Gründungsurkunde

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FreiGründungsurkunde

Auf einen Blick

Was es ist
Eine Gründungsurkunde ist das rechtsverbindliche Gründungsdokument einer Kapitalgesellschaft (z. B. GmbH oder AG). Sie regelt die Gründungsmodalitäten, den Namen, den Geschäftszweck, das Aktienkapital und die Organstruktur des Unternehmens. Die kostenlose Word-Vorlage ermöglicht es Ihnen, dieses Dokument online zu bearbeiten und als PDF zu exportieren.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen eine Gründungsurkunde unmittelbar bei der Gründung einer Kapitalgesellschaft, bevor Sie diese beim Handelsregister anmelden. Sie ist auch erforderlich, wenn Sie einen registrierten Agent für Ihr Unternehmen benennen oder ändern möchten.
Was enthalten ist
Die Vorlage enthält Abschnitte zu Unternehmensname, Geschäftszweck, Aktienkapital, Betriebssitz, Haftungsbeschränkung und Dauer des Bestehens. Sie können alle Platzhalter an Ihre Situation anpassen und die Urkunde mit allen Gründern unterzeichnen.

Was ist eine Gründungsurkunde?

Eine Gründungsurkunde ist das offiziellen Gründungsdokument einer Kapitalgesellschaft, wie beispielsweise einer GmbH oder Aktiengesellschaft (AG). Sie definiert den Unternehmungsnamen, den Geschäftszweck, das Aktienkapital, die Betriebssitz-Adresse und den registrierten Agent. Die Gründungsurkunde wird notariell beglaubigt und beim Handelsregister eingereicht, um das Unternehmen rechtlich zu registrieren. Unsere kostenlose Word-Vorlage ermöglicht es Ihnen, dieses professionelle Dokument online zu bearbeiten und als PDF zu exportieren — ideal für die Vorbereitung auf den Notartermin.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Ohne eine korrekt eingereichte Gründungsurkunde können Sie Ihr Unternehmen nicht legal registrieren lassen. Das Handelsregister wird Ihre Gründung ablehnen, wenn die Urkunde nicht vollständig, notariell beglaubigt und formal korrekt ist. Eine fehlende oder fehlerhafte Gründungsurkunde bedeutet auch, dass Sie keinen Haftungsschutz genießen — Ihre persönliche Haftung bleibt unbegrenzt. Darüber hinaus sind Bank-Konten, Kredite und geschäftliche Verträge ohne Registrierung praktisch unmöglich. Diese Vorlage spart Ihnen Zeit, Fehler und möglicherweise teure Korrekturkosten beim Anwalt oder Notar. Indem Sie die Urkunde gut vorbereitet haben, können Sie den Notartermin zügig durchführen und Ihre Gründung zügig abschließen.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit stabiler KapitalstrukturGründungsurkunde für GmbH
Gründung einer Aktiengesellschaft mit Vorstand, Aufsichtsrat und AktionärenGründungsurkunde für AG
Beteiligung von zwei oder mehr Gesellschaftern mit unterschiedlichen AnteilenGründungsurkunde mit mehreren Gründern
Benennung eines verwalteten Agenten für RegisterangelegenheitenGründungsurkunde mit registriertem Agent
Besondere Regelungen für Ärzte, Anwälte, Architekten oder andere regulierte BerufeGründungsurkunde für freiberufliche Kammern
Explizite Festlegung der Haftungsfreistellung für Geschäftsführer und AktionäreGründungsurkunde mit Haftungsbeschränkung
Anpassung an spezifische steuerliche oder regulatorische Anforderungen des BundeslandesGründungsurkunde mit Sonderbestimmungen

Häufige Fehler vermeiden

❌ Zu niedriges oder nicht realistisches Aktienkapital wählen

Warum es wichtig ist: Banken und Investoren vertrauen dem Aktienkapital als Indikator der Solvenz; zu niedriges Kapital kann Kredite unmöglich machen oder Vertragspartner abschrecken.

Fix: Wählen Sie ein Kapital, das Ihre geschäftliche Skalierbarkeit widerspiegelt und mindestens die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

❌ Die Unterschrift nicht notariell beglaubigen lassen

Warum es wichtig ist: Das Handelsregister lehnt Gründungsurkunden ohne notarielle Beglaubigung ab, und die Gründung verzögert sich oder wird hinfällig.

Fix: Beauftragen Sie einen Notar, die unterzeichnete Urkunde zu beglaubigen; dies ist eine nicht verhandelbare Formalität.

❌ Den Namen ohne Verfügbarkeitsprüfung wählen

Warum es wichtig ist: Ein ähnlicher oder identischer Name kann zu Konflikten mit bestehenden Unternehmen führen und das Register kann die Gründung ablehnen.

Fix: Prüfen Sie den Namen in der Handelsregisterdatenbank und in der Datenbank Ihrer lokalen Industrie- und Handelskammer.

❌ Kein klares oder zu restriktives Geschäftszweck-Feld festlegen

Warum es wichtig ist: Ein zu enges Geschäftszweck-Feld zwingt Sie später zu kostspieliger Änderung des Registers, wenn Sie sich erweitern möchten; ein zu breites kann Konflikte mit dem Register hervorrufen.

Fix: Nutzen Sie eine allgemeine Formulierung wie ‚alle in [Bundesland] erlaubten Geschäfte' oder sprechen Sie mit Ihrem Anwalt über spezifische Klauseln.

❌ Ungültige oder nicht überprüfte Adresse des Agenten oder des Betriebssitzes angeben

Warum es wichtig ist: Das Register kann Zustellungen nicht durchführen; Bußgelder und Registerprobleme folgen, wenn Briefe und offizielle Mitteilungen nicht ankommen.

Fix: Überprüfen Sie alle Adressen auf Vollständigkeit (Postleitzahl, Ort, Straße, Hausnummer) und stellen Sie sicher, dass diese real existieren und erreichbar sind.

❌ Falsche Gesetzbuchverweise oder Abschnittsnummern verwenden

Warum es wichtig ist: Ungültige Gesetzesverweise können zu Ungültigkeit der Urkunde führen oder zu Rückfragen und Verzögerungen beim Register.

Fix: Verwenden Sie die korrekten Verweise auf das GmbHG, AktG oder das Gesellschaftsgesetzbuch Ihres Bundeslandes; im Zweifelsfall konsultieren Sie einen Anwalt oder Notar.

Die 10 wichtigsten Klauseln, erklärt

Gründeridentifikation und -bestätigung

In einfacher Sprache: Benennung der gründenden Person oder des Unternehmens und Bestätigung ihrer Berechtigung zur Gründung.

Beispielformulierung
[NAME IHRES UNTERNEHMENS], ein Unternehmen nach den Gesetzen von [BUNDESLAND/STAAT] gegründet, bekennt sich zur Gründung dieser Körperschaft und verfügt über volle Geschäftsfähigkeit.

Häufiger Fehler: Nicht anzugeben, dass der Gründer eine natürliche Person oder ein Unternehmen ist; dies kann zu Registrierungskomplikationen führen.

Unternehmensname

In einfacher Sprache: Festlegung des offiziellen Namens der Kapitalgesellschaft, unter dem sie im Register eingetragen wird.

Beispielformulierung
Der Name der Körperschaft soll [NAME IHRES UNTERNEHMENS] lauten.

Häufiger Fehler: Namenswahl ohne Prüfung auf Verfügbarkeit im Handelsregister oder zu ähnliche Bestehende Namen.

Geschäftszweck

In einfacher Sprache: Definition der Geschäftsfelder und Tätigkeiten, die das Unternehmen ausüben darf.

Beispielformulierung
Diese Körperschaft darf sich in allen gesetzlichen Aktivitäten oder erlaubten Geschäften engagieren, die gemäß den Gesetzen von [LAND], von [BUNDESLAND/STAAT] erlaubt sind.

Häufiger Fehler: Zu breite oder zu enge Formulierung des Geschäftszwecks, die später eine Änderung des Registers erforderlich macht.

Aktienkapital und Aktientypen

In einfacher Sprache: Festsetzung der maximalen Anzahl von Aktien, ihres Nennwerts und ihrer Kategorie (z. B. Stammaktien).

Beispielformulierung
Die Höchstanzahl an Aktien […] beträgt [NUMMER] Stammaktien mit einem Nennwert von [WERT] je Aktie.

Häufiger Fehler: Zu niedriges Kapital, das später Kredite oder Investitionen erschwert; oder fehlerhafte Berechnung des Nennwerts.

Betriebssitz und registrierter Agent

In einfacher Sprache: Bennung der Adresse des Unternehmens und des Agenten für offizielle Mitteilungen und Zustellungen.

Beispielformulierung
Die Adresse des zuerst eingetragenen Büros der Körperschaft soll sich in [IHRE VOLLSTÄNDIGE ADRESSE] befinden; eingetragener Agent: [NAME].

Häufiger Fehler: Angabe einer unzutreffenden oder nicht überprüften Adresse, die Zustellungen gefährdet oder zu Bußgeldern führt.

Sonderbestimmungen und Gesetzesverweis

In einfacher Sprache: Verweise auf spezifische Gesetze oder Gesetzbuchabschnitte, auf die sich die Gründung stützt, sowie Anpassungsbestimmungen.

Beispielformulierung
Das Grundkapital dieser Körperschaft ist dafür bestimmt, mit den Bestimmungen von Abschnitt [NUMMER] des [GESETZ ODER GESETZBUCH] übereinzustimmen.

Häufiger Fehler: Falscher Gesetzbuchverweis oder Abschnittsnummer, die rechtliche Ungültigkeit zur Folge haben kann.

Dauer des Bestehens

In einfacher Sprache: Feststellung, ob die Körperschaft eine begrenzte Dauer hat oder auf Dauer bestehen soll.

Beispielformulierung
Diese Körperschaft soll fortwährend bestehen.

Häufiger Fehler: Angabe einer Befristung ohne rechtliche Notwendigkeit, was später zu automatischer Auflösung führt.

Haftungsbeschränkung und Geschäftsführerschutz

In einfacher Sprache: Regelung der persönlichen Haftung von Vorstandsmitgliedern, Aktionären und Direktoren für Unternehmensverbindlichkeiten.

Beispielformulierung
Jedes Vorstandsmitglied, jeder Aktionär und jeder Direktor soll […] für angemessene Kosten und Ausgaben […] im größtmöglichen vom Gesetz erlaubten Umfang entschädigt werden.

Häufiger Fehler: Zu breite Haftungsausschlüsse, die gesetzliche Grenzen überschreiten oder für Betrug keinen Schutz bieten.

Unterschriftsbeglaubigung

In einfacher Sprache: Festsetzung, dass die Gründungsurkunde von einer berechtigen Person unterzeichnet und notariell beglaubigt werden muss.

Beispielformulierung
Diese Gründungsurkunde ist von [NAME DES GRÜNDERS] unterzeichnet und notariell beglaubigt worden.

Häufiger Fehler: Nichtbeglaubigung der Unterschrift, wodurch die Gründungsurkunde beim Register abgelehnt wird.

Geltungsbereich und Effective Date

In einfacher Sprache: Angabe des Datums, ab dem die Gründungsurkunde und ihre Regelungen rechtsgültig werden.

Beispielformulierung
Diese Gründungsurkunde ist wirksam zum [DATUM].

Häufiger Fehler: Fehlerhaftes oder vergangenes Gründungsdatum, das zu Registrierungskomplikationen führt.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Sammeln Sie die erforderlichen Informationen

    Notieren Sie den geplanten Unternehmungsnamen, das Bundesland der Gründung, die vollständige Adresse des Betriebssitzes, die Namen der Gründer oder Aktionäre und die geplante Kapitalstruktur (Anzahl und Wert der Aktien).

    💡 Prüfen Sie den Namen vorher in der Datenbank des Handelsregisters, um Verwechslungen auszuschließen.

  2. 2

    Ersetzen Sie alle Platzhalter

    Füllen Sie alle Felder mit eckigen Klammern [wie diese] mit den tatsächlichen Daten aus: Unternehmensname, Bundesland, Adresse, registrierter Agent, Aktienkapital und Nennwert.

    💡 Verwenden Sie konsistent deutsche Schreibweisen und vollständige Adressen mit Postleitzahl und Ort.

  3. 3

    Passen Sie die Dauer des Bestehens an

    Entscheiden Sie, ob die Körperschaft auf Dauer bestehen soll (Standard) oder eine Befristung haben soll, z. B. für ein Projekt oder eine zeitlich begrenzte Partnerschaft.

    💡 Für die meisten Gründungen wählen Sie ‚fortwährend bestehen' ohne Befristung.

  4. 4

    Überprüfen Sie die Geschäftszweck-Klausel

    Kontrollieren Sie, ob die Formulierung des Geschäftszwecks Ihre geplanten Aktivitäten abdeckt. Nutzen Sie allgemeine Formulierungen (‚erlaubte Geschäfte'), wenn Sie flexibel bleiben möchten.

    💡 Bei reglementierten Berufen (Anwalt, Arzt) müssen Sie spezifische Klauseln hinzufügen oder Genehmigungen einholen.

  5. 5

    Definieren Sie die Kapitalstruktur

    Tragen Sie die Anzahl der Stammaktien, den Nennwert pro Aktie und das Gesamtaktienkapital ein. Dies bildet die finanzielle Grundlage Ihres Unternehmens.

    💡 Das Mindestaktienkapital ist je nach Rechtsform unterschiedlich; für eine GmbH liegt es üblicherweise bei 25.000 EUR.

  6. 6

    Benenne den registrierten Agent

    Geben Sie an, wer als registrierter Agent für offizielle Mitteilungen, Zustellungen und Registerangelegenheiten bevollmächtigt ist. Dies kann der Gründer oder eine Drittpartei sein.

    💡 Der Agent muss eine vollständige Adresse haben und regelmäßig erreichbar sein, sonst drohen Bußgelder und Registerprobleme.

  7. 7

    Überprüfen Sie die Haftungsbeschränkung

    Lesen Sie die Klausel zur Haftungsbeschränkung sorgfältig durch und stellen Sie sicher, dass sie den gesetzlichen Anforderungen Ihres Bundeslandes entspricht. Einige Änderungen können notwendig sein.

    💡 Die Haftungsbeschränkung gilt nicht für Betrug; informieren Sie sich über die Grenzen mit Ihrem Anwalt.

  8. 8

    Lassen Sie die Urkunde notariell beglaubigen und unterzeichnen

    Vor der Einreichung beim Handelsregister muss die Gründungsurkunde von allen Gründern oder deren Bevollmächtigten unterzeichnet und von einem Notar beglaubigt werden.

    💡 Ohne notarielle Beglaubigung wird die Gründungsurkunde vom Register abgelehnt; planen Sie Zeit und Kosten für einen Notartermin ein.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Gründungsurkunde und einem Gesellschaftsvertrag?

Eine Gründungsurkunde ist das offizielle Dokument, das die Gründung einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG) bei den Behörden anmeldet. Ein Gesellschaftsvertrag ist die interne Regelung zwischen den Gesellschaftern oder Aktionären über Rechte, Pflichten und Entscheidungsfindung. Die Gründungsurkunde wird beim Register eingereicht; der Gesellschaftsvertrag regelt die interne Verwaltung.

Muss eine Gründungsurkunde notariell beglaubigt werden?

Ja, für Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) ist eine notarielle Beglaubigung der Gründungsurkunde in Deutschland obligatorisch. Ohne Beglaubigung wird das Handelsregister die Eintragung ablehnen. Die notarielle Beglaubigung ist relativ kostengünstig (ca. 100–200 EUR) und sichert die Rechtsgültigkeit.

Welches Aktienkapital sollte ich wählen?

Das gesetzliche Mindestkapital für eine GmbH liegt bei 25.000 EUR; für eine AG bei 50.000 EUR. Sie können höher gehen, wenn Sie Investors gewinnen oder Kreditwürdigkeit demonstrieren möchten. Ein realistisches Kapital sollte Ihre geplanten Investitionen und Betriebskosten für die erste Zeit widerspiegeln.

Kann ich die Gründungsurkunde später ändern?

Ja, aber mit Aufwand und Kosten. Änderungen müssen notariell beglaubigt werden und erfordern oft eine erneute Registrierung. Größere Änderungen (z. B. Geschäftszweck, Name, Kapital) müssen angemeldet werden. Daher lohnt sich eine sorgfältige Vorbereitung bei der Gründung.

Wer kann als registrierter Agent fungieren?

Der registrierte Agent kann eine natürliche Person (Geschäftsführer, Gesellschafter) oder ein Unternehmen (z. B. Anwaltskanzlei, Treuhandgesellschaft) sein. Der Agent muss eine vollständige Adresse im Gründungsland (oder EU) haben und verfügbar sein, um offizielle Mitteilungen zu empfangen. Viele wählen eine Anwaltskanzlei als Agent, um Professionalität zu gewährleisten.

Gilt die Haftungsbeschränkung auch für Betrug?

Nein. Die Haftungsbeschränkung schützt Gesellschafter, Geschäftsführer und Direktoren vor persönlicher Haftung für normale Unternehmensverbindlichkeiten. Bei Betrug oder vorsätzlichem Fehlverhalten kann die Haftungsbeschränkung aufgehoben werden. Im Zweifelsfall konsultieren Sie einen Anwalt.

Wie lange dauert die Registrierung nach Einreichung der Gründungsurkunde?

In der Regel dauert die Registrierung beim Handelsregister 1–3 Wochen, wenn alle Unterlagen vollständig und korrekt sind. Mit digitaler Einreichung kann es schneller gehen. Fehlerhafte Unterlagen können zu Verzögerungen oder Rückfragen führen.

Muss ich für jede Gründungsurkunde einen Anwalt beauftragen?

Ein Anwalt ist nicht obligatorisch, aber für komplexe Situationen (mehrere Gründer, spezielle Regelungen, regulierte Berufe) empfohlen. Ein Notar ist obligatorisch für die Beglaubigung. Diese Vorlage hilft bei einfachen Gründungen; für Unsicherheiten konsultieren Sie einen Anwalt oder Notar.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Einzelunternehmen (Anmeldebescheinigung)

Ein Einzelunternehmen erfordert nur eine einfache Anmeldung beim Gewerbetag; eine Gründungsurkunde ist nicht nötig. Allerdings haften Sie persönlich und unbegrenzt mit Ihrem Privatvermögen. Eine Kapitalgesellschaft mit Gründungsurkunde bietet Haftungsschutz, erfordert aber mehr Formalitäten und Buchführung. Wählen Sie die Kapitalgesellschaft, wenn Sie größere Risiken oder mehrere Investoren haben.

vs Partnerschaft oder Kommanditgesellschaft (KG/KGaA)

Partnerschaften und KGs sind weniger formal als Kapitalgesellschaften und erfordern oft keinen notariellen Gesellschaftsvertrag. Allerdings haften Komplementäre persönlich. Eine Gründungsurkunde für eine GmbH oder AG bietet vollständigen Haftungsschutz und ist transparenter für Kreditgeber und Investoren. Wählen Sie eine Kapitalgesellschaft für professionelle Strukturen.

vs Genossenschaft (eG)

Genossenschaften werden von ihren Mitgliedern demokratisch geleitet und verteilen Gewinne an die Mitglieder. Sie erfordern mindestens drei Gründer und ein detailliertes Gründungsprotokoll. Eine GmbH oder AG mit Gründungsurkunde ist flexibler für einzelne Gründer und ermöglicht klare Kapitalstrukturen. Genossenschaften sind besser für Arbeitsgruppen oder Gemeinschaftsprojekte geeignet.

vs Stille Beteiligung oder Holding-Struktur

Eine stille Beteiligung ist eine informelle Investorenstruktur ohne separate Gründungsurkunde. Eine Holding-Struktur erfordert dagegen klare Gründungsurkunden für die Holding-Gesellschaft und die Beteiligungen. Verwenden Sie Gründungsurkunden, um professionelle, registrierungspflichtige Strukturen zu schaffen; stille Beteiligungen sind nur für informelle Partnerschaften geeignet.

Branchenspezifische Hinweise

Einzelhandel und E-Commerce

Gründung einer Kapitalgesellschaft für Einzelhandelsbetriebe oder Online-Shops mit strukturiertem Kapital und Haftungsschutz.

Finanzdienstleistungen und Beratung

Gründung von Beratungsgesellschaften, Vermögensverwaltern oder Finanzintermediären mit strengeren Kapitalanforderungen.

Gesundheit und Soziales

Gründung von Arztpraxen, Therapiepraxen oder Pflegeunternehmen mit regulatorischen Besonderheiten und Haftungsregelungen.

Produktion und Handwerk

Gründung von Handwerksbetrieben, Fertigungsunternehmen oder Logistikunternehmen mit Sachanlagen und Personalkosten.

Technologie und Software

Gründung von Start-ups, Softwareentwicklung oder IT-Dienstleistern mit skalierbarem Kapital und Investorenstruktur.

Immobilien und Bauwirtschaft

Gründung von Immobilienverwaltungen, Bauunternehmen oder Projektgesellschaften mit großem Sachkapital und Haftungsrisiko.

Hinweise zur Rechtsprechung

In Deutschland regelt das Gesetz zur Gründung von Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) und das Aktiengesetz (AktG) die Gründungsurkunde. Notarielle Beglaubigung ist obligatorisch. Das Handelsregister beim Amtsgericht prüft die Eintragung.

In Österreich regelt das Unternehmensgesetzbuch (UGB) und das Firmenbuchgesetz die Gründungsurkunde. Die notarielle Beglaubigung ist ebenfalls obligatorisch. Die Eintragung erfolgt beim Firmenbuch des zuständigen Gerichts.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenEinfache Einzelgründung oder Partnerschaft mit standardisierten Klauseln und ohne spezielle Bestimmungen.Ab 0 EUR (Vorlage) + ca. 150–300 EUR Notargebühren.1–2 Tage Vorbereitung + 1–2 Wochen Registrierung.
Vorlage + RechtsprüfungGründung mit mehreren Investoren, komplexerer Kapitalstruktur oder branchenbedingten Besonderheiten.Ab 200 EUR (Vorlage) + ca. 500–1.500 EUR für Anwaltsreview + 150–300 EUR Notargebühren.2–3 Tage Anwaltsreview + 1–2 Wochen Registrierung.
MaßgeschneidertKomplexe Gesellschafterstrukturen, internationale Investoren, regulierte Industrien oder Hold-back-Klauseln.Ca. 2.000–5.000 EUR für vollständige Anwaltsvorbereitung + Notargebühren.1–2 Wochen Anwaltsvorbereitung + 1–2 Wochen Registrierung.

Glossar

Gründungsurkunde
Rechtliches Dokument, das die Gründung und Grundstruktur einer Kapitalgesellschaft festlegt.
Körperschaft
Juristische Person (z. B. GmbH, AG), die unabhängig von ihren Mitgliedern handelt.
Aktienkapital
Gesamter Nominalwert der ausgegebenen Aktien einer Gesellschaft.
Registrierter Agent
Person oder Unternehmen, das für die Wahrnehmung registeramtlicher Mitteilungen bevollmächtigt ist.
Nennwert
Nominalwert einer einzelnen Aktie, auf den sich die Haftungsbeschränkung bezieht.
Geschäftszweck
Die Art der Geschäftstätigkeiten, die die Gesellschaft gesetzlich ausüben darf.
Vorstandsmitglied
Geschäftsführer oder leitender Angestellter, der das Unternehmen leitet und nach außen vertreten kann.
Haftungsbeschränkung
Gesetzliche Regelung, die die persönliche Haftung von Gesellschaftern auf ihre Einlage begrenzt.
Stammaktien
Standardaktien ohne besondere Rechte oder Vorzüge; die häufigste Aktienart.
Betriebssitz
Hauptniederlassung oder offizielle Adresse des Unternehmens für Registerangelegenheiten.
Bundesland
Bundesstaat (z. B. Bayern, Nordrhein-Westfalen), dessen Gesetze zur Gründung maßgeblich sind.
Abschnitt
Spezifische Regelung oder Nummer im Gesellschaftsgesetz (GmbHG, AktG), auf die verwiesen wird.

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