Verzicht auf Vorkaufsrecht

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FreiVerzicht auf Vorkaufsrecht

Auf einen Blick

Was es ist
Eine schriftliche Erklärung, mit der ein Aktionär oder Gesellschafter sein Vorkaufsrecht auf Unternehmensanteile ausdrücklich aufgibt. Die Vorlage ist ein kostenloser Word-Download, den Sie direkt anpassen und unterzeichnen können.
Wann Sie es brauchen
Wenn Sie als Anteilseigner einen anderen Gesellschafter oder externen Käufer seine Anteile erwerben lassen möchten, ohne dass Sie von Ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Dies ist häufig nötig, um Transaktionen zu beschleunigen oder strategische Ziele umzusetzen.
Was enthalten ist
Die Vorlage enthält die formale Anrede an das Unternehmen mit Namens- und Adressfeldern, die Bestätigung des Verzichts auf das Vorkaufsrecht sowie Unterschriftszeilen und Datumsfelder für eine rechtsgültige Unterzeichnung.

Was ist eine Vorlage Verzicht auf Vorkaufsrecht?

Eine Verzichtserkärung auf Vorkaufsrecht ist eine schriftliche Erklärung, mit der ein Aktionär oder Gesellschafter sein gesetzliches oder satzungsmäßiges Recht aufgibt, Unternehmensanteile vor externen Käufern zu erwerben. Diese Vorlage ist ein kostenloser Word-Download, den Sie sofort anpassen, ausdrucken und unterzeichnen können. Mit wenigen Handgriffen können Sie die Dokumentation für eine reibungslose Anteilistransaktion vorbereiten — ohne dass Sie jeden Punkt mit einem Anwalt durchgehen müssen.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Ein Vorkaufsrecht ist ein starker Schutz gegen unerwünschte Gesellschafter — es kann aber auch Transaktionen verlangsamen oder blockieren. Wenn Sie als Gesellschafter einen anderen Anteilseigner oder einen externen Investor die Anteile kaufen lassen möchten, ohne dass Sie eingreifen, müssen Sie dies schriftlich und rechtsgültig erklären. Ein formloser Verzicht per Telefon oder E-Mail ist nicht ausreichend — das Gesetz verlangt die Schriftform. Diese Vorlage dokumentiert Ihren Verzicht auf rechtsverbindliche Weise, schützt alle Beteiligten vor Missverständnissen und beschleunigt die gesamte Transaktion. Ohne ein solches Dokument können Verzögerungen, Rechtsstreitigkeiten oder Ungültigkeitserklärungen entstehen — insbesondere in Familienunternehmen oder bei größeren Beteiligungen.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Standardfall: Aktionär/Gesellschafter verzichtet bedingungslos auf sein RechtEinfacher Verzicht auf Vorkaufsrecht
Verzicht nur unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. mindestens bestimmter Kaufpreis)Verzicht mit Bedingung
Mehrere Gesellschafter erklären gleichzeitig ihren VerzichtVerzicht für mehrere Anteilseigner
Anteilseigner verzichtet, erhält dafür finanzielle oder sonstige GegenleistungVerzicht mit Entschädigungsregelung
Verzicht gilt nur für einen bestimmten Zeitraum oder eine bestimmte TransaktionZeitlich befristeter Verzicht
Anteilseigner kann Verzicht unter bestimmten Bedingungen widerrufenVerzicht mit Rückgriff

Häufige Fehler vermeiden

❌ Unklare oder mehrdeutige Formulierung des Verzichts

Warum es wichtig ist: Im Streitfall kann die andere Partei argumentieren, dass Sie nicht wirklich verzichtet haben, sondern nur vorübergehend.

Fix: Nutzen Sie klare, imperativische Sprache: «Ich verzichte hiermit endgültig und bedingungslos auf mein Vorkaufsrecht.»

❌ Fehlende oder falsche Unternehmensangaben

Warum es wichtig ist: Die Erklärung ist unklar, welchem Unternehmen sie gilt — die Gültigkeit wird angezweifelt.

Fix: Kopieren Sie Name, Anschrift und Sitz direkt aus dem Handelsregister oder der aktuellen Satzung.

❌ Nur elektronische oder digitale Unterschrift ohne Zertifikat

Warum es wichtig ist: Deutsche Gerichte erkennen unsignierte E-Mails nicht als bindende Erklärung an — Schriftform ist verletzt.

Fix: Drucken Sie das Dokument aus und unterzeichnen Sie handschriftlich, oder nutzen Sie eine qualifizierte digitale Signatur.

❌ Nicht präzisierter Gültigkeitsumfang (z. B. für alle zukünftigen Transaktionen)

Warum es wichtig ist: Sie können ungewollt auf zukünftige Vorkaufsrechte verzichten, auch wenn Sie das nicht beabsichtigt haben.

Fix: Definieren Sie klar: «Verzicht auf Vorkaufsrecht bezüglich der Veräußerung der Anteile von [Gesellschafter] bis [Datum].»

❌ Fehlende Beglaubigung bei hohen Beteiligungsquoten oder Konflikten

Warum es wichtig ist: Im Streitfall wird Ihre handschriftliche Unterschrift angezweifelt — Kosten für Rechtsgutachten entstehen.

Fix: Lassen Sie die Erklärung bei Gesellschaften mit Beteiligungen über 10 % oder bei Konflikten notariell beglaubigen.

❌ Keine Kopie oder Bestätigung des Empfangs

Warum es wichtig ist: Das Unternehmen kann leugnen, dass es Ihre Erklärung erhalten hat — Sie haben keinen Nachweis.

Fix: Senden Sie das Original per Einschreiben mit Rückschein und behalten Sie eine unterzeichnete Kopie für Ihre Unterlagen.

Die 8 wichtigsten Klauseln, erklärt

Adressaten-Identifikation

In einfacher Sprache: Eindeutige Angabe des Unternehmens, an das die Erklärung gerichtet ist.

Beispielformulierung
VERZICHT AUF VORKAUFSRECHT AN: [NAME DES UNTERNEHMENS], [ADRESSE], [STADT], [BUNDESLAND/STAAT]

Häufiger Fehler: Unvollständige oder falsche Firmenbezeichnung führt zu Zweifeln über die Gültigkeit der Erklärung.

Empfänger und Titel

In einfacher Sprache: Benennung der zuständigen Person oder des Gremiums, das die Erklärung erhält.

Beispielformulierung
Zu Händen: [NAME UND TITEL ANGEBEN]

Häufiger Fehler: Fehlendes Empfänger-Kürzel kann dazu führen, dass die Erklärung nicht zeitig bearbeitet wird.

Erklärung des Verzichts

In einfacher Sprache: Klare, ausdrückliche Äußerung, dass auf das Vorkaufsrecht verzichtet wird.

Beispielformulierung
Hiermit erkläre ich [Name des Verzichtenden], dass ich auf mein Vorkaufsrecht bezüglich meiner Beteiligung an [Unternehmensname] verzichte.

Häufiger Fehler: Mehrdeutige oder unscharfe Formulierung kann Rechtsstreit auslösen — «verzichte möglicherweise» ist nicht ausreichend.

Bezug zur Beteiligung

In einfacher Sprache: Angabe der Beteiligungsquote oder Anzahl der Anteile, auf die sich der Verzicht bezieht.

Beispielformulierung
Dies gilt für meine [Anzahl der Anteile / Prozentuale Quote] Beteiligung an der Gesellschaft.

Häufiger Fehler: Unklare Mengenangabe kann zu Streitigkeiten über den Gültigkeitsumfang führen.

Bedingungslosigkeit des Verzichts

In einfacher Sprache: Feststellung, dass der Verzicht bedingungslos und unwiderruflich ist (sofern nicht anders vereinbart).

Beispielformulierung
Dieser Verzicht erfolgt bedingungslos und ohne Gegenleistung. Er ist endgültig und kann nicht zurückgenommen werden.

Häufiger Fehler: Unklarheit über Unwiderruflichkeit führt später zu Streitigkeiten, ob der Verzicht noch gültig ist.

Datum der Erklärung

In einfacher Sprache: Tag, an dem die schriftliche Erklärung unterzeichnet wird.

Beispielformulierung
[Ort], [Vollständiges Datum — z. B. 15. Mai 2026]

Häufiger Fehler: Fehlende oder falsche Datumsangabe beeinträchtigt die Nachvollziehbarkeit und Gültigkeit.

Unterschrift des Verzichtenden

In einfacher Sprache: Handschriftliche Unterzeichnung mit vollem Namen — erforderlich für Schriftformgültigkeit.

Beispielformulierung
_____________________ [Name in Druckbuchstaben]

Häufiger Fehler: Nur gedruckter Name ohne Unterschrift oder unleserliche Unterschrift macht die Erklärung anfechtbar.

Zeugen oder Notarisierung

In einfacher Sprache: Optional: Beglaubigung durch Zeugen oder notarielle Beurkundung für erhöhte Rechtssicherheit.

Beispielformulierung
Zeugen: [Name], [Unterschrift] / Oder: Beglaubigt durch Notar [Name und Kammer]

Häufiger Fehler: Fehlendes Zeugnis oder Notariat kann bei Streit dazu führen, dass die Authentizität angezweifelt wird.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Unternehmensangaben eintragen

    Tragen Sie den vollständigen Namen, die Anschrift und den Sitz des Unternehmens ein. Nutzen Sie die Firmeneintragung aus dem Handelsregister oder der Gesellschafterliste.

    💡 Prüfen Sie die korrekte Schreibweise — auch kleine Fehler können Rechtsunsicherheit auslösen.

  2. 2

    Empfänger benennen

    Geben Sie an, an wen die Erklärung adressiert wird — üblicherweise der Geschäftsführer, der Vorstand oder die Geschäftsstelle.

    💡 Im Zweifelsfall schreiben Sie an «die Geschäftsführung» oder konsultieren Sie die Satzung.

  3. 3

    Persönliche Daten des Verzichtenden eintragen

    Tragen Sie Ihren vollständigen Namen, Ihre Adresse und Ihre Beteiligungsquote ein.

    💡 Nutzen Sie die Bezeichnung aus der Gesellschafterliste oder dem Aktienregister.

  4. 4

    Umfang des Verzichts präzisieren

    Geben Sie an, ob Sie auf das komplette Vorkaufsrecht verzichten oder nur für einen bestimmten Anteil oder Zeitraum.

    💡 Fehlende Präzision kann zu Zweifeln über Ihre ursprüngliche Absicht führen.

  5. 5

    Unwiderruflichkeit festhalten

    Bestätigen Sie, dass der Verzicht bedingungslos und endgültig ist — falls Sie ihn später noch ändern möchten, notieren Sie das ausdrücklich.

    💡 Ein zeitlich befristeter Verzicht sollte genau datiert sein.

  6. 6

    Datieren und unterzeichnen

    Schreiben Sie das aktuelle Datum und unterzeichnen Sie handschriftlich mit Ihrem vollständigen Namen in Druckbuchstaben darunter.

    💡 Digitale Unterschriften sind nur mit qualifiziertem Zertifikat rechtsgültig — nutzen Sie sonst die Handschrift.

  7. 7

    Optional: Zeugen oder Notar hinzufügen

    Für zusätzliche Rechtssicherheit lassen Sie die Erklärung von zwei unabhängigen Zeugen oder notariell beglaubigen.

    💡 Bei größeren Transaktionen oder familienrechtlichen Konflikten ist die Notarisierung empfohlen.

  8. 8

    Kopie anfertigen und archivieren

    Behalten Sie eine beglaubigte Kopie für Ihre Unterlagen und senden Sie das Original an das Unternehmen.

    💡 Fordern Sie eine Bestätigung des Empfangs an — nutzen Sie Einschreiben mit Rückschein.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Verzicht auf Vorkaufsrecht bindend?

Ja, ein schriftlich unterzeichneter Verzicht auf Vorkaufsrecht ist rechtlich bindend und gilt als endgültig — sofern er nicht ausdrücklich zeitlich befristet ist oder Bedingungen enthält. Die schriftliche Form ist nach deutschem Recht erforderlich. Sie können den Verzicht später nicht einfach zurückziehen, es sei denn, alle Beteiligten vereinbaren dies schriftlich. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen Anwalt, bevor Sie unterzeichnen.

Welche Unterschied gibt es zwischen einer GmbH und einer AG?

Bei einer GmbH ist das Vorkaufsrecht in der Regel in der Geschäftsordnung oder dem Gesellschaftsvertrag geregelt und kann relativ flexibel ausgestaltet sein. Bei einer AG ist das Vorkaufsrecht in der Satzung festgelegt und muss strenger beachtet werden. Der Verzicht funktioniert in beiden Fällen ähnlich — Sie müssen ihn aber an die jeweils geltenden Regeln der Gesellschaft anpassen. Prüfen Sie die Satzung oder konsultieren Sie die Geschäftsführung.

Kann ich meinen Verzicht später widerrufen?

Nein, ein bedingungsloser und unwiderruflich unterzeichneter Verzicht kann nicht einseitig zurückgezogen werden. Wenn Sie die Möglichkeit eines Widerrufs behalten möchten, müssen Sie dies ausdrücklich in der Erklärung festhalten — zum Beispiel mit einer zeitlichen Begrenzung oder einer Bedingung. Nach deutschem Recht ist ein einseitiger Widerruf einer abgegebenen Verzichtserklärung normalerweise nicht möglich.

Brauche ich einen Notar?

Nein, notarielle Beglaubigung ist nicht zwingend erforderlich — die Schriftform mit Ihrer handschriftlichen Unterschrift reicht aus. Allerdings empfiehlt sich eine notarielle Beurkundung bei größeren Beteiligungen (über 10–20 %), bei Familienunternehmen mit Konflikten oder bei Transaktionen mit hohem Streitrisiko. Ein Notar gibt zusätzliche Rechtssicherheit und kann den Beweis der Authentizität entlasten.

Muss das Unternehmen den Verzicht akzeptieren?

Der Verzicht auf Vorkaufsrecht ist eine einseitige Willenserklärung Ihrerseits — das Unternehmen muss ihn nicht aktiv akzeptieren. Sobald Ihre schriftlich unterzeichnete Erklärung das Unternehmen erreicht hat, gilt der Verzicht als wirksam. Das Unternehmen sollte eine Bestätigung des Empfangs geben — fordern Sie diese an.

Was passiert, wenn ich nicht auf das Vorkaufsrecht verzichte?

Wenn Sie nicht verzichten, behalten Sie das Recht, die Anteile des verkaufenden Gesellschafters vor einem externen Käufer zu kaufen — und zwar zu den gleichen Bedingungen. Das Unternehmen oder andere Gesellschafter müssen den externen Verkauf Ihnen zuerst anbieten. Sie können damit die Anteilsstruktur des Unternehmens kontrollieren oder verhindern, dass unerwünschte Personen Gesellschafter werden.

Ist der Verzicht auch für zukünftige Transaktionen gültig?

Das hängt davon ab, wie Sie die Erklärung formulieren. Wenn Sie schreiben «Verzicht auf das Vorkaufsrecht schlechthin», kann das auch zukünftige Transaktionen umfassen. Das ist aber riskant. Besser: Formulieren Sie den Verzicht konkret für eine bestimmte Transaktion oder einen bestimmten Zeitraum. Fragen Sie den Anwalt nach einer zeitlich begrenzten oder transaktionsspezifischen Fassung.

Kann ich den Verzicht mit Bedingungen verknüpfen?

Ja, Sie können den Verzicht an Bedingungen knüpfen — zum Beispiel, dass er nur gilt, wenn der Kaufpreis mindestens [X Euro] beträgt oder wenn die Transaktion bis [Datum] abgeschlossen ist. Diese Bedingungen müssen aber klar und unzweideutig in der Erklärung festgehalten sein. Konsultieren Sie einen Anwalt, um sicherzustellen, dass die Bedingungen rechtlich durchsetzbar sind.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Optionsvereinbarung oder Call/Put-Option

Eine Optionsvereinbarung ist komplexer und regelt das Recht oder die Pflicht zum Kauf von Anteilen zu einem zukünftigen Zeitpunkt. Der Verzicht auf Vorkaufsrecht ist eine einseitige, irrevokable Erklärung, die nur das Vorkaufsrecht aufhebt. Wählen Sie den Verzicht, wenn Sie schnell und einfach auf ein bestehendes Recht verzichten möchten. Nutzen Sie eine Optionsvereinbarung, wenn Sie zukünftige Kauf- oder Verkaufsoptionen strukturieren möchten.

vs Stillhaltervereinbarung oder Non-Action-Clause

Eine Stillhaltervereinbarung suspendiert das Vorkaufsrecht vorübergehend oder unter Bedingungen; der Verzicht ist endgültig. Der Verzicht ist stärker und irreversibler — die Stillhaltung ist flexibler. Nutzen Sie den Verzicht, wenn Sie sicher sind, dass Sie das Vorkaufsrecht nicht mehr nutzen möchten. Nutzen Sie eine Stillhaltervereinbarung, wenn Sie das Recht behalten, das Vorkaufsrecht später wieder zu aktivieren.

vs Zustimmungserklärung oder Genehmigungsvereinbarung

Eine Zustimmung bedeutet, dass das Unternehmen oder andere Gesellschafter einem geplanten Anteilstransfer zustimmen — ohne dass das Vorkaufsrecht selbst aufgehoben wird. Ein Verzicht hebt das Vorkaufsrecht dauerhaft auf. Die Zustimmung ist ad-hoc und transaktionsspezifisch; der Verzicht ist generell. Nutzen Sie den Verzicht für langfristige Klarheit; die Zustimmung für einzelne Transaktionen.

vs Kaufoption oder Andienungsrecht

Eine Kaufoption gibt dem Unternehmen oder anderen Gesellschaftern das Recht, Ihre Anteile später zu kaufen. Der Verzicht auf Vorkaufsrecht verbietet Ihnen, die Anteile eines anderen vor dem externen Käufer zu erwerben. Das sind unterschiedliche Rechtspositionen. Eine Option strukturiert zukünftige Kauf-Möglichkeiten; ein Verzicht entfernt bestehende Schutzrechte. Kombinieren Sie beide, wenn Sie komplexe M&A-Szenarien gestalten.

Branchenspezifische Hinweise

Private Equity und Venture Capital

Investoren nutzen Verzichtserklärungen, um bei schnellen Anteilstransfers die Transaktionen zu beschleunigen und Vorkaufsrechte von bestehenden Gesellschaftern zu umgehen.

Familienunternehmen und Generationenwechsel

Bei Unternehmensnachfolgen verzichten ältere Gesellschafter oder Arbeitnehmer-Gesellschafter oft auf Vorkaufsrechte, um jüngeren Familienmitgliedern oder Managern den Einstieg zu ermöglichen.

Immobilienverwaltung und Liegenschaftsgesellschaften

Gesellschafter von Immobilien-GmbHs verwenden Verzichtserklärungen, um Transaktionen und Mieterwechsel vereinfachen und beschleunigen.

Mittelständische Manufakturen und Handwerksbetriebe

Bei Betriebsübergaben oder Partneraufstiegen nutzen Handwerks-GmbHs diese Vorlagen, um die Anteilsstruktur flexibel anzupassen, ohne dass alle Gesellschafter ein Vorkaufsrecht ausüben.

Finanzdienstleistungen und Versicherungen

Regulierte Gesellschaften verwenden Verzichtserklärungen, um Anteilstransfers regulatorisch zu dokumentieren und die Nachvollziehbarkeit für Aufsichtsbehörden zu gewährleisten.

Technologie-Startups und GmbH-Neugründungen

Bei frühen Finanzierungsrunden verzichten Gründer häufig auf Vorkaufsrechte zugunsten neuer Investoren, um Kapitalzufluss und Governance-Strukturen zu vereinfachen.

Hinweise zur Rechtsprechung

Nach deutschem BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) ist der schriftliche Verzicht auf ein Vorkaufsrecht bindend, sofern die Schriftform (§ 126 BGB) eingehalten wird — Originalunterschrift erforderlich. Handelsgesetzbuch (HGB) und Gesellschaftsrecht (GmbHG, AktG) regeln Besonderheiten für einzelne Gesellschaftsformen.

Österreichisches Recht (ABGB und GmbH-Gesetz) anerkennt schriftliche Verzichtserklärungen unter gleichen Voraussetzungen wie in Deutschland. Notarielle Beglaubigung ist empfohlen, aber nicht zwingend. Prüfen Sie die Satzung auf österreichische Besonderheiten.

Schweizer Recht (ZGB und Obligationenrecht) regelt Verzichtserklärungen ähnlich, verlangt aber oft notarielle Beglaubigung, insbesondere bei Aktiengesellschaften und größeren Beteiligungen. Konsultieren Sie einen Schweizer Anwalt für spezifische Anforderungen.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenRoutinemäßiger Verzicht bei klarer Geschäftssituation und geringem Konfliktpotenzial.0 bis 50 EUR (Notarkopien und Porto)15–30 Minuten Ausfüllzeit
Vorlage + RechtsprüfungVerzicht mit Bedingungen, Zeitbegrenzung oder höheren Beteiligungsquoten (über 5 %).200–500 EUR (Anwaltsgebühren für Prüfung und Anpassung)1–3 Tage (Absprache und Korrektur)
MaßgeschneidertKomplexe Szenarien: Familienunternehmen mit Konflikten, Generationenwechsel, notarielle Beurkundung oder regulierte Gesellschaften.500–2.000 EUR (full custom drafting und notarielle Beglaubigung)3–7 Tage (Konzept, Abstimmung, Notartermin)

Glossar

Vorkaufsrecht
Das Recht eines Gesellschafters, Unternehmensanteile beim Verkauf durch einen anderen Gesellschafter vor Dritten kaufen zu dürfen.
Verzichtserkärung
Schriftliche, einseitige Willenserklärung, mit der auf ein bestehendes Recht verzichtet wird.
Aktionär
Inhaber von Aktien einer Aktiengesellschaft (AG) mit Mitsprache- und Gewinnbeteiligungsrechten.
Gesellschafter
Beteiliger an einer Personengesellschaft (GmbH, OHG, KG) oder Kapitalgesellschaft.
Schriftform
Rechtlich bindende Dokumentation durch Unterzeichnung mit vollständigem Namen — nicht per E-Mail oder elektronisch ohne qualifiziertes Zertifikat.
Beurkundung
Beglaubigung und notarielle Bezeugung einer Erklärung durch einen Notar.
Anteilstransfer
Übertragung von Unternehmensanteilen von einem Gesellschafter auf einen anderen.
Organschaftliche Beteiligung
Mitgliedschaft in der Gesellschafterversammlung mit Stimmrecht und Mitspracherecht.
Satzung/Gesellschaftsvertrag
Regelwerk, das die Rechte und Pflichten der Gesellschafter festlegt, einschließlich Vorkaufsrechte.
Kapitalmaßnahme
Änderung der Kapitalstruktur eines Unternehmens (z. B. Kapitalerhöhung, Kapitalherabsetzung).

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