Protokoll der ersten Vorstandssitzung

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FreiProtokoll der ersten Vorstandssitzung

Auf einen Blick

Was es ist
Das Protokoll der ersten Vorstandssitzung dokumentiert die Gründungshandlungen einer neu gegründeten Körperschaft (z. B. GmbH, AG). Es enthält einen Verzicht auf formelle Mitteilung, die Wahl der Vorstandsmitglieder in ihre Ämter, die Genehmigung von Aktienurkunden und des Unternehmenssiegels sowie Bankkontoermächtigungen. Sie erhalten eine kostenlose Word-Vorlage zum Download, die Sie online bearbeiten und als PDF exportieren können.
Wann Sie es brauchen
Sie brauchen dieses Dokument unmittelbar nach der Gründung Ihres Unternehmens, wenn Sie die erste Vorstandssitzung durchführen. Es ist erforderlich, um die ordnungsgemäße Errichtung Ihrer Körperschaft zu dokumentieren, Amtsträger zu bestimmen und grundlegende Geschäftsautoritäten (wie Bankkonten und Unternehmenssiegel) zu genehmigen.
Was enthalten ist
Das Protokoll besteht aus zwei Hauptteilen: einem Verzicht auf Mitteilung, unterzeichnet von allen Gründern, und einem detaillierten Sitzungsprotokoll. Letzteres dokumentiert die Anwesenheit, die Wahl des Vorsitzenden und weiterer Vorstandsmitglieder, die Genehmigung von Aktienurkunden und Unternehmenssiegel, sowie Beschlüsse zur Eröffnung von Bankkonten.

Was ist eine Vorlage „Protokoll der ersten Vorstandssitzung"?

Das Protokoll der ersten Vorstandssitzung ist ein offizielles Dokument, das die Gründungshandlungen einer neu gegründeten Körperschaft (z. B. GmbH, AG) dokumentiert. Es enthält zwei Teile: einen Verzicht auf Mitteilung, den alle Gründer unterzeichnen, um die formelle Ankündigungsfrist zu sparen, sowie ein detailliertes Sitzungsprotokoll, das die Wahl von Funktionsträgern, die Genehmigung von Aktienurkunden und Unternehmenssiegel, sowie Bankkontobeschlüsse festhält. Sie erhalten diese Vorlage als kostenlosen Word-Download, den Sie online bearbeiten und als PDF exportieren können. Das Dokument ist maßgeblich für die ordnungsgemäße Errichtung Ihres Unternehmens und wird häufig von Banken, Behörden und Investoren angefordert.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Ohne ein ordnungsgemäß dokumentiertes Gründungsprotokoll riskieren Sie, dass Ihre Gründung angefochten wird, Bankkonten nicht eröffnet werden können oder Geschäfte Sie persönlich haftbar machen. Das Protokoll schafft rechtliche Klarheit über die Verteilung von Aufgaben und Autoritäten im Unternehmen, schützt Sie vor Unstimmigkeiten über die Wahl von Vorstandsmitgliedern und dokumentiert, dass alle Gründer die Gründungsschritte genehmigt haben. Darüber hinaus verlangen Banken das Gründungsprotokoll oft als Bedingung für die Kontoöffnung, und bei späteren Finanzierungen oder Unternehmenskäufen wird es regelmäßig angefordert. Ein gut dokumentiertes Protokoll signalisiert Professionalität und rechtliche Solidität, was das Vertrauen von Geschäftspartnern und Investoren stärkt.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Für die erste Geschäftsführersitzung einer Gesellschaft mit beschränkter HaftungGmbH-Protokoll
Für die erste Vorstandssitzung einer Aktiengesellschaft mit AufsichtsratAG-Protokoll
Für Gründungssitzungen von Genossenschaften mit besonderem Fokus auf MitgliederrechteeG-Protokoll
Wenn formelle Sitzungsladungen mit 14-tägiger Frist vorliegenProtokoll ohne Verzicht auf Mitteilung
Für Ein-Person-Gesellschaften oder stark vereinfachte GründungsprozesseVereinfachtes Gründungsprotokoll
Wenn Gründer Kapital einzahlen und dies dokumentiert werden sollProtokoll mit Kapitaleinzahlungen

Häufige Fehler vermeiden

❌ Verzicht auf Mitteilung wird von nicht allen Gründern unterzeichnet

Warum es wichtig ist: Fehlende Unterschriften führen dazu, dass die Sitzung anfechtbar ist und später angefochten werden kann, was zu rechtlicher Unsicherheit führt.

Fix: Stellen Sie sicher, dass alle Gründer oder Gesellschafter den Verzicht unterzeichnen, bevor Sie die Sitzung durchführen.

❌ Sitzungsdatum oder -ort wird vage oder nicht konkret festgelegt

Warum es wichtig ist: Ungenaue Angaben ermöglichen später Einsprüche gegen die Gültigkeit der Sitzung und der gefassten Beschlüsse.

Fix: Tragen Sie exakte Daten, Uhrzeiten und Orte ein; verwenden Sie für Daten Ordinalzahlen (z. B. '15. März 2025').

❌ Nicht alle anwesenden Vorstandsmitglieder werden namentlich aufgelistet

Warum es wichtig ist: Ohne vollständige Namensliste ist später unklar, ob die Sitzung beschlussfähig war und ob bestimmte Personen tatsächlich abstimmten.

Fix: Dokumentieren Sie alle anwesenden, abwesenden und vertreten Personen mit vollständigen Namen.

❌ Wahl von Vorstandsmitgliedern wird nicht mit Abstimmungsergebnis dokumentiert

Warum es wichtig ist: Ohne Dokumentation der Wahl und des Abstimmungsergebnisses ist später umstritten, wer tatsächlich zum Vorsitzenden oder anderen Funktionären gewählt wurde.

Fix: Neben jedem Namen vermerken Sie 'gewählt' und dokumentieren Sie, ob einstimmig oder mit wie viel Stimmen Mehrheit.

❌ Aktienurkunden und Siegel werden nicht als Anlagen beigefügt

Warum es wichtig ist: Ohne Anlagen ist unklar, wie die genehmigten Aktienurkunden und das Siegel aussehen, was zu späteren Zweifeln an ihrer Echtheit führt.

Fix: Drucken Sie Muster der Aktienurkunden und den Siegel aus und heften Sie diese an das Protokoll.

❌ Bankkonten werden nicht mit Kontonummern und Unterzeichnungsberechtigung dokumentiert

Warum es wichtig ist: Ohne klare Dokumentation ist später unklar, wer berechtigt ist, Bankkonten zu unterzeichnen, was zu Haftungsproblemen führt.

Fix: Tragen Sie Banknamen, Kontonummern, Kontostände und eine Regelung ein, ob Ein- oder Zwei-Unterschriften erforderlich sind.

Die 9 wichtigsten Klauseln, erklärt

Verzicht auf Mitteilung

In einfacher Sprache: Erklärung aller Gründer, auf die formelle schriftliche Einladung zur Gründungssitzung zu verzichten.

Beispielformulierung
WIR, DIE UNTERZEICHNENDEN, verzichten hiermit auf Mitteilung über die Zeit, den Ort und den Zweck der ersten Vorstandssitzung und stimmen dem [ORDINALZAHL] Tag des [MONAT], [JAHR] um [ZEIT] in [ORT] zu.

Häufiger Fehler: Nicht alle Gründer unterzeichnen den Verzicht oder der Verzicht wird ohne notarielle Beglaubigung eingereicht, was zu Ungültigkeitsanfechtungen führt.

Angabe von Sitzungsdatum, -zeit und -ort

In einfacher Sprache: Feststellung des genauen Datums, der Uhrzeit und des physischen oder virtuellen Ortes der ersten Vorstandssitzung.

Beispielformulierung
Wir legen den [ORDINALZAHL] Tag des [MONAT], [JAHR] um [ZEIT] als die Zeit und [ORT] als den Ort besagter Sitzung fest.

Häufiger Fehler: Datum oder Ort werden vage formuliert (z. B. 'später zu vereinbaren'), was rechtliche Unsicherheiten schafft.

Zweck der Sitzung

In einfacher Sprache: Aufzählung der Geschäfte, die in der Sitzung behandelt werden, insbesondere Wahl von Amtsträgern und Genehmigung von Gründungsdokumenten.

Beispielformulierung
Der Zweck ist die Wahl des Vorstandes, die Genehmigung der Ausgabe von Aktienkapital, die Genehmigung des Erwerbs von Immobilien und andere erforderliche geschäftliche Transaktionen.

Häufiger Fehler: Der Zweck wird zu unspezifisch formuliert und weitere Geschäfte später behandelt, die hätten aufgelistet werden sollen.

Feststellung der Beschlussfähigkeit

In einfacher Sprache: Bestätigung, dass alle Vorstandsmitglieder anwesend oder ordnungsgemäß vertreten sind und die Sitzung daher gültig ist.

Beispielformulierung
Es wurde Beschlussfähigkeit des Vorstands festgestellt. Anwesend waren: [LISTE DER NAMEN].

Häufiger Fehler: Es wird nicht dokumentiert, ob ein Mitglied fehlte oder vertreten war, was zu Zweifeln an der Gültigkeit der Beschlüsse führt.

Wahl der Vorstandsmitglieder und ihrer Ämter

In einfacher Sprache: Auflistung der Personen, die in welche Positionen (Vorsitzender, Sekretär, Finanzvorstand etc.) gewählt wurden, mit Dauer ihrer Amtszeit.

Beispielformulierung
[NAME] - Vorsitzender; [NAME] - Sekretär; [NAME] - Finanzvorstand für die Dauer eines Jahres bis zur Wahl ihrer Nachfolger.

Häufiger Fehler: Namen werden falsch geschrieben oder Ämter nicht klar zugeordnet, was später zu Unsicherheiten über die Vertretungsbefugnis führt.

Abstimmungsergebnis und Einstimmigkeit

In einfacher Sprache: Dokumentation des Abstimmungsergebnisses, insbesondere ob Beschlüsse einstimmig oder mit Mehrheit gefasst wurden.

Beispielformulierung
Alle anwesenden Vorstandsmitglieder haben abgestimmt. Der Vorsitzende verkündete, dass die Personen einstimmig in ihre jeweiligen Ämter gewählt wurden.

Häufiger Fehler: Es wird nur 'genehmigt' gesagt, ohne festzuhalten, ob einstimmig oder mit Stimmenthaltungen entschieden wurde.

Genehmigung von Aktienurkunden

In einfacher Sprache: Beschluss, die Form und Gestaltung der Aktienurkunden zu genehmigen, wie sie der Vorstand festgelegt hat.

Beispielformulierung
Dass die Aktienurkunden dieser Körperschaft in der Form sein sollen wie in dieser Sitzung vorgelegt und hiermit genehmigt sind.

Häufiger Fehler: Die Aktienurkunden werden nicht als Anlage beigefügt oder ihre Form wird nur mündlich besprochen, ohne schriftliche Genehmigung.

Genehmigung des Unternehmenssiegels

In einfacher Sprache: Beschluss, das Siegel der Körperschaft anzunehmen und als offizielles Erkennungszeichen zu verwenden.

Beispielformulierung
Dass der Siegel, von welchem ein Abdruck hier beigefügt ist, als der Körperschaftssiegel dieser Körperschaft angenommen wird.

Häufiger Fehler: Der Siegel wird nicht als Anlage beigefügt oder seine Gestaltung wird nicht dokumentiert, was später zu Zweifeln an seiner Echtheit führt.

Zeichnungsberechtigung und Bankkonten

In einfacher Sprache: Beschluss, Bankkonten zu eröffnen und festzulegen, wer diese unterzeichnet (z. B. Ein- oder Zwei-Unterschriften-Regelung).

Beispielformulierung
Dass die Vorstandsmitglieder dieser Körperschaft ermächtigt und angewiesen werden, ein Bankkonto im Namen der Körperschaft zu eröffnen.

Häufiger Fehler: Es wird nicht festgehalten, wer die Kontovollmacht hat und ob Ein- oder Zwei-Unterschriften-Regelung gilt, was zu Haftungsproblemen führt.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Alle Gründer unterzeichnen den Verzicht auf Mitteilung

    Alle Gründer oder Gesellschafter müssen den Verzicht auf Mitteilung unterzeichnen und datieren. Dies spart Zeit und ermöglicht die sofortige Durchführung der Sitzung ohne formelle 14-tägige Ankündigungsfrist.

    💡 Besorgen Sie sich Original-Unterschriften oder nutzen Sie eIDAS-zertifizierte elektronische Signaturen.

  2. 2

    Füllen Sie Sitzungsdatum, -zeit und -ort aus

    Tragen Sie den genauen Tag (als Ordinalzahl), Monat, Jahr, Uhrzeit und den physischen oder virtuellen Ort der Sitzung ein. Seien Sie präzise — vage Angaben führen zu rechtlichen Unsicherheiten.

    💡 Wählen Sie ein Datum nach Unterzeichnung des Verzichts, um sicherzustellen, dass alle teilnehmen können.

  3. 3

    Listen Sie alle anwesenden Vorstandsmitglieder auf

    Dokumentieren Sie unter 'Anwesend waren' die vollständigen Namen aller Gründer oder Gesellschafter, die an der Sitzung teilnehmen. Dies stellt sicher, dass die Sitzung beschlussfähig ist.

    💡 Wenn ein Mitglied nicht anwesend ist, notieren Sie, ob es vertreten wird oder ob es eine schriftliche Zustimmung erteilt hat.

  4. 4

    Wählen Sie Vorsitzenden und andere Funktionsträger

    Füllen Sie aus, wer zum Vorsitzenden, Stellvertretenden Vorsitzenden, Sekretär, Präsidenten und Finanzvorstand gewählt wird. Achten Sie auf korrekte Namen und Amtsbezeichnungen gemäß Satzung.

    💡 Überprüfen Sie Ihre Satzung, um festzustellen, welche Ämter erforderlich sind — bei einer GmbH ist oft nur ein Geschäftsführer erforderlich, bei einer AG sind Vorstand und Aufsichtsrat separat.

  5. 5

    Dokumentieren Sie Abstimmungsergebnisse

    Notieren Sie, ob die Wahl einstimmig erfolgte oder ob es Gegenstimmen oder Enthaltungen gab. Dies ist wichtig für die Protokollauthentizität.

    💡 Einstimmige Beschlüsse sind stabiler und weniger anfällig für Anfechtungen.

  6. 6

    Genehmigen Sie Aktienurkunden und Unternehmenssiegel

    Legen Sie Muster der Aktienurkunden und des Unternehmenssiegels vor und dokumentieren Sie deren Genehmigung. Fügen Sie beide als Anlagen bei.

    💡 Arbeiten Sie mit Ihrem Notar oder Rechtsanwalt zusammen, um sicherzustellen, dass diese Dokumente den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

  7. 7

    Beschließen Sie über Bankkonten und Unterzeichnungsberechtigung

    Dokumentieren Sie den Beschluss, Bankkonten zu eröffnen, und regeln Sie, wer diese unterzeichnet. Tragen Sie die Bank und Kontonummern sowie Kontostände ein, falls bereits Konten eröffnet wurden.

    💡 Klären Sie mit Ihrer Bank, ob sie Ein- oder Zwei-Unterschriften-Regelung verlangt, und dokumentieren Sie dies im Protokoll.

  8. 8

    Alle Vorstandsmitglieder unterzeichnen das Protokoll

    Alle anwesenden Vorstandsmitglieder müssen das Protokoll am Ende unterzeichnen. Dies bestätigt, dass sie mit dem dokumentierten Inhalt einverstanden sind.

    💡 Vereinbaren Sie einen Termin zur gemeinsamen Unterzeichnung oder lassen Sie das Protokoll zirkulieren, damit alle es einzeln unterzeichnen können.

Häufig gestellte Fragen

Muss die erste Vorstandssitzung notariell beglaubigt werden?

In den meisten deutschen Bundesländern ist eine notarielle Beglaubigung des Gründungsprotokolls nicht zwingend erforderlich, es sei denn, Ihre Satzung oder das Gesellschaftsrecht verlangt dies. Allerdings ist es empfehlenswert, den Verzicht auf Mitteilung notariell beglaubigen zu lassen, um Anfechtungen zu vermeiden. Konsultieren Sie einen Anwalt oder Notar, um die Anforderungen für Ihre spezifische Körperschaftsform (GmbH, AG, eG) zu klären.

Kann die Vorstandssitzung virtuell durchgeführt werden?

Ja, eine virtuelle oder hybride Sitzung ist in der Regel möglich, sofern Ihre Satzung dies vorsieht oder nicht ausdrücklich gegen Telefonkonferenzen spricht. Dokumentieren Sie die virtuelle Durchführung klar im Sitzungsdatum (z. B. 'per Videokonferenz'). Achten Sie darauf, dass alle Teilnehmer ihre Identität nachweisen können und dass die Sitzung aufgezeichnet wird, falls Fragen zu ihrer Gültigkeit entstehen.

Wer muss das Protokoll unterschreiben?

In der Regel müssen der Vorsitzende und der Sekretär das Protokoll unterzeichnen. Je nach Satzung oder Gesellschaftsrecht kann erforderlich sein, dass auch alle anwesenden Vorstandsmitglieder unterzeichnen. Überprüfen Sie Ihre Satzung oder konsultieren Sie einen Anwalt, um sicherzustellen, dass die Unterzeichnung den gesetzlichen Anforderungen genügt.

Was ist ein Verzicht auf Mitteilung?

Ein Verzicht auf Mitteilung (Waiver of Notice) ist eine schriftliche Erklärung aller Gründer oder Gesellschafter, auf die formelle schriftliche Ankündigung der Sitzung zu verzichten. Dies spart Zeit und ermöglicht die sofortige Durchführung der Sitzung ohne die üblichen 14-tägigen Ankündigungsfristen. Der Verzicht muss von allen Gründern unterzeichnet sein und wird dem Protokoll als Anlage beigefügt.

Kann ich die Vorlage für eine GmbH und eine AG verwenden?

Diese Vorlage ist hauptsächlich für GmbHs konzipiert, kann aber mit Anpassungen auch für AGs verwendet werden. Der wesentliche Unterschied ist, dass AGs einen Aufsichtsrat haben, der in diesem Protokoll gesondert gewählt werden muss. Konsultieren Sie einen Rechtsanwalt, um sicherzustellen, dass Ihre Anpassungen den spezifischen Anforderungen Ihrer Körperschaftsform entsprechen.

Welche Unterlagen muss ich zur Sitzung mitbringen?

Bringen Sie Muster der Aktieurkunden, den Unternehmenssiegel, die Satzung, die Gründervollmachten und alle Bankformulare für die Kontoöffnung mit. Falls Immobilien oder andere Vermögenswerte erworben werden sollen, bereiten Sie auch die entsprechenden Verträge oder Angebote vor.

Was passiert, wenn ein Gründer die Sitzung nicht besucht?

Wenn ein Gründer nicht anwesend ist, können Sie das Protokoll fortfahren, sofern Ihre Satzung dies erlaubt und die Sitzung beschlussfähig bleibt. Dokumentieren Sie, dass der Gründer abwesend war und ob er vertreten wird. Falls der Gründer später Einspruch gegen Beschlüsse erhebt, kann sein Fehlen jedoch zu Anfechtungen führen. Es ist sicherer, alle Gründer präsent oder durch Bevollmächtigte vertreten zu haben.

Kann ich die Vorlage digital ausfüllen und elektronisch unterzeichnen?

Ja, Sie können die Vorlage in Word öffnen und digital ausfüllen. Für die Unterzeichnung können Sie qualifizierte elektronische Signaturen (QES) nach eIDAS-Standard verwenden, die rechtlich genauso gültig sind wie Originalsignaturen. Alternativ drucken Sie das Dokument, lassen es von allen Beteiligten unterschreiben und scannen es ein.

Wie lange muss ich das Protokoll aufbewahren?

Das Gründungsprotokoll ist ein Gründungsdokument und sollte unbegrenzt aufbewahrt werden. Es ist ein zentrales Dokument für die Unternehmensgeschichte und wird oft bei Finanzierungen, M&A-Prozessen oder behördlichen Anfragen angefordert. Speichern Sie es digital an mindestens zwei Orten und bewahren Sie das Original sicher auf.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Gründungsurkunde/Gesellschaftervertrag

Die Gründungsurkunde regelt die Struktur und Rechte der Gesellschaft (z. B. Kapitalanteile, Geschäftsführungsbefugnisse, Ausschüttungen). Das Vorstandssitzungsprotokoll dokumentiert hingegen die tatsächliche Durchführung der ersten Geschäftsleitung nach der Gründung (z. B. Wahl von Funktionsträgern, Eröffnung von Bankkonten). Beide Dokumente sind erforderlich: ersteres als Gründungsdokument, letzteres als operative Umsetzung.

vs Gesellschafterversammlung Protokoll

Das Gesellschafterversammlung-Protokoll dokumentiert Beschlüsse der Gesellschafter (z. B. Kapitalerhöhung, Gewinnverteilung). Das Vorstandssitzungsprotokoll dokumentiert Beschlüsse der Geschäftsführung (z. B. Tagesgeschäft, Vertragsschlüsse). Wann Sie welches benötigen, hängt davon ab, wer das Geschäft führt: Gesellschafter treffen Strukturbeschlüsse, der Vorstand trifft operative Beschlüsse.

vs Geschäftsordnung des Vorstands

Die Geschäftsordnung legt Regeln fest, wie der Vorstand künftig arbeiten soll (z. B. Abstimmungsmodalitäten, Interessenskonflikte, Berichtspflichten). Das Gründungsprotokoll dokumentiert hingegen die erste Sitzung und die Wahl der Funktionsträger. Die Geschäftsordnung wird oft in der zweiten oder dritten Sitzung verabschiedet; das Gründungsprotokoll ist einmalig.

vs Vorstandsbeschluss (einzeln gefasst)

Ein einzelner Vorstandsbeschluss (z. B. zum Kauf einer Maschine oder zur Einstellung eines Mitarbeiters) ist ein Dokument für ein spezifisches Geschäftsvorhaben. Das Gründungsprotokoll ist eine umfassende Dokumentation der ersten Sitzung mit mehreren Beschlüssen (Wahl, Bankkonto, Siegel etc.). Das Gründungsprotokoll ist grundlegend und unverzichtbar; Einzelbeschlüsse folgen später.

Branchenspezifische Hinweise

Handel und E-Commerce

Onlineshops und Einzelhandelsketten nutzen das Protokoll zur Dokumentation der Gründung und Ermächtigung der Geschäftsführer für Bankkonten und Geldtransfers.

Software- und IT-Startups

Technologieunternehmen benötigen das Protokoll zur Dokumentation der Gründung vor Investitionen und zur Regelung von Aktienanteilen bei Gründern und Investoren.

Immobilien und Bauwirtschaft

Immobiliengesellschaften nutzen das Protokoll, um den Erwerb von Immobilien im Namen der Körperschaft zu genehmigen und Geschäftsführerpflichten zu dokumentieren.

Gesundheit und Wellness

Arztpraxen, Zahnkliniken und Wellnesszentren benötigen das Protokoll zur Dokumentation der Gründung und Festlegung von Verantwortlichkeiten für medizinische und geschäftliche Entscheidungen.

Consulting und Dienstleistungen

Beratungs- und Serviceunternehmen nutzen das Protokoll zur Dokumentation der Gründung und Regelung von Partnerschaftsstrukturen und Geschäftsentscheidungen.

Freie Berufe und Kanzleien

Rechtsanwälte, Steuerberater und Architekten nutzen das Protokoll zur Dokumentation der Gründung ihrer Kammergesellschaft oder Partnerschaft mit klarer Verteilung der Verantwortung.

Hinweise zur Rechtsprechung

In Deutschland ist das Gründungsprotokoll für GmbHs und AGs erforderlich. Die Anforderungen sind in §§ 29 ff. GmbHG und §§ 31 ff. AktG geregelt. Das Protokoll muss bei GmbHs von allen Geschäftsführern, bei AGs vom Vorstandsvorsitzenden und dem Sekretär unterzeichnet werden. Eine notarielle Beglaubigung ist nicht zwingend, wird aber empfohlen.

In Österreich gelten ähnliche Regeln für GmbHs (Gesellschafterversammlung und Geschäftsführersitzung). Das Protokoll muss ordnungsgemäß dokumentiert werden. Notarielle Beglaubigung ist in Österreich häufiger erforderlich. Konsultieren Sie einen österreichischen Notar oder Anwalt.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenStandardgründungen mit klarer Struktur und keinen Besonderheiten (z. B. einfache GmbH zweier Gründer).EUR 0–50 (nur Vorlage und Bankgebühren)2–3 Stunden (Vorlage ausfüllen, kopieren, unterzeichnen)
Vorlage + RechtsprüfungGründungen mit mehreren Gründern oder Investoren, bei denen rechtliche Klärung sinnvoll ist.EUR 200–500 (Vorlage + Anwaltsprüfung)3–5 Tage (Vorlage ausfüllen, Anwalt beauftragen, Rückmeldungen einarbeiten)
MaßgeschneidertKomplexe Gründungen (z. B. AG, Genossenschaft, mehrere Gründer mit unterschiedlichen Anteilen, internationale Beteiligung).EUR 800–2000+ (Anwalt verfasst Dokumente maßgeschneidert)1–2 Wochen (Konsultation, Entwurf, Abstimmung, Notarierung)

Glossar

Verzicht auf Mitteilung
Schriftliche Erklärung aller Gründer, auf die formelle Einladung zur Gründungssitzung zu verzichten und damit Zeit zu sparen.
Beschlussfähigkeit
Die Anwesenheit oder rechtzeitige Mitteilung aller Vorstandsmitglieder, die erforderlich ist, um gültige Beschlüsse zu fassen.
Vorstandsmitglied
Person, die in den Vorstand eines Unternehmens gewählt wird und geschäftsführende oder aufsichtsratliche Aufgaben hat.
Siegel (Unternehmenssiegel)
Offizielles Symbol oder Stempel eines Unternehmens, das auf wichtigen Dokumenten verwendet wird.
Aktienurkunde
Dokumentierung, die Eigentumsanteile (Aktien) an einem Unternehmen verbrieft.
Bankkontoermächtigung
Beschluss, der die Eröffnung von Bankkonten im Namen des Unternehmens und die Unterzeichnungsberechtigung regelt.
Körperschaft
Juristische Person (GmbH, AG, eG etc.), die als eigenständiges Rechtssubjekt agiert.
Ordinalzahl
Ordnungszahl wie 1., 2., 3. Tag des Monats zur Angabe des Sitzungsdatums.
Einstimmig
Beschluss, dem alle anwesenden oder abstimmungsberechtigten Personen zustimmen.
Protokoll
Schriftliche Dokumentation der Inhalte, Beschlüsse und Teilnehmer einer Sitzung.

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