Antrag auf Bezahlung und eidesstattliche Erklärung des Auftragnehmers und Unterauftragnehmer gegenüber dem Eigentümer

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FreiAntrag auf Bezahlung und eidesstattliche Erklärung des Auftragnehmers und Unterauftragnehmer gegenüber dem Eigentümer

Auf einen Blick

Was es ist
Ein strukturiertes Abrechnungsformular für Auftragnehmer und Unterauftragnehmer bei Bauprojekten. Das Dokument kombiniert einen Zahlungsantrag mit einer eidesstattlichen Erklärung und kann als kostenlose Word-Vorlage heruntergeladen oder online bearbeitet werden.
Wann Sie es brauchen
Sie brauchen dieses Dokument, wenn Sie als Auftragnehmer oder Unterauftragnehmer einen Zahlungsantrag für abgeschlossene Arbeiten oder gelagerte Materialien gegenüber dem Eigentümer oder Auftraggeber einreichen müssen. Es dokumentiert Arbeitsleistungen, Materialkosten und rechtfertigt Zahlungsansprüche.
Was enthalten ist
Das Formular enthält Felder für Projektdetails, eine tabellarische Aufschlüsselung von Auftragsleistungen mit Spalten für abgeschlossene Arbeiten, einbehaltene Beträge, bereits geleistete Zahlungen und fällige Nettosummen. Die eidesstattliche Erklärung am Ende bekräftigt die Richtigkeit und Rechtmäßigkeit des Antrags unter Eid.

Was ist eine Vorlage „Antrag auf Bezahlung und eidesstattliche Erklärung des Auftragnehmers und Unterauftragnehmer gegenüber dem Eigentümer"?

Diese Vorlage ist ein standardisiertes Abrechnungsformular für Auftragnehmer und Unterauftragnehmer bei Bauprojekten. Sie kombiniert einen strukturierten Zahlungsantrag mit einer eidesstattlichen Erklärung und dokumentiert damit professionell und rechtlich verbindlich alle erbrachten Arbeiten, verbauten oder gelagerten Materialien sowie ausstehende Zahlungsforderungen. Das Formular ist als kostenlose Word-Datei downloadbar und kann online bearbeitet, dann ausgefüllt und unterzeichnet werden. Die Vorlage entspricht professionellen Baupraktiken und bietet dem Auftraggeber die erforderliche Rechtssicherheit.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Ein formeller Zahlungsantrag mit eidesstattlicher Erklärung schützt Ihre Liquidität und Ihre Geschäftsbeziehung zum Auftraggeber. Ohne ein strukturiertes Abrechnungsdokument entstehen schnell Missverständnisse über abgerechnete Leistungen, einbehaltene Beträge und tatsächlich fällige Summen. Der Auftraggeber (Eigentümer oder Hauptauftragnehmer) benötigt diese Dokumentation, um seine Zahlungen nachzuvollziehen und gegenüber seinen eigenen Finanzgebern (Banken, Investoren) rechtfertigen zu können. Die eidesstattliche Erklärung verleiht Ihrem Antrag rechtliche Verbindlichkeit und reduziert das Streitrisiko erheblich. Besonders bei größeren Projekten mit mehreren Unterauftragnehmern ist diese Vorlage unverzichtbar, um Transparenz, Vollständigkeit und Glaubwürdigkeit zu gewährleisten und Zahlungsverzögerungen oder -ausfälle zu vermeiden.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen mit regelmäßigen, unkomplizierten ZahlungenEinfacher Zahlungsantrag ohne eidesstattliche Erklärung
Projekte mit mehreren Subunternehmern, bei denen alle Forderungen dokumentiert werden müssenZahlungsantrag mit Unterauftragnehmer-Auflistung
Projekte, bei denen große Materialmengen gelagert oder verbaut werdenZahlungsantrag mit Materialbestandsliste
Längerfristige Projekte mit mehreren Abrechnungsphasen und BaufortschrittsanteilenKumulativer Zahlungsantrag (Meilenstein-Abrechnung)
Verträge, die einen Sicherungseinbehalt (Gewährleistungssicherung) vorsehenZahlungsantrag mit Sicherungseinbehalt
Subunternehmer, die ihre Leistungen beim Hauptauftragnehmer abrechnenZahlungsantrag für Unterauftragnehmer gegenüber Auftragnehmer

Häufige Fehler vermeiden

❌ Fehlende oder ungenaue Projektadresse

Warum es wichtig ist: Der Eigentümer kann den Antrag ablehnen oder es kommt zu Verwechslungen mit anderen Projekten, was Zahlungsverzögerungen verursacht.

Fix: Kopieren Sie die genaue Adresse aus dem Bauleistungsvertrag oder der Baugenehmigung in alle relevanten Felder.

❌ Überbewertung der abgeschlossenen Arbeiten

Warum es wichtig ist: Der Auftraggeber wird den Antrag anpassen, was zu Streitigkeiten, Zahlungsverzögerungen oder Reputationsschäden führt.

Fix: Dokumentieren Sie den Arbeitsstand objektiv und konservativ; nutzen Sie Fotos oder unabhängige Fortschrittsberichte als Nachweis.

❌ Vergessenheit oder Falschberechnung von Einbehalten

Warum es wichtig ist: Sie erhalten weniger Geld als fällig, oder der Auftraggeber lehnt den Antrag ab wegen fehlender Transparenz.

Fix: Führen Sie ein Einbehalt-Log: Für jeden Antrag, prozentuale Gewährleistungssicherung und sonstige Einbehalte einzeln eintragen und summieren.

❌ Unterzeichnung ohne notarielle Beglaubigung, wo erforderlich

Warum es wichtig ist: Der Antrag ist möglicherweise rechtlich nicht bindend; der Auftraggeber kann die eidesstattliche Erklärung in Frage stellen.

Fix: Prüfen Sie den Bauleistungsvertrag und konsultieren Sie einen Anwalt, ob notarielle Beglaubigung erforderlich ist, und führen Sie diese durch.

❌ Fehlende oder unvollständige Unterauftragnehmer-Erklärungen

Warum es wichtig ist: Der Auftraggeber kann die Zahlbarkeit des gesamten Antrags anzweifeln, falls Unterauftragnehmer nicht explizit erklären, dass sie bezahlt wurden.

Fix: Holen Sie von jedem Unterauftragnehmer eine unterzeichnete und notariell beglaubigte Erklärung ein, und fügen Sie alle bei.

❌ Doppelte Aufrechnung bereits bezahlter Beträge

Warum es wichtig ist: Der Auftraggeber lehnt den Antrag ab oder führt zu Rechtsstreitigkeiten, falls Sie denselben Betrag zweimal einfordern.

Fix: Führen Sie ein Zahlungs-Tracking-Blatt mit Datum, Antragsnummer und Zahlungsbetrag; überprüfen Sie dieses vor jedem neuen Antrag.

Die 10 wichtigsten Klauseln, erklärt

Identifikation des Projekts

In einfacher Sprache: Eindeutige Angabe von Projektname, Adresse, Auftraggeber, Architekten und Baubehörden-Nummern.

Beispielformulierung
Titel des Bauprojekts: [PROJEKTNAME]. Gebäude gelegen in: [VOLLSTÄNDIGE ADRESSE]. Eigentümer: [NAME DES EIGENTÜMERS]. Architekt: [NAME DES ARCHITEKTEN]. Baubehörden-Genehmigungsnr.: [NUMMER].

Häufiger Fehler: Unvollständige oder ungenaue Adressenangaben, die zu Verwechslungen mit anderen Projekten führen.

Auftragnehmer und Unterauftragnehmer

In einfacher Sprache: Bezeichnung und Titel des Auftragnehmers sowie Auflistung aller beauftragten Unterauftragnehmer mit ihren Arbeitsleistungen.

Beispielformulierung
Der [TITEL DES AUFTRAGNEHMERS] von [NAME DES UNTERNEHMENS] ist für [ART DER ARBEITEN] beauftragt. Folgende Unterauftragnehmer wurden beauftragt: [NAME UNTERAUFTRAGNEHMER 1] für [LEISTUNG 1], [NAME UNTERAUFTRAGNEHMER 2] für [LEISTUNG 2].

Häufiger Fehler: Vergessene oder falsch benannte Unterauftragnehmer, was zu Rechtsunsicherheiten führt.

Ursprünglicher Auftragsumfang und Auftragsänderungen

In einfacher Sprache: Detaillierung des ursprünglichen Auftragswertes und Aufzählung von genehmigten Auftragsänderungen mit entsprechenden Kostenauswirkungen.

Beispielformulierung
Ursprünglicher Auftragsumfang: [BETRAG] EUR. Genehmtigte Auftragsänderungen Nr. [NUMMERN]: [BESCHREIBUNG UND BETRAG JEDER ÄNDERUNG]. Angepasster Gesamtauftrag: [SUMME] EUR.

Häufiger Fehler: Berücksichtigung von Auftragsänderungen ohne schriftliche Genehmigung oder fehlerhafte Summenbildung.

Abgeschlossene Arbeiten und gelagerte Materialien

In einfacher Sprache: Prozentuale oder Wertmäßige Darstellung des Fertigungsstandes und verzeichnis aller Materialien, die auf der Baustelle lagern.

Beispielformulierung
Abgeschlossene Arbeiten: [PROZENTANTEIL]% im Wert von [BETRAG] EUR. Gelagerte Materialien: [BESCHREIBUNG] im Wert von [BETRAG] EUR. Gesamtwert abgeschlossene Arbeiten & Materialien: [BETRAG] EUR.

Häufiger Fehler: Überbewertung des Fertigungsstandes oder Nichtmeldung gelagerter Materialien, die zum Zahlungsforderungsrecht berechtigen.

Sicherungseinbehalt und Einbehalte

In einfacher Sprache: Dokumentation aller vom Auftraggeber einbehaltenen Beträge, einschließlich Gewährleistungssicherung und sonstige Einbehalte.

Beispielformulierung
Gesamt einbehaltene Beträge einschließlich dieses Antrags: [BETRAG] EUR. Davon Gewährleistungssicherung (3%): [BETRAG] EUR. Sonstige Einbehalte: [BESCHREIBUNG und BETRAG].

Häufiger Fehler: Falscher Prozentsatz der Gewährleistungssicherung oder Nichtberücksichtigung bereits früher einbehaltener Beträge.

Bereits geleistete Zahlungen

In einfacher Sprache: Aufschlüsselung aller bisherigen Zahlungen vom Auftraggeber für dieses Projekt.

Beispielformulierung
Bereits bezahlte Beträge für vorherige Anträge: [BETRAG] EUR. Davon Zahlung Antrag Nr. [NUMMER] vom [DATUM]: [BETRAG] EUR. Gesamtsumme bisheriger Zahlungen: [BETRAG] EUR.

Häufiger Fehler: Doppelte Aufrechnung bereits gezahlter Beträge oder fehlende Dokumentation früherer Zahlungsbelege.

Fälliger Nettobetrag

In einfacher Sprache: Errechnung des sofort fälligen und zahlbaren Gesamtbetrags nach Abzug aller Einbehalte und bisherigen Zahlungen.

Beispielformulierung
Nettobetrag fällig = [ARBEITSWERT + MATERIALIEN] - [EINBEHALTE] - [BISHERIGE ZAHLUNGEN] = [ENDERGEBNIS] EUR.

Häufiger Fehler: Rechenfehler bei der Saldierung oder Nichtbeachtung der vertraglich vereinbarten Zahlungsweise.

Eidesstattliche Erklärung des Auftragnehmers

In einfacher Sprache: Versicherung unter Eid, dass alle Angaben im Zahlungsantrag wahr, vollständig und vertragsgemäß sind.

Beispielformulierung
Die Unterzeichnenden, ordnungsgemäß vereidigt, bestätigen und sagen aus: Dass die vorstehenden Angaben vollständig und wahr sind; dass die aufgeführten Arbeiten tatsächlich durchgeführt wurden; dass die Materialien tatsächlich beschafft oder verbaut wurden; dass keine Zahlungsansprüche Dritter bekannt sind; dass alle Verpflichtungen des Auftragnehmers erfüllt wurden oder erfüllt werden.

Häufiger Fehler: Unterzeichnung durch eine Person ohne Vollmacht oder ohne notarielle Beglaubigung, wo erforderlich.

Erklärung des Unterauftraggnehmers (falls zutreffend)

In einfacher Sprache: Separate eidesstattliche Erklärung jedes Unterauftraggnehmers, falls dieser unmittelbar zahlungsansprüche geltend macht.

Beispielformulierung
[NAME UNTERAUFTRAGNEHMER], als [TITEL], erklärt unter Eid: Dass ich für [BESCHREIBUNG MEINER LEISTUNGEN] beauftragt wurde; dass alle Arbeiten ordnungsgemäß durchgeführt wurden; dass mir für diese Leistungen die Summe von [BETRAG] EUR zusteht und noch nicht vollständig bezahlt wurde.

Häufiger Fehler: Fehlen von Unterauftragnehmer-Erklärungen oder mangelnde notarielle Beglaubigung einzelner Unterschriften.

Unterschrift und Beurkundung

In einfacher Sprache: Vor- und Zuname, Titel, Unterschrift und Datum des Auftragnehmers sowie erforderlichenfalls notarielle Beglaubigung.

Beispielformulierung
[VORNAME NACHNAME], [TITEL/POSITION], Auftragnehmer [NAME DES UNTERNEHMENS]. Unterschrift: _______________. Datum: [DATUM]. Beglaubigt durch Notar: [NOTIZKAMMER], am [DATUM].

Häufiger Fehler: Fehlende Datumsangabe, unleserliche Unterschrift oder Beglaubigung durch nicht bevollmächtigte Personen.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Projektinformationen eintragen

    Füllen Sie alle Felder der Projektidentifikation aus: Projekttitel, Adresse, Eigentümer, Architekt und Baubehörden-Nummern. Diese Angaben müssen korrekt und eindeutig sein.

    💡 Kopieren Sie diese Informationen direkt aus dem ursprünglichen Bauleistungsvertrag oder aus der Baugenehmigung, um Fehler zu vermeiden.

  2. 2

    Auftragnehmer und Unterauftragnehmer identifizieren

    Tragen Sie Ihren Namen, Titel und den Namen Ihres Unternehmens ein. Listen Sie alle Unterauftragnehmer mit ihren Namen, Tätigkeitsbereichen auf.

    💡 Wenn Sie als Unterauftragnehmer agieren, geben Sie hier auch den Namen des Hauptauftragnehmers an, falls zutreffend.

  3. 3

    Aufragswert und Auftragsänderungen dokumentieren

    Tragen Sie den ursprünglichen Auftragsumfang ein und listen Sie alle genehmigten Auftragsänderungen mit Nummern und Beträgen auf.

    💡 Bewahren Sie alle schriftlichen Genehmigungen für Auftragsänderungen auf; mündliche Absprachen zählen rechtlich nicht.

  4. 4

    Arbeitsstand und Materialien berechnen

    Berechnen Sie den Prozentsatz der abgeschlossenen Arbeiten und listen Sie alle gelagerten Materialien auf. Berechnen Sie den Gesamtwert beider Positionen.

    💡 Seien Sie konservativ und korrekt in der Bewertung; Überbewertung kann zu Zahlungsrückforderungen oder Vertragsstrafe führen.

  5. 5

    Einbehalte und bisherige Zahlungen eintragen

    Dokumentieren Sie alle einbehaltenen Beträge (Gewährleistungssicherung, sonstige Einbehalte) und alle bisherigen Zahlungen vom Auftraggeber.

    💡 Führen Sie eine laufende Tabelle aller Zahlungsanträge und Zahlungseingänge, um Fehler zu vermeiden.

  6. 6

    Nettobetrag berechnen

    Errechnen Sie den fälligen Betrag: (Arbeiten + Materialien) − (Einbehalte) − (Bisherige Zahlungen) = Nettobetrag fällig.

    💡 Verwenden Sie einen Taschenrechner oder Excel-Funktion zur Vermeidung von Rechentechnikfehlern.

  7. 7

    Eidesstattliche Erklärung unterzeichnen

    Lesen Sie die Erklärung sorgfältig durch. Unterschreiben Sie vor einer notariellen Beglaubigung oder direkt, je nach Vertragsanforderung.

    💡 In vielen Jurisdiktionen ist notarielle Beglaubigung erforderlich; prüfen Sie Ihren Vertrag und die lokalen Gesetze.

  8. 8

    Unterauftragnehmer-Erklärungen einholen und beilegen

    Falls zutreffend, lassen Sie alle Unterauftragnehmer ihre eigene eidesstattliche Erklärung ausfüllen und unterzeichnen.

    💡 Bewahren Sie kopierte unterschriebene Erklärungen bei Ihren Unterlagen auf; senden Sie Originale dem Eigentümer.

Häufig gestellte Fragen

Ist notarielle Beglaubigung erforderlich?

Das hängt von den Anforderungen des Bauleistungsvertrags und der lokalen Gesetze ab. In vielen Bundesländern Deutschlands, insbesondere bei größeren Bauprojekten, ist notarielle Beglaubigung der eidesstattlichen Erklärung erforderlich. Prüfen Sie Ihren Vertrag und konsultieren Sie einen Anwalt oder Notar, bevor Sie den Antrag einreichen. Fehler hier können zu Zahlungsverzögerungen führen.

Kann ich einen Zahlungsantrag für Material einreichen, das noch nicht verbaut wurde?

Ja, viele Verträge gestatten die Abrechnung von gelagerten Materialien, sofern diese für das Projekt bestimmt und angemessen gelagert sind. Sie müssen dies jedoch klar dokumentieren und nachweisen können (mit Fotos, Lagerbestand, Lieferscheinen). Der Auftraggeber wird diese Materialien möglicherweise überprüfen wollen, bevor er zahlt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Zahlungsantrag und einer Rechnung?

Ein Zahlungsantrag ist ein Zwischen-Abrechnungsdokument während eines laufenden Projekts; eine Rechnung wird typischerweise nach Projektabschluss ausgestellt. Der Zahlungsantrag enthält normalerweise die eidesstattliche Erklärung und bezieht sich auf den Stand der Arbeiten zu einem bestimmten Datum. Eine Abschlussrechnung wird erst nach vollständiger Projektfertigstellung und Freigabe aller Einbehalte ausgestellt.

Wer muss den Zahlungsantrag unterzeichnen?

Der Geschäftsführer, Vorstand oder eine bevollmächtigte Person des Auftragnehmerunternehmens muss den Antrag unterzeichnen. Bei Einzelunternehmen unterzeichnet der Unternehmer selbst. Die unterzeichnende Person muss in der Lage sein, die Erklärung eidlich abzugeben (also bevollmächtigt und geschäftsfähig).

Was bedeutet ‚Sicherungseinbehalt'?

Der Sicherungseinbehalt (oder Gewährleistungssicherung) ist ein Betrag, den der Auftraggeber vom Zahlungsantrag einbehält, um sicherzustellen, dass der Auftragnehmer Mängel behebt und Gewährleistungspflichten erfüllt. Dieser Betrag wird typischerweise 3 bis 5% des Auftragswertes oder gemäß Vertrag einbehalten und nach einer Gewährleistungsfrist (oft 2 Jahre) an den Auftragnehmer freigegeben. Dies ist ein normales Verfahren und ist nicht zu beanstanden.

Kann ich den Zahlungsantrag sofort nach Projektabschluss einreichen?

Ja, sofern alle Arbeiten abgeschlossen und alle Unterauftragnehmer bezahlt wurden. Sie müssen jedoch alle Dokumentation bereit haben. Der Auftraggeber wird möglicherweise eine Abnahmefrist von wenigen Tagen einhalten wollen, um die Arbeiten zu inspizieren, bevor er zahlt. Dies ist normal und sollte im Vertrag dokumentiert sein.

Was passiert, wenn der Auftraggeber den Zahlungsantrag ablehnt?

Der Auftraggeber muss seine Gründe schriftlich mitteilen. Häufige Ablehnungsgründe sind: unvollständige Dokumentation, Qualitätsmängel in den Arbeiten oder Unstimmigkeiten bei den Berechnungen. Sie können den Antrag überarbeiten, fehlende Dokumentation nachtragen oder den Disput beilegen. In manchen Fällen müssen Mängel behoben werden, bevor der Antrag genehmigt wird. Konsultieren Sie bei ernsthaften Streitigkeiten einen Anwalt.

Muss ich Unterauftragnehmer direkt aus den Zahlungsanträgen bezahlen?

Das ist eine vertragliche Frage. In vielen Fällen begleichen Sie Unterauftragnehmer direkt mit den Mitteln, die Sie vom Auftraggeber erhalten. Die eidesstattliche Erklärung soll zum Ausdruck bringen, dass Sie Unterauftragnehmer kennen und ihre Leistungen angemessen bezahlen. Verzögerungen bei Unterauftragnehmer-Zahlungen können Ihre Glaubwürdigkeit und zukünftige Geschäftsbeziehungen gefährden.

Wie lange dauert es, bis ich nach Einreichung des Antrags bezahlt werde?

Das hängt vom Vertrag und dem Auftraggeber ab. Typischerweise werden Zahlungsanträge innerhalb von 14 bis 30 Tagen verarbeitet, nachdem der Auftraggeber sie genehmigt hat. Manche Verträge sehen kürzere oder längere Zahlungsfristen vor. Prüfen Sie Ihren Vertrag und verfolgen Sie den Status des Antrags nach, um Verzögerungen zu vermeiden.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Einfache Rechnung

Eine einfache Rechnung ist kürzer und geeignet für abgeschlossene, einmalige Leistungen. Der Zahlungsantrag mit eidesstattlicher Erklärung ist jedoch für laufende Bauprojekte erforderlich, da er Zwischenstände, Einbehalte und die rechtliche Verbindlichkeit unter Eid dokumentiert. Die eidesstattliche Erklärung bietet dem Auftraggeber zusätzliche Sicherheit.

vs Endabrechnung

Der Zahlungsantrag ist ein Zwischenantrag während der Bauphase; die Endabrechnung erfolgt nach Projektabschluss und Mängelfreigabe. Normalerweise reichen Sie mehrere Zahlungsanträge während des Projekts ein, bevor Sie eine endgültige Abschlussrechnung ausstellen. Mit Zahlungsanträgen sichern Sie sich einen kontinuierlichen Cashflow.

vs Gutschrift oder Angebot

Ein Angebot (Kostenvoranschlag) ist bindend vor Projektstart; ein Zahlungsantrag dokumentiert tatsächlich erbrachte Leistungen während des Projekts. Die Gutschrift ist ein Nachlass oder eine Verrechnung. Der Zahlungsantrag mit eidesstattlicher Erklärung ist die rechtlich sichere Form der Abrechnung für Bauleistungen.

vs Lieferschein mit Abrechnung

Ein Lieferschein dokumentiert den Warenempfang; ein Zahlungsantrag ist ein umfassendes Abrechnungsdokument mit Arbeitsfortschritt, Materiallagern, Einbehalten und eidesstattlicher Versicherung. Der Zahlungsantrag ist rechtsverbindlicher und wird für Bauprojekte nach professionellen Standards verlangt.

Branchenspezifische Hinweise

Hochbau und Straßenbau

Zahlungsanträge sind in großen Neubau- oder Renovierungsprojekten mit mehreren Phasen und Unterauftragnehmern üblich.

Elektro-, Wasser- und Heizungstechnik

Fachbetriebe reichen Zahlungsanträge für spezialisierte Arbeiten und Material zu definierten Meilensteinen ein.

Trockenbau und Innenausbau

Ausbaugewerke erhalten Zahlungen basierend auf Raumfetigstellung und verbauten Materialmengen.

Landschaftsbau und Außenanlagen

Zahlungsanträge dokumentieren Materiallieferungen und Geländevorbereitung in mehreren Phasen.

Dachdeckerei und Fassaden

Spezialbetriebe reichen Anträge für Dachdeckung und Fassadensanierung mit zeitgestaffelten Leistungsphasen ein.

Estrich, Bodenbeläge und Putzarbeiten

Diese Gewerke schließen sich aneinander an; Zahlungsanträge dokumentieren Fertigstellungsgrad und Materialeinbau.

Hinweise zur Rechtsprechung

In Deutschland ist die eidesstattliche Erklärung auf Bauprojekten weit verbreitet. Viele Bauverträge (VOB/B) schreiben notarielle Beglaubigung vor. Beachten Sie die Bestimmungen des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) und lokale Bauordnungen.

In Österreich sind ähnliche Regelungen im Bauleistungsvertrag üblich. Notarielle Beglaubigung ist oft erforderlich; konsultieren Sie einen österreichischen Anwalt für die genauen Anforderungen Ihrer Bundesregion.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenStandardisierte Bauprojekte mit klarem Vertrag und zuverlässiger Geschäftsbeziehung zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber.Kostenlos (Download der Vorlage); ggf. notarielle Beglaubigung 50–150 EUR pro Unterschrift.30–60 Minuten zum Ausfüllen; 1–2 Tage für notarielle Beglaubigung.
Vorlage + RechtsprüfungProjekte mit höheren Betragssummen, komplexen Unteraufträgen oder Streitigkeiten über bisherige Zahlungen.Vorlage kostenlos; Rechtsanwalt-Review: 200–500 EUR je Zahlungsantrag.30–60 Min. Ausfüllen; 2–5 Tage Anwalt-Review; insgesamt 1–2 Wochen.
MaßgeschneidertSehr große oder komplexe Bauprojekte mit vielen Unterauftragnehmern, bei denen eine maßgeschneiderte Abrechnung erforderlich ist.500–2000 EUR für benutzerdefinierte Formulierung und vollständige juristische Bearbeitung.1–2 Wochen für Anwalt zur Erstellung; mehrere Überarbeitungsrunden möglich.

Glossar

Auftragnehmer
Das Unternehmen oder die Person, die den Bauleistungsvertrag mit dem Eigentümer abgeschlossen hat und für die Ausführung der Arbeiten verantwortlich ist.
Unterauftragnehmer
Ein vom Auftragnehmer beauftragtes Unternehmen, das Teilleistungen des Bauprojekts ausführt, bleibt aber vertraglich dem Auftragnehmer unterstellt.
Zahlungsantrag
Ein formeller Antrag des Auftragnehmers an den Auftraggeber oder Eigentümer auf Zahlung für geleistete Arbeiten und verbrauchte Materialien.
Eidesstattliche Erklärung
Eine rechtlich bindende Versicherung unter Eid, dass die Angaben im Zahlungsantrag vollständig und wahr sind.
Abgeschlossene Arbeiten
Bauleistungen, die vertragsgemäß durchgeführt und übergeben wurden.
Sicherungseinbehalt
Ein vom Auftraggeber einbehaltener Betrag zur Sicherung der ordnungsgemäßen Erfüllung und zur Gewährleistung.
Auftragsänderung
Eine schriftliche Vereinbarung zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber, die Umfang oder Kosten der ursprünglichen Leistung modifiziert.
Nettobetrag
Der nach Abzug aller Einbehalte, bereits geleisteten Zahlungen und Gutschriften fällige Gesamtbetrag.
Materialien (gelagert)
Baustoffe oder Komponenten, die für das Projekt beschafft, aber noch nicht vollständig eingebaut oder verarbeitet wurden.
Gutschriften
Beträge, die dem Auftragnehmer angerechnet werden, z. B. für Rückgaben, Schadensersatz oder Kompensationen.
Fälliger Betrag
Der sofort zahlbare Geldbetrag nach allen vertraglich zulässigen Abzügen und Kreditierungen.

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