufzeichnungen, welche im Zusammenhang mit Verbindlichkeiten stehen, die eingetrieben, verbrieft, anerkannt oder bezahlt sind oder sein werden.

Häufiger Fehler: Versäumnis, vollständige Kopien und Originale zu übergeben, behindert den Abtretungsempfänger bei der Geltendmachung.

Bedingungen und Einschränkungen der Abtretung

In einfacher Sprache: Legt fest, ob die Abtretung eine Zusatzabsicherung darstellt und wie sie sich zu anderen bestehenden Vereinbarungen verhält.

Beispielformulierung
Die gegenwärtige Abtretung ist als Zusatz, keinesfalls als Ersatz, für ähnliche bis zu diesem Zeitpunkt geschlossene Überlassungen zu verstehen. Sie wird als zusätzliche Absicherung für die Erfüllung der vertraglichen Pflichten angesehen und ist weder als Zusammenlegung noch als Tilgung möglicher Verbindlichkeiten zu verstehen.

Häufiger Fehler: Mangelnde Klarheit über den Charakter der Abtretung (Sicherung vs. endgültige Abtretung) führt zu Rechtsstreitigkeiten.

Erlaubnis zur Geltendmachung

In einfacher Sprache: Bevollmächtigt den Abtretungsempfänger, die abgetretenen Forderungen einzuziehen, einzufordern und einzuklagen.

Beispielformulierung
Der Abtretende erlaubt dem Abtretungsempfänger ausdrücklich ausstehende Verbindlichkeiten einzuziehen, einzufordern, einzuklagen, durchzusetzen und wiederzuerlangen, sowie rechtsgültige und verbindliche Rechnungen auszustellen.

Häufiger Fehler: Fehlende oder unvollständige Bevollmächtigung hindert den Abtretungsempfänger an der wirksamen Geltendmachung gegenüber Schuldnern.

Rechte des Abtretungsempfängers

In einfacher Sprache: Bestätigt, dass der Abtretungsempfänger wie ein unbeschränkter Eigentümer der Forderungen handeln darf.

Beispielformulierung
Der Abtretungsempfänger wird im selben Maße von den genannten Aspekten entbunden, als ob er der unbeschränkte Eigentümer derselben wäre, unabhängig des Rechnungsstandes zwischen dem Abtretenden und dem Abtretungsempfänger.

Häufiger Fehler: Einschränkung der Rechte des Abtretungsempfängers durch Vorbehalte schwächt dessen Handlungsfähigkeit.

Schuldnerliste und Dokumentation

In einfacher Sprache: Verpflichtet die Abtretende, eine Liste aller Schuldner bereitzustellen, um dem Abtretungsempfänger die Durchsetzung zu ermöglichen.

Beispielformulierung
Der Abtretende stimmt zu, dem Abtretungsempfänger eine Liste aller Schuldner des Abtretenden zur Verfügung zu stellen, wann immer der Abtretungsempfänger diese anfordert.

Häufiger Fehler: Unvollständige oder veraltete Schuldnerliste verzögert das Einzugsverfahren oder führt zu Zahlungsausfällen.

Beibehaltung anderer Sicherheiten

In einfacher Sprache: Regelt, dass die Abtretung nicht die Geltendmachung oder Verwertung bestehender Sicherheiten aufhebt.

Beispielformulierung
Weder die Tilgung besagter Verbindlichkeiten noch jegliche Regressansprüche des Abtretungsempfängers können aufgehoben werden. Mit sich in Gewalt des Abtretungsempfängers befindlichen Sicherheiten wird im Hinblick auf die Erfüllung seiner Pflichten verfahren.

Häufiger Fehler: Unklarheit über das Verhältnis zu bestehenden Sicherheiten oder Pfandrechten kann Doppelverwertungen verursachen.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Parteien und Daten eintragen

    Ersetzen Sie [IHR FIRMENNAME] durch Ihren vollständigen Firmennamen und [FIRMENNAME] durch den Namen des Abtretungsempfängers. Tragen Sie die vollständigen Adressen beider Parteien und das Startdatum des Vertrags ein.

    💡 Verwenden Sie die Firmendaten wie in Ihrem Handelsregister eingetragen, um Unstimmigkeiten zu vermeiden.

  2. 2

    Bundesland und Gemeinde angeben

    Ersetzen Sie alle Platzhalter [BUNDESLAND/GEMEINDE] mit dem relevanten Bundesland oder der Gemeinde, in deren Rechtsprechung der Vertrag unterliegen soll.

    💡 In den meisten Fällen ist das Bundesland der Abtretenden entscheidend, kann aber nach Vereinbarung abweichen.

  3. 3

    Art und Umfang der Forderungen definieren

    Spezifizieren Sie, welche Forderungen genau abgetreten werden (alle offenen Rechnungen, nur bestimmte Kundengruppen, bestimmte Zeiträume). Bei Unsicherheit können Sie alle Außenstände nennen.

    💡 Je präziser Sie die Forderungen definieren, desto weniger Raum für Rechtsstreitigkeiten später.

  4. 4

    Gegenleistung dokumentieren

    Vermerken Sie, dass der Abtretende eine Gegenleistung erhält (z. B. Kreditgewährung, Finanzierungssicherung, Inkasso-Gebühren). Dies ist Voraussetzung für die Geltung des Vertrags.

    💡 Lassen Sie die genaue Gegenleistung in separaten Dokumenten festhalten, falls diese nicht Bestandteil dieses Vertrags sein soll.

  5. 5

    Bedingungen und Besonderheiten anpassen

    Überprüfen Sie die Bedingungen (Zusatz- vs. Ersatzabsicherung, Regress, Gewährleistung) und passen Sie diese an Ihre Situation an. Besprechen Sie mit Ihrer Anwältin oder Ihrem Anwalt, welche Bedingungen für Sie optimal sind.

    💡 Besonders wichtig: Klären Sie, ob die Abtretung nur als Sicherung dient oder endgültig ist.

  6. 6

    Unterschriften und Beglaubigung

    Unterschreiben Sie das Dokument von beiden Seiten. Erwägen Sie eine notarielle Beglaubigung oder Beglaubigung durch einen Anwalt, besonders bei hohen Forderungswerten oder komplexen Verhältnissen.

    💡 Legen Sie das Original in Ihre Geschäftsunterlagen, geben Sie eine beglaubigte Kopie an die andere Partei und archivieren Sie digital.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Inkassovertrag rechtlich bindend?

Ja, ein ordnungsgemäß unterzeichneter Inkassovertrag ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz rechtlich bindend. Die Abtretung von Forderungen ist in den BGB-Bestimmungen (§§ 398–413 BGB) geregelt. Eine notarielle Beglaubigung ist nicht zwingend erforderlich, aber bei größeren Forderungswerten empfehlenswert. Lassen Sie den Vertrag von einem Anwalt prüfen, um sicherzustellen, dass er Ihre Rechte angemessen schützt.

Welche Forderungen können abgetreten werden?

Im Prinzip können alle Forderungen abgetreten werden, außer denen, die persönlich oder mit dem Schuldner untrennbar verbunden sind (z. B. Unterhalt, Altersversorgung). Am häufigsten werden Geschäftsforderungen aus Warenverkauf oder Dienstleistungen abgetreten. Der Vertrag muss klar angeben, welche Forderungen oder Forderungsgruppen abgetreten werden – entweder einzeln oder als gesamte Außenstände für einen bestimmten Zeitraum. Konsultieren Sie einen Anwalt, wenn Sie unsicher sind, ob Ihre spezifischen Forderungen abtretbar sind.

Muss ich die Schuldner benachrichtigen?

Eine Benachrichtigung der Schuldner ist nicht zwingend erforderlich, damit die Abtretung gültig ist. Allerdings ist es praktisch und rechtlich empfohlen, die Schuldner zu informieren, damit diese künftig an den Abtretungsempfänger zahlen. Die Abtretung wird für den Schuldner erst mit schriftlicher Mitteilung ‚wirksam' im Sinne des BGB. Ohne Benachrichtigung könnten Schuldner weiterhin an die Abtretende zahlen, was zu Verwirrung und Zahlungsverzögerungen führt.

Was ist der Unterschied zwischen Sicherungsabtretung und Abkauf?

Bei einer Sicherungsabtretung bleibt die ursprüngliche Forderung eigentumsrechtlich beim Abtretenden; der Abtretungsempfänger erhält nur das Recht, die Forderung zur Sicherung seiner Ansprüche zu verwerten. Ein Abkauf (echte Abtretung) bedeutet, dass der Abtretungsempfänger der vollständige Eigentümer der Forderung wird und sie endgültig übernimmt. Dieser Vertrag regelt primär die Sicherungsabtretung, kann aber angepasst werden. Klären Sie mit Ihrem Anwalt, welche Variante zu Ihrem Fall passt.

Brauche ich ein Factoring-Unternehmen oder kann ich selbst Forderungen abtreten?

Sie können Forderungen auch ohne Factoring-Unternehmen direkt an andere Unternehmen abtreten, z. B. an Kreditgeber als Sicherung oder an spezialisierte Inkassounternehmen. Ein Factoring-Unternehmen ist eine besondere Art des Abtretungsempfängers, der kaufmännische und finanzielle Dienstleistungen erbringt. Für einfache Sicherungsabtrretungen zwischen zwei Unternehmen ist ein Factoring-Unternehmen nicht nötig.

Kann ich die Abtretung rückgängig machen?

Eine einmal gültig ausgefühlte Abtretung kann nicht einseitig rückgängig gemacht werden. Allerdings können die Parteien schriftlich vereinbaren, die Abtretung zu widerrufen oder zu ändern. Dies erfordert die Zustimmung des Abtretungsempfängers. Bei Sicherungsabtrretungen endet das Recht des Abtretungsempfängers gewöhnlich, wenn die Sicherungszwecke erfüllt sind (z. B. Darlehen vollständig bezahlt). Konsultieren Sie einen Anwalt, wenn Sie die Abtretung rückgängig machen möchten.

Welche Steuern oder Gebühren fallen bei einer Abtretung an?

Die Abtretung selbst ist in der Regel nicht steuerpflichtig, da nur Rechte übertragen werden, nicht die zugrunde liegende Leistung. Allerdings können Gebühren oder Provisionen des Abtretungsempfängers anfallen, z. B. Inkasso-Gebühren oder Factoring-Entgelte. Diese sollten separat vereinbart werden. Für notarielle Beglaubigungen oder anwaltliche Gebühren gelten die jeweiligen Gebührenordnungen. Konsultieren Sie einen Steuerberater oder Anwalt zu den spezifischen steuerlichen Folgen in Ihrem Fall.

Was passiert, wenn der Schuldner nicht zahlt?

Wenn ein abgetretener Schuldner nicht zahlt, hat der Abtretungsempfänger das Recht, Mahnungen auszustellen und gegebenenfalls Klage einzureichen, um die Forderung einzutreiben. Der Abtretungsempfänger handelt dann wie ein normaler Gläubiger. Je nach Art und Wert der Forderung können außergerichtliche oder gerichtliche Verfahren eingeleitet werden. Bei Sicherungsabtrretungen kann der Abtretungsempfänger auch Forderungen gegen die Abtretende (statt gegen den Schuldner) geltend machen, wenn vereinbart.

Kann ich einen Inkassovertrag für mehrere Forderungen nutzen?

Ja, der Vertrag kann sich auf mehrere Forderungen beziehen oder sogar alle zukünftigen Forderungen einer Kategorie (z. B. alle Außenstände gegenüber Kundenstamm A). Dies ist praktisch und erspart die wiederholte Ausstellung neuer Verträge. Sie sollten aber klar dokumentieren, welche Forderungen oder Forderungsgruppen eingeschlossen sind. Eine regelmäßig aktualisierte Schuldnerliste hilft beiden Parteien, die Übersicht zu behalten.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Abtretungsermächtigung (Einzelmachtvorlage)

Eine Abtretungsermächtigung ermöglicht einem Empfänger die Geltendmachung einzelner Forderungen ohne vollständige Eigentumsübertragung. Ein Inkassovertrag ist umfassender und überträgt alle definierten Forderungen mit ihren vollständigen Rechten an den Abtretungsempfänger. Verwenden Sie eine Abtretungsermächtigung für kurzfristige oder begrenzte Maßnahmen; nutzen Sie einen Inkassovertrag für dauerhafte Sicherungen oder Forderungskäufe.

vs Pfandrecht / Pfandvertrag

Ein Pfandrecht besichert eine Schuld durch einen Gegenstand (Ware, Maschine, Wertpapiere); ein Inkassovertrag besichert durch Abtretung von Geldansprüchen. Pfandrechte bieten eine direktere Kontrolle über den Gegenwert; Abtretungen sind flexibler für immaterielle Forderungen. Kombinieren Sie beide für maximale Sicherheit.

vs Faktoring-Vereinbarung

Ein Factoring ist eine spezielle Form der Abtretung, bei der ein Factoringunternehmen Forderungen kauft und zusätzlich Verwaltungs- und Finanzierungsleistungen erbringt. Ein einfacher Inkassovertrag ist kostengünstiger und flexibler, aber ohne Finanzierungs- oder Verwaltungsunterstützung. Nutzen Sie Factoring für volle Serviceleistungen; nutzen Sie einen Inkassovertrag für reine Abtretungszwecke.

vs Gesamtabtretung vs. Teildabtretung

Eine Gesamtabtretung überträgt alle Forderungen eines Debitors oder einer Kategorie; eine Teildabtretung regelt nur bestimmte aufgelistete Forderungen. Eine Gesamtabtretung ist einfacher zu dokumentieren und zu verwalten; eine Teildabtretung erfordert genaue Definition und Übersicht. Wählen Sie je nach Umfang und Grad der Kontrolle, den Sie behalten möchten.

Branchenspezifische Hinweise

Handel und E-Commerce

Online- und stationäre Händler verwenden Inkassoverträge zur Sicherung ihrer Forderungen bei Kreditgewährung oder zur Übergabe an Inkassounternehmen.

Finanzdienstleistungen und Kreditvergabe

Banken, Kreditgeber und alternative Finanzanbieter nutzen Abtretungsverträge zur Besicherung von Darlehen durch die Forderungen des Kreditnehmers.

Dienstleistungen und Consulting

Berater, Ingenieure und Agenturen sichern ihre Honorarforderungen durch Abtretung ab oder verkaufen Forderungen an Factoring-Unternehmen.

Fertigung und Produktion

Produzenten treten Kundenrechnungen ab, um Liquidität für Betriebsmittel zu schaffen oder Lieferantenkredite zu besichern.

Inkasso und Schuldenmanagement

Spezialisierte Inkassounternehmen und Schuldeneintreiber nutzen Abtretungsverträge zur rechtlichen Übernahme von Kundenforderungen.

Versicherungen

Versicherungen verwenden Abtretungsverträge zur Regulierung von Schadensersatzforderungen oder zur Rückgriff gegen Drittschuldner.

Hinweise zur Rechtsprechung

Der Inkassovertrag unterliegt deutschem Recht, insbesondere den Vorschriften des BGB (§§ 398–413 zur Abtretung). Besonderheiten: deutsche Grundsätze zur Schuldnerbindung, behördliche Registrierungserfordernisse für Inkassounternehmen nach RDG. Eine anwaltliche Prüfung ist bei hohem Forderungswert empfohlen.

In Österreich folgt die Abtretung dem österreichischen ABGB (§§ 1392–1404). Spezifika: abweichende Regelungen zum Schutz von Schuldnern, örtliche Zuständigkeitsregeln. Der Vertrag sollte spezifisch für österreichisches Recht angepasst werden.

Die Schweiz regelt die Abtretung im OR (Obligationenrecht, Art. 164–172). Unterschiede: strengere Anforderungen an die Form und Mitteilung an den Schuldner, Cantonal-Varianten. Konsultieren Sie einen Schweizer Anwalt für die Anpassung.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenEinfache Sicherungsabtrrettung zwischen zwei etablierten Unternehmen mit klaren, unter EUR 10.000 liegenden Forderungen.Kostenlos bis EUR 50 (Template-Erwerb)1–2 Stunden zum Ausfüllen und Ausdrucken
Vorlage + RechtsprüfungMittlere Abtretung (EUR 10.000–50.000) oder unklare Forderungskategorien, bei denen eine rechtliche Überprüfung sinnvoll ist.EUR 50–250 Vorlage + EUR 200–500 anwaltliche Prüfung2–3 Tage (Vorlage ausfüllen, Anwalt prüfen, Unterzeichnung)
MaßgeschneidertHochwertige Forderungen (über EUR 50.000), international beteiligte Parteien, komplexe Bedingungen oder mehrere Sicherungszwecke.EUR 800–2.000+ für maßgeschneiderten Entwurf durch Anwalt1–2 Wochen (Beratung, Entwurf, Korrekturen)

Glossar

Abtretende
Die Partei, die ihre Forderungen an einen anderen abgibt und deren Rechte überträgt.
Abtretungsempfänger
Die Partei, die die Forderungen empfängt und das Recht zur Geltendmachung erhält.
Forderung
Ein Anspruch auf Zahlung oder Leistung gegenüber einem Schuldner.
Abtretung
Die rechtliche Übertragung von Forderungen von einer Person auf eine andere.
Außenstände
Offene Rechnungen oder ausstehende Zahlungen, die von Schuldnern noch erbracht werden müssen.
Verbindlichkeiten
Alle Schulden, Forderungen und Inanspruchnahmen jeglicher Art, die abgetreten werden.
Unterlagen
Urkunden, Dokumente, Rechnungsbücher und Aufzeichnungen im Zusammenhang mit den Forderungen.
Schuldner
Die Person oder das Unternehmen, das der Abtretenden gegenüber die Forderung schuldet.
Factoring
Die Abtretung von Kundenforderungen an ein Finanzunternehmen gegen Zahlung eines Diskontentgelts.
Sicherungsabtretung
Die Abtretung von Forderungen als Sicherungsmittel für die Erfüllung von Pflichten oder Schulden.

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