Vertrag über ständigen Rechtsbeistand

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FreiVertrag über ständigen Rechtsbeistand

Auf einen Blick

Was es ist
Ein Vertrag über ständigen Rechtsbeistand (auch Retainervertrag genannt) regelt die kontinuierliche rechtliche Betreuung eines Unternehmens durch einen Rechtsberater oder eine Kanzlei. Diese Vorlage ist ein Word-Dokument, das Sie online bearbeiten und als PDF exportieren können. Sie enthält alle wesentlichen Klauseln für eine verbindliche Vereinbarung zur laufenden Rechtsberatung.
Wann Sie es brauchen
Sie benötigen diesen Vertrag, wenn Sie einen Anwalt oder eine Kanzlei als ständigen Rechtsberater engagieren möchten, um regelmäßige Rechtsberatung zu erhalten. Dies ist typisch für Unternehmen, die wiederkehrende rechtliche Fragen haben oder präventive Beratung wünschen. Der Vertrag schafft Klarheit über Leistungen, Gebührenmodell und Vertragsdauer.
Was enthalten ist
Der Vertrag enthält die Namen und Adressen beider Parteien, die Beschreibung der Rechtsberatungsdienste (Beantwortung von Fragen, Gutachtenerstellung, Vertragsrevisuonen), die Gebührenregelung und Zahlungsbedingungen sowie Klauseln zu Geheimhaltung, Vertragsdauer und Kündigung. Alle Textbausteine sind mit Platzhaltern vorbereitet, die Sie leicht an Ihre Situation anpassen können.

Was ist eine Vorlage „Vertrag über ständigen Rechtsbeistand"?

Ein Vertrag über ständigen Rechtsbeistand (auch Retainervertrag genannt) ist eine rechtliche Vereinbarung zwischen einem Unternehmen und einem Rechtsberater oder einer Anwaltskanzlei, die regelmäßige und kontinuierliche Rechtsberatung regelt. Diese kostenlose Vorlage ist ein Word-Dokument, das Sie online bearbeiten und als PDF exportieren können. Der Vertrag enthält alle wesentlichen Klauseln: Parteienbezeichnung, Leistungsbeschreibung, Gebührenmodell, Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist, Verschwiegenheitspflicht und Haftungsregeln. Alle Textbausteine sind mit Platzhaltern vorbereitet, sodass Sie schnell Ihre spezifischen Daten einfügen können.

Warum Sie dieses Dokument brauchen

Ohne schriftlichen Retainervertrag entstehen schnell Missverständnisse: Der Anwalt rechnet Leistungen ab, die Sie nicht erwartet haben, oder ist nicht erreichbar, wenn Sie ihn brauchen. Ein klar strukturierter Vertrag schafft Klarheit über Kosten, Leistungsumfang und Dauerhaftigkeit der Beziehung. So schützen Sie Ihr Budget und wissen genau, welche rechtlichen Services enthalten sind. Der Vertrag dokumentiert auch, dass vertrauliche Informationen geschützt sind und regelt, was nach Vertragsende mit Ihren Dokumenten geschieht. Für KMU ist ein Retainervertrag oft die kostengünstigere Alternative zu einer internen Rechtsabteilung — Sie haben einen Fachmann zur Verfügung, zahlen aber nur eine vorab festgelegte Gebühr.

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Wenn Ihre Situation ist…Diese Vorlage verwenden
Wenn die Rechtsberatung zeitlich begrenzt und unregelmäßig anfällt.Retainervertrag mit stundlichen Gebühren
Wenn Sie ein festes monatliches oder jährliches Budget für Beratung haben.Retainervertrag mit pauschaler Gebühr
Wenn ein Sockelbetrag plus zusätzliche Stunden vereinbart werden sollen.Retainervertrag mit Stundensätzen plus Pauschalgebühr
Wenn der Anwalt ausschließlich für Ihr Unternehmen tätig ist und nicht für Konkurrenten.Exklusiver Retainervertrag
Wenn flexible Kündigung mit bestimmter Frist vereinbart werden soll.Retainervertrag mit Kündigungsfrist
Für unbegrenzte Beratung innerhalb eines Jahres gegen eine Jahrespauschale.Retainervertrag mit jährlicher Pauschalgebühr

Häufige Fehler vermeiden

❌ Die Leistungen zu vage beschreiben (z. B. 'Rechtsberatung im Allgemeinen')

Warum es wichtig ist: Dies führt zu Missverständnissen, wenn der Anwalt später zusätzliche Services abrechnet, die Sie nicht erwarten.

Fix: Seien Sie spezifisch: Liste genau auf, was enthalten ist (Telefon, E-Mail, Meetings, Gutachten) und was nicht (Gerichtsvertretung, Spezialbereiche wie Patent).

❌ Keine Obergrenze für enthaltene Arbeitsstunden oder Leistungen festlegen

Warum es wichtig ist: Der Anwalt kann unbegrenzte Anfragen stellen, was zu versteckten Zusatzkosten führt.

Fix: Regeln Sie entweder eine monatliche oder jährliche Stundengrenze für die Pauschalgebühr oder ein Gebührenmodell mit Zusatzkosten.

❌ Kündigungsfrist zu kurz oder gar nicht festlegen

Warum es wichtig ist: Eine Partei kann den Vertrag überraschend kündigen, was zu Vertragsunsicherheit führt.

Fix: Vereinbaren Sie mindestens 30 Tage Kündigungsfrist zum Monatsende oder zum Ende der Jahresfrist.

❌ Zahlungsbedingungen und Rechnungszyklus nicht klären

Warum es wichtig ist: Rechnungen können überraschend eintreffen oder Zahlungen verzögern sich, weil die Erwartungen nicht klar sind.

Fix: Legen Sie fest, ob die Gebühren monatlich im Voraus oder im Nachhinein fällig sind, und geben Sie eine konkrete Zahlungsfrist (z. B. 14 Tage nach Rechnungsdatum).

❌ Interessenskonflikte nicht regeln (Anwalt berät gleichzeitig Konkurrenten)

Warum es wichtig ist: Vertrauliche Informationen könnten an Ihre Wettbewerber gelangen, was Ihr Geschäft gefährdet.

Fix: Fordern Sie, dass der Anwalt nicht für direkte Konkurrenten tätig wird, oder vereinbaren Sie eine Ausnahmeregelung.

❌ Keine Regelung für die Übergabe von Dokumenten nach Vertragsbende

Warum es wichtig ist: Nach Kündigung könnten Sie keinen Zugriff auf Ihre eigenen Dokumente und Verträge haben.

Fix: Vereinbaren Sie, dass der Anwalt alle Original-Unterlagen innerhalb von 5 Arbeitstagen nach Vertragsende zurückgibt.

Die 9 wichtigsten Klauseln, erklärt

Parteibezeichnung und Geltungsbereich

In einfacher Sprache: Benennt beide Vertragsparteien und definiert, für welche rechtlichen Zwecke die Beratung gilt.

Beispielformulierung
Die beiden Parteien vereinbaren, dass [NAME DES RECHTSBERATERS] als ständiger Rechtsberater für [NAME IHRES UNTERNEHMENS] tätig wird und Rechtsberatung in den Bereichen [BEREICHE] erbringt.

Häufiger Fehler: Die Bereiche der Beratung zu unspezifisch formulieren – dies führt später zu Missverständnissen über den Leistungsumfang.

Leistungsbeschreibung

In einfacher Sprache: Listet konkret auf, welche Rechtsservices der Anwalt erbringen wird (Beratung, Gutachten, Vertragsrevisuonen).

Beispielformulierung
Der Rechtsberater wird die folgenden Dienstleistungen erbringen: (a) Beantwortung von Rechtsfragen per Telefon und E-Mail; (b) Erstellung schriftlicher Rechtsgutachten; (c) Überprüfung und Überarbeitung von Verträgen und Dokumenten.

Häufiger Fehler: Die Leistungen zu offen zu fassen – dies kann zu unbegrenzten Anforderungen führen, die den Anwalt überlasten.

Gebührenvereinbarung

In einfacher Sprache: Regelt, wie viel das Unternehmen für die Rechtsberatung zahlt (Pauschalgebühr, Stundensätze oder Mischmodell).

Beispielformulierung
Die Gebühren betragen [MONATSBETRAG EUR/CHF/AT] monatlich zahlbar im Voraus am [TAG] eines jeden Monats, oder alternativ [STUNDENSATZ EUR/CHF/AT] pro Stunde für Arbeiten außerhalb der Pauschalgebühr.

Häufiger Fehler: Gebühren zu niedrig oder ungenau festzulegen – dies führt zu späteren Streitigkeiten über zusätzliche Kosten.

Vertragslaufzeit und Kündigung

In einfacher Sprache: Bestimmt, wie lange der Vertrag läuft und unter welchen Bedingungen er beendet werden kann.

Beispielformulierung
Dieser Vertrag beginnt am [STARTDATUM] und läuft für [12] Monate. Er kann von beiden Seiten mit [30] Tagen Kündigungsfrist zum Monatsende gekündigt werden.

Häufiger Fehler: Keine klare Kündigungsfrist zu vereinbaren – dies führt zu unkontrollierter Vertragsbindung.

Vertraulichkeit und Berufsgeheimnis

In einfacher Sprache: Sichert zu, dass der Anwalt Informationen des Kunden vertraulich behandelt und sich an Berufsgeheimnis hält.

Beispielformulierung
Der Rechtsberater verpflichtet sich, alle Informationen und Dokumente des Kunden vertraulich zu behandeln und das Berufsgeheimnis einzuhalten, soweit dies nach deutschem Recht erforderlich ist.

Häufiger Fehler: Diese Klausel zu vergessen – sie ist essentiell für den Schutz von Geschäftsgeheimnissen.

Haftung und Versicherung

In einfacher Sprache: Regelt die Haftung des Anwalts für Fehler oder Schäden und fordert gegebenenfalls eine Berufshaftpflichtversicherung.

Beispielformulierung
Der Rechtsberater haftet für Schäden, die durch grobe Fahrlässigkeit entstehen, nur bis zu [VERSICHERUNGSSUMME]. Der Rechtsberater versichert sich gegen Berufshaftung.

Häufiger Fehler: Haftungsgrenzen zu großzügig zu setzen – dies erhöht das Risiko für den Anwalt unnötig.

Ausschluss von Konflikten

In einfacher Sprache: Klärt, ob der Anwalt für andere Parteien tätig sein darf, wenn dies zu Interessenskonflikten führen könnte.

Beispielformulierung
Der Rechtsberater erklärt sich einverstanden, nicht für Unternehmen tätig zu werden, die mit dem Kunden in direktem Wettbewerb stehen, solange dieser Retainervertrag läuft.

Häufiger Fehler: Diese Klausel zu unspezifisch zu formulieren – Interessenskonflikte sollten genau definiert werden.

Abrechnung und Zahlungsbedingungen

In einfacher Sprache: Regelt, wie und wann Rechnungen gestellt werden und wann die Zahlung fällig wird.

Beispielformulierung
Rechnungen werden monatlich ausgestellt und sind innerhalb von [14] Tagen nach Rechnungsdatum zahlbar. Zahlungen erfolgen auf das Konto [KONTODETAILS].

Häufiger Fehler: Keine klaren Zahlungsfristen zu setzen – dies führt zu Zahlungsverzug und Unklarheiten.

Beendigung und Übergabe

In einfacher Sprache: Legt fest, was nach Ende des Vertrags mit Dokumenten und laufenden Verfahren geschieht.

Beispielformulierung
Bei Beendigung dieses Vertrags übergibt der Rechtsberater alle Dokumente und Unterlagen des Kunden innerhalb von [5] Arbeitstagen in voller Kopie.

Häufiger Fehler: Keine Regelung für die Übergabe von Dokumenten zu treffen – dies führt später zu Zugriffsstreitigkeiten.

So füllen Sie sie aus

  1. 1

    Parteidaten eingeben

    Tragen Sie den Namen, den Ort der Gründung und die vollständige Adresse Ihres Unternehmens sowie des Rechtsberaters bzw. der Kanzlei ein. Überprüfen Sie die Daten auf Genauigkeit.

    💡 Verwenden Sie den exakten eingetragenen Namen des Unternehmens (wie im Handelsregister), nicht Abkürzungen oder Fantasienamen.

  2. 2

    Geltungsbereich definieren

    Beschreiben Sie, in welchen Rechtsbereichen der Anwalt beraten wird (z. B. Arbeitsrecht, Vertragsrecht, Gesellschaftsrecht). Sein Sie möglichst konkret.

    💡 Liste mehrere Bereiche auf, um künftige Fragen nicht separat abklären zu müssen – aber schließe klar aus, was NICHT enthalten ist.

  3. 3

    Leistungen und Umfang beschreiben

    Füllen Sie die genaue Liste der Leistungen aus: telefonische Beratung, Vertragsrevisuonen, Gutachtenerstellung, etc. Quantifizieren Sie, wenn möglich (z. B. maximal 10 Stunden pro Monat).

    💡 Je detaillierter Sie hier sind, desto weniger Streit gibt es später über Zusatzkosten.

  4. 4

    Gebührenmodell festlegen

    Wählen Sie zwischen Pauschalgebühr (monatlich/jährlich), Stundensätzen oder einem Hybrid-Modell. Tragen Sie die genauen Beträge ein und legen Sie fest, wann sie fällig werden (z. B. monatlich im Voraus).

    💡 Pauschalgebühren sind für vorhersehbare Arbeit ideal; Stundensätze für seltene, umfangreiche Anfragen.

  5. 5

    Vertragslaufzeit und Kündigung eintragen

    Geben Sie das Startdatum an und wählen Sie eine Laufzeit (typischerweise 12 Monate). Legen Sie eine Kündigungsfrist fest (z. B. 30 Tage zum Monatsende).

    💡 Eine einjährige Laufzeit mit monatlicher Kündigungsfrist bietet beiden Seiten Planungssicherheit und Flexibilität.

  6. 6

    Besondere Vereinbarungen und Ausnahmen ergänzen

    Fügungen Sie Klauseln zu Interessenskonflikten, Versicherung, Haftung und Geheimnishaltung hinzu oder passen Sie diese an. Besprechen Sie auch mögliche Zusatzleistungen und deren Gebühren.

    💡 Klären Sie mit dem Anwalt ab, ob er eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen hat und welche Versicherungssumme gilt.

  7. 7

    Unterschriften und Daten eintragen

    Drucken Sie das Dokument aus oder bereiten Sie es für digitale Unterzeichnung vor. Lassen Sie den Vertrag von einem bevollmächtigten Vertreter Ihres Unternehmens und vom Rechtsberater unterschreiben und mit Datum versehen.

    💡 Bewahren Sie ein unterzeichnetes Original auf und geben Sie eine beglaubigte Kopie dem Anwalt – oder nutzen Sie ein E-Signature-Verfahren für Rechtssicherheit.

  8. 8

    Kopien austeilen und archivieren

    Geben Sie je eine vollständig unterzeichnete Kopie an beide Parteien. Archivieren Sie das Original an einem sicheren Ort (digital und/oder physisch).

    💡 Ein Digital-Scan mit Zeitstempel ist ein guter Kompromiss zwischen Sicherheit und Zugänglichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Retainervertrag und Stundensätzen?

Ein Retainervertrag ist eine pauschale Gebühr (monatlich oder jährlich), die Sie zahlen, um den Anwalt für regelmäßige Beratung zur Verfügung zu haben. Stundensätze bedeuten, dass Sie nur für tatsächlich geleistete Stunden bezahlen. Ein Retainer ist sinnvoll, wenn Sie regelmäßige, vorhersehbare Anfragen haben; Stundensätze sind besser für seltene oder zeitlich begrenzte Projekte. Viele Verträge kombinieren beide: eine Pauschale für Basis-Beratung plus Stundensätze für Zusatzarbeit.

Kann ein Anwalt für mehrere konkurrierende Unternehmen arbeiten?

In der Regel nein, wenn ein echtes Interessenskonflikt-Risiko besteht. Anwälte unterliegen Berufsregeln, die Interessenskonflikte verbieten oder einschränken. In einem Retainervertrag sollten Sie daher klären, ob der Anwalt auch für Ihre Konkurrenten tätig sein darf oder nicht. Die meisten Anwälte werden zustimmen, nicht für direkte Wettbewerber zu arbeiten, solange der Retainer aktiv ist. Legen Sie dies vertraglich fest.

Was passiert, wenn ich den Retainervertrag kündige?

Das hängt von der vereinbarten Kündigungsfrist ab. Typischerweise können Sie mit 30 Tagen Frist zum Ende eines Monats kündigen. Nach Kündigung müssen Sie keine weiteren Gebühren zahlen (außer den aufgelaufenen bis zur Kündigungsfrist). Der Anwalt muss Ihnen alle Dokumente und Unterlagen zurückgeben. Es ist wichtig, dies im Vertrag klar festzulegen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Sind Retainergebühren in Deutschland steuerlich absetzbar?

Ja, Rechtsberatungsgebühren sind in der Regel Betriebsausgaben und können von der Steuer abgesetzt werden. Konsultieren Sie aber einen Steuerberater, um sicherzustellen, dass die Gebühren korrekt als Betriebsausgaben klassifiziert werden. Dies gilt für Einzelunternehmen, Freiberufler und Kapitalgesellschaften (GmbH, UG). Die genaue Behandlung hängt von Ihrer Rechtsform und Branche ab.

Kann ich den Umfang der Leistungen später ändern?

Ja, aber nur mit schriftlicher Zustimmung beider Parteien. Dies sollte als Schriftwechsel dokumentiert werden (z. B. E-Mail oder Nachtrag). Wenn sich Ihre Anforderungen ändern, sprechen Sie mit dem Anwalt über eine Anpassung der Leistungen oder Gebühren. Ein guter Retainervertrag flexibilisiert dies und sieht vor, dass Anpassungen möglich sind.

Was ist, wenn der Anwalt einen Fehler macht?

Der Anwalt haftet für Fehler, die sich aus grober Fahrlässigkeit ergeben – in vielen Verträgen ist dies aber begrenzt auf die Versicherungssumme seiner Berufshaftpflichtversicherung (typischerweise EUR 250.000–1.000.000). Für einfache Fahrlässigkeit gibt es oft höhere Haftungsgrenzen. Besprechen Sie diese Haftungsregeln beim Vertragsabschluss und fragen Sie nach der Versicherungssumme. Einige hochspezialisierte Anwälte bieten auch Erwerbstätigkeitsversicherungen an, die höhere Deckung bieten.

Muss der Vertrag vor einem Notar beurkundet werden?

Nein, ein Retainervertrag ist nicht notariell beurkundungspflichtig. Eine unterschriebene Kopie ist rechtlich ausreichend. Sie können den Vertrag ausdrucken und mit Unterschrift einreichen, oder ein digital signiertes Dokument verwenden (z. B. DocuSign). Wichtig ist nur, dass beide Parteien unterzeichnet haben und dass Sie ein Exemplar aufbewahren.

Was sollte ich tun, wenn der Anwalt nicht erreichbar ist?

Dies sollte im Vertrag geregelt sein. Typischerweise verpflichtet sich der Anwalt zu Ansprechzeiten (z. B. Beantwortung innerhalb von 2 Arbeitstagen). Wenn der Anwalt regelmäßig nicht erreichbar ist, können Sie eine Verwarnung schreiben und ggfs. den Vertrag kündigen. Klären Sie vor Unterzeichnung, wie Erreichbarkeit und Kommunikation ablaufen sollen.

Im Vergleich zu Alternativen

vs Einzelne Rechtsbeistandsanfragen (Fall für Fall)

Ein Retainervertrag ist sinnvoll, wenn Sie regelmäßig (mindestens monatlich) rechtliche Fragen haben. Ein Fall-für-Fall-Modell ist günstiger, wenn Sie selten Rechtsberatung brauchen (z. B. nur 2–3 Mal pro Jahr). Beim Retainer zahlen Sie eine Pauschale und genießen Planungssicherheit; beim Fall-für-Fall-Modell zahlen Sie nur für tatsächliche Beratung, habe aber keine Garantie, dass der Anwalt verfügbar ist.

vs Interne Rechtsabteilung

Eine interne Rechtsabteilung (mit Syndicus oder Rechtsbeiräten) ist sinnvoll für große Unternehmen mit hohem Beratungsvolumen. Ein Retainervertrag ist die kostengünstigere Alternative für KMU, da Sie keine Vollzeitstellen finanzieren müssen. Mit einem Retainer erhalten Sie Fachkompetenz auf Abruf, ohne die Fixkosten und Personalverwaltung einer Abteilung zu tragen.

vs Pauschalangebot für ein einzelnes Projekt

Ein Pauschalangebot ist für ein klar abgegrenztes Projekt (z. B. Gründung einer GmbH, Übernahme) sinnvoll. Ein Retainervertrag ist besser für laufende, wiederkehrende Fragen. Ein Pauschalangebot hat klare Grenzen; ein Retainer bietet Flexibilität und Dauerverfügbarkeit.

vs Online-Rechtsportal oder Muster-Vorlagen

Online-Portale und Muster-Vorlagen sind günstig und schnell für einfache Dokumente (z. B. Arbeitsverträge, Mietverträge). Ein echter Rechtsberater in einem Retainervertrag bietet individuelle Beratung, Expertise in Ihrem Geschäftsmodell und rechtliche Gestaltung. Für komplexe oder geschäftskritische Fragen (z. B. Firmenstruktur, Haftung) ist ein Rechtsberater unerlässlich.

Hinweise zur Rechtsprechung

In Deutschland unterliegen Rechtsberater und Anwälte den Vorschriften der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) und der Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA). Der Retainervertrag sollte die geltenden Gebührenregeln und Verschwiegenheitspflichten berücksichtigen. Achten Sie darauf, dass die Haftungsgrenzen mit der deutschen Rechtsanwalts-Haftpflichtversicherung abgestimmt sind.

In Österreich gelten die Anwaltsgesetze und die Fachanwaltsrichtlinie. Der Vertrag sollte alle Gebührenangaben in EUR enthalten und die österreichische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) beachten. Die meisten österreichischen Anwälte und Kanzleien haben eine Berufshaftpflichtversicherung, deren Summe im Vertrag festgelegt sein sollte.

In der Schweiz regeln die kantonalen Anwaltsgesetze und die Standesregeln der Anwaltsverbände die Berufsausübung. Der Retainervertrag sollte die Gebühren in CHF festhalten und schweizweit anerkannte Mindestgebühren beachten. Klären Sie mit dem Anwalt, welche Branchenverbaände (z. B. VSA, SAV) relevant sind.

Vorlage oder Anwalt — was passt?

WegAm besten fürKostenZeit
Vorlage verwendenUnternehmen mit stabilen Anforderungen und regelmäßigen Beratungsbedarf, die Kosten sparen wollen.EUR 0–50 (Vorlage allein)1–2 Tage zum Ausfüllen und Unterzeichnen
Vorlage + RechtsprüfungKMU, die einen Rechtsberater haben, aber den Vertrag selbst mit einer Vorlage vorbereiten möchten.EUR 300–800 (Anwaltsrevisuon des fertigen Vertrags)1 Woche (Vorbereitung + Revisuon durch Anwalt)
MaßgeschneidertGroße Unternehmen, spezialisierte Konstellationen oder wenn die Anforderungen komplex sind.EUR 1.500–3.500 (vollständige Neuerstellung durch Anwalt)2–4 Wochen (Abklärung + Entwurf + Verhandlung)

Glossar

Retainer
Eine regelmäßige Gebühr (monatlich oder jährlich), die ein Unternehmen an einen Anwalt zahlt, um ihn zur Verfügung zu haben.
Rechtsbeistand
Ein Anwalt oder eine Kanzlei, die ein Unternehmen bei rechtlichen Fragen und Dokumenten unterstützt.
Leistungsbeschreibung
Der Teil des Vertrags, der genau beschreibt, welche Rechtsdienste erbracht werden (z. B. Telefonberatung, Vertragsprüfung).
Gebührenmodell
Die Vereinbarung über die Bezahlung: stundlich, pauschal oder nach Leistung.
Vertraulichkeit
Die Verpflichtung, die Informationen des Kunden vertraulich zu behandeln und nicht an Dritte weiterzugeben.
Kündigungsfrist
Der Zeitraum, den eine Partei einhalten muss, um den Vertrag zu beenden (z. B. 30 Tage).
Haftungsausschluss
Eine Klausel, die die Haftung des Anwalts für bestimmte Schäden begrenzt oder ausschließt.
Verschwiegenheitspflicht
Die Verpflichtung des Anwalts, sich an Berufsgeheimnis und Datenschutz zu halten.
Laufzeit
Der Zeitraum, für den der Retainervertrag gültig ist (z. B. 12 Monate).
Zahlungsbedingungen
Die Vereinbarung darüber, wann und wie die Gebühren fällig werden (z. B. monatlich im Voraus).

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