Vorvertrag zur Unternehmensgründung

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FreiVorvertrag zur Unternehmensgründung

Auf einen Blick

Was es ist
Ein Vorvertrag zur Unternehmensgründung ist eine verbindliche Vereinbarung zwischen zukünftigen Gesellschaftern, die die Gründung einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG) oder Personengesellschaft vorbereitet. Dieses Dokument liegt dem späteren Gesellschaftervertrag zugrunde und wird als kostenloser Word-Download bereitgestellt, den Sie online bearbeiten und als PDF exportieren können.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen diesen Vorvertrag, wenn mehrere Personen oder Unternehmen ein neues Geschäft gründen möchten und sich vorher auf die grundlegenden Bedingungen einigen müssen. Er regelt die Übernahme von Anteilen, die Einbringung von Vermögenswerten und den Nettowert des Unternehmens.
Was enthalten ist
Der Vorvertrag enthält eine Präambel, in der die Teilhaber benannt werden, eine Beschreibung des Geschäfts sowie die Vertragsbedingungen, die den Umfang der Vermögenseinbringung, die Bewertung des Unternehmens und die Übernahme von Aktien oder Anteilen regeln.

Was ist ein Vorvertrag zur Unternehmensgründung?

Ein Vorvertrag zur Unternehmensgründung ist eine verbindliche Vereinbarung zwischen zwei oder mehr zukünftigen Gesellschaftern, die die Bedingungen ihrer geplanten Unternehmensgründung festlegt. Dieses Dokument regelt, wer das neue Unternehmen gründet, welche Vermögensbestandteile (Maschinen, Betriebsmittel, Kundendateien, Bargeld) jeder Gründer einbringt, wie diese bewertet werden und welche Anteile jeder Gesellschafter am neuen Unternehmen erhält. Der Vorvertrag liegt zeitlich vor der formalen Gründung und wird als kostenloser Word-Download bereitgestellt, den Sie online bearbeiten, ausfüllen und als PDF exportieren können. Die Vorlage enthält alle notwendigen Klauseln für GmbH, AG oder Personengesellschaften.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Ein Vorvertrag schützt alle beteiligten Gründer, indem er klare, schriftliche Absprachen dokumentiert, noch bevor das Unternehmen offiziell gegründet wird. Ohne einen Vorvertrag entstehen später häufig Konflikte über Anteilsquoten, Vermögensübergaben oder versteckte Schulden — Konflikte, die die Gründung verzögern oder sogar scheitern lassen. Ein gut strukturierter Vorvertrag klärt auch Fragen zu Sacheinlagen, deren Bewertung und zur Übernahme von Schulden des Vorgängerunternehmens. Dies verhindert, dass das Finanzamt später Bewertungen anfechtet oder Gründer überraschend für unbekannte Schulden haften müssen. Ein unterzeichneter Vorvertrag bildet zudem die solide Grundlage für den späteren Gesellschaftervertrag und die notarielle Beurkundung bei der Eintragung ins Handelsregister.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Gründung mit einem weiteren Gesellschafter als GesamtpartnerschaftVorvertrag für zwei Gesellschafter
Mehrere Partner gründen gemeinsam — wie in dieser VorlageVorvertrag für drei oder mehr Gesellschafter
Partner bringen primär Geldmittel in die Gründung einVorvertrag mit Kapitaleinlage (Bargeld)
Bestehendes Geschäft oder Betriebsmittel werden übernommenVorvertrag mit Sacheinlage (Vermögensübernahme)
Ein Partner investiert, ist aber nicht operative LeitungVorvertrag mit stillem Teilhaber
Zwei bestehende Unternehmen fusionieren unter neuem NamenVorvertrag für Unternehmensfusion

Häufige Fehler vermeiden

❌ Unvollständige oder ungenaue Identifikation der Gesellschafter

Warum es wichtig ist: Der Vorvertrag wird später vom Gericht oder Notar überprüft — falsche Namen oder Adressen machen ihn ungültig oder verzögern die Gründung.

Fix: Verwenden Sie die exakten Daten aus dem Personalausweis oder Handelsregisterauszug und lesen Sie alles nochmal gegen.

❌ Zu vage oder fehlende Beschreibung der Sacheinlagen

Warum es wichtig ist: Später Streit zwischen Gesellschaftern über den Umfang der Vermögensübergabe — Finanzamt hinterfragt Bewertungen.

Fix: Listen Sie jeden Vermögensgegenstand einzeln auf, mit Beschreibung, Zustand und geschätztem Wert.

❌ Unrealistische oder nicht begründete Nettowertbewertung

Warum es wichtig ist: Finanzamt kann Bewertung anfechten und Nachzahlungen verlangen — Gesellschafter geraten in Konflikt über echte Anteilsquoten.

Fix: Beauftragen Sie einen Sachverständigen oder Steuerberater für nachvollziehbare, dokumentierte Bewertung.

❌ Fehlende Reglung von Schulden und Verbindlichkeiten

Warum es wichtig ist: Neue Gesellschafter haften überraschend für versteckte Schulden des alten Geschäfts — finanzielle Schäden können erheblich sein.

Fix: Fordern Sie ein Schuldenmuster an und listen Sie explizit auf, welche Schulden übernommen und welche nicht übernommen werden.

❌ Keine notarielle Beglaubigung vor Unterzeichnung

Warum es wichtig ist: Unterschriften können später angefochten oder bezweifelt werden — Gründungsprozess verzögert sich oder scheitert.

Fix: Lassen Sie einen Notar den Vorvertrag begleiten und alle Unterschriften notariell beglaubigen.

❌ Unterschrift nur durch eine Partei oder ohne alle Gesellschafter

Warum es wichtig ist: Nicht unterzeichneter Vorvertrag ist nicht bindend — Basis für späteren Gesellschaftervertrag fehlt.

Fix: Bevor ein Original versandt wird, bestätigen Sie, dass alle Gesellschafter eine Kopie erhalten und alle Unterschriften vorliegen.

Die 8 wichtigsten Klauseln, erklärt

Präambel und Beteiligte

In einfacher Sprache: Identifiziert alle zukünftigen Gesellschafter und ihre Rechtsform (natürliche Person oder Unternehmen).

Beispielformulierung
Dieser Vertrag ist wirksam zum [DATUM], ZWISCHEN: [NAME DES ERSTEN TEILHABERS] (der 'erste Teilhaber'), eine natürliche Person oder ein Unternehmen gegründet nach Gesetzen von [BUNDESLAND], mit Hauptniederlassung in [ADRESSE].

Häufiger Fehler: Unvollständige oder ungenaue Angabe der Adresse oder Gründungsgerichtsbarkeit eines Gesellschafters führt später zu Ungültigkeitszweifeln.

Geschäftsbeschreibung

In einfacher Sprache: Beschreibt, welches Geschäft gegründet wird oder welches bestehende Geschäft zusammengeführt wird.

Beispielformulierung
Der erste Teilhaber betreibt gegenwärtig ein Geschäft [BESCHREIBEN] in [BUNDESLAND], bekannt als [GESCHÄFTSNAME], und die Parteien wünschen, dieses Geschäft zusammenzuführen.

Häufiger Fehler: Zu vage oder unspezifische Geschäftsbeschreibung kann später zu Unklarheiten über den Umfang des Unternehmens führen.

Vermögensbestandteile und Sacheinlagen

In einfacher Sprache: Listet auf, welche Vermögensgegenstände (Maschinen, Betriebsmittel, Grundstücke) in die neue Körperschaft eingebracht werden.

Beispielformulierung
Die Körperschaft übernimmt von den Teilhabern folgende Vermögensbestandteile: [BESCHREIBEN — z. B. Betriebsgebäude, Lagerkennzeichensystem, Kundenkartei, Geschäftsbücher].

Häufiger Fehler: Fehlende oder unvollständige Aufzählung der Sacheinlagen führt später zu Streit über den Umfang der Anteilsquote.

Nettowertbewertung

In einfacher Sprache: Legt fest, mit welchem Gesamtwert die Vermögenseinbringung in die neue Körperschaft übernommen wird.

Beispielformulierung
Die Körperschaft übernimmt die oben aufgeführten Vermögensbestandteile zu einem Nettowert von [WERT].

Häufiger Fehler: Willkürliche oder nicht begründete Bewertung kann zu späteren Steuerproblemen und Gesellschafter-Konflikten führen.

Anteilsquote der Gesellschafter

In einfacher Sprache: Regelt, wie sich der Nettowert auf die Gesellschafter verteilt und welcher Anteil jedem Gesellschafter gehört.

Beispielformulierung
Der erste Teilhaber erhält [X] % der Anteile, der zweite Teilhaber [Y] %, der dritte Teilhaber [Z] % entsprechend ihrer Kapitaleinlage.

Häufiger Fehler: Ungleiche oder nicht dokumentierte Anteilsvergabe führt zu Unklarheiten bei späteren Gewinnausschüttungen und Stimmrechten.

Übernahme von Geschäftsbüchern

In einfacher Sprache: Bestätigt, dass die neue Körperschaft alle Geschäftsbücher, Aufzeichnungen und Dokumentation übernimmt.

Beispielformulierung
Die Körperschaft übernimmt alle Geschäftsbücher, Kontoauszüge, Verträge und Kundendatensätze des bisherigen Geschäfts.

Häufiger Fehler: Ungeregelte Übergabe von Geschäftsbüchern führt zu Buchhaltungschaos und Compliance-Problemen.

Schulden und Verbindlichkeiten

In einfacher Sprache: Klärt, welche bestehenden Schulden von der neuen Körperschaft übernommen werden und welche nicht.

Beispielformulierung
Die Körperschaft übernimmt folgende Schulden des bisherigen Geschäfts: [AUFZÄHLUNG] und wird die Gläubiger zu benachrichtigen.

Häufiger Fehler: Unklar formulierte Haftung für versteckte Schulden führt zu unerwartetem Risiko für die neuen Gesellschafter.

Unterschriften und Geltungsdatum

In einfacher Sprache: Bestätigt die Unterzeichnung durch alle Parteien und legt das Datum fest, ab dem der Vorvertrag gültig ist.

Beispielformulierung
IN WITNESS WHEREOF die Parteien diesen Vertrag zum [DATUM] unterzeichnet haben. Unterschrift erste Teilhaber: ______, Unterschrift zweite Teilhaber: ______, Unterschrift dritte Teilhaber: ______.

Häufiger Fehler: Fehlende Unterschriften oder ungenaues Datum machen den Vorvertrag rechtlich unwirksam.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Alle Gesellschafter identifizieren und vollständige Adressen eintragen

    Nennen Sie jeden Gesellschafter mit vollständigem Namen, Geburtsdatum (falls natürliche Person) oder Firmennummer (falls Unternehmen). Geben Sie die Hauptwohnsitzadresse oder Geschäftsadresse sowie das Bundesland oder Land an, in dem jeder Gesellschafter ansässig ist.

    💡 Kopieren Sie die Daten direkt aus dem Personalausweis oder Handelsregisterauszug, um Fehler zu vermeiden.

  2. 2

    Geschäftsbeschreibung und Geschäftsgegenstand definieren

    Beschreiben Sie detailliert, welche Art von Geschäft gegründet wird oder welches bestehende Geschäft zusammengeführt wird. Nennen Sie Branche, Tätigkeitsfeld und aktuelle Standorte.

    💡 Seien Sie spezifisch — 'Einzelhandel mit Elektronik' statt nur 'Handel'. Dies hilft später bei der Gewerbeanmeldung.

  3. 3

    Vermögensbestandteile und Sacheinlagen aufzählen

    Listen Sie auf, was jeder Gesellschafter in die neue Körperschaft einbringt: Betriebsgebäude, Maschinen, Fahrzeuge, Kundendatensätze, Markenrechte, Cash, etc. Beschreiben Sie jeden Gegenstand genau.

    💡 Attachieren Sie später eine separate Liste (Anlage) mit Beschreibungen und Fotos der Sacheinlagen.

  4. 4

    Nettowert der Vermögenseinbringung bestimmen

    Kalkulieren Sie den Gesamtwert aller Vermögensbestandteile abzüglich bestehender Schulden. Falls nötig, beauftragen Sie einen Gutachter oder Steuerberater für offizielle Bewertung.

    💡 Die Finanzamt kann unrealistische Bewertungen anfechten — verwenden Sie nachweisbare Marktwerte oder Gutachten.

  5. 5

    Anteilsquoten festlegen und dokumentieren

    Entscheiden Sie, welcher Prozentsatz des Unternehmens jedem Gesellschafter gehört, basierend auf dessen Kapitaleinlage. Dokumentieren Sie diese Quoten in Prozent oder als Anteile.

    💡 Ungleiche Anteile sind zulässig, müssen aber aktiv beschlossen und unterzeichnet werden.

  6. 6

    Schulden und Verbindlichkeiten regeln

    Auflisten, welche bestehenden Schulden des früheren Geschäfts von der neuen Körperschaft übernommen werden. Klären Sie, wer für nicht übernommene Schulden haftet.

    💡 Arbeit mit dem Steuerberater oder Sachverständigen: versteckte Schulden können später zu Haftungsüberraschungen führen.

  7. 7

    Alle Parteien unterschreiben vor Zeugen oder Notar

    Alle Gesellschafter müssen das Dokument unterschreiben. Für GmbH und AG wird eine notarielle Beglaubigung oder Betreuung empfohlen, um Gültigkeit zu sichern.

    💡 Ein Notar validiert die Unterschriften und bestätigt die Identität — das erspart später rechtliche Anfechtungen.

  8. 8

    Kopien an alle Beteiligten verteilen

    Stellen Sie sicher, dass jeder Gesellschafter ein unterzeichnetes Original erhält. Bewahren Sie eine Kopie bei den Gründungsdokumenten auf.

    💡 Speichern Sie eine Kopie auch digital und verschlüsselt — Vorverträge sind später wichtige Beweisstücke.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Vorvertrag und dem Gesellschaftervertrag?

Der Vorvertrag zur Unternehmensgründung ist eine bindende Absprache vor der formalen Gründung — er legt fest, wer mit wem gründet, welche Vermögensbestandteile eingebracht werden und wie die Anteile verteilt sind. Der Gesellschaftervertrag ist das rechtliche Gründungsdokument, das die Rechte und Pflichten der Gesellschafter dauerhaft regelt und beispielsweise bei der GmbH ins Handelsregister eingetragen wird. Der Vorvertrag ist der "Plan", der Gesellschaftervertrag die "rechtsverbindliche Tat".

Muss der Vorvertrag notariell beglaubigt werden?

Eine notarielle Beglaubigung ist nicht streng erforderlich, wird aber dringend empfohlen — besonders bei GmbH oder AG. Der Notar prüft die Identitäten der Parteien, beglaubigt Unterschriften und erstellt eine ausführliche Urkunde. Dies verhindert später juristische Anfechtungen und beschleunigt die Gründung. Ohne notarielle Beglaubigung können Unterschriften später bezweifelt werden.

Wer muss den Vorvertrag unterzeichnen?

Alle Gesellschafter müssen unterzeichnen. Falls ein Gesellschafter ein Unternehmen ist, muss eine gesetzlich bevollmächtigte Person (z. B. Geschäftsführer, Vorstand, Gesellschafter) unterzeichnen, typischerweise mit "gez." oder Vollmacht-Notiz.

Was passiert, wenn ein Gesellschafter nach Unterzeichnung des Vorvertrags aussteigen möchte?

Ein unterzeichneter Vorvertrag ist rechtlich bindend. Ein aussteigender Gesellschafter kann nur mit schriftlicher Zustimmung der anderen Gesellschafter oder mit rechtlichem Grund (z. B. Betrug, Nichterfüllung wesentlicher Bedingungen) austreten. Der Austritt ist üblicherweise mit Schadensersatzrisiken verbunden — ein Anwalt sollte einbezogen werden.

Kann der Vorvertrag später geändert werden?

Ja, aber nur mit schriftlicher Zustimmung aller Gesellschafter. Änderungen sollten im selben Dokument als Nachtrag (Zusatzvereinbarung) erfolgen oder als vollständig neu unterschriebene Version. Mündliche Änderungen sind nicht wirksam.

Muss ich einen Steuerberater oder Anwalt hinzuziehen?

Ja, dringend empfohlen. Ein Steuerberater prüft die Bewertung der Sacheinlagen und Auswirkungen auf die Besteuerung. Ein Anwalt stellt sicher, dass Schulden korrekt geregelt sind und alle Rechte geschützt sind. Die Kosten (typisch 300–800 EUR für beide) sind minimal im Vergleich zu späteren rechtlichen Problemen.

Was passiert mit Schulden des alten Geschäfts, die nicht im Vorvertrag erwähnt sind?

Dies ist rechtlich umstritten und regional unterschiedlich. Falls Schulden nicht explizit übernommen werden, können Gläubiger die neuen Gesellschafter dennoch haftbar machen — besonders falls die neue Körperschaft die Betriebsmittel und Kundenstamm des alten Geschäfts weiternutzt. Ein Anwalt sollte alle bekannten und möglicherweise unbekannten Schulden aufdecken und reglementieren.

Ist der Vorvertrag auch für Einzelunternehmer notwendig?

Nein — ein Einzelunternehmer (eine Person) benötigt keinen Vorvertrag, da es keine Gesellschafter gibt. Der Vorvertrag ist nur für Gründungen mit zwei oder mehr Beteiligten relevant.

Wie lange ist ein unterzeichneter Vorvertrag gültig?

Ein Vorvertrag ist typischerweise bis zur formalen Gründung (Eintrag ins Handelsregister) gültig. Falls die Gründung sich verzögert, empfiehlt es sich, im Vorvertrag eine Frist zu setzen (z. B. "Gründung muss bis zum [DATUM] erfolgen"). Nach Gründung wird der Vorvertrag durch den Gesellschaftervertrag ersetzt.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Gesellschaftervertrag

Der Vorvertrag ist die zeitlich vorgelagerte Vereinbarung zwischen zukünftigen Gesellschaftern über die Grundbedingungen der Gründung. Der Gesellschaftervertrag ist das rechtliche Gründungsdokument, das notariell beglaubigt und ins Handelsregister eingetragen wird. Der Vorvertrag ebnet den Weg; der Gesellschaftervertrag besiegelt ihn. Nutzen Sie den Vorvertrag, um Unstimmigkeiten vor der Gründung zu klären.

vs Kooperationsvereinbarung oder Partnerschaftsvertrag

Eine Kooperationsvereinbarung regelt die Zusammenarbeit zwischen unabhängigen Unternehmen oder Personen ohne Gründung einer neuen rechtlichen Entität. Ein Vorvertrag zur Unternehmensgründung dagegen zielt darauf ab, ein neues Unternehmen zu schaffen und Vermögenswerte in dieses zu überführen. Nutzen Sie den Vorvertrag nur, wenn tatsächlich eine neue GmbH, AG oder Personengesellschaft entstehen soll.

vs Absichtserklärung oder Letter of Intent (LoI)

Eine Absichtserklärung ist typischerweise unverbindlich und drückt nur das grundsätzliche Interesse aus. Ein Vorvertrag ist hingegen rechtlich bindend und konkretisiert die Bedingungen der Gründung. Verwenden Sie den Vorvertrag, wenn die Bedingungen festgelegt sind und beide Seiten zur Gründung verpflichtet werden sollen.

vs Beteiligungsvereinbarung für Investoren

Eine Beteiligungsvereinbarung regelt die Investition von externen Kapitalgebern in ein bereits gegründetes oder zu gründendes Unternehmen — enthält typischerweise Aktienverkauf, Gewinnrechte, Sitze im Aufsichtsrat. Der Vorvertrag regelt die Gründung zwischen Gründern selbst, vor oder parallel zu Investitionen. Nutzen Sie den Vorvertrag zuerst zwischen Gründern, dann später Beteiligungsvereinbarungen mit Investoren.

Branchenspezifische Hinweise

Mittelstand und kleine Unternehmen

Vorvertrag ist zentral für die Gründung von GmbH, AG oder OHG — regelt klare Anteilsverhältnisse und schützt alle Gründer.

Familienbetriebe und Erbfolge

Ermöglicht strukturierte Beteiligung von Familienangehörigen an bestehenden Unternehmen und regelt Übergangsbedingungen.

Startups und Venture-Gründungen

Legt Basis für mehrere Gründer fest, bevor Investoren oder Kapitalrunden hinzukommen.

Handwerk und Gewerbe

Zentral für Gründung von Handwerkspartnerschaften — regelt Sacheinlagen wie Werkstatt, Maschinen, Lizenzen.

Fusionen und Unternehmensübernahmen

Nutzt vorvertragliche Struktur, um Bedingungen einer Verschmelzung zweier bestehender Unternehmen festzuhalten.

Freiberufliche Zusammenschlüsse

Regelt Gründung von Bürogemeinschaften oder Partnerschaften zwischen Ärzten, Rechtsanwälten, Beratern.

Hinweise zur Rechtsprechung

Der Vorvertrag unterliegt deutschem GmbH-, AG- und HGB-Recht. Die Bewertung von Sacheinlagen wird vom Finanzamt (BewG, EStG) überprüft. Notarielle Beglaubigung ist für GmbH und AG empfohlen, für Personengesellschaften teilweise ausreichend schriftlich.

Österreich regelt Gründungen durch das Unternehmensgesetzbuch (UGB) und GmbH-Gesetz. Die notarielle Beurkundung ist strikter vorgeschrieben. Sacheinlagen werden nach österreichischen Bewertungsstandards geprüft.

In der Schweiz unterliegen Vorverträge dem Obligationenrecht (OR). Notarielle Beglaubigung ist für GmbH nicht verpflichtend, aber empfohlen. Sacheinlagen werden nach schweizer Handelsrecht bewertet.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenEinfache Gründung mit 2–3 Gesellschaftern, klare Vermögensverteilung, keine versteckten Schulden.39,99 EUR (Vorlage) + ggf. 50–100 EUR für Notar (Unterschriftsbeglaubigung).2–4 Stunden zum Ausfüllen und Unterschreiben.
Vorlage + RechtsprüfungGründung mit moderaten Komplexitäten, z. B. Sacheinlagen, ungleiche Anteilsverhältnisse, einige Schulden des Vorgängers.39,99 EUR (Vorlage) + 300–500 EUR für Steuerberater (Bewertung) + 150–300 EUR für notarielle Beglaubigung.1–2 Wochen für Überprüfung durch Fachleute, dann Unterschrift.
MaßgeschneidertKomplexe Gründung mit vielen Schulden, umstrittene Anteilsquoten, mehrere Unternehmen als Gesellschafter, Fusionssituationen oder regulierte Branchen.800–2.000 EUR für Anwaltsentwurf + 300–800 EUR Steuerberater + Notargebühren.2–4 Wochen für Entwurf, Verhandlung, finale Unterzeichnung.

Glossar

Vorvertrag
Bindende Vorabvereinbarung zwischen zukünftigen Gesellschaftern über die Bedingungen der geplanten Unternehmensgründung.
Gesellschafter
Person oder Unternehmen, das Anteile oder Aktien an einer Kapitalgesellschaft oder Personengesellschaft hält.
Körperschaft
Juridische Person wie GmbH, AG oder OHG, die als eigenständiges Rechtswesen gegründet wird.
Kapitalgesellschaft
Unternehmensform (GmbH, AG), bei der das Gesellschaftskapital in Anteile oder Aktien aufgeteilt ist.
Sacheinlage
Einbringung von Vermögensgegenständen (Maschinen, Grundstücke, Betriebsmittel) statt Bargeld in das Unternehmen.
Nettowert
Gesamtwert der Vermögenseinbringung abzüglich bestehender Schulden und Verbindlichkeiten.
Anteilsquote
Prozentual festgelegter Anteil eines Gesellschafters am Unternehmen.
Aktie
Wertpapier, das eine Beteiligung an einer Aktiengesellschaft (AG) verbrieft.
Gesellschaftervertrag
Rechtliches Gründungsdokument, das die Rechte und Pflichten aller Gesellschafter dauerhaft regelt.
GmbH
Gesellschaft mit beschränkter Haftung — Kapitalgesellschaft mit beschränkter Haftung der Gesellschafter.
AG
Aktiengesellschaft — Kapitalgesellschaft mit Aktien und Aktionären.
OHG
Offene Handelsgesellschaft — Personengesellschaft ohne Kapitaleinlagen, mit persönlicher Haftung.

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